Die 2. Feb. - Ausgabe 1943 - Der Anfang vom Ende
Die Hilferufe aus Stalingrad kommen zwar in Berlin an, aber bei 2 Meter hohen Schneemassen ist keine Hilfe in Sicht. Die Hilfstruppen stecken 50 km vor Stalingad im Tiefschnee fest. Die 9. Arme ist quasi am Ende. Das waren ursprünglich 320.000 Soldaten, von denen noch etwa 90 Tausend ausharren - bis zur endgültigen Kapitulation vor den Russen. Die Russen unter Diktator Stalin hatten ca. 2 Millionen Soldaten auf dem Flußufer gegenüber zusammengezogen, die Deutschen hatten keine Chance mehr.
Das alles mußte vor dem reichsdeutschen Volk versteckt werden - eine heikle Aufgabe. Und dazu befahl Göbbels die konzentrierte Erstellung von heroischen Durchhalte-Filmen.
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Ganz sicher waren einige dieser Filme wirklich gelungene Kunstwerke und auch sehr erfolgreich. Doch mit zunehmender Kriegsdauer reduzerte sich die Erholung und Ablenkung der im Reichsgebiet verbliebenen Bevölkerung fast nur noch auf das Kino mit den inzwischen wunderschönen bunten Träumen, die in 1943 aber völlig realitätsfremd waren.
Die Inhalte der einzelnen Artikel sind dünn geworden
Aus dem Impressum ist nicht zu ersehen, wer den oder die Artikel schreibt (geschrieben hatte), egal, welcher Name oder welches Kürzel unten drunter steht. Es ist auf jeden Fall sehr schwer geworden, sogar die Doppelausgaben zu füllen. Es gibt mehrere Seiten mit Fotos, die nur kleine kurze Bildunterschriften haben. Aus der Sicht des Kollegen sind das reine Füllseiten, damit überhaupt etwas geboten wird.
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Mädel helfen im Warthegau
Irgendwo im Warthegau (Anmerkung : offiziell Reichsgau Wartheland - und das lag im westlichen Polen), in der silbrig-grünen oder korngelben Weite uralten deutschen Bodens, den das Schwert unserer Soldaten dem Reich wiedergegeben hat, irgendwo zwischen See und Äckern liegt das Dorf.
Volksdeutsche Bauern aus Litauen, Wolhynlen und Bessarabien, aber auch junge Wehrbauern aus dem Herzen Deutschlands haben hier eine neue Heimat gefunden. Noch tobt auf fernen Schlachtfeldern der europäische Entscheidungskampf, aber schon vollzieht sich hier im Warthegau ein stetiger und zielklarer Aufbau bäuerlichen Schaffens.
Freilich, es fehlt in Haus und Hof so manche (männliche) Hand, die draußen an den Fronten noch die Waffe umspannt halten muß. Da sind nun mit frischem, fröhlichem Zupacken deutsche Mädel aus allen Schichten und Gauen des Reiches zur Hilfe angetreten.
- Anmerkung : Hier wird vorgegaukelt, daß die Mädchen alle aus eigenem Antrieb und vor allem freiwillig zur Erntehilfe ins tiefe Polen angetreten waren. Das stimmte überhaupt nicht - die allermeistenwurden nicht mal gefragt, sie mußten mitmachen - ebenso war es mit den Männern, die ab 1936 bis 1939 zum Arbeitsdienst quasi eingezogen wurden. Ablehnung oder Widerstand wurde da nicht geduldet. Die Partei und die Gauwarte wußten, wie man da mit etwas Nachdruck ansetzen und nachhelfen konnte.
Und während sie auf dem Felde die Garben binden und in den Ställen das Vieh besorgen lernen, offenbart sich ihnen eine neue Welt. Die Welt des naturverbundenen bäuerlichen Menschen, die Welt der Scholle, die uns alle nährt und trägt. In diesem unmerklichen und doch so schnellen Zusammenwachsen der Mädel mit Arbeit und Freude des Dorfes und seiner Menschen liegt - über die tätige Hilfe hinaus - der Gewinn fürs Leben.
Mädel im Osteinsatz ! Von ihrem Schauen und Lernen, von ihrer Arbeit und ihrem Feierabend, von ihrem Ernst und ihrer jungen, ungezwungenen Heiterkeit berichtet ein neuer Kurzfilm der Reichsjugendführung: „Inge" (Spielleitung Alfred Weidenmann). Aus der Erlebensfülle der Sommer- und Erntezeit sind ein paar Geschehnisse und Schaffensausschnitte herausgegriffen. In ihnen spiegelt sich ein gut Teil des dörflichen Daseins. Und was die Kamera hier einfängt, das sieht sie durch die Augen und Herzen der Mädel.
r. m. (wer war r,m. ?)
Neue Wege des Jugendfilmschaffens
Ein Gespräch mit Spielleiter A. Weidenmann, Leiter der Hauptabteilung Film in der "RJF" - (???) - Die deutschen Lichtspieltheater verzeichnen einen Publikumsbesuch wie nie zuvor. Auch das ist ein Beweis für die innere Kraft Deutschlands und seines kulturellen Willens.
- Anmerkung : Nein, völliger Unsinn. Die Wirklichkeit in den Bomben-Nächten in den Großstädten war so dermaßen destruktiv ud zermürbend, daß die verbliebene Bevölkerung ein paar wenige Stunden träumen wollte - bis zum nächsten Fliegeralarm. Die schönen und inzwischen sogar bunten Bilder lenkten von der Realität ab und fürs Geld - die fast wertlose Reichsmark - konnte man sowieso nichts Vernünftiges mehr kaufen.
In einer Zeit größter Entscheidungen (das gemeine Volk sollte und durfte von Stalingrad nichts wissen - sehen wir Filme (inzwischen fast nur noch Durhhallte-Filme) , die uns besinnlich stimmen, erleben wir die Wochenschau (die die Menschen fast nur noch belügt) , die uns dem gewaltigen Kampfgesohehen näherbringt.
Es ist darum nicht mehr als selbstverständlich, wenn auch die Jugend sich im Film meldet, um zu zeigen: Wir sind da, auch auf uns könnt ihr rechnen!
Gerade in letzter Zeit konnten wir Filme sehen, die uns von dem ernsthaften Bemühen der Jugend um den Sieg berichteten. „Soldaten von morgen" und „Außer Gefahr" waren zwei der interessantesten Kurzfilme, denen weitere folgen werden, und zwar über die „Marine-HJ", „Schi-Ausbildung der HJ" sowie vom Dienst in den W.E. Lagern (was waren das für Lager ?).
Die Filmschau „Junges Europa" erscheint sogar in regelmäßiger Folge. Der erste große Jugendspielfilm „Hände hoch" wurde kürzlich zur Eröffnung der Jugendfilmstunden im Berliner Ufa-Palast uraufgeführt, und jetzt kündigt sich schon wieder ein neuer Film an: „Inge", ein Bildbericht vom Osteinsatz des BDM.
Unwillkürlich drängt sich die Frage auf, wer sich wohl in derart herzerfrischender Weise der Sache des Jugendfilms angenommen und mit einer solchen Begeisterung vorwärts gebracht hat?
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Es ist Alfred Weidenmann, ein gebürtiger Stuttgarter.
Der junge Spielleiter, der als Bannführer zugleich die Hauptabteilung Film in der Reichsjugendführung leitet, ist fast „zufällig" zur Filmarbeit gestoßen: „Angefangen hat es eigentlich mit einer leeren Kasse", erzählt er.
„Sie müssen sich da so etwa hundert schwäbische Pimpfe vorstellen, die voll Unternehmungsgeist für ein paar Sommerwochen auf eine ostfriesische Insel gefahrtet sind. Das Wetter meinte es gut mit ihnen, das Meer ist neu für sie, und ob des ungewöhnlichen Ferienparadieses ... überschreiten sie den geplanten Aufenthalt, was sie im Grunde erst bemerken, als ihre Tageskasse leer ist. Schließlich das Telegramm an einen Stuttgarter Verlag um Vorschuß für ein Jungenbuch, das noch geschrieben werden würde. Ja, und so etwas gibt es: Dieser Verlag überwies bedenkenlos und ebenfalls telegraphisch die notwendige Hilfe ..."
„Und das war sozusagen die Geburtsstunde Ihres Jungenbuches ,Jungzug 2', das heute in weitester Verbreitung von der Jugend gelesen wird ?"
„Ja, ich mußte das dem Verlag gegebene telegraphische Versprechen natürlich einlösen. Beim Schreiben dieses Buches aber erstand immer stärker der Wunsch, die bescheidene Geschichte dieses ,Jungzug 2' auch zu verfilmen.
Das Ergebnis der Bemühungen war ein beträchtlich langer Schmalfilm, der dann seinerzeit sogar umkopiert auf Normalfilm noch seinen Weg in die Filmveranstaltungen der Jugend fand. Hiermit aber hatte ich die erste, wenn auch nur ,schmale' Bekanntschaft mit dem Film gemacht."
Bücher über die Jugend des neuen Europas
Der damals erst 19jährige ließ dann seinem ersten Buch noch weitere Werke über seine Arbeitsdienst- und Militärdienstzeit, später mehrere Bände über die von ihm besuchte Jugend des neuen Europas folgen. Mit seinem Jungenroman „Jakko", der durch die Tobis verfilmt worden ist, erfolgte eine neue Berührung mit dem Film, diesmal schon mit der Spielfilmproduktion. Als erste eigene Regieleistungen trat Alfred Weidenmann mit den Kurzfilmen „Soldaten von morgen" und „Außer Gefahr", die bereits Jugendthemen aufgriffen, erfolgreich an die Öffentlichkeit. Der Film „Hände hoch" brachte dann einen weiteren Erfolg.
„Wie sehen Sie nun eigentlich die weitere Entwicklung des Jugendfilms?"
„Zum Zustandekommen eines Films ist vor allem ein reinliches Darstellungsmaterial von hinreichend eigenartigem Charakter notwendig. Dies gilt in ganz besonderem Maße vom Film, den die Jugend als Darsteller trägt. Mit ,Hände hoch' glauben wir sozusagen die Tonleiter gefunden zu haben, mit deren Hilfe gespielt werden muß. Freilich wird dadurch die zu findende Handlung des von uns erstrebten Jugendfilms in ihrer Bedeutung nicht berührt. Im Drehbuch wird bereits das Urteil über das Gelingen eines Films gefällt. Aber während die Autoren der Jugendfilme bis zur Stunde vielfach alle starken Szenen, d. h. solche mit schauspielerischen Anforderungen auf erwachsene Darsteller verlagern mußten und somit gezwungen waren, der eigenen Fahne untreu zu werden, bin ich heute davon überzeugt, daß wir es getrost wagen können, ein neues Drehbuch voll und ganz auf jugendlichen Darstellern aufzubauen.
Hierbei bestärken uns noch die Erfahrungen unserer bisherigen Filmarbeit: Es ist nicht wahr, daß der Jugendfilm nur für die Jugend selbst von Interesse ist. Auch das allgemeine und das breiteste Publikum wird an einem echten und begeisternden Jugendfilm Anteil nehmen. Man soll zudem nicht sagen, daß es unter Mädels oder unter Jungens etwa an Konflikten mangeln würde, um ohne mühselige Konstruktionen den notwendigen Spannungsbogen eines Spielfilms zu füllen. Man soll dies insbesondere nicht heute sagen, wo die Erlebniswelt der Jugend ins fast Unerschöpfliche durch ihren umfassenden Kriegseinsatz erweitert ist.
Aber andererseits ist es schon so: Das Thema der Jugend ist ein eindeutiges und glasklares Thema, an dessen Gestaltung beim ersten Blick jede Tünche und alles Gekünstelte ins Auge springt. Dafür sind jedoch wieder die wenigen und seltenen gelungenen Jugendfilme der verschiedensten Produktionen meist Welterfolge geworden, wenn sie in ihrer Grundlage dazu die Voraussetzung mitbrachten.
Den Geist der heutigen Jugend mit Macht erfüllen
Es besteht zudem nach dem Film „Hitlerjunge Quex", der einst die erste Entwicklung des jungen Deutschland gestaltete, geradezu eine fast geschichtliche Verpflichtung, nun dafür Sorge zu tragen, daß auch der Geist, der die heutige Jugend mit Macht erfüllt, im Film seinen Niederschlag findet. Wobei es allerdings nicht notwendig sein wird, einen Film mit wallenden Fahnen und langen Marschkolonnen zu drehen. In jedem Schlosserlehrling, in jedem Schüler und in jedem Pimpf, der im Kreise seiner Familie seinen Alltag lebt, schlägt dieser Pulsschlag junger Herzen."
In diesem Zusammenhang eine andere Frage: „Wir sehen nunmehr in jedem zweiten Monat, gekoppelt mit der Deutschen Wochenschau, die Filmschau der Hitler-Jugend Junges Europa'. Welchen Sinn hat sie?"
„Diese Filmsahau, die sich der besonderen Förderung des Herrn Reichsministers Dr. Goebbels erfreuen darf, will dem deutschen Volke einen Einblick in die umfassenden und vielseitigsten Anstrengungen ermöglichen, denen sich die Jugend im Kriege zur Erringung des Sieges unterzieht.
Der Außenstehende erfährt durch diesen Bildbericht plötzlich und überraschend von einem Millionenheer deutscher Jungen und Mädel, die in der Heimat bereits ihre kriegsentscheidenden Aufgaben zugewiesen erhielten und mit Freude erfüllen. Indem wir Bilder von der Jugend des uns befreundeten übrigen Europas zeigen, ermöglichen wir einen überzeugenden Einblick in die Front des neuen Europas, dessen Gesicht sich bereits am deutlichsten gerade in der Jugend der einzelnen Völker erkennen läßt."
Werner Wiese
Lob der deutschen Genadiere
Ob sie heute an der Ostfront kämpfen, ob sie einst bei Hohenfriedberg ihre Fahnen gegen den Feind trugen, ob sie bei Sedan siegten oder im Weltkrieg an den Fronten des Ostens und Westens aufs neue ihren Ruhm bestätigten, immer kämpften und kämpfen sie in dem gleichen Geist und unter dem höchsten Einsatz und mit jenem beispiellosen Mut, der ihre Tradition ist: die deutschen Grenadiere.
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Die Waffen und die Taktik mögen sich geändert haben, das Heldentum der deutschen Infanterie ist allezeit das gleiche geblieben und findet in unseren Tagen seine leuchtendste Bestätigung.
Als der Führer vor kurzem den Infanterieregimentern der deutschen Wehrmacht, mit Ausnahme der Jäger- und Gebirgsjägerregimenter, die Bezeichnung „Grenadierregimenter" verlieh, ließ er einen Namen Wiederaufleben, der zu den ruhmreichsten Begriffen preußisch-deutscher Soldatengeschichte gehört.
Grenadiere hat es bereits in den Tagen des Großen Kurfürsten in der brandenburgisch- preußischen Armee gegeben. Der Name scheint uns heute nicht mehr so ohne weiteres erklärlich. Aber er bezeichnet dennoch genau ihre soldatische Sonderaufgabe, die sie in jener Zeit vor der übrigen Truppe auszeichnete.
„Grenadiere" - Ansprüche an höchste Tapferkeit
Die „Grenadierer", wie sie auch genannt wurden, waren bestimmt, noch vor den eigentlichen Sturmblocks der Musketiere die erste Bresche in die feindlichen Linien zu schlagen: mit Handgranaten, die damals aus kiloschweren Eisenkugeln mit glimmender Lunte bestanden.
Diese Ansprüche an höchste Tapferkeit und echtestes Mannestum sind mit dem Namen „Grenadiere" durch die Jahrhunderte verbunden geblieben und in unseren Tagen auf die gesamte Infanterie übergegangen. Denn jeder einzelne deutsche Infanterist, der heute mit der Handgranate oder den anderen modernen Infanteriewaffen sich Bahn zu schlagen oder sich zu verteidigen gezwungen sein kann, ist in des Wortes buchstäblichem und übertragenem Sinne ein Grenadier.
Man hat die Infanterie oft und oft die „Königin der Waffen" genannt. Nicht, weil der Soldat in anderen Truppengattungen etwa weniger Mut und Standhaftigkeit und Entschlossenheit aufzubringen brauchte, sondern weil sie bis in unser Jahrhundert, bis in die Gegenwart hinein in Angriff und Abwehr die Entscheidung bringt. Um ihre Fahnen webt sich eine Glorie, die am weithin sichtbarsten sieghafte Tradition und Kampfgeschehen verkörpert.
Es ist kein Wunder, wenn in den Bildern der Deutschen Wochenschau die Ausschnitte infanteristischer Kampfhandlungen die Heimat stets ganz besonders packen. Und es ist ebenso verständlich, daß auch der historische Film, als er in der Zeit des deutschen Niederganges nach dem Weltkrieg gelegentlich lebendige Bildstreifen aus der Zeit der friderizianischen Kriege brachte, mit diesen Ruhmesbildern der preußischen Infanterie den besseren und kernhaften Teil unseres Volkes zu höchster Begeisterung hinriß.
Seither hat es manchen Film gegeben, der in uns näherliegende Vergangenheit oder sogar in die Gegenwart griff, um das Hohelied der Infanterie, der Grenadiere zu singen. Wir brauchen uns beispielsweise nur der von Karl Ritter inszenierten Großfilme zu erinnern, in denen Sturm und Sieg, Ausharren und Heldentum der Infanterie phrasenlos und unpathetisch und dennoch strahlend hervortraten, um in Gedanken wieder erhoben und entflammt zu sein.
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Der wirkliche Begriff vom Soldatentum
Wie mancher deutsche Junge hat in jenen Filmbildern zum ersten Male den wirklichen Begriff vom Soldatentum, von der unabdingbaren Bewährungsprobe des Kampfes Mann gegen Mann erhalten und - mitgerissen - den glühenden Wunsch gefaßt, selbst, sobald einmal an ihn als Waffenträger der Nation der Ruf ergeht, ein Infanterist, ein Grenadier zu werden!
Denn eins steht fest: nirgends wohl als im Marsch- und Sturmschritt unserer Grenadiere klingt härter, den anzen Mann fordernder und ruhmvoller der Rhythmus jenes gewaltigen Ringens, in dem Deutschlands Söhne jetzt die Freiheit und Zukunft des Reiches erkämpfen.
Rolf Marben
Wir filmten in Salzburg
Wie der Titel des Films „Musik in Salzburg" schon verrät, ist die schöne alte Mozartstadt Schauplatz der Handlung. Ihre Gassen und Plätze, Bauten und Gärten, Stege und Brücken über die glitzernde Salzach gaben einen reizvollen Rahmen für die Außenaufnahmen, und die beschwingte Heiterkeit ihrer barocken Anmut schuf eine Atmosphäre wunderbarer Gelöstheit, von der die ganze Spielgemeinschaft erfaßt wurde.
Als wir Regisseur, Komponist und Hauptdarsteller nach ihrer Arbeit zu diesem Film befragten, gaben sie uns die hier veröffentlichten Antworten, in denen das Gluck froher Schaffenstage in Salzburg nachklingt und die Freude am Werk.
HERBERT MAISCH:
Nach der barocken Dramatik des Films „Andreas Schlüter" ist der Terra-Film „Musik in Salzburg" für mich eine willkommene Gelegenheit, meine guten Beziehungen zu den heiter gestimmten Musen wiederherzustellen. Seit dem „Königswalzer", mit dem ich vor vielen Jahren als Filmregisseur debütierte, habe ich nie wieder einen ausgesprochen heiteren Film inszeniert. Das Drehbuch von Ernst Otto Hesse, das nach einer Idee von Hermann Heinz Ortner entstanden ist, übersetzt ein Thema aus dem realen Leben in die Sprache des Kunstwerks, dem es erlaubt ist, alles in ein Spiel zu verwandeln. Dieser Vorgang wird begünstigt durch den Schauplatz des Films, das schöne, frohe Salzburg, und durch die Gegenwart einer Musik, die besonders in den Festspielwochen das Dasein dieser Stadt bestimmt.
Und unser Film ist ganz und gar ein Festspielereignis. Was in ihm geschieht, ist ohne Salzburg, ohne die Festspiele nicht denkbar. Das Liebeserlebnis des berühmten Dirigenten und Komponisten, das ihn zu einer neuen Jugend und zu neuer schöpferischer Produktivität erwachen läßt, ist nicht nur eingerahmt von Salzburger Episoden und Figuren, es wird gleichsam durchwirkt von der alles verklärenden Musik Mozarts.
Diese Musik bewahrt das Thema vor der Wendung ins Tragische, dessen Nähe wir immer empfinden, auch in den lustigsten Szenen des Films, und gibt ihm den Schwung in die große Heiterkeit des Spieles. Da jede Rolle dieses Films mit großen Darstellern besetzt ist, wird uns die Überwindung der Wirklichkeit durch die heitere Kunst sicherlich gelingen.
ALOIS MELICHAR:
Ein Film, der seine innigen Beziehungen zur Musik schon im Titel deutlich werden läßt, verpflichtet den Komponisten noch mehr als sonst. Es kommt hinzu, daß sich hier klassische Musik mit modernen Klängen vermischt. Mozarts Opernmusik und das Scherzo eines heutigen Orchesterwerkes, das später in einen Walzer ausklingt, das sind die beiden musikalischen Brennpunkte dieses Films.
Aber diese Musik umreißt gleichzeitig eine Persönlichkeit, sie ist die Atmosphäre um den Generalmusikdirektor Klinger, der von Willy Birgel gespielt wird. Es wird viel musiziert, wie das selbstverständlich ist, aber immer in engster Verbindung mit dem Geschehen des Films: Konzert, Oper, Festmusik - nie handelt es sich um Zubehör. Diese musikalischen Ereignisse müssen sein, sie sind ein lebendiger Bestandteil des Ganzen. Und sie werden miteinander verbunden von der Begleitmusik des Films, die das Hauptthema aufnimmt und fortführt, einen Walzer, den musikalischen Ausdruck des Liebesglücks und der wiedergewonnenen Lebensfreude. Eine große Aufgabe für den Filmkomponisten, aber auch eine schöne !
WILLY BIRGEL:
Für mich bedeutet es, trotzdem ich seinerzeit im „Schlußakkord" bereits den Dirigentenstock schwingen konnte, etwas unerhört Erregendes, einen Musiker, der nicht nur am Dirigentenpult steht, sondern auch komponiert, darzustellen. Die Musik ist gerade deshalb, weil sie für mich eine Leidenschaft am Rande meines Berufs bleiben muß, von größter Anziehungskraft.
Wie oft habe ich Musiker beneidet! Sie können auf die reinste und vollkommenste Weise ausdrücken, was sie bewegt. Der Generalmusikdirektor Anton Klinger, dem ich Gestalt und Stimme zu geben habe, befindet sich in dem Augenblick, "wo" (?) ich seine Bekanntschaft mache, in einer wenig beneidenswerten Verfassung, die ihm aber sofort unser menschliches Mitempfinden sichert: Er hat sich von der Gefährtin der letzten Jahre fortgelebt, sein schöpferischer Trieb ist versiegt. Aber jetzt lernt er ein junges Ding kennen, verliebt sich bis über beide Ohren, fühlt sich wie ein großer Junge und kann plötzlich wieder mit Lust arbeiten. Ein neuer Lebensabschnitt liegt vor ihm.
Doch das geht alles ohne tragische Schatten vor sich. In der Atmosphäre Salzburgs wird jede Szene zum Spiel. Es ist mir ein große Freude, von den schweren ernsten Rollen, die ich in der letzten Zeit im Film darstellen konnte, in einen Komödienstoff hineingekommen zu sein, in dem alle Dinge, die sonst tragisch sein können, durch die heitere Laune der Festspielzeit aufgelockert werden.
LIL DAGOVER:
Man kann nicht immer als Siegerin von einer Laune des Glücks gekrönt die Szene verlassen. Das Leben gestattet es nicht, und der Film, der ein Spiegel des realen Lebens ist, erst recht nicht. Denn gerade das Spiel, die heitere Fassung der Wirklichkeit, verlangt den Konflikt und die Nähe tragischer Momente.
Und so spiele ich in diesem vorwiegend heiter angelegten Film die einzige Rolle, die der Ernst des Lebens und der Kunst mit dunklerem Stift gezeichnet hat als alle übrigen Figuren. Die Kammersängerin Ursula Sanden kämpft vergeblich um den Geliebten, und sie gibt ihn auf, als sie erkennt, daß er eigentlich längst nicht mehr zu ihr gehört und - daß er von einer anderen zu schöpferischer Arbeit wiedererweckt wird.
Das ist für sie das Entscheidende. Sie ist viel zu sehr Künstlerin, als daß sie das übersehen könnte. So darf diese Ursula Sanden eine interessante und lebenskluge Frau genannt werden, und da sie außerdem über so viel innere Größe verfügt, sich einen lächelnden Abgang zu sichern, fiel es mir leicht, mich herzlich mit ihr zu befreunden.
THEA WEIS:
Ja, wirklich, mir geht es gut, sehr gut! Ich weiß erstens einmal die glücklichen Umstände außerordentlich zu schätzen, die mir zu dieser schönen Rolle verhalfen, zu der Darstellung der kleinen Elisabeth Häberlin, die von sich sagen kann: ich kam, ich sah, ich siegte.
Sie gerät per Zufall nach Salzburg, zeigt dem Generalmusikdirektor Klinger ihre Grübchen und ihre kindliche Aufgeschlossenheit für Musik und schlägt sofort ihre Partnerin, die ältere Rechte hat, aus dem Felde.
Indem sie sich dem Manne schenkt (Anmerkung : Sie ging mit dem alten Mann nochmal ins Bett, Paarungsversuche inbegriffen), überreicht sie ihm auch den Schlüssel zu dem lange verschüttet gewesenen Brunnen seines Talents, und damit ist ihr Triumph vollständig.
Eine Rolle dieser Art ist für eine junge Schauspielerin, die bisher gerade einmal in einem Film zu spielen hatte, ein Wink des Schicksals. Meine Partner, Willy Birgel, Lil Dagover, Hans Nielsen und Hans Olden, und der Spielleiter Herbert Maisch haben mich so recht kameradschaftlich in ihre Mitte genommen. Und siehe da, es ging alles sehr leicht, sehr heiter, sehr beschwingt zu - bei den Atelieraufnahmen in Berlin und bei den Außenaufnahmen in Salzburg und Umgebung.
Liebe, Lügen und ein Dehbuch
Auch dieser Film ist eine sogenannte Klamotte mit durchsichtig konstruierter Story, die heute keinen mehr vom Stuhl reißt. Die Bilder aus den Film-Studios zeigen eine wunderschöne glitzerne Traumwelt, die mit der Realität von 1943 im Deutschen Reich nun überhaupt nichts mehr zu tun hat.
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Das schwarze Schaf
Die fröhlich ausgelassene Stimmung eines Schützenfestes entfacht die Geister der Liebe und des mutwilligen Spiels. So kommt es, daß eine glückhafte Sommernacht über Menschenschicksale entscheidet: Die kühle Eva (Lotte Koch) entdeckt ihr Herz, Dr. Fabricius (Ernst von Klipstein) sein Temperament und der Außenseiter Stefan, das „schwarze Schaf" (Waldemar Leitgeb), findet ins bürgerliche Leben zurück.
Ebenfalls eine Klamotte
Akrobaat Schööön !
Charlie Rivel, der weltberühmte Varietekünstler;, wird zum erstenmal im Rahmen eines Spielfilms auf der Leinwand erscheinen. In dem Film „Akrobat schö-ö-ö-n ...!" verkörpert er einen tüchtigen, aber schüchternen Groteskakrobaten, dem im Leben alles schief geht. Im Kampf mit der Tücke des Objekts ist er liebenswert stets der Unterlegene.
Wie Charlie Rivel das macht, wie er gemütvoll, behutsam und versöhnlich die menschlichen Unzulänglichkeiten glossiert, zeigt ihn als großen Menschenkenner. In seiner berühmt gewordenen Nummer Akrobat schö-ö-ö-nl führt er seine heitere Kunst vor, die beste Akrobatik und vielseitige Musikalität mit einem tiefen Humor vereint. Unsere Bilder zeigen ihn mit Käthe Dickhoff
Zärtliche Weise aus Alt-Berlin
Auch hier wieder eine Traumwelt mit zwei schwestern und natürlich mit Grafen ohne Ende, also völlig unrealistisch.
Was wird wo gedreht ? (Februar 1943 - Heft 7/8)
Aus deutschen Produktionsstätten und Außenaufnahmen
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- Anmerkung : Eine Rubrik der Selbstbeweihräucherung - wen von den Lesern des Magazins hatten diese ganzen mehr oder weniger undurchsichtigen Details mit den aufgeführten Namen wirklich interessiert ?
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BABELSBERG UFASTADT
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- „MUSIK IN SALZBURG" Terra. Besetzung in Nr. 37/38-1942. „GABRIELE DAMBRONE" Terra. Herst.-Gr. Hans Steinhoff. Besetzung in Nr. 3/4 „SCHERZO" Terra. Herst.-Gr. Viktor v. Struve. Spielltg. Geza v. Bolvary Darst. Hans Söhnker, Elfie Mayerhofer, Maria Koppenhöfer, Ursula Herking, Lola Müthel, Gerda Maria Terno, Theodor Loos, Ernst Waldow. BuoS Maria ; v. d. Osten-Sacken. Kamera Reimar Kuntze. Bau Robert Herlth. Ton Karl-Erich Kroschke. Prod.-Ltg. Viktor v. Struve. Aufn.-Ltg. Gustav Wehrand. Kostümberatung W. Schulze-Mittendorff.
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TEMPELHOF
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- „GELIEBTER SCHATZ" Terra. Herst.-Gr. Hans Tost. Spielltg. Paul Martin, Besetzung in Nr. 1/2 und 3/4.
- „DIE GATTIN" UFA. Prod.-Ltg. Eberhard Klagemann. Besetzung in Nr. 3/4.
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FROELICH-STUDIO
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- „FAMILIE BUCHHOLZ" Ufa. Spielltg. Carl FroeliaV Buch Jochen Kuhlmey, nach dem gleichn. Roman von Julius Stinde. Besetzung in Nr. 5/6.
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JOHANNISTHAL
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- „PHILHARMONIKER" Tobis. Herst.-Gr. Dr. Engelsing. Spielltg? Paul Verhoeven. Besetzung in Nr. 1/2.
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GRUNEWALD-ATELIER
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- „WIE ERZIEHE ICH MEINEN MANN?" (früherer Titel „Wie finden Sie meinen Mann?") Tobis. Herst.-Gr. Hermann Grund. Besetzung in Nr. 5/6.
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ALTHOFF-ATELIER
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- „DIE BEIDEN SCHWESTERN" Berlin-Film. Herst.-Gr. Franz Vogel. Spielltg, Erich Waschneck. Besetzung in Nr. 5/6.
- „GROSSSTADTMELODIE" Berlin-Film. Herst.-Gr. Dr. Jonen. Spielltg. Wolfgang Liebeneiner. Besetzung in Nr. 39/40 1942.
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GEISELGASTEIG
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- „MAN REDE MIR NICHT VON LIEBE" Bavaria. Prod.-Ltg. Fred Lyssa. Spielltg. | Erich Engel. Besetzung in Nr. 5/6.
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WIENER ATELIERS
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- „DIE KLUGE MARIANNE" Wien-Film. Besetzung in Nr. 43/44-1942.
- „AM VORABEND" Wien-Film. Besetzung in Nr. 3/4. Thea Weis für Petra Unkel.
- Hiwrugek, Erik Frey.
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PRAG-BARRANDOW
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- „REISE IN DIE VERGANGENHEIT" Bavaria. Besetzung in Nr. 1/2. „TONELLI" Bavaria. Spielltg. V. Tourjansky. Besetzung in Nr. 1/2,
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PRAG-RADUTZ
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- „SCHICKSAL AM STROM". Prag-Film. Prod.-Ltg. Max Hüske. Besetzung in Nr. 5/6. Hinzugekommen Hermine Ziegler. Bau J. Zark und G. Hoesch.
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PRAG-HOSTIVAR
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- „JUNGE HERZEN" Ufa. Herst.-Gr. Hans Schönmetzier. Spielltg. B. Barlog. An Darst. bisher genannt Karin Himboldt, Fritz Wagner, E. Malaiin. Buch Christian Muck. Kamera Kurt Schulz. Bau A. Weber.
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HOLLAND-ATELIERS
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- „WILDVOGEL" Berlin-Film. Besetzung in Nr. 5/6. Kate Haack für Lina Carstens. Hinzugekommen Heinrich Schroth, ReginaId Pasch, Ellen Hille, Hans Waschatko.
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AUSSENAUFNAHMEN
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- „AKROBAT SCH-Ö Ö Ö-N ..." Tobis. Besetzung in Nr. 3/4. Theater des Volkes, Berlin.
- „DER SPIEGEL DER HELENA" Bavaria. Besetzung in Nr. 1/2. Kitzböhelin Tirol.
- „DER WEISSE TRAUM" Wien-Film. Prod.-Ltg. Karl Janoschek. Spielltg. undDrehbuch Geza v. Cziffra. Darst. Olly Holzmann, Wolf Albach-Retty, Karl Schäfer, Oskar Sima, Lotte Lang, Will Dohm, Georg Lorenz, Hans Schott-Schöbinger, Fritz Imhoff, Richard Eybner. Kamera Hans Schneeberger. Musik Anton Profes. Bau Eduard Stolba. Engelmann-Arena, Wien.
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Notizen
Nachtkino für Fronturlauber. Im Berliner Planetarium wurde ein Nachtkino geschaffen, das durchreisenden Fronturlaubern, die auf ihren Anschlußzug warten, bei freiem Eintritt beste Unterhaltung bietet. Auch in anderen deutschen Großstädten sollen Nachtkinos für Fronturlauber eingerichtet werden.
Titeländerungen:
Einige Filme, die unter vorläufigen Arbeitstiteln fertiggestellt wurden, erhielten jetzt ihren endgültigen Titel: „Zwischen Nacht und Morgen" (bisher „Augen der Liebe"), „Du gehörst zu mir" (bisher „Das letzte Abenteuer"), „Wenn die Sonne wieder scheint" (bisher „Der Flachsacker"), „Fritze Bollmann wollte angeln" (bisher „Wer zuletzt lacht").
FILME, DIE WIR SAHEN
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Zwei glückliche Menschen
Wien - Film. Spielleitung E. W. Emo. Darsteller Magda Schneider, Wolf Albach-Retty, Hans" Olden, Jane Tilden, Charlott Daudert, Oskar Sima, Gisa Wurm, Georg Lorenz, Hans Thimig, Vilma Tatzel, Otto Tressler, Hans Unterkircher, Harry Hardt, Alfred Neugebauer, Richard Eybner, Josef Mensehik, Fritz Imhoff. Drehbuch Kurt Wesse. Kamera Karl Puth. Musik Heinz Sandauer. Bau Erich Orave. Ton Otto üntersalmberger. Jugendverbot.
Ein guter Gedanke, das Ehepaar Magda Schneider und Wolf Albach-Retty wieder einmal als Filmpartner herauszustellen. Ihr liebenswürdiges Zusammenspiel macht die Seitensprünge der Fabel vergessen und hilft dem Spielleiter E. W. Emo die Glaubwürdigkeit der Geschehnisse nach Möglichkeit wahren, was nicht einfach ist, da das heitere Spiel wichtige Lebensfragen anrührt.
Die Liebe ist diesmal in der Jurisprudenz angesiedelt: er ist Rechtsanwalt und sie auch. So was kann in einer Filmehe natürlich nicht gut gehen. Originell der Einfall, wie sich beide am ersten Tag ihrer gemeinsamen Anwaltspraxis um die Klienten streiten und enttäuscht feststellen, daß es sich nur um geschäftstüchtichtige Vertreter von Lebensversicherungen, Bausparkassen usw. handelt. Bereits in den Flitterwochen bekommt die Ehe einen Knacks, und bei dem folgenden Scheidungsprozeß stehen sich beide gleichzeitig als Kläger, Beklagte und Verteidiger gegenüber.
Selbstverständlich ist dafür gesorgt, daß der Filmtitel „Zwei glückliche Menschen" doch noch zu seinem Recht kommt. Neben den locker und gelöst spielenden Hauptdarstellern waren sicher eingesetzt: Hans Olden und Oskar Sima als zwei Rechtsanwälte gegensätzlichen Temperaments, Charlott Daudert als kapriziöse Schauspielerin, Gisa Wurm als Wirtschafterin mit einem kleinen Gedächtnisdefekt und Jane Tilden als weinerliche Sekretärin, ferner Georg Lorenz, Hans Thimig und Vilrna Tatzel.
Irene Brademann
Wildnis, das letzte Paradies
Telos Film G. m. b. H. Verleih Urban. Kamera Paul Liel.erenz. Gestaltet von Heinrich Pasch. Musik Fritz Wenneis. Volksbildend. Jugendfrei, feiertagsfrei.
Aus dem reichen, vielfältigen Aufnahmematerial, das Paul Liebercnz von einer früheren Afrikaexpedition mit heimbrachte, stellte Heinrich Pasch AlMfB Film zusammen. Er läßt einen eindrucksvollen, oft erregenden Blick in das afrikanische Tierparadies mit riesigen Giraffen, beutegierig ein nächtliches Lager umschleichenden Löwen, sprungbereiten Tigern, mit den oft seltsamen Vogelarten, mit Nilpferden, Nashörnern und Elefanten tun und zeigt einige Ausschnitte aus dem Leben der Eingeborenen. Ein fesselndes Bilddokument.
Hans Ottmar Fiedler
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Liebeskomödie
Berlin-Film. Spielleitung: Theo Lingen. Darsteller: Magda Schneider, Johannes Riemann, Lizzi Waldmüller, Albert Matterstock, Theo Lingen, Rudolf Carl, Elsa Wagner, Herta Mayen, Ursula Herking, Ruth Lommel, Paul Bildt, Franz Weber, Jockei Stahl. Drehbuch: Franz Gribitz nach seinem gleichnamigen Theaterstück. Musik: Werner Bochmann. Kamera: Erich Claunigk. Bau: Gustav A. Knauer, Arthur Schwarz. Ton: C. E. Kroschke. Jugendverbot. Anerkennenswert.
Braucht ein Schlagerkomponist Ruhe oder leidenschaftliche Gemütsbewegungen, um zündende Musik zu schaffen ? Der Komponist Paterner entscheidet sich für Ruhe, sein Textdichter aber hält Aufregungen für wirksamer und inszeniert mit der vermeintlichen Geliebten Paterners eine Liebeskomödie, um den Freund durch Eifersucht zu musikalischen Einfällen anzuregen.
Doch vorläuft das Spiel nicht ganz programmgemäß, weil eine reizende kleine Schwindlerin dem Textdichter vorzeitig den Kopf verdreht. Bei diesem leicht gezimmerten Stoff ist das Wie der filmischen Gestaltung entscheidend. Theo Lingen als Spielleiter treibt die Handlung wortreich vorwärts. Er ist Spezialist für Situationskomik, die auch derbere, groteske Töne nicht ausläßt. Einige leicht hingetupfte köstliche Einfälle zeigen beschwingte Wirkung auch vom Optischen her (Kamera Erich Claunigk).
Die Darsteller haben an dem Spaß sichtlich selbst Vergnügen. In bester Spiellaune sieht man: Magda Schneider mit gewinnender Natürlichkeit, Johannes Riemann scharmant und ergötzlich boshaft, Lizzi Waldmüller graziös und temperamentvoll singend und tanzend, Albert Matterstock mit jungenhafter Männlichkeit und Theo Lingen urkomisch als ein den Heiterkeitserfolg einer Operette steuernder Premierenlacher, ferner bewährt Rudolf Carl, Elsa Wagner und Paul Bildt. Von der schwungvollen Musik Werner Bochmanns bleibt ein eingängiger Foxtrot „Das ist die Sehnsucht von allen Frauen" haften.
Irene Brademann
Unsichtbare Ketten
Italcine-Prod., Rom. Verleih Difu. Spielleitung und Drehbuch: Mario Mattoll. Darsteller: Alida Valli, Carlo Ninchi, Andrea Checchi, Giuditta Rissone, Carlo Campanini, Jone Morino. Deutsche Sprecher: Ruth Hellberg, Werner Pledath, Harry Giese, Roma Bahn, Kurt Vespermann, Lili Schoenborn. Kernen«: Anchise Brizzi. Musik Carlo Innocenzi. Bau O. Scotti, L. Christow. Herstellung der deutschen Fassung: Lüdtke & Dr. Rohnstein. Dialog und Spielleitung: R. W. Noaek. Originaltitel „Catene invisihili". In deutscher Sprache. Jugendverbot.
Ein italienischer Fitm, der durch seine lebensechte Problemstellung Interesse erweckt. Eine junge verwöhnte Dame der Gesellschaft will im Gefühl der Dankbarkeit gegen den plötzlich verstorbenen Vater dessen unehelichem Sohn, ihrem auf die schiefe Bahn geratenen Halbbruder, helfen. Sie scheut dabei sogar nicht die Mißdeutung durch einen um sie werbenden, geliebten Mann. Der Regisseur Mario Mattoli überzeugt, trotz einiger Gedankensprünge in der Handlung, durch die unpathetische Art der Durchführung dieser Idee. Auf dieser Linie erringt auch Alida Valli, eine der stärksten Begabungen des italienischen Films, einen unbestrittenen Erfolg. Die gleiche Echtheit zeichnet ihre Partner aus: den sympathisch überlegenen Carlo Ninchi und den nervös-gehetzten Andrea Checeht. Fein pointierend in einer Randfigur: Carlo Campanini. Ausgezeichnet, die deutsche Fassung mit der Hauptsprecherin Ruth Hellberg.
Wilhelm Hackbarth













