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Ein Besuch im Filmmuseum-Romboy in Wesseling

Wesseling ist ein eigentlich unscheinbarer Ort zwischen Bonn (im Süden) und Köln (im Norden). Wenn dort nicht eine oder mehrere Raffinerien stehen würden, würde man den Namen heute noch nicht kennen. Dort gibt es in einer ganz normalen Wohnsiedlung ein kleines aber feines Film-Museum eines alten WDR Kameramanns. Wenn man die kleine Straße (den Försterweg 9) mit den Reihenhäusern nicht kennt, fährt man sowieso dran vorbei. Man muß es also wissen.
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Vor dem Haus, die Überraschung - da stehen sie . . .

... in einem richtigen Schaufenster, die Film-Kameras der inzwischen lange vergangen Zeit. Im Haus drinnen wird es gemütlich. Es ist nämlich doch etwas eng. Die tollen alten Foto- und Film-Kameras brauchen schon ihren Platz und der wird langsam rar.
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Interessant wird es jedoch erst im Museumskeller eine Etage tiefer. Historische große bunte Filmplakate der ehemaligen Kassenschlager steigern die Erwartungshaltung des Besuchers, vor allem, wenn er bereits einen Tick fürs Kino hatte.
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Für Kinofans ist der Projektorraum mit der großen schalldämmenden Glasscheibe und das kleine Kino das Zentrum der Romboyschen Welt. Hier stehen auf beinahe engstem Raum zwei richtige große alte 35mm Kinoprojektoren mit allem Drum und Dran - betriebsfertig !! und das will schon etwas heißen.

Dazu gehören nämlich auch die alten Kino-Gleichrichter und die Tonanlage.
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Im Zuschauerraum - also im Kino-Saal - haben bestimmt 12 bis 16 Personen Platz. Interieur und Ambiente lassen nichts zu wünschen übrig.

Und wenn Herr Romboy aus alten Zeiten und von alten Geräten und Erlebnissen erzählt, und das kann er sehr interessant und packend (wie auch sein Direktions-Kollege aus dem Grammophon-Museum in Algermissen bei Braunschweig), dann wird es garantiert nicht langweilig. Die Zeit verfliegt ganz ganz schnell.

Und natürlich gibt es seltene und anschauliche Exponate aus allen Ecken dieser Welt. Jedes Stück hat seine eigene Geschichte und er weiß sie zu erzählen.
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Da sind zum Beispiel die weltberühmten 16mm ARRIs, mit denen die aktuelle Berichterstattung im Fernsehen angefangen hatte und die über Jahrzehnte die ganze Welt gesehen hatten. Die deutsche Firma Arnod & Richter - ARRI aus München - hatte beinahe eine Monopolstellung bei diesen unverwüstlichen Aufnahmegeräten. Aber nur solange, bis es die ersten transportablen Videokameras gab.

Neben dran steht ein ähnlicher Weltbestseller, die sogenannte Neumann Flasche aus 1936, ein hochmodernes hochqualitatives Kondensatormikrofon, welches aber von Telefunken vertrieben wurde.

Auch diese Kurbelkamera ist eine Rarität geworden, die er selbst mir als befreundetem Gast natürlich nicht rausrücken wollte.
Mein Probelm ist ganz einfach : Erklären Sie einer Gruppe von 12 jährigen Jungens und/oder Mädchen, warum wird ein Film "gedreht" ?? Das vestehen diese Generationen erst, wenn sie mal diesen uralten "Holzkasten" mit der Dreh-Kurbel gesehen und in der Hand gehalten hatten. So einfach ist das.
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Es gibt hier schon tolle Geräte - und davon reichlich. Man könnte einen ganzen Abend füllen.

Und glauben Sie nicht, wenn Sie die Stufen wieder empor nach oben steigen, Sie hätten jetzt alles gesehen. Es gibt da immer noch mehr.

Im Wohn- und Gästezimmer steht ein leibhaftiger - beinahe neuer - besonderer sehr alter 35mm Filmprojektor aus Desden, der mal in ganz Europa berühmt war, die sogenannte "Ernemann 7b". Es war für Europas Kinos der Hightech-Standard von 1936. Man konnte damit sogar die großen Bildwände von richtig großen Kinos mit 2.500 Sitzplätzen noch gut ausleuchten. Nach 1954 wurden solche Projektoren sogar für 4-Kanal Magnetton erweitert, jedenfalls in Westdeutschland.
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Nachtrag :

Das Romboysche Museum hat keine festen Öffnungszeiten. Sie müssen dort frühzeitg anrufen, denn oft ist er mit seiner sehr gefragten historischen Film- und Kino-Technik bei Filmdrehs unterwegs.
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