Jeder Film muß wie jede andere Ware beworben werden .....
Den Kinobesuchern war es ziemlich egal, was da im Hintergrund der Welt der Kinos alles ablief, welche Verleiher welche Kinobetreiber mit irgendwelchen abgenudelten Gurken erpreßten und/oder welche Verleiher die Kinos massiv unterstützten.
Wie an anderer Stelle bereits angeführt, sind neben dem Autor der Story und später dem Autor des Drehbuches auch der Produzent (die Firma) und der Verleiher (ebenfalls eine Firma) und der Regisseur ganz wichtige Institutionen.
Der Verleiher hat ein sehr großes Interesse daran, daß sich seine Kredite und Bürgschaften rechnen und ein Film einen möglichst großen Gewinn abwirft. Alleine damit konnte der nächste Film (das nächste Projekt) angegangen werden.
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Dafür gab es die Werbeunterstützung für den Kinobesitzer
Für den Erfolg eines Films bei den sogenannten Einspiel-Ergebnissen war fast überall der Kinobesitzer oder der Betreiber des oder der Kinos zuständig. Der Verleiher konnte - zusammen mit dem Produzenten - in etwa abschätzen, wann der abgeschlossene Film zusammen geschnitten und für die Kopieranstalt vorführfertig gemacht wurde und ab wann er in die Kinos kommen könnte. Vorher war noch die Erstvorstellung bzw. die Premiere terminlich und landesweit zu bewerben und zu arrangieren.
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Dann wurde mit den Kinobesitzern oder deren Organisationen festgelegt, wann der eigentliche Kinostart beginnen sollte. Diesen lokalen Kinostart sollten und mußten die lokalen Kinos bewerkstelligen und zeitnah und gut terminiert bewerben.
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Darum ein Blick auf das damalige Werbematerial
Die ganzen lokalen Zeitungen druckten ihre täglichen Seiten alle in scharzweiß auf Wegwerf-Papier und bauchten für die Bilder - und nur diese Bider waren wirklich verlockend - die sogenannten Matern. Das waren die bereits fertig in Zeitungsqualität gerasterten Bildvorlagen, die dann in der Druckerei vom Setzer in den Text des Offset- oder Tiefdrucks eingebaut wurden. Das mit dem Rastern der Bilder wäre für den lokalen Kinobesitzer (zu) teuer geworden, darum gab es die Bild-Unterstützung samt der Abmessungen. Zeitungs-Anzeigen wurden damals nach Quadratzentimetern und Positionierung berechnet. Also einen Teil des Risikos mußte der Kinobesitzer schon mittragen.
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