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MACHBARKEIT UND ZUKUNFT
(1) Einige Anmerkungen vorab . . .

Bei den Initiatoren, also den Machern, ist es seit je her zwingend erforderlich, mit einer Zielgruppen-Analyse die Aufnahme eines/des Produktes "im Markt" herauszufinden. Frage : Wer würde von einem Fernseh-Museum überhaupt angesprochen.

Bei den Ingenieuren
ist es danach (hoffentlich) erlernte Praxis, bei einer neuen Aufgabe oder einer Idee zu allererst die Machbarkeit herauszufinden (zu studieren). Danach kommt (bei positivem Ausgang der Studie) eine Kostenabschätzung und dann erst die Planung der Realisierung. Damit wird nicht unnötig viel Energie in tote Konzepte versenkt.

Bei einer Studie über ein ganz spezielles Fachprojekt
wie ein Fernsehmuseum gehört nun mal "ein gerüttelt Maß" an Wissen - aus und in alle Richtungen - dazu. Wie man an dem "Fernsehmusem Berlin" in 2006 ganz deutlich gemerkt hatte, hatten sich die Macher nie so richtig um die Urheber-Lizenzen der Medien Gedanken gemacht. Irgendwer wirds schon richten. Am Ende durften sie fast keinen populären Film öffentlich zeigen. Im Fundus des ehemaligen Vereins sind tausende von Schallplatten, von denen keine einzige öffentlich aufgeführt werden dürfte. Und einen studierten Historiker braucht man da wirklich zu allerletzt.

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MACHBARKEIT UND ZUKUNFT
Voraussetzungen

Mit der Vorlage der Machbarkeitsstudie ist ein erster Schritt in Richtung Verwirklichung des Deutschen Fernsehmuseums in Wiesbaden gemacht. Bei näherer Betrachtung der Platz- und Anordnungsbedürfnisse für die Museumsnutzung gemäß dem Flächenplan wird ersichtlich, dass für das Deutsche Fernsehmuseum Wiesbaden ein Neubau notwendig sein wird. In Wiesbaden ist kein Gebäude bekannt, das für die vielfältigen Bedürfnisse ausreichende Möglichkeiten bietet.

Wichtigste Entscheidung nach der prinzipiellen Zustimmung der städtischen Gremien für die Weiterverfolgung des Ziels ist die Festlegung auf einen Ort, an dem das künftige Museum gebaut werden soll. Hierfür gibt es verschiedene Bedingungen. Ein Museum, das im urbanen Raum seine Ausstrahlung und Anziehung entfalten soll, muss im Innenstadtbereich angesiedelt werden. Ziel sind ca. 200.000 Besucher und Benutzer jährlich.
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Das läßt einen wichtigen wirtschaftlichen Impuls für die Betriebe des Handels und der Gastronomie in der Innenstadt erwarten. Wichtig ist dabei außerdem, dass durch das Deutsche Fernsehmuseum Wiesbaden neue Besuchergruppen angesprochen werden, die ohne dieses Angebot nicht unbedingt nach Wiesbaden kämen.

Ausreichend Parkplätze für PKWs und Busse sind in Innenstadtnähe bedingt vorhanden. Die Ansiedlung des Museums in der Nähe des Bahnhofs in Richtung Innenstadt wäre von Vorteil für die Anreise auch von Schulklassen, die besonders durch das Museum angesprochen werden sollen.
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Je nach Standort und möglicher Baugröße sind auch zusätzliche Nutzer im Gebäude denkbar. Dies ist auch in Verbindung von Dienstleistern für das Museum möglich. So könnte beispielsweise das städtische Medienzentrum Funktionen im Rahmen des medienpädagogischen Dienstes übernehmen. Die Raumplanung für die Integration des Medienzentrums ist in der Berechnung gesondert aufgeführt. Auch andere Institutionen aus dem Medienbereich, die schon in der Stadt Wiesbaden angesiedelt sind, könnten mit in das Gebäude ziehen. Allerdings muss dann vor der Planung der zusätzliche Bedarf festgelegt und in die Berechnung aufgenommen werden.
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Träger- und Betreibermodell

Für die Fragen der dauerhaften Finanzierung des laufenden Betriebs und der Einbeziehung wichtiger Institutionen und Firmen gibt es sehr unterschiedliche Modelle und Verfahren.

Anhand gängiger Beispiele werden im Folgenden Möglichkeiten dargestellt und eine Empfehlung für das Deutsche Fernsehmuseum Wiesbaden entwickelt.

Allgemeine Möglichkeiten

Für die bestehenden Museen in Deutschland gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Träger- und Betreibermodellen. In diesem Abschnitt sind die relevanten Modelle aufgeführt.
Theoretisch besteht die Möglichkeit, ein solches Museum in Form einer GmbH zu gründen.

Allerdings würde dies der internationalen Bedeutung des Museums widersprechen, wenn z.B. nur die Stadt Wiesbaden als Eigentümer der GmbH fungierte. Bei der Einrichtung einer GmbH durch verschiedene örtliche und landes- bzw. bundesstaatliche Institutionen kann durch die aufwendigen Abstimmungsprozesse in der Gesellschafterversammlung unter Umständen eine mögliche Interessensdivergenz nachteilige Auswirkungen für die Arbeitsfähigkeit der GmbH haben. Ein solches Modell erscheint deshalb nicht als sinnvoll.

Die meisten Museen in Deutschland werden von öffentlichen oder staatlichen Trägern geführt. Zum Teil sind hierfür Stiftungen des öffentlichen Rechts eingerichtet worden. Eine Stiftung des öffentlichen Rechts kann per Gesetz oder Verwaltungsakt ins Leben gerufen werden.

Ein Beispiel hierfür ist die Museumsstiftung Post und Telekommunikation, die die vier Museen für Kommunikation in Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg und Nürnberg betreibt.

Stiftungsmitglieder sind die Deutsche Post AG und die Deutsche Telekom AG. Per „Gesetz zur Errichtung einer Museumsstiftung Post und Telekommunikation" (PTstiftG) wurde die Stiftung 1995 ins Leben gerufen. Ziel ist die Darstellung der Geschichte der Kommunikation, für die sich die Post und die Stiftung zuständig fühlt. Sie stellt seither aus ihrem Stiftungsvermögen jährlich 30 Millionen zur Unterhaltung aller Einrichtungen zur Verfügung. Da diese Stiftung unmittelbar aus dem seinerzeitigen Vermögen der Post gegründet wurde, ist dieses Modell mangels Vermögensmasse auf das Fernsehmuseum kaum anwendbar. Bei einer Stiftung haben die Stifter selbst die Möglichkeit, durch die Verabschiedung einer entsprechenden Satzung die eigenen Interessen wahrzunehmen. Allerdings muss dann auch die festgelegte finanzielle Grundausstattung als jährlicher Etat fest zugesagt werden.

Wird die Stiftung mit eigenem Stifterkapital bedacht, kann sie aus den hierfür gewonnenen Zinsen oder Erträgen teilweise oder ganz diese Aufgaben übernehmen. Dabei sollte außerdem bedacht werden, dass ein Museum der Zukunft in der Regel wachsende Kompetenzen und Aufgaben übernimmt. Es sollte deshalb schon bei der Errichtung der Stiftung daran gedacht werden, wie der zukünftige höhere Bedarf gedeckt werden kann.

Ein viel beachtetes Beispiel für eine private Museumsgründung in Deutschland ist das Imhoff-Stollwerck-Schokoladenmuseum in Köln. Es wird als GmbH betrieben, ist aber in ein Konglomerat von gegenseitigen Beziehungen und Abhängigkeiten eingebettet. So stellt eine eigene Stiftung der GmbH das Grundstück und das Gebäude gegen Mietzahlung zur Verfügung. Die GmbH selbst ist dagegen eine Tochtergesellschaft der Imhoff-Holding, die als Dachgesellschaft eine Vielzahl von Tochterunternehmen führt.

Diese Form der privatrechtlichen Führung eines Museums ist eher kritisch zu bewerten. In der Regel widersprechen sich die auf Gewinn ausgerichtete Tätigkeit einer privatwirtschaftlichen GmbH und die im öffentlichen Interesse liegenden Bedürfnisse einer kulturellen Einrichtung wie des Deutschen Fernsehmuseums. Die notwendige finanzielle Absicherung des Geschäftsbetriebes kann so zur Einschränkung der Ausgestaltung des Museums und seiner Sammlungstätigkeit führen, wenn die erwarteten Einnahmen ausbleiben.

Vorschlag für das "Deutsche Fernsehmuseum"

Das Deutsche Fernsehmuseum in Wiesbaden sollte als Stiftung betrieben werden. Hierbei sollen sowohl öffentliche als auch öffentlich-rechtliche Stifter gemeinsam den Stiftungsrat bilden. Die Einbeziehung privater Stifter wäre von großem Vorteil. In der letzten Zeit werden immer mehr Bürgerstiftungen gegründet, die die Möglichkeit der Zustiftung vorsehen und so auch kleinere Stiftungsgelder sinnvoll verwenden. Außerdem sollten Privatsender und Industrieunternehmen für einen Beitritt zur Stiftung gewonnen werden. Über den Stiftungsrat haben alle Stifter Einfluss auf die Zielsetzung und die Entwicklung des Deutschen Fernsehmuseums.

Die Stiftung würde das Museum betreiben. Dabei könnten einzelne Teile wie der Buchladen oder das Restaurant verpachtet werden. Das Personal, die Verwaltung und alle organisatorischen Arbeiten sind durch eine entsprechende Personalstruktur abzusichern (s. Personalkosten).

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Finanzplanung

Diese Kostenaufstellung ist eine nach allgemeinen Erfahrungswerten erarbeitete grobe Schätzung der finanziellen Ressourcen, die für das nach den oben genannten Grundsätzen und Inhalten entstehende Museum benötigt werden. Die aufgeführten Positionen sind nach ihrer Unabdingbarkeit und Notwendigkeit erfasst. Diese grundsätzlichen Einrichtungen und Ausstellungsteile stellen somit den unteren Kostenfaktor dar, zusätzliche Positionen sind sinnvoll und wünschenswert und nicht ohne weiteres verzichtbar. Vor einer eventuellen Kürzung sind die jeweiligen Konsequenzen in jeder Richtung zu betrachten.

Nicht enthalten sind in den Kosten: Grundstück, Erschließung, Genehmigungen, AfA, Finanzierungskosten etc. Der zu erwartende internationale Architektenwettbewerb muss ebenfalls gesondert finanziert werden.

Errichtungskosten (gesamt 32 Millionen Euro)

Gebäude, ca. 40 x 60 m Grundfläche, vier Geschosse hoch    ca. 22.000.000
Raumausstattung    ca. 10.000.000
Gesamt    ca. 32.000.000
(Alle Preise in EURO, netto, z. Z. gültige Grundlagen)

Laufende Kosten p. a. (3,45 Millionen Euro)

Ausstellungsetat und Öffentlichkeitsarbeit (PR, Öffentlichkeit, Webauftritt, Sonderausstellungen, ...) 1.000.000
Ankauf 250.000
Betriebskosten 500.000
Verbrauch 150.000
Personal kosten pro Jahr (25 Vollzeitstellen) 1.560.000
Gesamt 3.460.000
(Alle Preise in EURO, netto, z. Z. gültige Grundlagen)
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Einnahmen

Es gibt neben den Einnahmen für den Eintritt noch weitere mögliche Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (z. B. Cafeteria/Restaurant, Bookshop etc.). Wir haben im Folgenden eine eher konservative Einschätzung dieser möglichen Einnahmen vorgenommen.

EINTRITT
Wir gehen in unserer Schätzung von ca. 200.000 Besuchern jährlich aus. Im Vergleich zum Kommunikationsmuseum Frankfurt mit 140.000, dem Deutschen Filmmuseum mit 190.000 und der Ausstellung „Der Traum vom Sehen" im Gasometer Oberhausen mit 550.000 Besuchern in 12 Monaten sollte ein nationaler Anziehungspunkt wie das Deutsche Fernsehmuseum durchaus diese Besucherzahlen erreichen. Bei einem Eintrittspreis von durchschnittlich 5 Euro werden damit ca. 1.000.000 Euro pro Jahr eingenommen.

(2) Anmerkung:

Das sind natürlich alles "extrem" hypothetische Annahmen. Die Realität selbst im Jahr 2003, noch viel deutlicher in den zehn Jahren danach, sieht völlig anders aus. Die veranschlagten Zahlen hier oben drüber wie auch weiter unten drunter sind absolut weltfremd. Auch die Besucherzahlen der staatlichen Museen im Vergleich zu den kommerziellen Museen wie in Speyer, Sinsheim oder Oberhausen sind heutzutage in keiner Weise mehr zu erreichen. Viele kleinere Museen schummeln da auch ein wenig, um es sich bei den Sponsoren und Gönnern nicht zu verscherzen.

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Screenings
Die Video-Screenings - außerhalb der Öffnungszeiten des Museums - werden regelmäßig angeboten. Wir gehen dabei von zwei Veranstaltungsangeboten pro Woche aus, die dann jeweils von ca. 100 Personen besucht werden. Bei einem Eintritt von 5 Euro könnten so jährlich ca. 50.000 Euro eingenommen werden.

Sonderausstellungen
Die Räume für Sonderausstellungen sollen im Jahr zwei Ausstellungen aufnehmen. Hierfür wird eine durchschnittliche Öffnungsdauer von 250 Tagen pro Jahr veranschlagt. Bei einem Durchschnittspreis von 2 Euro (Kombination mit dem Museumseintritt vorausgesetzt) und den oben veranschlagten durchschnittlich 170.000 Besuchern (in 10 Monaten) ergeben sich 340.000 Euro an Eintrittsgeldern.

(3) Anmerkung :

Auch diese Zahlen sind reine Therorie. Das eigenständige Bewerben dieser Sonderausstellungen ist finanziell so aufwendig, daß von den kalkulierten Einahmen in der Realität fast nichts übrig bleibt. In den zehn Jahren nach 2003 hat sich zudem die Gesellschaft erheblich verändert. Das hatte hier noch keinen Einfluß genommen. Das Überangebot an Events im Bereich Fernsehen und Film wird den sogenannten "Kuchen" nicht vergrößern. Was das Wiesbadener Fernsehmuseum an Besuchern anlockt, wird dem Wiesbadener Kulturkino Caligari zum Beispiel verloren gehen.

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VERMIETUNG UND VERPACHTUNG
Die Verpachtung von Cafeteria und Restaurant wird bei einer Raumgröße von 400 qm und einem Grundpreis von 15 Euro/qm eine jährliche Einnahme in Höhe von 72.000 Euro bedeuten.

Die Mieteinnahmen für den Bookshop betragen bei ca. 130 qm und einer Miete von 15 Euro/qm jährlich ca. 28.000 Euro. Diese Miete wird in der Regel gestaffelt nach Umsatz festgelegt, könnte also auch einen höheren Betrag einbringen.

Für die Raumvermietung für Veranstaltungen in den Vorführräumen legen wir eine Vermietung an 50 Tagen zugrunde. Bei Mietkosten in Höhe von 1.000 Euro ergeben sich daraus mögliche Einnahmen in Höhe von 50.000 Euro.

ZUSAMMENFASSUNG

Auf Grund der oben genannten Annahmen wäre eine Einnahme in Höhe von 1.540.000 Euro möglich. Die zusätzlich anfallenden Personalkosten müssen auf die Mieter umgelegt werden.

(4) Anmerkung :

Die obigen Annahmen und Kalkulation sind im Jahr 2003 wie auch in 2013 Makulatur bzw. weltfremd und unhaltbar. Da haben sich die Macher der Studie deutlich vertan, ob absichtlich oder unabsichtlich. Jeder nur halbwegs bewanderte Entscheider hat die Studie damit als Utopie in die "virtuelle" Schublade gelegt und nie wieder raus geholt.

Alleine die Vorstellung, aus dem Potential der Fachhochschule, - inzwischen Hochschule Rhein Main, - Personal zu aquirieren, ist reine Utopie. Es ist sogar extrem schwierig, überhaupt dauerhaftes festangestelltes Personal mit fachlichen Qualitäten anzustellen. Aus den Interna des sehr erfolgreichen Technikmuseums Speyer mit Millionen Einnahmen und Millionen Besucherzahlen hört man immer wieder von Engpässen, die selbst in der dortigen strukturschwachen Region nicht zu füllen seien.

Also 25 festangestellte Mitarbeiter fest einzukalkulieren, ist gewagt. Es sei denn, man heuert einen Direktor an, (wie in Wiesbaden leider über Jahre geschehen) der solch ein virtuelles (Stadt-) Museum "ohne Besucher" und ohne die bei uns besonders notwendige technische Expertise leitet.

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MACHBARKEIT UND ZUKUNFT
Kooperationen/Sponsoren

Der Anspruch des Deutschen Fernsehmuseums, der zentrale Ort für die umfassende Darstellung des Massenmediums Fernsehen in Deutschland zu sein, bedarf einer vielfältigen Unterstützung von allen Seiten. Neben den möglichen Trägern des Museums wie der Stadt Wiesbaden, den Ländern, dem Bund und den öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern sollen vielfältige Kooperationspartner und Sponsoren bei Verbänden und Industrieunternehmen gewonnen werden.

Zuerst einmal sind dies Firmen, die im Bereich der Kommunikationstechnologie arbeiten und produzieren. Vielfältige Formen der Kooperation kommen hier in Betracht. Selbstverständlich sind Unternehmen bei entsprechend hohem finanziellem Engagement als Stiftungsmitglieder willkommen. Auch finanzielle Spenden sind natürlich möglich. Aber auch im Bereich des Sponsorings sind vielfältige Kooperationen denkbar. So können technische Ausstattungen gespendet werden oder Firmen stiften einzelne Exponate.
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(5) Anmerkung :

Die Idee mit den Sponsoren haben ja alle Museen. Und die Firmen der jeweiligen Sparte bekommen hunderte von "Bettel-" Briefen oder "Fundraising" Anfragen auf den Tisch. Tatsache ist aber bei uns in der relativ kleinen Fernseh-Branche, daß die ehemals bedeutende Robert Bosch Fernseh GmbH so gut wie komplett aufgelöst worden ist und alle Nachfolgefirmen erhebliche finanzielle Probleme bis zum Konkurs hatten. Weiterhin dürfen die staatlichen Sender keinerlei Aktivitäten dieser Art finanziell direkt unterstützen. Was daher bleibt, sind die Lottogesellschaften und die privaten Sender. Die privaten Sender haben aber kontinuierlich "Ertragsprobleme" und haben (ich habe da inzwischen 10 Jahre Erfahrung) für solche "Scherze" wie ein Museum nichts übrig. Darum sind diese obigen theoretischen Annahmen und Vorschläge nur "suboptimale" (besser gesagt = spinnerte) Gedankenspiele, nichts weiter.


Das Deutsche Fernsehmuseum in Wiesbaden wird ein noch offenes Feld unter den Museen besetzen und damit im starken Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen. Dies können selbstverständlich auch Industrieunternehmen aus anderen Sparten nutzen, um ihren kulturellen Anspruch in aller Öffentlichkeit zu verdeutlichen. Besonders Unternehmen aus Wiesbaden selbst und aus Hessen werden hier angesprochen, um den Standort zu fördern.

Die Sammlung des Vereins für Fernsehgeschichte e. V weist viele interessante Objekte für die Ausstellung auf, trotzdem müssen sicher zusätzliche Exponate beschafft werden. Hierzu sind schon erste Gespräche mit dem Deutschen Rundfunkarchiv und dem Museum für Kommunikation Frankfurt geführt worden. Beide haben umfangreiche Sammlungen von interessanten Geräten, Dokumenten und Fotos, die aus Raumgründen dort nicht gezeigt werden können. Kooperationen mit diesen beiden Institutionen und anderen Museen sind geplant.

MACHBARKEIT UND ZUKUNFT
Nächste Schritte

Mit der Vorlage dieser Konzeption ist ein erster Schritt für die Realisation der Vision eines Deutschen Fernsehmuseums in Wiesbaden getan.

Mit Hilfe des Museumsprofils und der Machbarkeitsstudie werden konkrete Gespräche mit Entscheidern auf der höchsten Ebene gesucht.

Zuerst einmal "müssen" die städtischen Gremien selbst die Gelegenheit zur intensiven Diskussion des Vorhabens "wahrnehmen".

  • (6) Anmerkung: Wie wir ja jetzt 10 Jahre lang gesehen haben, "MÜSSEN" die Stadtväter garnichts - eher im Gegenteil. Selbst das nur halb so teure Stadtmuseum (anfänglich "nur" 15 Mio) wurde bislang zerredet und wird auch nichts mehr werden, denn die inzwischen auf weit über 50 Millionen gestiegenen Kalkualtionen sind Alpträume geworden.


Für die Stadt Wiesbaden
wäre das Deutsche Fernsehmuseum eine Möglichkeit, sich im kulturellen Umfeld der Städte mit Museumsangeboten als ein Standort der besonderen Art zu positionieren. Das Thema Fernsehen ist so stark mit unser aller Alltagswahrnehmung verknüpft, dass ein solches Museum auf großes Interesse und vielseitige Beachtung stoßen wird.

Die von der Stadt Wiesbaden zu treffende Weichenstellung sollte unseres Erachtens in ein Projektbüro münden, das die weitere Entwicklung intensiv vorantreiben und begleiten wird. Die vielfältigen weiteren Schritte können hier koordiniert und gesteuert werden.

Wichtig wird dann in erster Linie die politische Unterstützung der Länder, des Bundes und der EU sein. Hier müssen die entsprechenden Minister, Fördergremien und Verantwortlichen überzeugt werden, dass es in einem Land wie Deutschland notwendig ist, über das wichtigste Massenmedium der Gesellschaft umfassend und aufklärend zu informieren.
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1.Schritt
Die Verantwortlichen der Stadt Wiesbaden "müssen" ??? zuerst mit Vertretern des Landes Hessen sprechen und die Unterstützung des Deutschen Fernsehmuseums erreichen. Hier sind Gespräche auf höchster Ebene mit dem Ministerpräsidenten, der Staatskanzlei und den zuständigen Ministerien zu führen. Die nationale Aufgabe der Errichtung eines Deutschen Fernsehmuseums zur Bewahrung des nationalen Erbes und zur Präsentation zukünftiger Entwicklungen im Bereich der Massenkommunikation müssen hier im Vordergrund stehen.

Nach den erschütternden Ergebnissen der Pisa-Studie und den darauf folgenden Beschlüssen von Bologna muss in Deutschland ein ganz erheblicher Aufwand für die Bildung betrieben werden. Gerade die mit dem Schlagwort Medienkompetenz bezeichnete vertiefte Heranführung an den kritischen und bewussten Umgang mit den Medien schon im frühen Alter kann mit Hilfe des Deutschen Fernsehmuseums einen entscheidenden Schritt vorangebracht werden. Es besteht eine deutliche Notwendigkeit der Beteiligung von Dritten an diesem engagierten Projekt.

2. Schritt
Die Verantwortlichen auf Bundesebene - hier muss in erster Linie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien angesprochen und gewonnen werden - sind dann in die Verhandlungen einzubeziehen. Bei dem hier prognostizierten und benötigten Finanzvolumen sind ganz wesentliche Beträge aus dem Bundeshaushalt notwendig, um dieser nationalen Aufgabe gerecht werden zu können. Allerdings sind im Moment die entsprechenden Ressourcen bei allen öffentlichen Haushalten so eng, dass eine schnelle Verwirklichung des Museums kaum möglich erscheint. Trotzdem sollte die weitere Planung in Angriff genommen werden, um die Chancen generell zu erhalten.

3. Schritt

Sollten Stadt, Land und Bund prinzipiell bereit sein, das Vorhaben zu unterstützen, müsste über die Projektgruppe Kontakt zu EU-Institutionen aufgenommen werden. Im 6. Rahmenprogramm der EU sind im Bereich der Forschung und Wissenschaft keine geeigneten Förderprogramme zu finden, wie sie im 5. Rahmenprogramm in Bezug auf das „cultural heritage" durchaus aufgenommen waren. Die weiteren Förderprogramme müssen je nach Realisierungschance des Museums überprüft und gegebenenfalls Anträge gestellt werden.

4. Schritt
Für das Deutsche Fernsehmuseum sind die Gespräche mit den Intendanzen aller Sender grundlegend und zwingend notwendig. Für die Sender ist das Deutsche Fernsehmuseum eine Frage des Images. Die kulturelle Aufwertung durch die Präsentation der langen Geschichte und ihrer wichtigen Entwicklungen unterstützt das Bemühen der Sender, auf ihre wesentliche Rolle im Gefüge der Gesellschaft hinzuweisen. Nur wenn bei ihnen ebenfalls eine prinzipielle Bereitschaft zur Unterstützung vorliegt, kann eine aussichtsreiche Planung begonnen werden.

Die Sender werden auf Grund ihres Programmauftrages eher keine Finanzen zur Verfügung stellen können, jedoch sind die Bereitstellung von Programmen inklusive der Rechte für die Aufführung im Museum und gegebenenfalls Sachleistungen (Ausstellungsexponate, Kopienerstellung etc.) wünschenswert und notwendig.

Für eine finanzielle Unterstützung müssen die diversen Tochterunternehmen und Sendezeitenvermarkter der einzelnen Sender (z.B. ZDF-Enterprises, SevenOneMedia, HR-Werbung etc.) angesprochen werden, die als Profit-Center arbeiten und für die Imagebildung der Sender eine wichtige Funktion haben.

Sicher sind in Zeiten der sinkenden Steuereinnahmen, der fallenden Unternehmensgewinne und Werbeeinnahmen die Möglichkeiten für eine Unterstützung auch hier eher eingeschränkt. Trotzdem ist die Aufarbeitung und Präsentation der eigenen Geschichte und Entwicklung an einem zentralen Ort eine gemeinsame kulturelle Aufgabe, von der die entsprechenden Verantwortlichen überzeugt werden müssen.

5. Schritt
Als Unterstützer und Nutzer des Museums können auch die Hochschulen im Bereich des Rhein-Main-Gebietes angesprochen und gewonnen werden. Die naheliegenden Hochschulen in Wiesbaden und Mainz können ebenso wie die Hochschulen in Frankfurt und Darmstadt die Angebote des Museums verwenden. Dies kann vom regelmäßigen Besuch der einschlägigen Einrichtungen bis hin zur Nutzung der Studios und Sichtungsräume reichen.

Die wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Medienforschung hat mit der Schwerpunkt-Bibliothek in Frankfurt, dem Deutschen Filmmuseum Frankfurt und dem Deutschen Filminstitut

6. Schritt
Gleichzeitig und ebenfalls auf höchster Ebene in den Unternehmen müssen dann Verhandlungen mit der Industrie vorangetrieben werden. Ziel muss die Unterstützung des Museums auf vielfältige Weise sein. Die Mitgliedschaft in der Stiftung ist hier an erste Stelle zu setzen. Weiterhin sind finanzielle Spenden, Sachleistungen für die Ausstattung und den laufenden Betrieb und auch die Unterstützung durch z. B. Veranstaltungsbuchungen (Produktpräsentationen, Events, Incentives etc.) im Museum zu nennen. Ein Museum zum Thema Fernsehen ist von gesamtgesellschaftlichem Interesse und lässt sich unter vielfältigen Sichtweisen und Perspektiven sehen, immer aber steht es im Mittelpunkt des Interesses einer großen Anzahl von Bürgern.

In erster Linie sollten hier die Unternehmen der Elektronikindustrie angesprochen werden. Sie haben als Produzenten sowohl von Produktions- als auch Sendetechnik ein direktes Interesse am Thema Fernsehen. Dazu gehören selbstverständlich auch alle Firmen, die im Bereich der Unterhaltungselektronik z. B. Endgeräte herstellen. Die zukünftigen Besucher des Museums sind als Konsumenten eine große Zielgruppe. Hier sei besonders auf den gesteigerten Bedarf an Aufklärung zur Durchsetzung des digitalen Fernsehens hingewiesen, das ab 2010 in ganz Deutschland eingeführt und zu großen Umwälzungen in der Fernsehlandschaft führen wird. Im Deutschen Fernsehmuseum hätte die Industrie einen zentralen Ort, an dem umfassend über die Entwicklungen auch der Zukunft informiert und aufgeklärt werden könnte. Allerdings sind auch bei diesen Unternehmen die Gewinne im letzten Jahr geringer geworden, so dass eine Unterstützung des Projektes sicher nur durch einen erheblichen persönlichen Einsatz in der Vermittlung der Vision erreicht werden kann.

Gleiches gilt für Unternehmen der Kommunikationsbranche, die unter dem Schlagwort „Konvergenz der Medien" angesprochen werden können. Das Zusammenwachsen verschiedener Medien, die Verteilung der Inhalte durch Satelliten und Glasfaserkabel, die Möglichkeit der extremen Ausweitung der Senderangebote sind ohne die Leistungen der Kommunikationsindustrie nicht möglich. Auch hier sehen wir das Deutsche Fernsehmuseum als einen Ort der Darstellung und des Diskurses.

Als zentrale „Institution" für die weitere Arbeit zur Realisation des Deutschen Fernsehmuseums Wiesbaden soll ein „Board of Trustees" installiert werden. Personen des öffentlichen Lebens sind dafür zu gewinnen. Sie sollen mit ihrer Ausstrahlung, ihrer Stimme, ihrer Reputation und mit ihrem Einfluss die Idee des Deutschen Fernsehmuseums Wiesbaden weitertragen und zusätzliche Mitstreiter einbinden.

Neben diesen vielfältigen Initiativen muss das Projektbüro außerdem die nächste Stufe der Konkretisierung der Inhalte begleiten, die durch die Gespräche mit den staatlichen Institutionen, den Sendern und der Industrie beeinflusst werden können.

Die in der Machbarkeitsstudie entwickelten Vorschläge und Ideenskizzen müssen im Hinblick auf pädagogische, didaktische, inhaltliche und technische Fragen mit entsprechenden Expertenrunden diskutiert und weiterentwickelt werden.

Nach der Festlegung der Inhalte, Exponate und Installationen muss der Raumplan überarbeitet und genau festgelegt werden. Dieser dient dann als Grundlage für den Architektenwettbewerb, der international ausgeschrieben werden muss. Wie viele Beispiele von Museumsbauten in der letzten Zeit gezeigt haben, ist der Bau selbst einer der wichtigsten Anziehungspunkte für die Besucher.

Es werden sicher mehrere Jahre vergehen, bis die Fertigstellung des Museums in greifbare Nähe gerückt ist. Bis dahin werden viele Macher, Verantwortliche und Persönlichkeiten ihren Teil zum Gelingen beitragen müssen. Im Moment bleibt erst einmal unsere gemeinsame Vision: Wiesbaden als Standort für das Deutsche Fernsehmuseum.

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