Unser bislang ältestes Filmwelt Magazin - die Dezember-Nummer 51 aus 1940
Die Nazis in Berlin sind auf der Siegerstraße und eilen von Sieg zu Sieg, jedenfalls noch im Dezember 1940. Der ganz normale Bürger hat zwar schon Einschränkungen in seiner Lebensqualität zu verkraften, aber die Göbbels- Propaganda wischt das - als für den reichsdeutschen Volksgenossen tragbar - vom Tísch. Denn zum Beispiel Wolldecken und Seidenstrümpfe gibt es seit 1938 nicht mehr zu kaufen.
Die deutschen und die Wiener und Prager Filmstudios sind fast schon voll aiusgelastet mit den von Josef Göbbels genehmigten Film-Themen. Die Reichsfilmkammer beherrscht so gut wie alles, das sich um den Kinofilm dreht.
Die heroische Aufarbeitung des Polen-Feldzuges beginnt
Der Polen-Feldzug gegen die bösen (dortigen) Kriegstreiber, die das Grossdeutsche Reich angegriffen haben oder angreifen wollten, endete mit einer Niederlage der polnischen Armee. Die polnischen Verluste wurden immer wieder publiziert, in mehreren Filmen sogar heroisch dargestellt. Die (ersten) deutschen Verluste von etwa 20.000 gefallenen Soldaten wurden bis Kriegsende 1945 ganz erstaunlich dicht und geheim gehalten, denn "wir" waren ja die Sieger - jedenfalls offiziell.
Die gesamten Publikationen jedweder Art (Zeitungen, Filme, Radiosendungen) wurden vom Propagandaministerium kontrolliert und jede Abweichung von der PROMI Vorgabe (Leitlinie) wurde extrem schnell abgestellt bzw. sanktioniert.
Die beiden größten Verlage Europas, der Ullstein Verlag Berlin und der Scherl Verlag Berlin waren vollständig unter nationalsozialistischer Kontrolle. Alle auch nur im geringsten Ansatz verdächtigen oder verdächtigten Mitarbeiter mit jüdischen Wurzeln waren bereits vollständig elemeniert, im für sie günstigsten Fall nur gekündigt, ansonsten mit einer kostenfreien Fahrkate nach Auschwitz verschickt - ohne Rückfahrkarte.
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Was wird wo gedreht ? (Dez. 1940 - Heft 1)
Aus deutschen Produktionsstätten und Außenaufnahmen
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- Anmerkung : Eine Rubrik der Selbstbeweihräucherung - wen von den Lesern des Magazins hatten diese ganzen mehr oder weniger undurchsichtigen Details mit den aufgeführten Namen wirklich interessiert ?
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- „Stukas" Ufa (Herst.-Gr. Prof. Karl Ritter). Spielltg. Prof. Karl Ritter. Darst. Carl Raddatz, Albert Hehn, Hannes Stelzer, Ernst v. KlipBtein, Egon Müller-Franken, Otto Eduard Hasse, Karl John, Herbert Wilk, Marina v. Ditt-mar, Else Knott, Johannes Schätz, Heinz Wemper, Lutz Götz, Beppo Brem, Josef Dahmen, Erich Stelmecke, Georg Thomalla, Fritz Wagner.
- „Friedemann Bach" Gustaf Gründgens-Prod. der Terra. Künstlerische Oberleitung Gustaf Gründgens. Spielltg. Traugott Müller. Darst. Gustaf Gründgens, Leny Marenbach, Johannes Riemann, Camilla Hörn, Eugen Klopfer, Gustav Knuth, Wolfgang Liebeneiner, Lotte Koch, Lina Lossen, Hermine Körner, Sabine Peters, Franz Schafheitim, Ernst Dernburg, Liselotte Schaak, Annemarie Steinsieck, Wolf Trutz, Boris Alekin, Franz Arzdorf.
- „Die schwedische Nachtigall" Terra (Herst.-Gr. E. G. Techow). Spielltg. Peter Paul Brauer. Darst. Ilse Werner, Larl Kudwig Diehl, Joachim Gottschalk, Elga Brink, Emil Heß, Aribert Wäscher, Hans Leibelt, Hans Hermann • Schaufuß, Marianne Simson, Volker v. Collande, Ernst Sattler, Jeanette Bethge, Kate Kühl, Erwin Hoffmann, Otto Sauter-Sarto, Angelo Ferrari, Jakob Tiedtke, Wilfried Seyferth, Charlotte Schellhorn, Franz Stein, Kunibert Gensichen, Erich Dunskus, Werner Stock, Walter Lieck, Karl Hellmer, Gisela Schlüter, Walter Bechmann, Siegfried von Geldern.
- „Unterseeboote westwärts" Ufa (Herst.-Gr. Ulrich Mohrbutter). Spielltg. Günther Rittau. Darst. Ilse Werner, Herbert Wilk, Josef Sieber, Carsta Lock, Heinz Engelmann, E. W. Borchert, Joachim Brennecke, Herbert Klatt, Karl John, Willi Rose, Hans Heßling, Clemens Hasse, Theo Shall, Jens von Hagen, Erich Stelmecke, K. F. Burkhardt.
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Tempelhof
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- „Auf Wiedersehen, Franziska" Terra (Herst.-Gr. Hans Tost). Spielltg. Helmut Käutner. Hauptdarst. Marianne Hoppe, Hans Söhnker. Bauten für Ufa-Film.
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Froelich-Studio
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- „Der Weg ins Freie" Ufa (Herst.-Gr. Froelieh-Studio). Spielltg. Rolf Hansen. Darst. Zarah Leander, Hans Stüwe, Siegfried Breuer, Eva Immermann, Hedwig Wangel, Agnes Windeck, Albert Florath, Herbert Hübner, Antonie Jaeckel Karl John, Claire Reigbert, Olaf Bach, Walther Ludwig, Leo Peukert, Julia Serda, Hilde v. Stolz, Walther Süßenguth, Viktor Janson, Kurt Meisel, Karl Etlinger, Emil Heß, Josefine Dora, Ernst Rotmund, Hugo Froelieh, Otto Sauter-Sarto, Carl Günther, Grete Greeff, Julius Brandt, Knut Hartwig, Wilhelm P. Krüger, Bruno Ziener, Sigrid Becker, Gustav Püttjer, Friedrich Honna, Vera Complojer, Louis Ralph, Julius A. Eckhoff, Hans Reinmar, Hugo Flink, Rudolf Vones, Michael v. Newlinski.
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Johannisthal
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- „Kampfgeschwader Lütsow" Hans Bertram-Film der Tobis (Herst.-Gr. Hans Bertram). Spielltg. Hans Bertram. Darst. Christian Kayßler, Heinz Welzel, Hermann Braun, Peter Voß, Erich Grieger, Adolf Fischer, Hannes Keppler, Horst Birr, Carsta Lock, Marietheres Angerpointner, Rudolf Vones, Helmut vom Hofe, Hans Bergmann, Curt Pflug, P. K. Kinne, Horst Rossius, Dr. Ernst Stimmet, H. Joachim Schölermann, Leonie Düval.
- „Jakko" Tobis (Herst.-Gr. Dr. Herbert Engelsing). Spielltg. Dr. Fritz Peter Buch. Darst. Norbert Rohringer, Eugen Klopfer, Paul Wegener, Aribert Wascher, Paul Westermeier, Fritz Hoopts, Hilde Körber, Rüdiger Trantow.
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Grunewald-Atelier und Efa-Atelier
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- „Ohm Krüger" Emil Jannings-Prod. der Tobis (Herst.-Gr. Fritz Klotzsch). Spielltg. Hans Steinhoff. Darst. Emil Jannings, Ferdinand Marian, Eduard von Winterstein, Lucie Höflich, Hüde Körber, Werner Hinz, Gisela Uhlen, Karl Martell, Otto Wernicke, Herbert Hübner, Hermine Körner, Elisabeth Flicken-schildt, Walter Werner, Friedrich Ulmer, Fritz Hoopts, Karl* Haubenreißer, H. A. Schlettow, Walther Süßenguth, Hans Hermann Schaufuß, Ernst Schröder, J. Münch-Harris, Louis Brody.
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Althoff-Atelier
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- „Wetterleuchten um Barbara" Randolf-Märkische-Panorama- Schneider Südost. Spielltg. Werner Klingler. Darst. Sybille Schmitz, Attila Hörbiger, Viktor Staal, Maria Koppenhöfer, Oskar Sima, Eduard Köck, Georg Vogelsang, Maria Stadler.
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Geiselgasteig
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- „Philine" Bavaria. Spielltg. G. W. Pabst. Darst. Käthe Dorsch, Hilde Krahl, Henny Porten, Gustav Dießl, Richard H&ußler, Friedrich Domin, Ludwig Schmitz, Bettina Hambach, Kurt Müller-Graf, Lucy Millowitsch, Karin Evans, Gerda Scholz, Walter Janssen, Arnulf Schröder, Alexander Ponto, Viktor Afritsch, Harry Langewisch, Kurt Stieier, Ulrich Haupt, Julius Frey, Margarethe Henning-Roth,
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Wien-Rosenhügel
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- „Dreimal Hochzeit" Wien-Film/Terra. Spielltg. Geza von Bolvary. Von Darstellern bisher genannt Willy Fritsch, Marte Harell, Theo Lingen, Richard Romanowsky, Theodor Danegger.
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Wien Sievering
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- „Liebe ist zollfrei" Wien-Film/Bavaria. Spielltg. E. W. Brno. Darst. Hans Moser, Susi Peter, Hans Olden, Maria Eis, Else Elster, Hans Unterkircher, Heinrich Heilinger, Erik Frey, Fritz Imhoff, Theodor Danegger, Karl Skraup, Oskar Sima, Eduard Köck, Josef Eichheim, Robert Freitag, Alfred Neugebauer.
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Außenaufnahmen
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- „Der große König" Veit Harlan-Film der Tobis. Spielltg. Veit Harlan. Darst. Otto Gebühr, Kristina Söderbaum, Gustav Fröhlich, Hans Nielsen, Hilde Körber. Herbert Hübner, Paul Wegener, Franz Schafheitlin, Otto Wernicke, Willy Witte, Claus Detlef Sierck, Jaspar v. Oertzen, Carl Günther, Hilde v. Stolz, Flockina v. Platen, Paul Henckels, Elisabeth Flickenschiidt, Kurt Meisel, Erik Radolf, Otto Henning, Reginald Pasch, Josef Peterhans, Heinrich Schroth, Otto Graf, Otz Tollen, Ernst Dernburg, Leopold v. Ledebur, Auguste Pünkösdy, Harry Hardt, Jakob Tiedtke, Hans Stiebner, Walter Werner, Hans Sternberg, Maria Krahn, Wolf Trutz, Heinrich Marlow, Bernhard Goetzke, Alexander Kökert. Bei Prag und Gelände Barrandow-Atelier.
- „...reitet für Deutschland" Ufa (Herst.-Gr. Dr. Riedel). Spielltg. Arthur Maria Rabenalt. Darst. Willy Birgel, Gertrud Eysoldt, Gerhild Weber, Herbert A. E. Böhme, Willi Rose, Hans Zesch-Ballot, Paul Dahlke, Rudolf Schündler, Walter Werner, Herbert Hübner, Walter Lieck.
- „Anschlag auf Baku" Ufa (Herst.-Gr. Hans Weidemann). Spielltg. Fritz Kirchhoff. Von Darst. bisher genannt Jutta Freybe, Willy Fritsch, Rene Deltgen Fritz Kampers, Herbert Hübner, Aribert Wäscher, Joachim Brennecke, Josef Kamper, Wilhelm König, Walter Richter, Walter Holetzko.
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Barrandow-Atelier. Prag
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- „Carl Peters" Hans Albers-Prod. der Bavaria. Spielltg. Herbert Selpini. Darst. HanB Albers, Karl Dannemann, Fritz Odemar, Herbert Hübner, Erika von Thellmann, Hans Leibelt, Ernst Fritz Fürbringer, Friedrich Ulmer, Justus Paris, Dr. Rolf Prasch, Friedrich Otto Fischer, Toni von Bukovics, Hans Mieren-dorff, Andrews Engelman, Jack Trevor, Theo Shall, Dr. Philipp Manning, Theo Thony, Andre Saint-Germain, Ali Ghito, Gertrud de Lalsky, Georg H. Schnell Reginald Pasch, Mohammed Husen.
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Host-Atelier, Prag
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- „Hauptsache glücklich" Heinz-Rühmann-Prod. der Bavaria. Spielltg. Theo Lingen, Darst. Heinz Rühmann, Hertha Feiler, Ida Wüst, Hans Leibelt, Hilde Sessak, Hilde Wagener, Fritz Odemar, Max Gülstorff, Annemarie Holts, Karl Etlinger, Hans Zesch-Ballot, Theo Shall, Hans Paetsch, E. G. Schiffner.
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Ein Leben für eine Idee
Besuch beim Bavaria-Film „Carl Peters" in Prag - von unserer Sonderberichterstatterin Ellie Tschauner
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Es war Zeichen und Schicksal aller Großen, ihrer Zeit voraus zu sein und bahnbrechend voranzueilen. Die Geschichte der Welt und ihrer Länder ist von solchen Männern geschrieben worden.
Ihr überlegener, weitschauender Blick ahnte die kommende Entwicklung voraus, und sie besaßen Mut und Kühnheit genug, um ihre Erkenntnisse auszuführen und zu behaupten. Sie waren besessen vom Glauben an ihre Mission, der ihnen die Kraft gab, sich gegen alle Widersacher zu behaupten.
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Denn jeder Vorgriff in die Zukunft bedeutet Kampf, Anfeindung, Mißtrauen, Verleumdung - geboren aus absichtlicher, böswilliger Gegnerschaft oder - schlimmer noch - aus beharrendem Unverstand und zagem Kleinmut, unfähig zu jedem gedanklichen Höhenflug.
Wie jene Pioniere in die Zukunft dachten und bauten, hat diese sie oftmals auch erst zu würdigen und zu verstehen gewußt. - Es ist das unbestrittene Verdienst solcher Männer, dem deutschen Reich erstes Ansehen und Besitzerrecht in der Welt erworben zu haben. Neben den Unternehmungsgeist wissenschaftlicher Forscher, die auszogen, um Land und Leute kennenzulernen, setzten sie den kolonialen Gedanken.
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- Anmerkung : Hier wird mit zwei Begriffen pauschal hausiert, die nirgendwo erklärt wurden. Deutschland habe ein "Besitzerrecht" in Afrika erworben. Und dann wird hier auch noch ein kolonialer Gedanke suggeriert. Deutschland habe ebenso wie der Feind England ein Recht auf afrikanische Kolonien.
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Die Entdeckung des Inneren Afrikas - ein Deutscher
Die Entdeckung des weiten Inneren Afrikas ist größtenteils das Werk deutscher Forscher. Ein Deutscher, Friedrich Hornemann, hat schon 1800 als erster die Sandwüste der Sahara in ihrer Breite durchquert, die Deutschen Heinrich Barth, Gerhard Rohlfs, Nachtigal und Schweinfurth gehören zu den bekanntesten Forschern des „Schwarzen Erdteils", denen sich als echte Kolonialpioniere Herrmann von Wissmann, Lüderitz, Paul von Lettow-Vorbeck und Carl Peters zugesellen. Wenn deutscher Geist und deutsches Blut sich um einen fremden Erdteil mühten, so ist dies in Afrika geschehen!
Wie Adolf Lüderitz der Begründer Westafrikas, so ist Dr. Carl Peters der eigentliche Begründer Deutsch-Ostafrikas geworden. Aber seine Zeit war nicht reif, ihn zu verstehen. So erfüllte sich an seinem Leben in der krassesten Form jenes Schicksal, das den Großen beschieden ist .....
Er war ein Feuerkopf, dieser Carl Peters, ein Draufgänger und Tatenmensch, der weder Gefahr noch Widerstände scheute. Eine echte Wikingernatur, als die ihn auch sein helles Haar, seine blauen, durchdringenden Augen und sein Wuchs kennzeichneten.
- Anmerkung : Hier wird indirekt auf die Beschreibung der arischen Rasse der Herrenmenschen reflektiert, zu der ja blonde Haare und blaue Augen gehörten. Weitere Eigenschaften wie Turner und Sportler werden weiter unten angefügt.
In einem Pastorenhaus in Neuhaus an der Elbe geboren, war auch er für den Gelehrtenberuf bestimmt. Aber „Pasters Kahl", wie seine Kameraden in ihrem breiten Platt sagten, war alles andere als ein Stubenhocker. Ein vorbildlicher Turner und Sportler, zog er darüber hinaus auf die benachbarten Dörfer, um mit Jungens, die größer und kräftiger waren als er, Streit zu suchen und zu raufen. Er betrieb dieses Körpertraining mit solcher Leidenschaft und Hingabe, daß seine Mutter Qualen um ihn litt. -
Beschrieben wird ein begeisterter Patriot
Dabei ist er jedoch ein ausgezeichneter Schüler. Die Eindrücke des Krieges von 1870/71 (Anmerkung : den die Preußen gegen Frankreich gewonnen hatten) machen aus dem dreizehnjährigen Gymnasiasten einen begeisterten Patrioten. Er faßt den inbrünstigen Entschluß, sich seines großen Vaterlandes würdig zu erweisen, „wenn nötig, dafür unterzugehen". In welcher Bitternis er diese Lebensdevise einmal durchkosten sollte, ahnte er damals allerdings noch nicht ...
Der Vater stirbt zeitig. Er läßt den Sohn zwar auf einer feudalen Schule, aber ohne Geldmittel zurück. Der Junge darbt, gibt Nachhilfestunden morgens vor dem Unterricht, damit die Mitschüler nichts merken, schreibt sechzehnjährig Zeitungsromane, schlägt sich durch die Schulzeit und die Studentenjahre, immer von der Not verfolgt und vom Ehrgeiz besessen.
Da scheint das Blatt sich plötzlich zu wenden. Ein reicher Onkel in London nimmt ihn bei sich auf. Der junge Deutsche macht an der Themse zum erstenmal auf sich aufmerksam, ab er den Versuch unternimmt, den Kanal zu durchschwimmen. Seine sportlichen Leistungen erregen Aufsehen. Er war hergekommen, um sich der Philosophie zu verschreiben. Bald aber ändert sich sein Ziel. Es wird ausschließlich auf koloniale Dinge gerichtet, wie sie schon den Schulbuben in ihren ersten Anfängen zu bannen wußten. Er eignet sich gründliche Kenntnisse der britischen Kolonialpolitik und der englischen Mentalität an.
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Wie der Engländer behandelt werden muß .......
Hier, in diesen Londoner Jahren, lernt er aus eigener Anschauung, wie der Engländer behandelt werden muß: mit rücksichtsloser Selbstbehauptung, nicht mit falscher Bescheidenheit. Denn Skrupellosigkeit und Brutalität ist Englands eigene Sprache.
- Anmerkung : Im Jahr 1940 war das reine zweckoptimierte Demagogie - England und Frankreich hatten 1939 nach Hitlers Einfall in Polen dem Agressor Großdeutschland den Krieg erklärt.
Als man in London - schnell - den aufgeschlossenen zielstrebigen Geist des jungen Deutschen erkennt, würde man ihn gar zu gerne für sich behalten. Der Onkel setzt dem Neffen ein reiches Legat aus, wenn er sich als Engländer naturalisieren lasse. Ein Leben im Wohlstand winkt. Statt einer Antwort verläßt Peters England und kehrt nach Deutschland zurück, für das allein er sich aus innerster Überzeugung entscheidet. Dieser klare Entscheid sollte sein ferneres Leben zu einem Leidensweg stempeln.
Denn nun wurde England sein erbitterter Feind. Habgierig und von den anderen furchtsam geduldet, weil die Politik sich nicht gegen das mächtige Britannien aufzulehnen wagte, ergriff England von Kolonialländern eigenmächtig Besitz. Es war genau so willkürlich entschlossen, jeden Versuch zu ähnlichem Vorgehen von deutscher Seite aus im Keim zu ersticken.
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Peters will eine deutsche Kolonie gründen
Das Reich wagte keinen solchen Versuch! Es wagte nicht einmal, Dr. Carl Peters und seine beiden Freunde Dr. Karl Jühlke und den Grafen Pfeil unter seinen Schutz zu stellen, als diese aus eigenen Mitteln eine Expedition zusammenstellten und nach Afrika aufbrachen. Der deutsche Konsul in Sansibar eröffnete dem „p. p. Peters", daß er auf keinerlei Unterstützung des Reiches zu rechnen habe, daß er, mit anderen Worten, vogelfrei sei.
Peters schreckt nicht zurück. Nichts erschüttert seinen Glauben an seine Aufgabe und die Begeisterung für sein Deutschtum. Er will eine deutsche Kolonie gründen, er weiß, daß jedes Warten den Engländern einen Vorschub bedeutet.
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Die Abenteuer-Story im Film geht jetzt weiter
Fieberhaft fahndet der Secret Service nach den Plänen und Zielen der deutschen Expedition. Kein Mittel wird unversucht gelassen, die Deutschen aufzureiben und zu vernichten. Eingeborene werden aufgewiegelt, Frachten beschlagnahmt, Anschläge auf das Leben der drei mutigen Männer verübt. Keiner von ihnen bringt eine koloniale Erfahrung mit, sie sind notdürftigst ausgerüstet und schlagen sich durch Urwald und Steppe, Peters wird von schwerer Malaria befallen und schwebt in Todesgefahr.
Alles scheint sich gegen die drei Deutschen zu verbünden. Und doch erkämpfen sie mit eiserner Zähigkeit und Verbissenheit den Erfolg: mit so vielen Häuptlingen Schutzverträge abzuschließen, daß sie dem Deutschen Reich eine Kolonie erwerben, die das Mutterland um vieles an Ausdehnung übertrifft! Eine fast unwahrscheinliche Leistung! -
Mit den Verträgen kehren die Drei nach Berlin zurück. Und hier winkt ihnen eine Entschädigung, die ihrer Bestrebung für alle Zeit eine Wendung zu geben scheint: durch Vermittlung eines Gönners erreicht Peters eine Audienz beim Kaiser und bei dem Kanzler Bismarck. Sie sagen ihm und seiner Erwerbung den künftigen Schutz des Reiches zu. Peters triumphiert über seinen ärgsten Widersacher, den jüdischen Führer im Reichskolonialamt, Dr. Kayser. Neue Aufgaben winken! -
- Anmerkung : Ein der Zeit geschuldeter erster Seitenhieb auf den jüdischen Politiker - weitere kommen weiter unten
Glücklich und stolz geht er nach Afrika zurück, um die erworbenen Landstriche zu erweitern und zu festigen. Das Glück scheint ihn zu begleiten. Denn er ahnt nicht, daß hinter seinem Rücken durch englisches Intrigenspiel alle Erfolge nutzlos gemacht werden - das Reich hat sie an England abgetreten.
Aber nicht genug des Schreckens. Der Kaiser stirbt. Bismarck tritt zurück. Der Schutzbrief verliert seinen Sinn. Jüdischer Einfluß untergräbt Ansehen und Stellung des afrikanischen Kolonialpioniers vollkommen. Verschmäht, geächtet, verleumdet kehrt er in das Land zurück, das ihm so vieles zu verdanken hätte.
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Feuerkopf und Draufgänger Peters ist ein Deutscher
Erbittert reist er nach England. Und wieder wirft man dort Netze nach ihm aus. Lockt ihn mit Würden und Titel, will ihn zum Gouverneur einer afrikanischen Kolonie machen, wenn er sich zu England bekennt. Aber so durch und durch ist dieser Feuerkopf und Draufgänger Peters ein Deutscher, daß er selbst jetzt die Heimat nicht einen Zoll zu verraten gewillt ist. Er nimmt den Weg der Mißachtung auf sich. Und es ist für das Maß von Verkennung und Bitterkeit nur ein karger Trost, daß jenes parteienzerrissene Deutschland ihn schließlich doch noch, wenn auch nur in gewissen Grenzen, anerkannte.
Die wahre Bedeutung Carl Peters als vorbildlicher Deutscher und kühnster Kolonialpionier hat erst eine spätere Zeit erkannt. Das Deutschland Adolf Hitlers bringt dem Toten jene Ehre entgegen, die dem Lebenden versagt blieb. Es weiß die Verdienste seines großen Sohnes zu würdigen. Und in den Rahmen dieser Wiederherstellung seines Ansehens und des nationalen Bekenntnisses zu ihm gehört auch der Film „Carl Peters", der von der Bavaria gedreht wird.
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Hans Albers hat die Rolle übernommen
Hans Albers hat die entscheidende Rolle des Titelhelden übernommen und erfüllt sie „mit Blut von seinem Blut". Die Temperamentsgleichheit, das ungebärdige und furchtlose Naturell dieser beiden Männer verschmilzt so sehr zu einer überzeugenden Einheit, daß der Darsteller der Figur des Dargestellten völlig zu entsprechen vermag. (Und es spielt dabei keine Rolle, daß man sich nicht sklavisch genau an die Ähnlichkeit mit dem äußeren Menschen Peters hielt. Der Wesenskern, die Erinnerung an die Leistung überzeugen uns viel stärker.)
Rund um Albers ist eine Gruppe unserer besten Schauspieler unter der Spielleitung von Herbert Selpin aufgeboten, dem zugleich Massenszenen von verblüffender Echtheit gelangen. Die Außenaufnahmen in München und Prag fanden unter der künstlerischen Oberleitung des Architekten Maurischat statt.
Nicht nur Afrika, sondern auch ein Stück des alten London und Berlin wird in diesem Film lebendig, der mit seinem nationalen Ethos die Spannung und wirklichkeitsgetreue Buntheit eines packenden Abenteuerstoffes verbindet.
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Die ganze Filmgeschichte stimmte überhaupt nicht
Nichts in dem Film war wirklichkeitsgetreu. - Carl Peters (1856-1918) war ein deutscher Kolonialist und Rassist. Er bekam 1896 den Schimpfnamen "Hänge-Peters" wegen seiner brutalen Behandlung der einheimischen Bevölkerung in Afrika. - Von Kerstin Hilt
Lesen Sie auch : https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Peters
1884 hatte sich Carl Peters aus Deutschland eigenmächtig nach Afrika aufgemacht, um sich dort in fragwürdigen Verhandlungen Ländereien in der Nähe des Kilimandscharo anzueignen.
Wenig später machte Reichskanzler Otto von Bismarck diese Gebiete, die inzwischen "Deutsch-Ostafrika" genannt wurden, zu sogenannten deutschen "Schutzgebieten". Bismarck berief Peters zu ihrem Reichskommissar – eine Position, die der brutale Machtmensch gewissenlos ausnutzte.
Zum Politikum geriet schließlich die Affäre um sein schwarzes Dienstmädchen Jagodia, der er wohl auch sexuelle Gewalt antat. Als sie sich Peters' Diener zuwandte, ließ er ihre Heimatdörfer zerstören und beide erhängen – deshalb "Hänge-Peters".
Die einheimische Bevölkerung reagierte mit einem Aufstand. 1892 wurde Peters aus Deutsch-Ostafrika abberufen. 1896 schließlich griff der Politiker August Bebel von der SPD die Vorgänge in einer berühmt gewordenen Rede vor dem Reichstag wieder auf. (August Bebel, Politiker (Todestag 13.08.1913))
Bebel wählte dabei eine geschickte Strategie: Er zitierte genüsslich aus Peters eigenen Heldenschilderungen, in denen er einige seiner Entgleisungen minutiös ausgemalt hatte. Deren brisante Mischung aus Gewalt, Erotik und kolonialen Machtphantasien machte "Hänge-Peters" zum Stadtgespräch – und stellte damit letztlich den Kolonialismus insgesamt in Frage.
"Wenn Ihre Kolonialpolitik solche Folgen [hat]", sagte Bebel damals im Reichstag zur Regierung, "dann haben Sie alle Ursachen, so rasch als möglich dem ganzen Afrika den Rücken zu kehren und Ihre Zivilisations- und Kulturarbeit hier in Deutschland zu vollenden." - Das geschah zwar nicht,
Aber immerhin wurde Peters ein Jahr später unehrenhaft aus dem Reichsdienst entlassen. Adolf Hitler hob dieses Urteil allerdings 1937 wieder auf. Denn während des Nationalsozialismus wurde Peters als Vorbild des deutschen "Herrenmenschen" gefeiert – unter anderem in einem Kinofilm mit Hans Albers.
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Mutter - Kampf um ein Herz
Deutsch-italienischer Gemeinschaftsfilm
Von unserem römischen Korrespondenten Dr. Wolter Pabst
Über die Campagna vor den Toren Roms fährt ein Ozeandampfer. Er fährt zwar nicht wirklich, aber er scheint auf den sanften Bodenwellen vor dem Panorama der Albaner Berge fröhlich dahinzutreiben, und das Leben auf dem Sportdeck ist geradezu faszinierend.
- Amerkung : Eine Kulisse nachgebaut in den Berliner Filmstudios
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Eine bezaubernde junge Frau entsteigt dem Wasserbecken und hüllt sich in ihren Bademantel mit der gleichen Gebärde, wie sie es täte, wenn der Dampfer wirklich in sommerlicher Sonnenglut die Wogen des Atlantik pflügte. Insgeheim schaudert sie ein wenig, denn auch die südliche Sonne Roms ist im November nicht mehr so zärtlich, wie es die Badenixe verdient hätte, und ein unfreundlicher Wind bläst über die feuchten Niederungen ......
Der Ozeandampfer, der da wirklich oder nur im Traum den Bergen von Tivoli entgegensteuert, trägt die Last eines Menschenschicksals, das vorläufig noch leicht und spielerisch über Gefahren hinwegschreitet, das aber da droben am Rand des ernsten Appenin bald in den Schatten des Tragischen geraten wird, in die ewige Auseinandersetzung zwischen der alten und der neuen Generation, zwischen einer alten und einer neuen Welt.
Den Ozeandampfer - dieser Teil kann auf dem Lande gedreht werden, während andere Szenen selbstverständlich auf einem Ozeandampfer aufgenommen werden - haben die Architekten von Cinecitta, der Filmstadt Mussolinis, gebaut, und er fährt natürlich nicht, sondern steht wie ein verrücktes Wochenendhaus zwischen den Ateliers.
Die Story der beiden Frauen
Die Badenixe, die so mutig in den Novembermorgen hinaussteigt, ist Carola Höhn, die hier in der Rolle einer fröhlichen jungen Amerikanerin dem ernsten Schicksal im traditionsgebundenen Hause einer strengen italienischen Schwiegermutter entgegen fährt. Der junge Freund, der sie auf dem Dampfer umschwärmt, während ihr Ehemann, Benjamino Gigli, vor den Passagieren der dritten Klasse ein Konzert gibt, ist Friedrich Benfer. Und die Mutter, die droben in den Bergen mit bangen Vorahnungen auf die Ankunft des Sohnes und der ihr noch unbekannten Schwiegertochter wartet, ist Emma Gramatica.
Die beiden Frauen werden sich nicht verstehen, und der junge Bekannte vom Dampfer wird die seelische Not der Amerikanerin im entscheidenden Augenblick beinahe für ein oberflächliches Spiel mißbrauchen. Die Not wird sich steigern bis zu dem Augenblick, wo der Ehemann (Benjamino Gigli) in der Königlichen Oper in Rom den Othello singen und gleichzeitig den Verlust seiner geliebten Frau befürchten muß, und bis zum Tode der Mutter, die den Aufregungen und dem inneren Konflikt erliegt.
Das deutsch-italienische Film-Team
Die Arbeit an diesem deutsch-italienischen Gemeinschaftsfilm hat wieder einmal eine Anzahl deutscher und italienischer Künstler in Cinecitta zusammengeführt. Sie verstehen sich ausgezeichnet, obgleich nicht jeder die Sprache des andern beherrscht. Sie sind bereits alle gute Freunde geworden, und wen man auch fragt, ob Italiener, ob Deutsche, jeder ist des Lobes für den andern voll.
Emma Gramatica, Italiens größte lebende Tragödin, die als geistige Erbin der Duse verehrt und geschätzt wird, ist begeistert von Carola Höhn, deren Eigenart und Wesen sie als einen großen Gewinn für den italienischen Film bezeichnet. Sie zollt der Gewandtheit Friedrich Benfers und seiner Gabe, ebenso gut italienisch wie deutsch zu sprechen, hohe Anerkennung.
Emma Gramatica, die in Deutschland nicht nur durch den Film, sondern auch als Darstellerin auf der Bühne aus ihrem Gastspiel mit Violas Stück „Jene Frau" (Berlin, Schiffbauerdamm, 1938) persönlich bekannt ist und voraussichtlich Anfang nächsten Jahres zusammen mit einer der größten deutschen Darstellerinnen in dem italienischen Stück „Der Spaziergang mit dem Teufel" von Cantini eine Tournee durch Deutschland unternehmen wird, erregt vor allem durch ihre unermüdliche Arbeitskraft und stets gleichbleibende Liebenswürdigkeit bei der oft zehnstündigen Dreharbeit in Cinecitta die Bewunderung ihrer deutschen Kollegen.
Der Schauspieler Gigli
Gigli erfreut sich, wie beim Publikum, so auch bei italienischen und deutschen Künstlern der größten Beliebtheit. Nach allgemeinem Urteil ist es ein Vergnügen, mit Gigli zusammenzuarbeiten. Er ist immer heiter und witzig, durch seinen Humor hilft er über viele Schwierigkeiten hinweg. Charakteristisch ist folgende Episode, die sich während der Außenaufnahmen zum Film „Mutter" in der Villa Poli bei Tivoli zutrug. Die Arbeit wurde durch ein plötzlich hereinbrechendes Unwetter unterbrochen.
Schauspieler, Operateure, Regie, Tonmeister, Komparserie und Arbeiter suchten Zuflucht in der Villa, die mit ihrem Park von dem Fürsten Torlonia für die Dreharbeit zur Verfügung gestellt worden war. Die Langeweile, die in solchen Fällen Platz zu greifen pflegt, kam nicht auf, denn Gigli begann unaufgefordert zu singen.
Er gab ein ganzes Konzert, das nicht nur die Leute vom Film, sondern auch die Familie des Fürsten Torlonia in seinen Bann schlug, die leise aus ihren Zimmern herunterkamen und mitlauschten. Anschließend gaben die Torlonias sämtlichen Zuhörern dieses improvisierten Konzerts ein Frühstück in ihrem Schloß. Gigü hatte sozusagen einen Film im Film inszeniert.
„Mutter" (der italienische Titel ist „Mamma") ist ein Film der Siegel Monopol. Die Gesamtleitung liegt in den Händen eines bewährten Pioniers deutsch-italienischer Zusammenarbeit, des Generaldirektors der Itala (Rom), Dr. Alberto Giacalone. Das Manuskript schrieben Guido Cantini und Dr. Klaren. Regie führt Guido Brignone. Produktionsleiter ist Giuseppe Fatigati. Die Schlager stammen von Bixio. Den deutschen Dialog bearbeitete Elly Finkelburg. Auch für die deutschen Filmfreunde wird „Mutter" eine Überraschung sein, zumal Carola Höhn hier zum erstenmal in einer Rolle auftritt, die aus dem komisch Heiteren bewußt ins Ernste und Tragische führt.
Fröhliche Weihnachten
Die Vorfreude ist nun einmal die schönste Freude.
Als Kinder bekamen wir zum Beginn des Weihnachtsmonats immer kleine Knusperhäuschen mit 24 bunten Fensterchen. Jeden Tag wurde eins aufgestoßen, und wenn das letzte geöffnet war - dann war der ersehnte Tag da. Aber mit unseren Geschenken waren wir dann meistens noch gar nicht soweit, die Schnitzerei für Vati war noch lange nicht fertig, und die Handarbeit für Mama mußten wir mit den Nadeln auf den Gabentisch legen. Seitdem haben wir uns Jahr um Jahr gebessert, und diesmal muß es klappen.
Ist es nicht das Schönste, was es gibt, diese Vorfreude der heimlichen Vorbereitungen und ausgetüftelten Überraschungen? Zuerst haben wir alle in diesem Jahr natürlich an die Feldpostpäckchen gedacht. Viele kleine Dinge gibt's, die wir mit Liebe und guten Wünschen darin verpacken werden, und obenauf kommen Honigkuchen - selbstgebacken, wenn möglich - und zuckriges Naschwerk.
Käte Haack und Hannelore Schroth, Mama und Fräulein Tochter trafen wir gerade beim eifrigen „Knusperchen"-Backen, denn wir wollten einmal sehen, wie unsere Filmschaffenden Weihnachten vorbereiten. Diesmal nicht vor Lampenfieber, sondern mit vor Eifer und Ofenröhrenwärme heißen Wangen probierte Hannelore gerade die zuckrige Glasur, und da proben in diesem Falle loben hieß, haben wir das Rezept für die Knusperchen und auch für den leckeren Weihnachtsstollen, den Mama Käte mit Meisterschaft zu backen versteht, gleich mitgebracht:
Knusperchen: 40g Fett, 150g Zucker, 300g Mehl, 5 Eßlöffel Milch, 3 gestrichene Teelöffel Backpulver, Vanillezucker, Rumaroma.
Weihnachtsstollen: 500g Mehl, 100g Zucker, 100g Fett, 40g Hefe, 1/8 Liter Milch, 1 abgeriebene Zitronenschale, 1-2 Eier oder Milei. Füllung: 125 g geriebene oder gehackte Nußkerne, 100g Zucker, 125g gewiegte Rosinen, l Eßlöffel Fett, 2 Eßlöffel Wasser. Glasur: 125g Puderzucker, 2 Eßlöffel Wasser.
- Anmerkung : Auch hier wird eine Illusion beschrieben, denn 1940 waren Gewürze bereits extrem teuer oder unerschwinglich. Und echte Butter war fast gar nicht zu kaufen, darum wurde diese Zutat auch als "Fett" benannt.
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Hauptsache glücklich
"Mein Gott, Mann, halten Sie doch endlich Ihre Klappe mehr ins Licht" ! rief mit Spuren aufsteigender Verzweiflung der Regisseur. (Anmerkung : es hätte eigentlich "Spielleiter" anstelle Regisseur geschrieben werden müssen.) - Dem Laien schien diese Forderung belustigend - erbaulich und kaum verständlich. Denn das Atelier mit seinem Aufbau einer generaldirektorlich- prunkvollen Wohnung schwamm eigentlich ganz und gar im Licht: im Gleißen der Jupiterlampen und im Strahlen der vielen Beleuchtungskörper in den Räumen, der Wandarme, Stehlampen und des riesigen Kronleuchters über der festlichlangen Tafel im Speisezimmer.
Der Mann jedoch tat nunmehr, wie ihm geheißen, sprang vor, reckte seine Klappe - d. h. natürlich nicht seine eigene, sondern eine schwarze Tafel - hoch ins Licht und schlug ihre Ränder so hart zusammen, daß die funkelnden Prismen des Kronleuchters leise erzitterten.
Es sah aus, als schüttele er mit einiger Verwunderung leise sein Haupt, über die Dinge, die da um ihn her vor sich gingen.
Beim Film wichtig - die Klappe
Denn beim Schlagen der Klappe ereignete sich noch etwas anderes: im Hintergrund erhob sich fast plötzlich anwachsendes Stimmengewirr und wie magnetisch angezogen füllte sich gleich darauf die Unbelebtheit des Aufbaus mit fröhlichen Menschen: schönen Damen und Herren im Frack. Und fast als letzte kamen die beiden: Herr Axel Roth und Frau Uschi, wobei ihnen - vorläufig - noch in keiner Weise anzumerken war, daß sie gar nicht in jenen Kreis gehörten, der sich jetzt um die harrende Tafel gruppierte. Daß sie sich nur mit List und Tücke ihren Eingang erschlichen hatten, weil eine andere Möglichkeit nirgends zu sichten war. -
D. h. und um der Wahrheit die Ehre zu geben: er hatte keine Ahnung von dem echten Zusammenhang der Dinge, und nur rein körperliches Unbehagen bewog ihn zu heimlich-verbissenen Anstrengungen, seinen ausgeliehenen, zu knappen Frack in äußerer Harmonie zu halten. Er freute sich über die völlig unverhoffte Ehrung.
Nur in ihr - im ebenfalls geborgten Abendkleid - brandete eine Sturzflut der Gefühle, Furcht, Hoffnung, Mut, Trotz und Zaghaftigkeit. Sie hatte das Gefühl, während sie von einem Zimmer in das andere schritt, über die Schwelle in eine neues Leben zu gehen, das Raum für die Verwirklichung von rosaroten Wunschträumen hätte ...
In der Vergangenheit dagegen war nur ein sparsam ausgewogenes Dasein im kleinen Rahmen, war die Überbescheidenheit Axels, dem es genügte, ein winziges Rädchen in der gewaltigen Maschinerie des Arndtschen Automobilkonzerns zu sein; war die Mama, die ergebenaufreizend kopfnickte:
„Ja, hättste man-------Aber nu is es zu spät ...!"
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Frau Uschi
Ihr mangelndes Zukunftsvertrauen stachelte Frau Uschi ebenso machtvoll an, wie die Ansicht ihres Mannes, daß auch die „Rädchen" unentbehrlich seien im Betriebe des Ganzen und nicht der mindeste Anlaß, ihrer Existenz nicht die Treue zu halten. Sie hatte selbst mit kühnem Entschluß in die Speichen des Schicksals gegriffen. Und weil die Götter die Mutigen lieben, schritt sie jetzt dem Glücke zu, über die Schwelle in ein verändertes Leben hinein ...
So dachte sie. Unwissend, daß ihr eine letzte gnädige Schicksalslaune gerade noch das Vergnügen ließ, sich noch einmal an der festlich-gastlichen Tafel zu stärken, ehe die Brandung der Ereignisse über sie herfiel. Das Leben änderte sich schlagartig, ja. Aber, Himmel, wie!
Axel betrank sich, das geliehene Schmuckstück war plötzlich verschwunden, der Juwelier stellte eine Riesenrechnung auf, Krach, Tränen, Vorwürfe, Uschi reißt aus, nachdem bereits zur Verbilligung des Lebensunterhaltes eine Untermieterin in die kleine Wohnung zog, und die Untermieterin ist eine Schlange.
„Hättste man . ? .", sagt die Mama. „Aber nu is es zu spät..."
Und so wird Uschi hilflos durch den Strudel gerissen, bis ihr zu guter Letzt die Einsicht dämmert, die eine uralte Weltenweisheit ist: „Hauptsache glücklich!"
Daß dies bei aller Turbulenz nicht auf tragische, sondern heiter-beschwingte und schließlich versöhnliche Art geschieht, dafür bürgt der Name des Drehbuchautors Jochen Huth (nach einer Idee von Rudo Ritter und Walter Forster), der Name des Spielleiters Theo Lingen - der bewußt der Linie seiner heiteren Filme treu bleibt, auch wenn hier weniger der Ulk als die Menschlichkeit des Geschehens betont werden soll.
Und dafür bürgt der Darsteller des Axels: Heinz Rühmann, als Gatte Uschis, gespielt von Hertha Feiler. Die „Hättste man" - Mama ist Ida Wüst, Hans Leibelt der Autogewaltige und Gastgeber an der Tafel. Ihnen gesellt sich noch eine ganze Reihe bekannter Darsteller zu - Hilde Sessak als die „Schlange", Fritz Odemar, Max Gülstorff u. a., um zusammen in dem neuen Bavaria-Film das vergnügte Spiel zu schaffen, dessen Titel sicher bald als geflügeltes Wort in aller Munde sein wird: „Hauptsache glücklich!"
Filme zum Jahresende (1940)
Premieren um die Weihnachtszeit
- Anmerkung : Wir sind am Jahresende 1940, als sich die Siegesserie der deutschen Wehrmacht dem Ende zu neigte. Und über 1 Jahr Krieg zeigte seine Spuren in der Bevölkerung. Bislang zeigten diese Propagandafilme die schöne heile Welt. Die göbbelschen Durchhaltefilme kamen erst 2 Jahre später ab 1943.
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Im allgemeinen soll man Weihnachtsgeschenke nicht vorher verraten. Andererseits aber heißt es auch an einer anderen Stelle dieses Heftes, daß Vorfreude die schönste Art der Freude sei. Darum wollen wir auf diesen Seiten die deutschen Filmpremieren der zweiten Kriegsweihnacht kurz überblicken:
Gerade dadurch zeichnet sich ja die Freude an Kunstwerken vor anderen Genüssen des Lebens aus, daß sie in Wirklichkeit meist noch schöner sind, als wir uns vorher in der Phantasie vorstellen konnten.
Darum ist's wohl auch verzeihlich, wenn wir verraten, was uns das deutsche Filmschaffen an Weihnachtsgeschenken in den letzten Wochen des alten und im Anfang des neuen Jahres 1941 teils in der Reichshauptstadt, teils im Reiche bescheren wird.
Berlin wird sich zunächst über den - zuerst in Straßburg und Stuttgart gezeigten -„Schiller"-Film freuen dürfen, um so mehr, als die Hauptdarsteller, voran Heinrich George und Horst Caspar, ja gleichzeitig in Berliner Theateraufführungen stehen. - Mit Spannung darf man auch den Film „Blutsbrüderschaft" erwarten, in dem unter Philipp Lothar Mayrings Spielleitung Anneliese Uhlig, Hans Söhnker und Ernst v. Klipstein die Hauptrollen verkörpern.
Unsere Leser wissen, daß in diesem Film von dem schweren Weg zweier deutscher Offiziere durch die Zeit nach dem (ersten) Weltkriege der Versuch gemacht wird, zwanzig Jahre deutscher Geschichte in anderthalb Stunden Spielfilmdauer zur Kunsteinheit zusammenzufassen. - „Herzensfreud - Herzensleid", ein anderer Film, den wir um die Jahreswende sehen werden, läßt Magda Schneider als eine Tochter des Wiener Weinbauern Paul Hörbiger den Reederssohn aus Bremen, Paul Klinger, heimlich heiraten, und die Verwirrungen in diesem von Hubert Marischka betreuten Film nehmen erst spät ein glückliches Ende. -
Im Januar kommt „Unser kleiner Junge" zum Vorschein: ein Terra-Film von Klein-Oles vielen Vätern, die am Schlusse, als der „Richtige" Hermann Speelmans - wieder auftaucht, bei der glücklich- unglücklichen Mutter - Hilde Jansen - doch wieder abgemeldet sind.
Wien erlebt Weihnachten mit dem „Lieben Augustin": Paul Hörbiger spielt den genialen, tapferen Volkssänger, dem die „Bettkatz" des Habsburger Kaisers eine Giftpastete schickt ..... und der schließlich, eine Verkörperung des unverlöschlichen Lebenswillens der Wienerstadt, munter aus dem Massengrab klettert.
In München und Berlin sieht man die wildbewegten Liebesabenteuer dreier Seeleute - Gustav Fröhlichs, Heini Handschumachers und Joe Stoeckels in dem Film „Herz geht vor Anker" mit schmunzelnder Kennerschaft. Und andere Städte im Reich erleben die Nöte des jungen Schriftstellers, der vor sieben Jahren einen Spiegel zerbrochen hat und sich nicht traut, einen Heiratsantrag zu machen: „Sieben Jahre Pech" mit Theo Lingen, Hans Moser und Wolf Albach-Retty.
Bleiben noch zu erwähnen Filme, die unseren Lesern schon hinreichend bekannt sind und die nun auch bald zum erstenmal vor Zuschauern erscheinen: „Unser Fräulein Doktor" mit Jenny Jugo, der große Willy-Forst-Film „Operette", „Das Wunschkonzert", „Der Kieinstadtpoet", „Der Herr im Haus", „Im Schatten des Berges" - genug „Lichtblicke", um die Vorfreude über Weihnachten hinaus ins neue Jahr hineinzutragen.
Der Drehbuchautor WOLF NEUMEISTER - (eine Laudatio)
Wolf Neumeister hat nun ein Vierteljahrhundert Filme geschrieben. Er ist der Verfasser oder Mitverfasser von Erfolgsfilmen wie dem „Streit um den Knaben Jo", „Fuchs von Glenarvon", „Frauen für Golden Hill", „D III88" und „Kampfgeschwader Lützow" - um nur einige seiner letzten Arbeiten zu nennen. Sein Werdegang und seine Erfahrungen sind also von allgemeinem Interesse.
Neumeister - nicht sehr groß, lebhaft blickend, temperamentvoll und gesprächig - erzählt uns: angefangen habe er, genau besehen, im Weltkriege, in dem er Artillerieoffizier gewesen ist. Später studierte er in München und Hamburg Germanistik und Theaterwissenschaft. „Ich hatte dabei die Vorstellung, daß ich mir auf diese Weise die nötige Vorbildung zum Regisseurberuf verschaffen könnte.
Aber ich hatte mich getäuscht. Es erwies sich rasch, daß mir die schauspielerische Praxis fehlte. So sattelte ich um und ging auf die Bretter: war erst in Hamburg am Thalia-Theater, dann an guten „Provinz"-Bühnen wie Koblenz, München und meiner Vaterstadt Dresden als Schauspieler und Regisseur tätig. Eine Zeitlang habe ich auck Kurzgeschichten geschrieben - gar nicht schlechte, meine ich heute noch" - (wir können das aus eigener Kenntnis bestätigen) - „die meisten handelten vom Soldatenleben und wurden im ,Tag' oder in der ,Nachtausgabe' abgedruckt; sie sind später auch in einem Büchlein gesammelt worden.
So verging geraume Zeit. Da veranstaltete - es mögen nun neun Jahre her sein - die Ufa einen Lehrgang für Filmautoren. Ich meldete mich und gehörte zu den glücklichen Sechs, die aus hundertundsiebzig Bewerbern zur Teilnahme an diesem zweimonatigen Ausbildungskursus ausgesucht wurden. Ich hatte weiter Glück: man wollte mich als Autor verpflichten. Das reizte mich; ich verzichtete auf die sich gerade gleichzeitig ergebenden Möglichkeiten, Theaterintendant zu werden, und blieb beim Film. Einen Film schrieb ich für die Ufa, arbeitete später mit der Tobis, der Terra, der Bavaria und wieder mit der Ufa.
Im Laufe der Zeit bin ich nun so weit gelangt, daß ich ungefähr zu wissen glaube, wie man den richtigen Griff ansetzt, um einen Stoff filmgerecht zu erfassen. Die Menschen meiner Drehbücher sollen Herz und Gemüt haben. Die Handlung darf nur nicht erklügelt konstruiert sein, man muß gefühlsmäßig mitgehen können, und ein fließender Dialog, der dem Zuhörer die Seelen der Spielgestalten öffnet, muß das Herz erklingen machen. Es hängt meist vom ersten Ansatz des Menschenbildes ab, ob wir als Zuschauer den Eingang finden in die Seelen und damit in die Geschehnisse des Films.
Müßte nicht das Menschliche immer die Eingangspforte bleiben zu dem, was die Handlung schildert, dann wäre der Film keine Kunst. Ideen sprechen ja auch im Film nicht in der Abstraktion zu uns, sondern nur durch die Anschauung des Menschlichen. Und ist in einem Film die Psychologie falsch oder die Sprache unecht, so verläßt den Zuhörer sogleich das Gefühl, einer Wirklichkeit gegenüberzustehen. Die Glaubwürdigkeit eines Films kann niemals auf der Mache, sondern immer nur auf dem Mitschwingen des Herzens beruhen."
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Sein Erfolgskonzept
Neumeister meint, der Erfolg seiner Drehbücher beruhe darauf, daß er die „linke Seite" besonders sorgfältig bedenke. Bei aller Achtsamkeit auf den - im Drehbuch rechts stehenden - Dialog bleibt seiner Meinung nach doch entscheidend, was die Kamera erfaßt und ausdrücken kann. „Es gibt nun Leute, die meinen, alles, was nicht unmittelbar sichtbar werde, habe im Drehbuch nichts zu suchen. Sie irren sich gründlich.
Meine Drehbücher sind dafür bekannt, daß ich nicht nur die sichtbaren Bewegungen, sondern auch ihre Motive angebe. Ich schreibe, um irgendein Beispiel zu nehmen, also nicht nur: die Kellnerin Anna nimmt das Tablett und geht ab, sondern ich schreibe ausführlich: Anna greift nach dem Tablett, in ihrem Gesicht kämpfen Zweifel mit glücklicher Zuversicht; sie muß in sich den Drang niederringen, sich ihrem Sohn in einem Gefühlsausbruch zu offenbaren; zögernd geht sie ab, das Tablett in der Hand, an der Tür wendet sie sich noch einmal und schaut mit sehnsüchtiger Liebe zu ihm zurück .. .
Die Fanatiker des Nur-Optischen pflegen dann sofort zu rufen: Ja, wie sollen wir sehnsüchtige Liebe" drehen? Wie darstellen, daß in ihr Zweifel und Zuversicht kämpfen ? Aber ich weiß aus Erfahrung, daß die Schauspieler dankbar sind, wenn man ihnen in der Rolle nicht nur die simplen Bewegungen und Worte liefert, sondern ihnen dazu sagt, aus welcher inneren Haltung heraus die Szene gespielt werden muß, was sie dabei denken und fühlen sollen. Denn nur so können sie falsche Betonungen und leere Stellen vermeiden."
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Wolf Neumeister wünscht Genauigkeit des Ausdrucks.
„Jeder Drehbuchautor", meint er, „macht bei den Uraufführungen seiner Filme die Erfahrung, daß dieser oder jener Satz nicht in der richtigen Weise kommt. Auf der Bühne ist das nicht weiter schlimm: da kann man ihn am nächsten Abend verbessern.
Im Film aber ist jeder Ausdruck endgültig festgelegt. Eine falsche Betonung schleppt sich so durch alle Aufführungen durch: das ist, glauben Sie mir, für den Autor eine furchtbare Vorstellung!" - „Läßt sich das nicht vermeiden ?" -„Das ist schwierig.
Es bliebe wohl kein anderer Ausweg, als daß man den Autor verpflichtete, bei den Aufnahmen zugegen zu sein und den Dialog mit zu überwachen. Aber das wird selten gemacht. Manche Regisseure haben die löbliche Gewohnheit, Änderungswünsche mit dem Autor zu besprechen.
Also ihm etwa telefonisch zu sagen: ,Hören Sie, mein Lieber, morgen sind die Einstellungen Nummer 170 bis 183 dran, mir scheint aber, daß wir die Rolle der Y. noch etwas verschärfen könnten. Finden Sie nicht, daß sie etwas boshafter sein sollte? Das liegt dieser Schauspielerin.'
Der Autor, der sein Drehbuch natürlich genauer kennt als jeder andere, wird dann entweder darauf eingehen, wenn es ihm im Rahmen des Ganzen möglich erscheint, oder aber er wird seine Einwände begründen: daß zum Beispiel die Bosheit der Rolle um der Steigerung willen erst später herauskommen dürfe, oder daß allzuviel Bosheit dem Charakterbild widerspreche, das durch andere Stellen des Drehbuchs für diese Rolle festgelegt sei."
Wolf Neumeister erzählt vergnügt, daß der übliche Einwand, mit dem viele Schauspieler Dialogänderungen begründen wollten: „Diesen Satz des Drehbuchs kann ich nicht sprechen!", sich rapide vermindert habe, seit er zur Abwechslung einmal in seinem Film „Was tun, Sibylle?" eine kleine Rolle erfolgreich selber gespielt hat. „Da haben sie gemerkt, daß ich vom Bau bin ..."
Mit Hans Bertram zusammen, dem Flieger und Regisseur, hat Wolf Neumeister zuletzt in „DIII88" und „Kampfgeschwader Lützow" Beispiele dafür gegeben, wie der deutsche Film heute Spannung und Lösung, männlichen Tatendrang und gefühlsreiche Menschlichkeit in einer Kunstform zu vereinen sucht.
- Anmerkung : Lassen Sie sich diese nachfolgende Formulierung bezüglich der "deutschen" Piloten mal so richtig auf der Zunge zergehen.
Wehrhafte Männer mit Herz und Gemüt sind es, die sich hier zu Wagnis und Kampf in den unendlichen Himmelsraum schwingen.
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"Das sind so Eindrücke" .......
Das sind Eindrücke, die wir von unserem Besuch in dem Haus am Wannsee mitnehmen, in welchem Neumeister lebt und schafft. Er spricht anerkennend und freundlich von seinen Mitarbeitern: „Man braucht ja ein Echo", sagt er; er nennt insbesondere Frau Ilse M. Späth, mit deren Hilfe er die Filme „Ball im Metropol" und „Aus erster Ehe" schrieb. Und Männer, die nett von ihren Mitarbeitern sprechen, haben das Herz auf dem rechten Fleck. Man drückt ihnen gern die Hand und freut sich auf ihren nächsten Film.
Der „Bismarck"-Film der Tobis hat bei seiner Uraufführung im Berliner Ufa-Palast am Zoo die tiefe Wirkung erreicht, die man sich nach der ungemeinen Sorgfalt der Vorarbeiten erhoffen durfte. Über die Gesamtanlage des Drehbuchs und den historischen Grundriß des Films haben wir schon des öfteren gesprochen, so daß wir uns diesmal kurz fassen können: der Film zeigt nicht den gealterten und erfolgreichen Eisernen Kanzler, sondern den Kämpfer für Krone und Preußen, der im Krisenjahr 1862 als Ministerpräsident berufen wird und nun seinem König den einzigen Weg zur Größe aufzwingt, den die damalige Lage des Staates offen ließ.
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Die Gestalt Bismarcks erscheint hier unter doppeltem Aspekt; unerschütterlich nach außen hin, unempfindlich gegen die von blindem Idealismus oder getarntem Nutzstreben befeuerten Vorwürfe und leidenschaftlichen Beschuldigungen der Landtagsopposition, hart auch gegen jede noch so gefühlvolle Verlockung zu verfrühten großdeutschen Kompromissen.
Dafür aber zeigt dieser Bismarck Paul Hartmanns eine in ihrer Verhaltenheit doppelt ergreifende, zart sorgende Treue gegenüber dem einen Mann, in dem sich für ihn Preußen verkörpert: für den König Wilhelm.
Diese unwandelbar feste Treue Bismarcks ist es dann letzten Endes auch, die den König immer wieder zurückzwingt auf die politischen Bahnen, die Bismarck ihm weist. Es ist das größte Verdienst dieses Films, daß er die Gestalt des großen Mannes glaubwürdig in ihrer Zartheit und in ihrer Härte aufzeigt. Denn beides war ja in Bismarck beschlossen, in einer seltenen Einheit und Reinheit, und beides zusammen stempelte ihn zum Genie.
Achtung : Zuviele typische Sprüche des Autors dieses Textes
Eben weil die Zentralgestalt des Films aus echter Menschlichkeit zu glaubwürdiger Größe empor geführt wird, kann auch die historische Umwelt Wahrhaftigkeit und Lebenswärme gewinnen, die man in historischen Kostüm-Filmen oft ersehnt und nur selten erreicht hat.
Hier muß nun zuerst Wolfgang Liebeneiners Regie genannt werden, die in diesen an Erregung und Leidenschaft prallen Szenen mit dramatisch geballten Ausbrüchen sparsam umgeht, die dafür die von innen her glühende heilige Nüchternheit der Preußen erfaßt und dadurch nur immer tiefere Wirkungen erzielt.
Liebeneiner hat Respekt vor den historischen Gegebenheiten, er verzichtet auf billige Trompetenstöße, er ist auch nicht auf raffinierte Tricks erpicht. Er setzt dafür eine wohltuende Objektivität des szenischen Aufbaus, eine gelassene Formung und sichere Führung der Gestalten, und erzielt damit, daß Vergangenes wie selbstverständlich sich in Gegenwart verwandelt.
Dieser Film ist also keine „Beschwörung", zu der magischer Zwang notwendig geworden wäre, sondern ein klares Auftauchen und Deutlichwerden einer erhebend großen Wirklichkeit, die jedem Deutschen immer herznahe geblieben ist.
Und man erkennt staunend wieder einmal die ungeheure, gar nicht zu überschätzende Macht des Films: denn bei aller gründlichen Liebe der Deutschen zu ihrer Vergangenheit sind doch nicht allzu viele Volksgenossen befähigt, sich aus Büchern einen wirklich nachhaltigen kraftvollen Eindruck jener entscheidenden Jahre zu gewinnen.
Der Film aber bringt ihnen binnen zwei Stunden alles, was damals geschah, auf eine mächtige und ergreifende Weise ins Bewußtsein, und zwar so, daß es für Jahre nicht mehr aus ihrer Erinnerung schwinden wird.
Der Anteil der Schauspieler
An diesem großen Erfolg haben nun auch die Schauspieler den reichsten Anteil. Ebenbürtig neben Paul Hartmanns Bismarck steht der König Wilhelm Friedrich Kayßlers: auch dies eine Leistung, die eine lange, ruhmvolle Schauspielerlaufbahn mit hohen Ehren krönt. Kayßlers' König ist ein ritterlicher tapferer Monarch, kühn inmitten aller Sorgen, die durch seine Familie oft in quälender Weise vermehrt werden: im Grunde so schlicht und treu, wie Bismarck selber es ihm gegenüber gewesen ist.
Großartig die Leistung Maria Koppenhöfers als der Königin Augusta: schon jener erste Auftritt, wie sie zur Tür hereinkommt, sagt alles über das Wesen dieser Frau aus, ehe sie überhaupt noch ein Wort gesprochen hat. Werner Hinz ist, mit blitzenden Augen und wallendem Bart, ein ehrenhaft in die Irre tappender Kronprinz, Walter Franck mit nasaler Lässigkeit und geschmeidiger Schärfe Napoleon III., Lil Dagover eine in berechnender Koketterie bezaubernde Kaiserin Eugenie, Harald Paulsen ein schlauer, aber durch eigene Gier betrogener Benedetti, Otto Gebühr ein ergreifend menschlicher König von Sachsen: die innigste Verkörperung der gefühlsmäßigen Widerstände, die es auf dem Wege zu Preußens Größe zu überwinden galt.
Das wären nur die Gestalten der vordersten Reihe: ihnen schließen sich mit durchweg vorzüglichen Leistungen viele andere an, unter denen wir nur noch nennen wollen:
Ruth Hellberg als Kronprinzessin Viktoria, Käthe Haack als Johanna von Bismarck, Margret Militzer als die junge Komteß Marie von Bismarck, Karl Schönböck als Franz Joseph, Günther Hadank (in prächtiger Maske) als Moltke, Hellmuth Bergmann als aufrechter und humorvoller Roon, Karl Haubenreißer als blind-idealistischer Virchow, ferner Hans Junckermann, Jaspar von Oertzen, Franz Schafheitlin .....
Die Kamera Bruno Mondis meisterte prachtvoll die vielgestaltigen Aufgaben und bildete Schloßzimmer, Landtagssitzungen, Ballettszenen (ausgezeichnet in der Chorographie von Lizzi Maudrik) ebenso deutlich ab wie das vom Blitzen der Schrapnellwölkchen überzuckte Schlachtfeld von Königgrätz. Die Musik Norbert Schultzes führte, von konzertanter Kammermusik ausgehend, in mühelosem Schwung zu den Fanfaren des Krieges und Sieges.
Dr. Günther Sawatzki
Zwei neue Bucher - für Fotobegeisterte
Wer, vom Wetter und glücklichen Umständen begünstigt, gefällige und hübsche Gelegenheitsaufnahmen macht, ist - die meisten haben auch das richtige Empfinden dafür - beileibe noch kein guter Fotograf. Und doch verspüren nicht wenige den Wunsch, mehr als nur ein Knipser, sondern ein ernsthafter Amateur zu sein. Wenn - ja wenn durch die Fülle der Anregung die Gefahr der Kräfte- und Zeitvergeudung nur nicht so groß und damit die Wahl nicht so schwer wäre! Da liegen vom Verlag Wilhelm Knapp, Halle a. d. Saale, zwei Bücher vor, die, jedes für sich, geeignet sind, notwendige theoretische Kenntnisse als Unterbau für eine planmäßig-sinnvolle Arbeit mit der Kamera und auf der anderen Seite eine wertvolle Anleitung für eine stetig wachsende Neigung, ja Liebe zur Fotokunst durch den „persönlichen Umgang mit dem Werkzeug" zu geben.
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„Das Auge meiner Kamera"
nennt Dr.-Ing. H. Naumann seinen Beitrag über fotografische Optik. Er betont schon mit diesem Titel die Wichtigkeit gerade der Beherrschung aller Fragen über das Kernstück der Kamera, die Linse. Wie hier, ausgehend von physikalischen Gesetzen und Erscheinungen, „einfache" Tatsachen folgerichtig in ihrer Auswirkung bis zu, sagen wir einmal höherer Mathematik der Fotografie entwickelt werden, ist geradezu als mustergültig zu bezeichnen.
In der Ausrichtung und Anwendung auf die spätere praktische Fotoarbeit wird, jeweils mit einer vorangestellten klaren Definition jedes optischen Begriffes, die fachlich gründliche Unterlage und einleuchtende Nutzanwendung gegeben. Vom Wesen des Lichtes und seiner Reflexion, von der Brechung durch optische Mittel, über Lichtstärke, Blende und Tiefenschärfe zu komplizierteren Erscheinungen wie der durch die Kugelgestalt der Linsen verursachten „sphärischen Aberration" - eine systematische Folge wichtiger Vorbetrachtungen!
Wertvolles Zahlen-und Tabellenmateriai veranschaulicht mit vielen Abbildungen und ausgezeichneten Fotobeispielen von Dr. O. Croy diesen vortrefflichen Lehrgang als Einführung in die Fotopraxis. Immer ist, wissenschaftlich begründet, neben dem Wie auch das Warum einer physikalischen Gesetzmäßigkeit, einer daraus bedingten fototechnischen Fehlerhaftigkeit und ihrer möglichen Beseitigung aufgezeichnet: bei einfachen und zusammengesetzten Objektiven, beim Teleobjektiv (für Fernaufnahmen), bei der Weitwinkel-Linse, die, ohne einen großen Abstand nehmen zu müssen, einen „breiteren Rahmen" einzufangen erlaubt.
Aufschlußreich das Kapitel über den Weichzeichner, der - entgegen dem eigentlichen Endzweck der Lichtbildnerei, der gestochenen Schärfe - gerade die malerische Weichheit, das duftige Licht ins Bild zu zaubern sucht, wie es nicht nur bei Landschaftsaufnahmen, sondern auch besonders bei künstlerischen Porträts erwünscht ist, bei denen nicht jede harte Linie und jedes Fältehen unbedingt zu sehen sein müssen.
Für viele ein Kuriosum wird die Forderung der - „richtigen Betrachtung" eines Bildes sein. So soll, um perspektivisch naturgetreu und möglichst dem Original entsprechend zu wirken, der Betrachtungsabstand bei einer Aufnahme, auf eine einfache Formel gebracht, etwa gleich der Brennweite des Objektivs sein. Eine umfassende, wertvolle und nützliche theoretische Anleitung, für die der ernsthafte Fotofreund gern manche Mußestunde hingeben wird.
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„Bastelblätter zur Fotoarbeit"
Gewissermaßen eine Stufe weiter geht Fred Lullack, wenn er als Ergebnis umfangreicher praktischer Tätigkeit „Basfelblätfer zur Foto arbeit" vorlegt. Hier hat nicht nur der Handfertigkeitsbegabte, sondern auch jeder, der fotografische Vorkenntnisse verwerten will, die schönste Gelegenheit, sich fotoschöpferiftch weiterzubetätigen.
Für den Verfasser war gewiß nicht der Gedanke maßgebend, in Unterschätzung der präzis hergestellten Hilfsmittel der Fotoindustrie und unter dem Gesichtspunkt der Kosteneinsparung primitiv und vielleicht unsachgemäß zur Laienarbeit anzuregen. Wer von diesem Blickpunkt aus an die Auswertung dieser fototechnischen Fundgrube gehen wollte, möge, so rauhes klingen mag, lieber die Finger da von lassen.
An die Fotobastler mit dem inneren Trieb dazu ist dabei gedacht. Basteln im Sinne der Schaffung vollwertiger Gebrauchsgegenstände fordert Fred Lullaek und wertvolle Betätigung im Gegensatz zum spielerischen und dilettantenhaften Zeitvertreib. Als Endziel schwebt ihm dabei immer vor: „...... der wird wirklichen Gewinn von seiner Arbeit haben, der die, wenn auch nicht am meisten abweichende, so doch seinen Mitteln am ehesten gemäße und infolgedessen "genialste" Lösung eines gestellten Problems findet."
So wollen seine Bastelrezepte, die er, 65 an der Zahl, jeweils mit Kostenanschlag, Angabe der Zeitdauer und des Materials, durch genaue Schemazeichnungen veranschaulicht, gibt, immer nur Anhalt sein und in erster Linie die Kenntnis der jeweiligen Konstruktionsgrundlagen vermitteln. Wie man eine Sonnenblende anfertigt zum Schutze des Objektivs vor unerwünschten Lichtstrahlen, auch vor Wassertropfen bei Regen und zur Sicherheit für einwandfreie Gegenlichtaufnahmen: weiter einen Vergrößerungs-apparat oder die für den Neuling unwahrscheinlich vielen Hilfsmittel für das Entwickeln und Kopieren -- überall ist es der Ansporn zur praktischen Tätigkeit, die das „Gefühl für materialgerechte Arbeit" wecken und stärken und die selbständige schöpferische Tätigkeit des Bastlers anregen soll.
Eine zeitraubende, unendliche Mühe? Der Fotoamateur aus Leidenschaft wird sie gern auf sich nehmen. Wie mancher wertvolle Fortschritt auf einem Gebiet ist doch gerade aus dem Bereich der „Amateure" geboren worden! Wertvoll allein ist schon der Anstoß, jeden findigen Kopf, der Lust und Liebe zur Sache zeigt, zur schaffenden Mitarbeit anzuregen. Wilhelm Hackbarth
Das Adler-Jahrbuch 1941
Eine packende Buntzeichnung des Kriegsberichters Richard Heß schmückt den Einband des Adler-Jahrbuches 1941, das, zum erstenmal erschienen, von der Schriftleitung der Luftwaffen-Illustrierten „Der Adler" (Scherl-Verlag, Berlin SW 68) herausgegeben wurde. Die Zeichnung symbolisiert die tod- und verderbenbringende Wucht der Schläge, die unsere Luftwaffe in nimmermüdem Zupacken überall an die Gegner Großdeutschlands ausgeteilt hat und bis zur Vernichtung der letzten Feindmacht weiter niederhämmern wird.
Ein stolzer und fesselnder Leistungsbericht über unseren jüngsten Wehrmachtteil ist diesen neue Adler-Jahrbuch; ein Ansporn an alle Deutschen, alle ihre Energie herzugeben zum Endsieg, und besonders für unsere Jugend, dereinst so zu werden in ihrem Mannestum wie diese Fliegerhelden, die in ständigem todesmutigem Einsatz Deutschlands Überlegenheit in der Luft errangen und festigten.
Im Führer und seinem Reichsmarschall - eine ausgezeichnete Aufnahme des Ersten Soldaten Großdeutschlands und seines Ersten Mitarbeiters auch auf militärischem Gebiete steht neben dem Innentitel des Buches - personifiziert sich unsere starke, den europäischen Kontinent beherrschende und die Pirateninsel in Angst und Schrecken versetzende Luftmacht: in Adolf Hitler als dem Obersten Befehlshaber, der den Auftrag zur Schaffung dieses gewaltigen Machtfaktors gab, und in Hermann Göring, der des Führers Auftrag so hervorragend in die Tat umsetzte: die Luftwaffe wurde Deutschlands „Schwert am Himmel"!
Stattlich ist die Zahl der Beiträge über alle Zweige unserer staunenswert entwickelten militärischen Luftfahrt und ihre glorreiche Bewährung seit Beginn des Krieges.
Welch ein Weg von den durch unvergeßliche Fliegerhelden im (ersten) Weltkrieg so ruhmreich geführten Fokker- und Albatros-Maschinen zu den heutigen deutschen Kampfflugzeugen, die auf vier Bildseiten zu sehen sind! — Bebilderte Lebensabrisse berichten über die Männer, die unsere Luftwaffe schmiedeten. Und wo immer man dieses Buch aufschlägt, schrieben Soldaten, die ihre Treue zu Führer und Vaterland in vorderster Front, beim Einsatz gegen den Feind bewiesen haben, und Männer, die mit der EinfÜhlungs- und Gestaltungskraft des Dichters oder mit bester fachlicher Kenntnis die Großtaten zur Luft würdigen.
Eine der fesselndsten Schilderungen ist der Bericht „Im Rücken des Feindes" von Stabsarzt Dr. Jäger, einem der Fallschirmjägeroffiziere, die hervorragend an der Eroberung des Lütticher Bollwerks Eben Emael beteiligt waren — im Foto sieht man den Führer und Obersten Befehlshaber im Kreise dieser Tapferen, die er persönlich mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz auszeichnete.
Die Gefangennahme des englischen U-Bootes „Seal" durch ein deutsches Küstenflugzeug schildert Oberleutnant Otto Paust von der Luftwaffe, der auch im Lied den wichtigen, scharfen Späherdienst unserer Küstenflieger zwischen Meer und Himmel besingt. Oberleutnant Werner Baumbach (wie Dr. Jäger Träger des Ritterkreuzes), der erfolgreiche Sturzkampfflieger, der vor Narvik und an Hollands Küste zahlreiche feindliche Kriegsschiffe und Transporter vernichtete, berichtet von seinem Einsatz im Raume bei Rotterdam am 9. und 10. Mai 1940.
Aufsätze über kühne Handstreiche und Husarenstücke unserer Flieger, über die Hölle von Dünkirchen, über Truppentransporte in der Luft und unsere Flakartillerie zeigen die Veränderung der Kriegführung durch den Ausbau der Luftwaffe. In die Geheimnisse der Luftwaffenphysik gibt Heinrich Kluth viele interessante Einblicke.
Doch immer wieder weht uns der glühende Atem heldischen Kampfes an: wie in den Erlebnisberichten, so auch in den Bilddokumenten von vernichtenden Bombentreffern und den Zeichnungen.
Das Adler-Jahrbuch gehört in jedes deutsche Haus, vor allem aber in die Hand jedes fliegerbegeisterten deutschen Jungen!
Wilhelm Hackbarth
































