Sie sind hier : Startseite →  Film-Historie 3→  Film-Magazine (1933-45)→  Filmwelt-Magazin-1943-Nr-5-6

Februar 1943 - Hitlers Truppen sind überall in der Defensive

Februar 1943 - Heft 5/6

Und der Wehrmacht geht die Puste aus. Alle verfügbaren Soldaten sind im Einsatz oder verwundet oder bereits gefallen. Nachschub an kriegstauglichen Menschen ist nicht mehr in Sicht.
Der Generalstab (fast insgesamt) windet sich mit der Wahrheit, um nicht mit dem inzwischen beratungsresistenten und zunehmend geisteskranken "Führer" zu kollidieren und dabei im Schnellgang ausgetauscht oder sogar verhaftet zu werden (siehe Rommel und andere).

Wie auf dem Bild rechts symbolisiert, soll jetzt der "deutsche Junge" die verfahrene Situation retten. Der Text ganz unten rechts im Bild enthält nochmal den alten Slogan : "Führer befiel, wir folgen Dir."
.
Hier verweisen wir auf die authentischen Aufzeichnungen unsers Zeitzeugen Günter Bartosch, der als 16jähriger Flakhelfer mit 4 Flak-Geschützen für fast ein Jahr nach Nordjugoslavien abkommandiert wurde. Er bezeichnete das und sich selbst als Kindersoldaten.
Auch der Zeitzeuge Hans-Georg von Studnitz schreibt in seinem Tagebuch, was in der Zeit von 1943 bis 1945 in Berlin im Führer-Hauptquartier wirklich abging.
.

Diese Ausgabe beginnt mit dem Intro-Artikel zum 10 jährigen Bestehen des nationalsozialistischen 3. Reiches

Ein "Dr. Wilhelm Lothar Diehl" erklärt dem Volk bzw. dem Leser, was in den letzten 10 Jahren für Errungenschaften dem deutschen Volk zugute kamen. Die heroische und durchaus geschliffene Ausdrucksweise ist sicherlich für die damalige Generation beeindruckend und vielleicht auch motivierend, wenn nicht inzwischen in fast jeder deutschen Familie ein Kriegstoter zu beklagen wäre.

.

Der 30. Januar 1943 im Sinne der Weltgeschichte:

.

  • Anmerkung : In dieem Artikel werden alle Facetten der deutschen Sprache eingesetzt, um die Geschichte der letzten 10 Jahre regelrecht schwülstig und rethorisch im Sinne der Nationalsozialisten aufzubereiten. Der Autor ist ein studierter und promovierter Pfarrer, der sich aus idealistischen Gründen mit den Nazis "verheiratet" hatte und voll daneben gelandet war und dann kaltgestellt worden war.

.
Immer ist die Erkenntnis der Natur der Dinge, das heißt der Wahrheit der Lage, die Voraussetzung für ihre Meisterung. Erst jene von Goethe so klar formulierte „Phantasie zur Wahrheir des Realen", die aus einer Zusammenschau aller geschichtlichen Kräfte und Mächte, moralischen Größen und Möglichkeiten erwächst, erzeugt in uns jene totale Haltung, deren wir bedürfen, um Epochen sturmischer weltgeschichtlicher Entwicklungsphasen so zu bestehen, wie das Schicksal dies von uns fordert, nämlich heldisch.
.

Der Führer, wie er sich selbst am liebsten sah

Als an jenem denkwürdigen Mittag des 30. Januar 1933 der ehrwürdige Ekkehart der besten deutschen Tradition, Generalfeldmarschall von Hindenburg, die Lenkung unseres in jener Zeit tiefunglücklichen Reiches in die Hände des berufenen Führers Adolf Hitler als Reichskanzler legte, geschah etwas im Sinne der Weltgeschichte, was damals die wenigsten Zeitgenossen erfassen konnten.

Wie dies natürlich ist, verfolgten wir zunächst mit unseren Blicken den inneren, eigenen Aufbau unseres Hauses und der Gestaltung des eigenen Lebens in ihm. Voll eines schönen Stolzes und reiner menschlicher Freude begeisterten wir uns an der einmaligen Tatsache, daß die deutsche Revolution des 20.Jahrhunderts die disziplinierteste und unblutigste der ganzen Weltgeschichte war.

Voll des Glückes erlebten wir die Zug um Zug sich durchsetzende Erfüllung unserer Menschenrechte, die unter der so kurzen und so einfach erscheinenden Forderung: „Freiheit und Brot!" zusammengefaßt war.

Unser größtes Elend, mit dem wir geschlagen waren, die Arbeitslosigkeit, schwand von der riesigen Zahl von siebeneinhalb Millionen unmittelbar davon Betroffener auf die Null-Linie.

Wir erlebten die Überwindung des wirtschaftlichen Chaos zugleich mit der Überwindung der unseligsten inneren Zerrissenheit und Zerklüftung in Klassen und Gruppen, Parteien und Konfessionen.

Deutsches Selbstbewußtsein

Unser Selbstbewußtsein wuchs wieder aus dem Dunkeln der Minderwertigkeitskomplexe heraus mit der Zunahme unserer nationalen Würde, der Neugeburt und dem Aufblühen unserer Wehrmacht.

Wir erfüllten unsere Herzen mit den schönsten Hoffnungen für unsere uns von Gott eingehauchte Sehnsucht zur kulturell schöpferischen Leistung in den Künsten und Wissenschaften und für unseren Ehrgeiz, das Volk der Dichter und Denker zu sein; dies ganz besonders, als nach den Marksteinen der Gründung des Vierjahresplanes, des Ermächtigungsgesetzes zur Behebung der Not von Volk und Reich durch den Führer, das Bekenntnis zum antiimperialistischen Nationalismus in jener historischen Reichstagsrede vom 17. Mai 1933 in die Welt hinaus erklang.

Die Einigung zum Staatsvolk und die Vollendung der Reichseinheit, die Rückkehr und Heimführung der von uns noch getrennten, aber zu uns gehörigen Gebiete und der Brüder und Schwestern und Kinder unseres Blutes auf unseren Boden durchpulste die Adern unseres Volkskörpers mit Glückswellen.

Wir fingen an, in einem ebenso sinnvoll mit dem Hirn ausgedachten, wie mit wärmstem Gefühl des Herzens belebten System brüderlicher Liebe die sozialen Probleme zu lösen, die seit je die Menschheit quälen und belasten. An die Stelle des Berechtigungswesens von ehedem trat die Welt der Leistung und Arbeit.

Es ist nicht möglich, auf so engem Raume alles das aufzuzählen, das wir in den verflossenen zehn Jahren auf den so mannigfachen Gebieten der Lebensforderungen von Menschen in Angriff nahmen, um sie einer menschenmöglichen Erfüllung nahezubringen, aber es kann ohne Kühnheit behauptet werden, hier auf diesen von uns beschrittenen Bahnen und Versuchen begann sich ein religiös geübtes Menschenwerk strukturell abzuzeichnen.

Was bedeuteten alle diese Leistungen und Versuche? Für uns: Beseitigung von uns nicht direkt verschuldeter, aber lange bitter empfundener und ertragener Zustände und Aufstand zu Glück und Frieden.

Der kalte Barren Gold .....

Für die anderen, d. h. für die Umwelt, hätten sie Ansporn, Beispiel oder Schule bedeuten können, nicht mehr. Aber sie bedeuteten ihnen anderes. Je mehr wir tatkräftig die Ideale verwirklichten, ballten sich jene um die Materie, deren erstrebenswerteste Form sie in den kalten Barren Gold sahen, die aus der von Millionen Menschen geleisteten Arbeit geronnen waren.

Es ist nunmehr im gegenwärtigen geschichtlichen Augenblick der Fall, daß das 20. Jahrhundert, das entwicklungsgeschichtlich im Zeichen der Bildung der Großraum- und Massen bzw. Flächenstaaten steht, uns zugemessen hat, die nationalen und sozialen völkischen Ideale zu verteidigen, von der Heimat der abendländischen Kultur, von Europa aus und gegen jene eben erwähnte überlebte Vorstellung von der absoluten Macht des Goldes, der seelenlosen Materie, die sich in den Begriffen Amerikanismus und Bolschewismus ausdrückt und tödlich bedroht fühlt.

Sie ist dies auch, und sie wird sterben, denn die Weltgeschichte läßt sich nicht aufhalten. Aus dieser Erkenntnis muß uns die letzte Kraft erwachsen, die wir nunmehr aufwenden müssen, um unsere Sendung zu erfüllen.

Die Erinnerung an den 30. Januar 1933 als dem Tage, an dem das Endstadium des Kampfes um die Macht im Reiche demjenigen als Sieger den Preis gab, der den letzten und höchsten Krafteinsatz geleistet hatte, muß uns hier Beispiel sein, um uns in jener friderizianischen Haltung zu festigen, die fest entschlossen ist „alles zu wagen und die verzweifeltsten Dinge zu unternehmen, um zu siegen oder ein ehrenvolles Ende zu finden".

Die Verteidigung des Ganzen ist heiligste Pflicht. Für Friedrich den Großen bedeutete es den Staat und seine Ehre, für Clausewitz die Würde und Freiheit des Daseins des Volkes, für uns bedeutet es Aufgabe und Verpflichtung für jeden einzelnen im Schicksalskampf um die Behauptung unseres nationalen Daseins.

Dr. Wilhelm Lothar Diehl
.

  • Anmerkung : Viele Zeitzeugen aus dieser Zeit waren inzwischen für diese heroischen Sprüche nicht mehr empfänglich, denn die reale Situation der verbliebenen Bevölkerung im Frühjahr 1943 sprach eine ganz andere Sprache. Unser Berliner Opa traute sich, spät Nachts und ganz leise die BBC-Nachrichten auf Deutsch zu erlauschen und wußte daher, was Anfang 1943 bereits abging. Unsere Mutter mußte fast in der Berliner Tieckstrasse 7 jeden Tag einmal oder sogar zweimal runter in den Luftschutzkeller und dann am nächsten Morgen um 8 Uhr wieder im Büro bei der UFA erscheinen.

.

  • Anmerkung : Wer war Wilhelm Diehl ?
    Der Pfarrer Wilhelm Diehl war 1923 zum Prälaten der hessischen Landeskirche gewählt worden  Er habe das Amt mit einer Vision verbunden: der Vereinigung der getrennten »hessischen« evangelischen Landeskirchen in einer »großhessischen Kirche«. Um dieses Ziel zu erreichen, habe Diehl nach 1933 das Bündnis mit den Nazis gesucht.

    »Er ging davon aus, die neuen Machthaber und deren kirchenpolitische Ambitionen mit ›vernünftigen Menschen‹ unterwandern zu können. Doch er verkalkulierte sich, seine ›Strategie‹ ging nicht auf.« Die Umsetzung seiner Vision einer »großhessischen Kirche« sei mit der Gleichschaltung faktisch im nationalsozialistischen Führerstaat aufgegangen. Frustriert, von den Nazis ins kirchenpolitische Abseits gedrängt, habe sich der (zwangs-) pensionierte Prälat in den letzten Lebensjahren wieder mit Akribie der Kirchengeschichtsforschung verschrieben. »1944 starb er gemeinsam mit seiner Frau im Feuersturm der Zerstörung Darmstadts durch alliierte Bombenangriffe.«

.

Hier folgt eine weitere heroische Lobeshymne auf den Film

Auch dieser Text aus dem Januar 1943 ist mit Bedacht zu lesen. Das war der von Göbbels bevorzugte oder gar angeordnete positve und heroische Durchhalte-Sprachgebrauch. Jeder auch nur kleinste Ansatz von verstecktem oder deutlichem Pessimismus oder gar Zweifel am Endsieg des Reiches war indirekt und unausgesprochen unter schwerste Strafen gestellt. Und jeder wußte das.

.

Zehn Jahre nationalsozialistische Filmführung

Das Erlebnis der Olympischen Spiele in Deutschland fand in den von Leni Riefenstahl gestalteten Olympia- Filmen stärksten Ausdruck
Der heroische Freiheitskampf des Burenvolkes wurde in dem „Ohm Krüger"-Film zu einer flammenden Anklage gegen die skrupellosen, verbrecherischen Methoden des britischen Imperialismus {Fr. Ulmer, Emil Jannings, Fr. Hoopts, H. A. Schlettow, Ed. v. Winterstein, Gesamtltg. Emil Jannings, SpielItg. Hans Steinhoff)
Der Film „Heimkehr" gab ein erschütterndes Zeitbild von der Not der Volksdeutschen in Polen (Peter Petersen und Paula Wes-sely, Spielltg. Gustav Ucicky)
Dem großen Arzt und Forscher Robert Koch wurde in dem gleichnamigen Film ein würdiges Denkmal gesetzt (Werner Kraus und Emil Jannings, Spielleitung Hans Steinhoff)
Zum ersten Male gelang es der Schäfer-Expedition 1938/39, in das Innere Tibets vorzudringen und wertvolle wissenschaftliche Ergebnisse zu erzielen. Der Film „Geheimnis Tibet" ist ein einmaliges Bilddokument dieses kühnen Unternehmens deutschen Forschergeistes
Eine neue Form des Dokumentarfilms erstand in den Reichsparteitagfilmen, die vom lebendigen Geist der Volksgemeinschaft erfüllt waren. (Aus „Der Sieg des Glaubens", künstlerische Gestaltung Leni Riefenstahl)
Die geniale Größe und sittliche Kraft eines Bismarck, der nach hartem Kampf gegen Unverstand, Mißgunst und Dummheit schließlich stürzte, wurde in dem Film „Die Entlassung" noch einmal packend verlebendigt (Hauptdarst. und künstlerische Oberleitung Emil Jannings, Spielltg. Wolfgang Liebeneiner)
„Die goldene Stadt" war ein überzeugender Beweis für den hohen künstlerischen und technischen Stand des deutschen Farbfilms {Kristina Söderbaum und Paul Klinger, Spielltg. Veit Harlan)
Was deutsche Willensstärke vermag und der Glaube an den Sieg einer gerechten Sache, zeigte als leuchtendes Bekenntnis der Film vom „Großen König" (Otto Gebühr und H. H. Schaufuß, Spielltg. Veit Harlan)
Der Kulturfilm „Hunde mit der Meldekapsel" ist ein fesselnder Bericht vom Einsatz der Hunde an der Front (Spielltg. Anton Kutter)

Von Dietmar Schmidt (vermutlich im Januar 1943)

Man könnte den großen Aufschwung und die erstaunliche Entwicklung, die das deutsche Filmschaffen in den letzten zehn Jahren erlebt hat, an imponierenden Zahlenreihen beweisen. Man könnte von den vielen Millionen begeisterter Filmfreunde sprechen, die tagaus, tagein unsere Lichtspieltheater füllen, von der Tatsache, dad jeder Deutsche heute durchschnittlich einmal im Monat ins Kino geht (noch 1932 tat er das nur viermal im ganzen Jahr), von den riesigen Geldsummen schließlich, die unsere großen Filme im In- und Ausland einbringen.

All das könnte man tun - und hätte doch nur äußere Erscheinungen und Wirkungen einer gewaltigen inneren Entwicklung verzeichnet. Denn das entscheidende Gewicht liegt bei Inhalt und Schwung der inneren Entwicklung, auch im deutschen Filmschaffen der letzten zehn Jahre.

Wir vergessen manche Dinge viel zu schnell in einer Zeit, die uns täglich vor neue Aufgaben stellt und die uns daher nicht allzu oft eine Stunde der Rückerinnerung schenkt. So mag es kommen, daß uns der von fremden Einflössen befreite, saubere, um neue künstlerische Formen ringende Film von heute schon als eine Selbstverständlichkeit anmutet.
.

Der barmherzige Schleier des Vergessens

Die Zeit, die in ihrem ewig gleichen Ablauf alles zu verklären pflegt, hat auch um manche häßliche Filmerinnerung den barmherzigen Schleier des Vergessens gewoben. Laßt uns in diesen Tagen des Gedenkens den Schleier zerreißen und zurückdenken an eine Zeit, die den Film nicht als Ausdruck künstlerischen Wollens und Könnens, sondern nur als Mittel zum möglichst schnellen und muhelosen Geldverdienen ansah.

Wenn sie ihm aber darüberhinaus eine weitere Aufgabe zuerkannte, so war es die der politischen und seelischen Zersetzung eines immer mehr aus den Fugen der Gemeinsamkeit geratenen und nur langsam zu sich selbst zurückfindenden Volkes.

Man glaubt einen bösen und unwirklichen Traum zu träumen, wenn man sich heute einen der aus solcher Einstellung entstandenen Filme von einst ansieht. Mit welch teuflischer Bewußtheit dient hier jeder Satz, jede Szene, jede Musikeinlage den Absichten der Zersetzung !

Und wie wenige unter uns haben damals das durchschaut, das sie heute schaudernd in seiner wahren Bedeutung erkennen!
.

Im Klartext : 1933 - der harte Kampf um die Macht

Es war höchste Zeit, als im Jahre 1933 die Kräfte des neuen Deutschlands sich nach hartem Kampf um die Macht durchsetzten und damit, wie für alle anderen Gebiete des öffentlichen - politischen, künstlerischen und wirtschaftlichen - Lebens auch für das Filmschaffen dos Steuer endgültig herumgeworfen wurde zu einem neuen Kurs.

Dieser Kurswechsel mußte sich für den Film als besonders bedeutungsvoll und umstürzend erweisen. Hatten sich doch hier die fremden und schädlichen Kräfte mehr vielleicht als bei jeder anderen Kunstart breit machen und austoben können.

Man braucht - wenn man dies feststellt - durchaus nicht ungerecht zu sein. Gewiß gab es auch in jenen Jahren eine kleine Schar von Männern, die besorgt zusahen, wie die Fluten der Zersetzung immer höher stiegen, und die sich bemühten, Dämme gegen diese Fluten zu errichten.

Aber was vermochte diese Minderheit, zu der nicht zuletzt eine Reihe mutiger Filmbetrachter in der nationalsozialistischen Presse gehörte, gegen den Ungeist der Zeit auszurichten! Auch die wenigen Filme, die sich mit nationalen Themen, mit Gegenständen aus der deutschen Geschichte, mit menschlich sauberen Stoffen befaßten, waren nichts als kleine Inseln im Meer der Auflösung aller Werte, das sämtliche Bezirke des deutschen Lebens zu überfluten drohte.

An diesem gefährlichen Zustand änderte sich auch nichts durch die Tatsache, daß der stumme Film in jenen Jahren eine gewisse artistische Vollendung erreichte, daß oft und gern über Fragen der Filmästhetik diskutiert und gestritten wurde. Entscheidend war und blieb, daß die bindende Kraft der Gemeinsamkeit, des einheitlichen Wollens im Dienste eines größeren Ganzen, beim Film mehr als anderswo fehlte.
.

Die nationalsozialistische Revolution von 1933

Als Reichsminister Dr. Goebbels am 28. März 1933 erklärte, daß die nationalsozialistische Revolution sich keineswegs auf die Politik begrenzen, sondern auch übergreifen werde auf die Gebiete der allgemeinen Kultur und damit nicht zuletzt des Films, da lag die neue Marschrichtung klar vor aller Augen.

Die Zeit der schrankenlosen Zersetzung, der „interessanten" Morbidität, nicht zuletzt auch des unbegrenzten amerikanischen Einflusses im deutschen Filmschaffen war endgültig vorbei, und es begann eine Zeit des Dienens für den Film.

Es zeigte sich bald, daß diese neue Zielsetzung keineswegs eine Verengung in den Möglichkeiten der Filmarbeit bedeutete. Neue Stoffgebiete von ungeahnter Ergiebigkeit wuchsen dem Filmschaffen plötzlich zu, neue und weite künstlerische Möglichkeiten erschlossen sich auf allen Gebieten des Filmschaffens.

Vor allem aber wurde alsbald - und auch hier sprach der Staat das erlösende Wort - das gesunde und allein mögliche Verhältnis zwischen der künstlerischen und der wirtschaftlichen Seite des Filmschaffens hergestellt: der Primat des Filmkaufmanhs alten Stils wurde beseitigt, eindeutig wurde festgestellt, daß es nicht primäre Aufgabe des Films ist, Geld zu bringen, sondern dem gesamten Volk künstlerische Erhebung, Freude und Kraft zu vermitteln.

Daß dieses Prinzip - konsequent durchgeführt - als erwünschtes „Nebenprodukt" auch eine erhöhte Rentabilität des deutschen Films mit sich brachte, das sollte sich schon im Laufe der nächsten Jahre zeigen.
.

Die Funktion der Reichsfilmkammer

Mit der Gründung der Reichsfilmkammer erhielt das deutsche Filmschaffen seine repräsentative äußere Form. Gleichzeitig wurde dem Filmkünstler jeder Sparte auf diese Weise der ihm zukommende angesehene Platz in der Gemeinschaft der Künstler und des ganzen Volkes angewiesen.

  • Anmerkung : Wer nicht Mitglied der Reichsfilmkammer wurde oder werden konnte oder durfte, der war im gesamtenreichsdeutschen Filmwesen komplett ausgegrenzt. Das war Absicht. Damals wurden viele Anträge abgelehnt und jüdische Wurzeln, ob wahr oder nur angedichtet, waren für viele das KO Kriterium. Dennoch gab es das damals verbotene Göbbels-Wort : "Wer Jude ist, das bestimme ich."


Daß es zu all dem einer jahrelangen, mühseligen Kleinarbeit bedurfte, versteht sich am Rande. Zu sehr lebte im Film noch jener Geist, der als „Geist der Friedrichstraße" so viel Schaden angerichtet hatte und der nicht von heute auf morgen auszurotten war.

Die sogenannten „alten Filmhasen", die Routiniers jeder Schattierung, die sich immer wieder auf ihre jahrelange Praxis zu berufen pflegten, auf ihre angeblich so vertraute Kenntnis der Seele des durchschnittlichen Filmfreundes, sie versuchten zunächst ihren Einfluß nach wie vor auszuspielen und sich so dem neuen Wollen entgegenzustellen.

Daß ihre mit besorgtem Stirnrunzeln vorgebrachten Einwände und Ratschläge in Wahrheit durchaus nicht der wahren Lage entsprachen, wurde jedoch offenbar, als das deutsche Volk in seiner Gesamtheit sich entschieden zu den neuen Stoffen, zu den neuen Filmen und den neuen Männern des Films bekannte.
.

Der Siegeszug des jungen deutschen Films ....

Dieser Siegeszug des jungen deutschen Films, der sich in diesem Jahrzehnt Schritt für Schritt dem Endziele einer wirklichkeitsnahen Filmkunst zu nähern begann, machte jedoch nicht bei den Grenzen des Reiches halt.

Er eroberte sich Land um Land, um alljährlich, wenn bei den Internationalen Filmkunstschauen in Venedig die Summe des Filmschaffens aller Länder gezogen wurde, die verdienten Früchte seiner zielbewußten und unermüdlichen Arbeit zu ernten.

Auch hier erwies es sich Jahr um Jahr aufs neue, daß es gar nicht darauf ankam - so wie die Filmtechniker und Routiniers dies immer wieder behauptet hatten -, einem verwaschenen, internationalen Geschmack und Unstil zu entsprechen, sondern daß der Film die größten und stärksten Erfolge erzielte, der allgemeine menschliche Probleme in einer den nationalen Eigenarten und dem Charakter des Heimatlandes entsprechenden Weise darstellte. Daß der deutsche Film auf dem Wege zu dieser Erkenntnis wertvolle Pionierarbeit leistete, bleibt eines seiner unvergänglichen Verdienste.

Der Dokumentarfilm und der historische Film

Der großangelegte Dokumentarfilm, der menschliche Schicksale vor dem Hintergrunde der umwälzenden Ereignisse unserer Zeit schildert, wird dabei immer als vielleicht wesentlichster deutscher Beitrag zum Werden einer neuen Filmkunst genannt werden müssen.

Daneben wurden jedoch die anderen Möglichkeiten des Films nicht vergessen: der Problemfilm, der historische Film, auch der „nur" unterhaltende und entspannende Film, der in einer Zeit "allgemeiner Anspannung" besonders wichtige Aufgaben zu erfüllen hat. Daß mitten im Kriege der Farbfilm in Deutschland zu einer hohen, jeder Konkurrenz erwachsenen Qualitätsstufe geführt werden konnte, sei hier nur am Rande vermerkt.

Der Kulturfilm

Dem Kulturfilm, einer Filmform, der seit jeher die Liebe der deutschen Filmgemeinde galt, die sich aber aus mancherlei Gründen in den Jahren vor 1933 nicht voll entwickeln konnte, brachten die vergangenen zehn Jahre gleichfalls alle Möglichkeiten der Entfaltung.

Die grundlegende Umgestaltung der Programmverhältnisse, die bereits kurz nach der Machtergreifung in Angriff genommen wurde, trug wesentlich dazu bei, daß der deutsche Kulturfilm die Resonanz finden konnte, die ihm zukam.

Das sogenannte „Zweischlagerprogramm", eine sehr unerfreuliche, in Amerika beheimatete Form der Programmgestaltung, wurde endgültig abgeschafft; an seine Stelle trat ein ausgewogenes Programm, das aus einem abendfüllenden Spielfilm, der Wochenschau und dem Kulturfilm als gleichberechtigten Partnern bestand. Damit war auch auf diesem, vorher dem reinen Geschäftsinteresse ausgelieferten Gebiet die Form gefunden, die den Anforderungen der neuen Zeit entsprach.
.

Die Wochenschau

Zugleich hatte die Wochenschau, der von Jahr zu Jahr und vor allem seit Beginn des neuen (zweiten) Weltkrieges immer wichtigere und erhöhte Aufgaben zufielen, jetzt den Rahmen, dessen sie bedurfte, um sich in ihrer Wirkungsmöglichkeit diesen Aufgaben entsprechend voll zu entfalten.

Die Wochenschau - einst ein willkürliches Gemisch sensationeller und wahllos zusammengewürfelter Neuigkeiten aus aller Welt - wurde so im Verlauf dieser zehn Jahre immer mehr zu dem, was sie heute unbestritten darstellt: einer ernsten und würdigen Chronik des ehernen Geschehens dieser Zeit.

Daß gleich ihr der deutsche Film in seiner Gesamtheit sich dieser großen Zeit würdig erwiesen hat, daß er den Forderungen, die sie an ihn stellt, in steigendem Maße entspricht - das ist das Ergebnis dieses hinter uns liegenden Jahrzehnts nationalsozialistischer Filmpolitik.

Kameradschaft über alles - Aus dem Film „BESATZUNG DORA"

Leutnant Joachim Krane ist der bestbewährte Flugzeugführer einer FernaufklärungsstafTel im Westen. Mit Mut und Umsicht hat er am Steuer der Dora viele kühne und gefahrvolle Unternehmungen erfolgreich durchgeführt (Hannes Stelzer)

Leutnant Franz von Borcke gehört als Beobachter zur verdienstvollen Besatzung des Fernaufklärers Dora. Seine zielbewußte Entschlossenheit hat oft entscheidend dazu beigetragen, schwierige Aufgaben glänzend zu erfüllen (Hubert Kiuri na)

Hauptmann Gillhausen, der Staffelkapitän, verkörpert in seiner einsatzfreudigen und verantwortungsbewußten Haltung bestes deutsches Soldatentum. Den Männern seiner Staffel ist er ein guter Freund und prächtiger Kamerad (Ernst v. Klipstein)

Der Fernaufklärer Dora ist schwer angeschossen vom Feindflug zurückgekommen und ohne Fahrgestell glücklich gelandet. Auf schnellstem Wege wird die wertvolle Kameraausbeute in den Filmkassetten der Bildstelle zur sofortigen Auswertung übermittelt

Die schicksalhafte Begegnung zwischen der jungen Ärztin Marianne Güldener und dem Staffelkapitän entscheidet die zwischen Krane und von Borcke entstandene Meinungsverschiedenheit, wer von ihnen das reizende Fräulein Doktor heimführen darf (Suse Graf und Ernst von Klipstein)

„Mensch, acht Tage Urlaub in Berlin !" - Jungenhaft freut sich die Besatzung der Dora über einen unverhofften Aufenthalt in der Reichshauptstadt (Hannes Stelzer, Hubert Kiurina, Josef Dahmen, Georg Thomalla)

Mathilde, zur Zeit dienstverpflichtet in der Landwirtschaft, ist mit dem Bordfunker der Dora verlobt, flirtet aber mit dem Bordschützen, was das gute Einvernehmen der beiden Männer empfindlich stört (Charlott Daudertl

Die Berliner Straßenbahnschaffnerin Betty liebt das Solide und interessiert sich lebhaft für Mathildes Bräutigam, obwohl sie mit dem Bordschützen verlobt ist.
Als echte Evastöchter kommen die beiden Mädel, überein, die Männer zu wechseln, was zur Zufriedenheit aller geschieht (Carsta Lock}

Beim neuen Einsatz ist die vorbildliche Kameradschaft der Besatzung Dora, die gefährdet schien, wiederhergestellt und erweist sich vor dem Feind als eine verschworene Gemeinschaft (Hannes Stelzer und Hubert Kiurina)

Die holde Kunst

Aus der Vielzahl von Schicksalen, die in einer Orchestergemeinschaft beschlossen ist, hebt der Film „Philharmoniker" vier Männergestalten besonders hervor. Es ist dies der Dirigent (Theodor Loos), der die Tradition des Orchesters wahren will, Mittler höchster musikalischer Werte zu sein, durch die schlechte wirtschaftliche Lage aber (man schreibt das Jahr 1930) den Fortbestand in Frage gestellt sieht.

Und es sind dies der alte Schonath (Eugen Klopfer), dem das Musikmachen heiligste Arbeit ist, und seine beiden Söhne. Hans, der eine (Malte Jaeger), verglüht sein Leben im Dienst an der Kunst. Der andere, Alexander (Will Quadflieg), muß sein geniales Ungestüm erst läutern, bevor er seiner Berufung folgen kann. Hinter diesen vier Männern aber steht die Schicksalsgemeinschaft des Orchesters, die sich treu bewährt und unter persönlichen Opfern den Gedanken des Philharmonischen Orchesters leuchtend hochhält.

.
Diverse Bildunterschriften :

  • Die Barsängerin Heddy begleitet Alexander Schonath auf den Auslandstourneen seines Tanzorchesters. Sie hat in ihm den wertvollen Menschen erkannt, den man lieben  muß. (Kirsten Heiberg)
  • Das leidenschaftliche Werben Alexanders beunruhigt Maria, weil sie fühlt, daß sie dieser starken Männlichkeit nicht widerstehen kann - und doch einem anderen versprochen ist (Irene von Meyendorff, Will Quadflieg)
  • Der Cellist Schonath gemahnt seine Freunde an die moralische Pflicht, gerade in Krisenzeiten zusammenzuhalten und dem Philharmonischen Orchester und seiner Tradition treu zu bleiben (Eugen Klopfer)
  • Der für die ernste Kunst verloren geglaubte Sohn Alexander ist in den Kreis der Familie zurückgekehrt. Stolz und glücklich schließt der alte Schonath seine beiden „Philharmoniker" in die Arme (Will Quadflieg, Eugen Klopfer und Malte Jaeger)
  • In seinen Fieberfantasien verklärt eine gewaltige Sinfonie reinster Sphärentöne dem leidenschaftlichen Musiker den Übergang in die Unendlichkeit (Irene v. Meyendorff, Malte Jaeger)
  • Aus dem Film „PHILHARMONIKER"

.


Wie eine Gestalt aus einem modernen Märchen erscheint das Mädchen Renate, das die Stille und Geborgenheit einer kleinen Stadt aufgab, um das Leben zu suchen, wo es unerbittlich ist (H. Krahl)
Rolf Bergmann ist das Vorbild eines tüchtigen Bildberichterstatters. Beweglich und voller Einfälle ist er mit Leib und Seele seinem Beruf verhaftet (Werner Hinz)
Sechshundert Mark sind aus Berlin als Bildhonorar für Renate eingetroffen. Nun gibt es für die begabte Fotografin kein Halten mehr in Wasserburg (Hilde Krahl und Josef Eichheim)
Als eine unter vielen zieht Renate aus, um in Berlin ihr Glück zu versuchen.
Die Tänzerin Viola und der Bildberichterstatter Klaus Nolte, ein munteres Berliner Liebespaar (Viola Zareil und Karl John)

Große Liebe zu Berlin - „Großstadtmelodie"

Fotos über Fotos bedecken die Wände in dem großen Atelier der Renate Heiberg (Hilde Krahl). Sie behandeln alle dasselbe Thema: Berlin, die Großstadt, wie sie lebt und schafft. Arbeit, das wird hier groß geschrieben! Dazwischen aber taucht unvermutet hier und da ein anderes Motiv auf, ein Idyll voll warmer Menschlichkeit.

Fröhliche Menschen bewegen sich durch das Fotoatelier, betrachten kritisch die Aufnahmen, beurteilen sie fachmännisch und feiern anerkennend mit Renate den Erfolg ihrer Arbeit. Ja, sie hat sich in Berlin entscheidend durchgesetzt, diese Renate Heiberg. Es war ein langer, schwerer Weg.

Heute kommt ihr das Vergangene manchmal schon wie ein Traum vor - so viel trennt sie von dem Tag, an dem sie jung und hoffnungsvoll sich kurz entschlossen in Wasserburg am Inn auf die Bahn setzte und nach Berlin fuhr, um hier etwas zu werden, vorwärt zu kommen, Aufgaben zu erfüllen, wie sie das Großstadtleben an eine tüchtige Bildberichterstatterin stellt, die einen Namen hat.

Man hat es ihr in Berlin nicht leicht gemacht, aber Renate kehrte nicht um. Sie ging dem Ungeheuer Großstadt entschlossen zu Leibe, und als sie hinter der rauhen Schale kühler Sachlichkeit die fanatische, mitreißende Arbeitsfreude verspürte und unvermutet starkes Gefühl und sehr viel Herzlichkeit entdeckte, begann sie dieses seltsame Wesen Berlin zu verstehen und auch ein wenig zu heben.
.

Neu in der Großstadt Berlin

Allmählich wuchs Renate in die Großstadt hinein. Ungeahnte Welten taten sich ihr auf und versprachen ein Leben beglückender Erfüllung in der Arbeit. Sie mußte dafür als Frau Opfer bringen, auf manches verzichten, manches mit Schmerzen lernen.

Da sie aber Mut hatte zu diesem Dasein ohne Ruhe und Geborgenheit, fand sie zwischen Härte und Verlockung - sich selbst. Und noch etwas wuchs ihr zu, was das trostlose Alleinsein mitten zwischen Tausenden von Menschen vergessen macht und das Leben in der Weite und Anonymität einer Großstadt verschönt - sie fand treue Freunde, wie sie nicht jeder erwirbt.

Nach langem Warten und unendlichen Mühen kam schließlich der Augenblick, (wo) in welchem sie sozusagen von der Großstadt entdeckt wurde. Nun konnte sie schaffen und wieder schaffen.

Die langen Monate des Ausharrens trugen vielfältig Frucht: Die Renate, die jetzt als Bildberichterstatterin in Berlin tätig ist, ist eine andere, als jene, die in Wasserburg eine brauchbare Fotografin abgab. Sie hat sich nicht nur in ihrer Arbeit vervollkommnet, sie ist auch innerlich gewachsen, sie hat das Leben erobert - ihr Leben und zugleich Berlin. Mittendrin hält sie einmal an. Glücklich weist sie ihren Freunden, was sie erreicht hat.
.

Wie immer - der triviale Teil der Story

Sie sind alle zu diesem Fest gekommen. Nur einer fehlt; einer, der Renate bei all ihrem Streben Vorbild, Ansporn - und auch noch mehr gewesen ist: der berühmte, vielbeschäftigte Bildberichterstatter Rolf Bergmann (Werner Hinz). Und als er kommt und Renate nicht allein findet, wie er gehofft hat, spricht er in seinem Unmut verletzende Worte.

Zwei Menschen, die in ihrer ganzen Lebenshaltung füreinander bestimmt sind, trennen sich, um nur noch ihrer Arbeit zu leben. Erst bei der Trauung ihres gemeinsamen Freundes, des Bildberichterstatters Nolte (Karl John), mit der Tänzerin Viola (Viola Zarell) finden sie in Liebe und Kameradschaft wieder zueinander.

Der Spielleiter Wolfgang Liebeneiner hatte für die Aufnahmen vor dem Standesamt eine besondere Überraschung bereit. Als Noltes Berufskameraden, die seine Hochzeit im Bilde festhalten wollen, postierten sich auf der Treppe des Standesamtes zwanzig echte Bildberichterstatter, zwanzig Berliner Schriftleiter, die sich für diese Filmaufnahmen zur Verfügung stellten.

So war in diesen Szenen die Wirklichkeitsnähe vollkommen gewahrt, wie überhaupt bei jeder Kameraeinstellung dieses Films auf geheimnisvolle Weise das Ganze aus Arbeit und Freude gegenwärtig war, das den Namen „Großstadtmelodie" trägt.
bvm. (wer war BVM ?)

Was wird wo gedreht ? (Februar 1943 - Heft 5/6)

Aus deutschen Produktionsstätten und Außenaufnahmen

.

  • Anmerkung : Eine Rubrik der Selbstbeweihräucherung - wen von den Lesern des Magazins hatten diese ganzen mehr oder weniger undurchsichtigen Details mit den aufgeführten Namen wirklich interessiert ?

.

Babelsberg Ufastadt

.

  • „IMMENSEE" Ufa-Farbfilm der Harlan-Prod. Spielltg. Veit Harlan. Hauptdarst. Kristina Söderbaum, Carl Raddatz, Paul Klinger.
  • „ZWISCHEN NACHT UND MORGEN" (früherer Titel „Augen der Liebe") Ufa. Herst.-Gr. Veit Harlan. Spielltg. Alfred Braun. Hauptdarst. Käthe Gold, Rene Deltgen.
  • „GABRIELE DAMBRONE" Terra. Herst.-Gr. Hans Steinhoff. Spielltg. Hans Steinhoff. Besetzung in Nr. 3/4. Hinzugekommen Eugen Klopfer für Erich Ponto, ferner Karl Etlinger, Pepi Glödcner. Drehbuch Per Schwenzen und Hans SteinhotT nach dem gleichn. Bühnenwerk v. R. Billinger.

.

TEMPELHOF

.

  • „GELIEBTER SCHATZ" Terra. Herst.-Gr. Hans Tost. Spielltg. Paul Martin. Besetzung in Nr. 1/2 und 3/4.
  • „DIE GATTIN" Ufa. Prod.-Ltg. Eberhard Klagemann. Spielltg. Georg Jacoby. Besetzung in Nr. 3/4. Aufn.-Ltg. Heinz Kardrow. Ton Ernst Walter.

.

FROELICH-ATELIER

.

  • „FAMILIE BUCHHOLZ" Ufa. Spielltg.Carl Froelich. DarstellerHenny Porten,Gustav Fröhlich, Grethe Weiser, Paul Westermeier, Elisabeth FlickenschiIdt, HansHermann Schaufuß, Albert Hehn, Erich Fiedler, Käthe DickhotT, Marianne Simson, Hans Zesch-Ballott. Buch Jochen Kuhlmey. Kamera Robert Baberske. Bau Walter Haag.

.

JOHANNISTHAL

.

  • „PHILHARMONIKER" Tobis. Herst.-Gr. Dr'. Engelsing. Spielltg. Paul Ver- . hoeven. Besetzung in Nr. 1/2.
  • „KOLLEGE KOMMT GLEICH" Tobis. Herst.-Gr. Robert Wuellner. Spielltg. Karl Anton. Besetzung in Nr. 47/48 - 1942 und 1/2, 3/4 - 1943.

.

GRUNEWALD-ATELIER

.

  • „WIE FINDEN SIE MEINEN MANN?" Tobis. Herst.-Gr. Hermann Grund. Spiel-leitg. Kurt HotTmann. Darsteller Hans Nielsen, Heli Finkenzeller, Wolfgang Lukschy, Hans Leibelt, Elisabeth Markus, Hans Richter, Hansi Wendler, Ingrid Lutz, Eduard Wende, Ilse Fürstenberg, Ellen Bang, Charlotte Witthauer, Elsa Wagner, Christa Dilthey. Buch Willy Clever und Ellen Fechner. Kamera Fritz Arno Wagner, Walter Roßkopf. Musik Joh. Milde-Meißner. Ton Hans Grimm. Bau Willi Schiller, Hermann Liebig. Aufn.-Ltg. Erich Roehl, Gustav Danz.

.

ALTHOFF-ATELIER

.

  • „DIE BEIDEN SCHWESTERN" Berlin-Film. Herst.-Gr. franz Vogel. Spielltg. Erich Waschneck. Darst. Gisela Uhlen, Marina v. Ditmar, Erich Ponto, O. W. Fischer, Georg Alexander, Trude Marien, Elisabeth Flickenschi Idt, Albert Florath, Ida Wüst, Hans Unterkircher, Franz Schafheitlin, Erwin Bieget, Ellen Bang, Roma Bahn, Gertrude de Lalsky, Ewald Wende. Buch Karl Peter Gillmann. Kamera Oskar Schnirch und Bernhard Hellmund. Musik Werner Eisbrenner. Bau Alfred Bütow, Heinrich Beisenherz. Ton Werner Maas. Aufn.-Leltung Gustav Lorenz.

.

GEISELGASTEIG

.

  • „TONELLI" Bavaria. Spielltg. V. Tourjansky. Besetzung in Nr. 1/2. „MAN REDE MIR NICHT VON LIEBE" Bavaria. Prod.-Ltg. Fred Lyssa. Spielleitung Eridi Engel. Darst. Heidemarie Hatheyer, Mathias Wieman, Willem Holsboer, Hilde Sessak, Friedrich Domin, Viktor Afritsch, Walther Jung, Margarete Haagen, Rolf Weih, Elise Aulinger, Liesl Karlstadt, Oskar Sima. Buch Curt J. Braun. Kamera Igor Oberberg. Musik Leo Leux. Bau Hans Sohnle. Ton Emil Specht. Kostümberatung Bert Hoppmonn.

.

WIENER ATELIERS

.

  • „DIE KLUGE MARIANNE" Wien-Ftim. Besetzung in Nr. 43/44 - 1942. „REISEBEKANNTSCHAFT" Wien-Film. Besetzung in Nr. 45/46 - 1942. „AM VORABEND" Wien-Film. Herst.-Ltg. Dr. Somborn - Forst-Prod. Besetzung in Nr. 3/4. Hinzugekommen Ernst Fritz Fürbringer. Ton Gerhard Franke für Alfred Norkus.

.

PRAG-BARRANDOW

.

  • „REISE IN DIE VERGANGENHEIT" Bavaria. Spielltg. Hans H. Zerlett. Besetzung in Nr. 1/2.

.

PRAG-HOSTIVAR

.

  • „DAS SCHWARZE SCHAF" Prag-Film. Spielltg. Friedridi Zittau. Besetzung in Nr. 1/2. Hinzugekommen Helmi Mareich, Werner Pledath, Karl Platen, Ernst Günther Schiffner, Rudolf Schündler, Klaus Pohl.

.

PRAG-RADLITZ

.

  • „SCHICKSAL AM STROM" Prag-Film. Prod.-Ltg. Max Hüske. Spielltg. Heinz Paul. Darsteller Karin Hardt, Maria v. Buchlow, Ernst v. Klipstein, Josef Sieber, Richard Häußler, Lothar Firmans, Georg Vogelsang, Fritz Gerlach Gustav Püttjer, Werner Pledath, Hans Stiebner. Buch Kurt E. Walter, Heinz Paul, M. Georg Frager. Kamera J. Blaschke. Musik Harald Böhmelt. Bau J. Zark.

.

HOLLAND-ATELIERS, AMSTERDAM UND DEN HAAG

.

  • „WILDVOGEL" Berlin-Film. Herst.-Gr. O. E. Lubitz. Spielltg. Johannes Meyer. Zarul Marenbaa\ Volker v. Collande, Werner Hinz, Lina Carstens, Herbert Hubner, Roma Bahn, Josef Eichheim, Theodor Danegger, Beppo Brem Vera Complojer, Heinrich Marlow, Ernst Waldow, Hertha v. Walther. Buch Gerhard T. Buchho'iz nach der gleichn. Komödie von Ernst Innocent Vincze. Kamera Karl Hasselmann. Musik Frank Fux. Bau G. A. Knauer und A. Schwarz. Aufn.-Ltg. Heinz Abel, Georg Kroschel.

.

AUSSENAUFNAHMEN

.

  • „MUSIK IN SALZBURG" Terra. Besetzung in Nr. 37/38 - 1942. Festspielhaus Salzburg.
  • „AKROBAT SCHÖ-Ö-ON . . ." Tobis. Besetzung in Nr. 3/4. Theater des Volkes, Berlin.
  • „EIN MANN FÜR MEINE FRAU" Berlin-Film. Besetzung in Nr. 3/4. Garmisch-Partenkirchen. „DER SPIEGEL DER HELENA" Bavaria. Besetzung in Nr. 1/2. Kitzbühel.

.

FILME, DIE WIR SAHEN

.

Wen die Götter lieben ...

Wien-Film. Spielleitung: Karl Hartl. Darsteller: Hans Holt, Winnie Markus. Irene von Meyendorff. Rosa Albach-Retty, Walter Janssen, Annie Rosar, Paul Hörbiger, Rene Deltgen, Curd Jürgens, Thea Weiß, Susi Witt, Theodor Danegger, Pepi Glöckner, Richard Eybner, W. Hufnagel, Fritz Imhoff, Karl Blühm, Erich Nikowitz, Hermann Erhardt, Bruno Hübner, Alfred Neugebauer, Hans Siebert, ferner wirken mit: Die Wiener Philharmoniker, Kammersängerin Erna Berger, Dagmar Söder-quist, Karl Schmitt-Walter, Siegmund. Roth. Drehbuch: Eduard von Bor-sody nach einer Novelle von R. Billinger und Ed. Strzyg-owski. Kamera: Günther Anders. Musikal. Bearbeitung: Alois Melichar. Bau: Julius von Borsody. Ton: Alfred Norkus. Zügel, f. Jgdl. ü. 14 Jahre. Staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll, jugendwert, feiertagsfrei.

Dieser Film, dessen Drehbuch Eduard von Borsody nach einer Novelle von Billinger und Strzygowski schrieb, stellt aufs glücklichste die liebenswerte Person dieses Genies, sein Schaffen und seine warmherzige Menschlichkeit in den Mittelpunkt der Handlung.

Er zeigt uns den jungen Mozart, der bereits seinen ersten Lebensabschnitt, die Kindheit mit ihren Triumphen als Wunderkind, hinter sich hat und nun als Jüngling aufs neue auszieht, um die Welt zu erobern. Von Salzburg führt der Weg nach Mannheim.

Hier trifft er die angebetete Aloysia wieder, der er eine Anstellung an der Oper besorgt. Seine eigene Bewerbung aber als Kapellmeister wird abgelehnt. Auch Paris enttäuscht ihn, und so wendet Mozart sich nach Wien, wo er sich langsam durchzusetzen beginnt. Seine glücklichste und sorgenfreieste Zeit verlebte dieser schöpferische Geist in Prag, im Hause einer Kunstfreundin.

Nach seiner Rückkehr nach Wien senkt sich dann langsam der Todesschatten über ihn. Dieser Abschnitt wird gekrönt mit der Schaffung des Requiems und der Festaufführung der „Zauberflöte", von deren durchschlagendem Erfolg er auf dem Sterbebett erfährt. Das Ringen des Genius um Anerkennung und Erfolg und seine Triumphe blenden in das persönliche Schicksal, in den Leidensweg des Menschen Mozart ein, der allzufrüh in der Blüte seiner Jahre dahingerafft wurde.

Mit feinem Einfühlungsvermögen schuf die Spielleitung Karl Hartls einen einprägsamen Film, der die leise Melancholie im Leben dieses Künstlers und seine jungenhafte Heiterkeit zu schönem Ausdruck brachte. Hans Holt gab den Mozart voll Zartheit und Adel und tiefer Innerlichkeit.

Winnie Markus als Konstanze rührend in ihrem Kampf um die Liebe ihres Gatten und voll anmutiger Schönheit. Irene von Meyendorff lieh als Aloysia der Schwester Konstanzes schöne Züge und ein menschlich vertieftes Spiel. Eindrucksvoll, äußerst knapp in Sprache und Geste Rene Deltgen als Beethoven. Annie Rosar gab die Mutter Weber mit gerader Urwüchsigkeit. Ihre beiden anderen Töchter in Mannheim sind Thea Weiß und Susi Witt in fröhlicher, aufgeschlossener Jugendlichkeit.

Einprägsame Episodenrollen schufen Paul Hörbiger als Kammerdiener, Walter Janssen als Vater Mozart, Curd Jürgens in der Rolle Kaiser Josephs, Hans Siebert als Kurfürst, um nur einige zu nennen. Besonderen Dank gebührt Alois Melichar, der die musikalische Bearbeitung innehatte, den Wiener Philharmonikern und den Solisten Erna Berger. Dagmar Söderquist, Karl Schmitt-Walter und Siegmund Roth für ihre hervorragende musikalische Interpretation. Günther Anders schuf eindrucksvolle Bilder an der Kamera, Julius von Borsody die schönen Bauten.

Meine Frau Teresa

Tobis. Spielleitung: Arthur Maria Rabenalt. Darsteller: Elfle Mayerhofer, Hans Söhnker, Mady Rahl, Rolf Weih/Harald Paulsen, Jeanette Bethge, Otto Graf. Fritz ßöttger, H. H. Schaufuß, W. Bendow. Stoffgestaltung und Drehbuch: Willy Clever. Mitarbeit: Ellen Fechner, nach Motiven ihres gleichnamigen Buches. Kamera: Eduard Hoesch. Musik: Ernst Erich Buder. Bau: Erich Grave und Erich Schweder. Ton: Fritz Schwarz. Jugendverbot. Künstlerisch wertvoll.

Ganz aus Instinkt, mehr vom Herzen her als vom Kopf, ist diese kleine Frau Teresa klug. Sie bezaubert ihre Umwelt, weil sie schön ist und weil sie nur Gutes will und allen nur Bestes zutraut. Kein Wunder also, daß ihr Mann mehr als glücklich mit ihr wird.

Trotzdem ist diese Ehe eines Tages bedroht, als Peter, der erfolgreiche Schriftsteller Peter Dühren, vor lauter Glück kein Buch mehr schreiben kann, weil ihm keine Konflikte mehr einfallen. Schließlich schreibt er seinen ersten heiteren Roman, der zu einem ganz, ganz großen Erfolg wird und in dem er sein Glück, seine Frau Teresa und seine Freunde schildert.

Nur eben seine Frau, die kluge Teresa, ist mit diesem Buch nicht einverstanden, weil sie sich zutiefst verletzt und verraten vorkommt, hat doch ihr Mann, ihr Peter, darin all die kleinen Intimitäten verraten, die nur für ihn und sie bestimmt waren.

Aber schließlich erfährt Frau Teresa, daß dieses Buch den Lesern zum Wegweiser für eine glückliche Ehe wurde und Peter sie also nicht verriet.

Elfie Mayerhofer spielt diese Teresa mit Schönheit, Scharm und bezwingender Natürlichkeit. Ihr lieber Peter ist Hans Söhnker, klug, überlegen und von souveräner Sicherheit. Rolf Weih und Mady Rahl sind Freunde des Hauses Dühren, die nach mancherlei lustigen Irrungen zueinander finden, um gleichfalls glücklich zu werden. Harald Paulsen als Kammerdiener und bekehrter Einbrecher hat einen Sondererfolg.

Der Film, der nach dem gleichnamigen Roman von Ellen Fechner unter ihrer Mitwirkung von Willy Clever entstand, wurde unter der lockeren und flotten Spielführung von Arthur Maria Rabenalt zu einem selten glücklichen, beschwingten Zusammenspiel der Darsteller, das von einer schönen Heiterkeit und Fröhlichkeit durchpulst ist.
Hanns Poszokinsky-Suchen
.

Herz in Gefahr

Takacs-Film, Budapest. Urban-Verleih. Spielleitung: Ladislaus Kalmar. Darsteller: Maria Mezey, Paul Javor, Valeria Hidveghy, Franz Kiss. Deutsche Sprecher: Lu Säuberlich, Claus Clausen, Käte Vanden, Alfred Haase. Drehbuch: Nikolaus Asztalos. Kamera: Stephan Eiben. Musik: Scabolcs Fenyes. Bau: Martin Vincze. Hersteller der deutschen Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein. Spielleitung: Hanns Eggerth. Dialog: Hanns Eggerth und Alfred Haase. Originaltitel „Langok". In deutscher Sprache. Jugend verbot.

Ein erfahrener Theatermann, der durch die „Nacht in Siebenbürgen" bekannte Autor Nikolaus Asztalos, schrieb das Drehbuch dieses ungarischen Films. Man spürt das Bemühen, einer Fülle von Dialogen, die auf der Bühne wirksam sein mögen, das notwendige filmische Tempo zu geben. So belebte er diese Geschichte eines kleinen „Schrittes vom Wege" durch häufigen Schauplatzwechsel. Der Regisseur Ladislaus Kalmar kam dieser Absicht weitest entgegen - für unser Empfinden um einige Akzente zu stark.

Auch im Darstellerischen kam das Bestreben des Unmißverständlichen, ja Überdeutlichen zum Ausdruck, vor allem bei Franz Kiss als eifersüchtigem Gatten und Paul Javor in der Rolle des Künstlers. Glücklicher fanden sich die Frauen mit ihren Rollen ab: Maria Mezey als Gattin im Konflikt zwischen Pflicht und Leidenschaft und Valeria Hidveghy, die alles zum Guten wendende Stieftochter. Scabolcs Fenyes' temperamentvoll untermalende Musik und die Photographie Stephan Eibens wurden wirksam als Stimmungsfaktoren für diesen kontrastreichen Film eingesetzt. Wilhelm Hackbarth

- Werbung Dezent -
Zur Startseite - © 2006 / 2026 - Deutsches Fernsehmuseum Filzbaden - Copyright by Dipl.-Ing. Gert Redlich - DSGVO - Privatsphäre - Redaktions-Telefon - zum Flohmarkt
Bitte einfach nur lächeln: Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - Tag und Nacht, und kostenlos natürlich.