Das Jahr 1941 geht zuende und der Krieg hört einfach nicht auf
Dies ist die letzte bei uns vorhandene 1941er Ausgabe des Film-Magazins vom November 1941. Dann klafft eine große Lücke der Ausgaben bis Anfang 1943.
Dennoch zeigen sich hier erste Nervositäten der Autoren, was dem deutschen Kinofan überhaupt noch angedient werden kann und vor allem darf.
In der bereits 1933 gegründeten "Reichskulturkammer" und der angeschlossenen "Reichsfilmkammer" sind sowieso nur noch die überprüften nationalsozialistischen Gesinnungsgenossen erlaubt, alle anderen Antragsteller bekamen ganz einfach keine Mitgliedschaft mehr genehmigt und durften damit in den gesamten Göbbels hörigen Filmbetrieben nicht mehr beschäftigt werden.
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Besonders auffallend ist in dieser Ausgabe das Loblied auf die Wehrmacht, die ja überall - jedenfalls bisher - gesiegt hatte. Selbstverständlich stand da kein Wort oder keine Zeile, daß im siegreichen Polenfeldzug bereits 10.600 deutsche Soldaten gefallen waren. Im siegreichen Jahr 1940 starben fast 27.000 deutsche Soldaten und im nicht mehr ganz so siegreichen Jahr 1941 waren es bereits über 200.000, die aus dem Russlandfeldzug nicht mehr zurück kamen.
Das alles wurde in den von Göbbels beherrschten NS-Medien tot geschwiegen, Meldungen dieser Art waren quasi verboten und nur die engsten Angehörigen, die ein Familienmitglied verloren hatten, wurden und waren wahrheitsgemäß über den Verlust informiert, durften aber kein Wort nach Draußen (außerhalb der Familie) verlauten lassen.
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Was wird wo gedreht ? (November 1941 - Heft 45/46)
Aus deutschen Produktionsstätten und Außenaufnahmen
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- Anmerkung : Eine Rubrik der Selbstbeweihräucherung - wen von den Lesern des Magazins hatten diese ganzen mehr oder weniger undurchsichtigen Details mit den aufgeführten Namen wirklich interessiert ?
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Babelsberg Ufastadt
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- „Die goldene Stadt" Ufa (Herst.-Gr. Veit Harlan). Spielltg. Veit Harlan Darst. Kristina Söderbaum, Eugen Klopfer, Paul Klinger, Kurt Meisel, »««[otf Prack, Liselotte Schreiner, Annie Rosar, Inge Drexel. Weitere Besetzung wiederholt genannt.
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Tempelhof
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- „Das groBe Spiel" Bavaria. Spielltg. R. A. Stemmle. Darst. Ren6 Deltgen, Gustav Knuth, Heinz Engelmann, Josef Sieber, Maria Andergast, Hilde Jansen. Weitere Besetzung wiederholt genannt.
- „Hände hoch" D.F.G. Spielltg. Alfred Weidenmann. Darst. Erich Dunskus, Willy Witte, Johannes Schütz, Maria L. Fedorowa und hundert Pimpfe. Prod.-Chef Arnold Funke. Buch Alfred Weidenmann. Kamera Emil Schünemann. Musik Hörst Hanns Sieber. Bau M. Oostermann. Ton Hermann Storr. Aufn.-Ltg. Karl Moos.
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Johannisthal
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- „Ein Windstoß" Tobis. Spielltg. Walter Felsenstein. Hauptdarst. Paul Kemp, Margrit Debar Weitere Besetzung bereits genannt.
- „Die Sache mit 8tyx" Tobis. Spielltg. Karl Anton. Darst. Viktor de Kows, Margit Svmo, Laura Solarl, Will Dohm, Theodor Loos, Harald Paulsen, Werner Scharf, Hans Leibelt, Franz Weber, Walter Steinbeck, Franz Zimmermann, Leo Peukert, Kurt Seifert. Weitere Besetzung wiederholt genannt. (Auch Ufa-Ateliers.)
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Althoff-Atelier
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- „Mit den Augen einer Frau" Althoff/Adler-Mitteldeutsche-Kopp-Südost. Spielltg. K. G. Külb. Darst. Olga Tschechowa, Gustav Fröhlich, Karl Martell, Ada Tschechowa, Marina v. Dittmar, Erika v. Theilmann, Hilde v. Stolz, Paul Bildt, Franz Schafheitlin, Fritz Wagner, Albert Florath, Käte Alving, Elga Brink, Maly Delschaft, Trude Haefelln, Julia Serda, Olga Limburg, Eva Meineke, Harald Sawade.
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Geiselgasteig
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- „Der verkaufte Großvater" Bavaria. Spielltg. Joe Stöckel. Darst. Josef Eichheim, Erna Fentsch, Winnie Markus, Carl Wery, Oskar Slma, Elise Aulinger, Albert Janscheck, Wastl Witt, Erhard Siedel.
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Wien-Rosenhügel
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- „Die große Liebe" Ufa (Herst.-Gr. Walter Bolz). Spielltg. Rolf Hansen. Darst. Zarah Leander, Viktor Staal, Paul Hörbiger, Grethe Weiser, Hans Schwarz jr., Wolfgang Preiß, Victor Janson. Anschließend Aufnahmen im Froelich-Studio, Berlin.
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Wien-Sievering und Wien-Schönbrunn
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- „Wiener Blut" Wien-Film und Tobis. Herst.-Gr. Forst-Prod. Spielltg. Willv Forst. Darst. Willy Fritsch, Maria Holst, Hans Moser, Theo Lingen, Dorit Krevsler, Paul Henckels, Ernst F. Fürbringer, Fritz Imhoff. Weitere Besetzung wiederholt genannt. Auch Aufnahmen im Theater an der Wien.
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Außenaufnahmen
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- „Der 5. Juni" Ufa (Herst.-Gr. Hans Herbert Ulrich). Spielltg. Fritz Kirchhoff. Darst. Karl Ludwig Diehl, Carl Raddatz, Joachim Brennecke, Ernst v klipstein, Gerhild Weber, Hans Richter, Josef Kampers, Werner Völger. Buch Walter Ulbrich. Kamera Walter Pindter. Musik Hans Carste- Bau Herbert Nitzschke, Werner Vorwerg. Ton Heinz Martin. Aufn.-Ltg. Herbert Junghans, Paul Johannes Pach. Mark Brandenburg.
- „Die Nacht ohne Abschied" Ufa (Herst.-Gr. Ulrich Mohrbutter). Spielltg. Erich Waschneck. Darst. Anna Dammann, Karl Ludwig Diehl, Hans Söhnker, Otto Gebühr, Leopold v. Ledebur. Buch Johanna Sibelius nach einer Idee von M. W. Kimmich. Kamera Reimar Kuntze. Musik Werner Eisbrenner. Bau Ernst H. Albrecht. Ton Werner Maas. Aufn.-Ltg. Viktor Eisenbach. Jagdschloß Liebenberg bei Löwenberg in der Mark.
- „Eine Nacht in Venecia" Tobis (Herst.-Gr. Dr. Herbert Engelsing). Spielltg. Paul Verhoeven. Darst. Heidemarie Hatheyer, Lizzi Waldmüller, Hans Nielsen, Harald Paulsen, Edith Oß, Erika v. Theilmann, Erich Ponto. Venedig. Anschließend Atelier Berlin- Johannisthal.
- „Violanta" Ufa (Herst.-Gr. Tonlicht-Film Peter Ostermayr). Spielltg. Paul Ostermavr. Darst. Annelies Reinhold, Richard Häußler, Hans Schlenck, Frida Richard,' Karl Skraup, Hedwig Wangel, Betty Sedlmayr. Weitere Besetzung wiederholt genannt. Ellmau bei Kufstein, Tirol. Anschließend Atelieraufnahmen in Babelsberg Ufastadt.
- „Panik" FDF/Markische-Panorama-Schneider-Südost. Spielltg. und Hauptdarst. Harry Piel. Tierpark Hellabrunn, München.
- „Tiefland" Riefenstahl-Film/Tobis. Besetzung wiederholt genannt. Italien.
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Barrandow-Atelier, Prag
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- „Geheimakte W. B. 1" Bavaria. Spielltg. Herbert Selpin. Darst. Alexander Golling, Richard Häußler, Herbert Hübner, Eva Immermann, Günther Lüders, Willi Rose, Walter Holten, Gustav Waldau. Weitere Besetzung wiederholt genannt.
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Cinecittä, Rom
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- „Anuschka" Bavaria. Spielltg. Helmut Käutner. Darst. Hilde Krahl, Siegfried Breuer, Friedl Czepa, Rolf Wanka, Elise Aulinger, Fritz Odemar, Beppo Schwaiger. Weitere Besetzung wiederholt genannt.
- „Vom Schicksal verweht" FDF/Märkische-Panorama-Schneider-Südost. Spielltg. Nunzio Malasomma. Darst. Sybille Schmitz, Albrecht Schoenhals, Rudolf Fernau, Heinz Salfner, Hermann Speelmans, Alexander Engel. Weitere Besetzung wiederholt genannt.
- „Wiener Mädels" Itala/Siegel Monopol. Spielltg. Hubert Marischka. Darst. Johannes Riemann, Carola Höhn, Grethe Weiser, Lucie Englisch, Else v. Möllendorff, Heinz Salfner, Theodor Danegger. Kamera Eduard Hoeseh.
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Hunnia-Atelier, Budapest
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- „Maske in Blau" NFK/Märkische-Panorama-Schneider-Südost. Spielltg. Paul Martin. Darst. Clara Tabody, Wolf Albach-Retty, Hans Moser, Richard Romanowgky, Ernst Waldow, Joseflne Dora, Roma Bahn, Leo Peukert, Eugen Rex, Tibor v. Halmay, Gertrud Wolle. Frei gestaltet von Ralf E. Vanloo nach der gleicht). Operette von Heinz Hentschke und Fred Raymond. Drehbuch Walter Forster, Jo Hanns Rösler. Musik Fred Raymond. Musikalische Ltg. u. Bearbeitung Michael Jary. Liedertexte Günther Schwenn. Kamera Stefan Eiben. Bau Alfred Bütow, Heinrich Beisenherz. Ton Franz Lohr. Aufn.-Ltg. Gustav Lorenz.
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Cinetonfilm-Atelier, Amsterdam
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- „Rembrandt" Hans Steinhoff-Film der Terra. Spielltg. Hans Steinhoff. Darst. Ewald Baiser, Gisela ühlen, Hertha Feiler, Elisabeth Flickenschiidt, Aribert Wäscher, Eduard v. Winterstein, Paul Rehkopf, Rolf Weih, Clemens Hasse, Heinrich Schroth, Helmut Weiß, Karl Dannemann, Frida Richard, Bruno Harprecht, Lotte Rausch, Walther Süßenguth, Fritz Hoopts, Wolf Trutz, Heinrich Marlow, Franz Stein. Prod.-Ltg. E. G. Techow. Buch Kurt Heuser und Hans Steinhotf (frei nach Motiven aus dem Roman „Zwischen Hell und Dunkel" von V. Tornius). Kamera Richard Angst. Musik Alois Melichar. Bau Walter Röhrig. Ton Walter Rühland.
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Marschierer, Kämpfer, Sieger
Das Hohelied der Infanterie
Unvergänglich ist der Ruhm des deutschen Infanteristen, unvergleichlich sind seine Leistungen, in dem gegenwärtigen deutschen Entscheidungsringen glorreicher denn je. - Zu den großen Filmvorhaben unserer Zeit gehört der Ufafilm „Der 5, Juni", der dem deutschen Fußsoldaten in dankbarer Würdigung gewidmet sein soll, das Hohelied auf unsere Infanterie !
- Anmerkung : Ein reichsdeutscher sprudelnder Lobgesang auf den deutschen Soldaten an sich und seine bedingungslose Hingebung - einscließlich Gesundheit und Leben - für Führer, Vaterland und den Endsieg. Im Dezember 1941 war aber nach etwas mehr als 2 Jahren Krieg die Siegersträhne der deutschen Wehrmacht vorbei - endgültig vorbei. Die hohe Anzahl der Totalverluste, der Gefallenen, ließ sich nicht mehr verheimlichen. Alleine die Rundfunk-Sendung "Wunschkonzert" zeigte deutlich, die Zahl der Verwundeten war inzwischen erheblich und lag bereits im 500.000er Bereich.
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Sie haben in diesem Kriege Leistungen vollbracht, die alles in den Schatten stellen, was je in der Geschichte in das Ruhmesbuch des Soldaten eingegangen ist: Sie, die Männer der deutschen Infanterie. Sie sind marschiert und marschiert, Tausende von Kilometern, hin und zurück durch Polen, vom Rhein bis an die Pyrenäen, von Drau und Donau bis tief in den Peloponnes, von der Weichsel bis an die Newa, bis an den Oberlauf der Wolga und bis ans Asowsche Meer.
Sie sind marschiert durch Sonnenglut und strömenden Regen, über hartgefrorene Straßen und grundlose, morastige Wege, durch Staub und Dreck, durch Sümpfe und urwaldhafte Wälder, sie sind marschiert, bis alle Knochen schmerzten und fast übermenschliche Anstrengung dazu gehörte, die Müdigkeit zu überwinden, - aber wenn es dann nach noch so langem Marsch ins Gefecht ging, dann war in Sekundenschnelle, mit einem einzigen Ruck unerhörter Energie alle Mattigkeit wie verflogen.
Jeder Muskel straffte sich wieder, die Augen und Gedanken waren wieder hellwach, und neue Siege hefteten sich an die Fahnen der deutschen Infanterie. Und wenn ihre Siege auch nicht ohne das Zusammenwirken aller Truppenteile denkbar sind, so ist und bleibt sie dennoch die Königin aller Waffen.
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- Anmerkung : Bis hierher stimmt der heroisch euphorische Lobgesang. Aber dann wird es nur noch "komisch" und völlig hypothetisch.
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Das Heldentum des „unbekannten Soldaten"
Wenn man von dem Heldentum des „unbekannten Soldaten" spricht, dann steht immer vor unseren Augen das Bild der großen, grauen Heerbanne jener Marschierer und Fußkämpfer, die zäh und angriffsfreudig, mit einer Tapferkeit und Unermüdlichkeit ohnegleichen den Feind werfen, wo sie ihn auch treffen.
Nur für einen Laien mag es in diesem Kriege zuweilen den Anschein haben, als ob die Entscheidung der Schlachten heute vorwiegend durch andere Waffen, durch die Panzer etwa, die Flieger, die schwere Artillerie oder die Pioniere fiele.
Aber auch in dem gegenwärtigen Ringen, in den Riesenschiachten, die ohne Beispiel sind, und noch in den kleinsten Teilgefechten gibt es keinen Sieg, der ohne die Infanterie errungen oder gesichert werden könnte. Auch für die moderne Kriegsführung kann kein Meter Bodens als erobert gelten, den nicht auch die Infanterie mit ihrem Blut und ihrem Schweiß gewonnen hat.
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- Anmerkung : Hier wird ja jetzt ganz deutlich gesagt, daß der deutsche Soldat mit Tapferkeit und Unermüdlichkeit fremdes Land "erobert". Die Definition von "erobern" sagt eindeutig aus, ein fremdes Gebiet oder Land, daß "einem" vorher nicht gehört hatte, mit Gewalt in Besitz nehmen. Wußte das der euphorische Schreiberling dieses Artikels nicht ? So entlarvt er indirekt den Grund des deutschen Angriffs-Krieges mit eigenen Worten.
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Wenn der deutsche Infanterist den Sieg erzwingt
Uns Deutschen, erst recht aber unseren Feinden mag es oft und oft wie ein Wunder erscheinen, daß der deutsche Infanterist, wo immer er seine Waffe führt und wohin er auch marschiert, den Sieg erzwingt.
Gewiß, seine Ausbildung ist die gründlichste, seine Waffen sind die besten, die sich nur denken und schmieden lassen.
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- Anmerkung : Auch das hier ist völliger Unsinn, weil ein großer Teil der deutschen Soldaten mit den uralten Karabinern in den Krieg geschickt wurde. Und der war unhandlich groß und schwer und er konnte immer nur einen Schuß abgeben.
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Aber das Entscheidende bleibt doch der Geist, der ihn beseelt. Und dieser Geist ruht auf einer jahrhundertealten Tradition. Er führt von den Scharen eines Frundsberg über die Bataillone Friedrichs des Großen, über die Freiheitskämpfer gegen Napoleon bis zu den Männern, die Jahr um Jahr, tagaus, tagein in den Schützengräben des Weltkrieges lagen, immer auf der Wacht, immer bereit zu Abwehr und Angriff.
Dieser Geist geht wie ein soldatisches Erbgut durch die deutsche Infanterie. Und Kriegserfolge werden heute wie eh und je nicht nur mit der Waffe erkämpft, sondern buchstäblich auch mit den Beinen ermarschiert.
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- Anmerkung : Auch das war totaler Unsinn. Die anfänglichen deutschen Erfolge wurden mit den Panzern erreicht, die die Gegner blitzartig überraschten. Die Infanterie rückte immer erst später nach.
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Es hat im Ausland genügend Militär~„Sachverständige" gegeben, die in mehr oder minder geistreichen und schwungvollen Büchern die Meinung vertraten, die großen Epochen der Infanterie seien vorüber.
Die deutsche Kriegsführung hat ihnen überragend und schlagend bewiesen, daß weder Flieger noch Panzer allein einen Gegner restlos auf die Knie zwingen können, der auf der Hut und noch im Vollbesitz seiner Kampfkraft ist.
Der Infanterist führt den entscheidenden Vernichtungsstoß. Die anderen Waffen bereiten seinen Angriff vor, sie unterstützen und decken ihn, aber er vollendet den Sieg und stellt ihn sicher.
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Jeder einzelne deutsche Infanterist ein Taktiker
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- Anmerkung : Solch ein Unsinn, seit Kriegsbeginn imSept. 1939 war nur noch Gehorchen angesagt und zwar bedingungsloses Gehorchen - wie im 1. Weltkrieg in Verdun, als 1 Million deutsche Soldaten (Infanteristen) von den deutschen Offizieren sinnlos in den Tod getrieben wurden.
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Freilich hat die Infanterie heute in Technik und Taktik ein anderes Gesicht als zu des großen Preußenkönigs oder noch zu eines Moltke Zeiten. Jeder einzelne deutsche Infanterist ist in unseren Tagen selbst zum Taktiker ausgebildet.
Wie anders wäre es möglich, daß in Polen und Frankreich, in Norwegen und auf dem Balkan und jetzt wieder in den Weiten des Ostens oft und oft eine Handvoll deutscher Soldaten, völlig auf sich allein gestellt, ganze feindliche Truppenteile in Schach gehalten, außer Gefecht gesetzt oder gefangengenommen hat.
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- Amerkung : Das sind die Träume des verblendeten Autors gewesen. Ich habe in den verfügbaren Kriegsberichten nirgendwo solche Berichte gefunden.
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Da liegen die feldgrauen Männer in blitzschnell gegrabenen Schützenlöchern, weit verstreut über das Kampffeld, da springen sie aus der Deckung hervor, stürmend im Angriff, auch wenn der nächste Kamerad Dutzende von Metern entfernt stehen mag, da tasten sich kleine Stoßtrupps durch die Wirrnis der Wälder.
Jeder weiß, daß es auf ihn, gerade auf ihn ankommt, und daß er in entscheidenden Augenblicken, ganz auf sich selbst angewiesen, gleichsam sein eigener Feldherr sein muß. Dies ist höchster Stolz und wahrstes Mannes- und Kämpfertum des deutschen Infanteristen.
Könnte man nicht im gewissen Sinne sagen, daß der Infanterist der Soldat überhaupt ist? Denn auch die Kameraden aller anderen Truppenteile und Formationen müssen, bevor sie an und mit ihrer Waffe ausgebildet werden, eine infanteristische Schulung durchmachen. Sie müssen das Gewehr und das leichte MG ebenso wie die Regeln und Manöver des einfachen Fußgefechtes beherrschen lernen.
Der Panzerschütze, der Artillerist, der Kolonnenfahrer, ja zuweilen sogar der Flieger, - haben sie nicht so manches Mal schon vor der Notwendigkeit gestanden, sich als regelrechte Fußkämpfer, mit dem Gewehr in der Faust, ihrer Haut wehren zu müssen?
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Der Glaube an die Bürgschaft des deutschen Endsieges!
Wie aber die infanteristische Ausbildung alle anderen Waffen in einem bestimmten Grade durchdringt, so hat auch die Infanterie heute an den verschiedensten Waffen unmittelbar teil.
Wenn Blücher heute einen Blick auf die deutschen Heerscharen werfen könnte, er würde staunenden Auges all die Dinge sehen, die in diesem Kriege ein Infanterieregiment mit sich führt: leichte und schwere MG's, Maschinenpistolen, leichte und schwere Granatwerfer, Infanteriegeschütze und Panzerabwehrkanonen.
Und im ersten Hinsehen würde der Feldherr von einst sich am Ende fragen, ob er überhaupt Infanterie oder - Kavallerie vor sich hat. Denn ein Infanterieregiment hat heute mehr Pferde als früher ein ganzes Kavallerieregiment. Gar nicht davon zu sprechen, daß es eine stattliche Zahl von Kraftfahrzeugen mit sich führt.
Es gibt daher nur sehr wenige Infanteristen, die nicht an mehreren Waffen und Geräten ausgebildet sind. Ihre ganze Ausbildung ist ausgerichtet auf die große Dreiheit des Marschierens, des Kämpfens und der Geländebeherrschung.
Welche wahre soldatische Kunst sich im Gelände zu bewegen, daß Gelände auszunutzen, sich gleichsam dienstbar zu machen, - welche Kunst, die sich nie auslernen läßt!
Verteidigung und Angriff, Erkundung und Aufklärung, welche Summe an Verantwortung, an Kraft- und Geschicklichkeits- und Mutanforderung, und jede dieser Forderungen erfüllt der deutsche Infanterist bis ins Letzte. Immer leuchtet in seinen Augen, und mögen tagelange Märsche fast ohne Ruhepausen hinter ihm liegen, der heiße Soldatenwunsch „Ran an den Feind!" Wo die Infanterie ist, ist vorn, wo der deutsche Infanterist steht, ist unvergängliches Heldentum, ist die Bürgschaft des deutschen Endsieges!
Wiener Blut
Ein Filmbericht aus Sievering
Wien, Ende Oktober 1941
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Blut ist, nach einem Ausspruch Mephistos, ein ganz besonderer Saft. Nun, Goethes weiser Höllenfürst hätte sich da etwas genauer ausdrücken können, aber sicherlich wollte er es nicht. Ein Geheimnis schwebt um die verschiedenen Mischungen, die unsere Lebensflüssigkeit ausmachen und letzten Endes das Temperament des Individuums bestimmen.
Gewiß, wir können unsere Nächsten ihrem inneren Wärmegrad oder der Kraft ihres Pulsschlags entsprechend einschätzen, wir lassen den einen als schwer - den anderen als leichtblütig gelten und behaupten von einer Schönen, daß sie heißblütig sei.
Gewiß, wir können auf „Paprika" oder „blaues Blut" schließen, aber, der Mediziner möge freundlichst verzeihen, von den eigentlichen Bestandteilen des Blutes ist nicht allzuviel bekannt.
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Unser Mann ist Willy Forst
Da hatten wir kürzlich ein recht lohnendes Gespräch mit einem Mann, der all diese Fragen sorgsam durchdacht hat. So weit durchdacht, daß er nun versucht, eine bestimmte Blutgruppe künstlich - oder vielmehr künstlerisch - nachzubilden: dieser Mann ist Willy Forst, seine Zauberwerkstatt ist das Filmatelier in Sievering, seine Schmelztiegel und Retorten aber heißen Drehbuch und Kamera. Die Blutgruppe endlich, für die sich Forst als gebürtiger Wiener zuständig fühlt wie kein anderer, ist das „Wiener Blut".
Und nun das Rezept, durch das Willy Forst nach einer chemischen Umformung das pulsende, fröhliche Leben des Wiener Bluts in einem Film zeigen will: ein bißchen Leichtsinn, dazu ein schönes Quantum Humor, ein paar Tröpfchen Liebe, ein Schuß Lebensfreude und noch von diesem und jenem ein wenig, vor allem aber viel, viel Musik.
Die irreale Welt in die Filmstudios
Ein Sprung, und wir sind mitten drin im Wurstelprater, einem der vielen Schauplätze des Films „Wiener Blut". Die Herren tragen bunte Fräcke, die Damen schöngeraffte Krinolinen, hier die gestickten Westen vergnügter Bürger, dort kokette Häubchen, schelmische Blicke und zierliche Schuh.
Dazu drehn sich spiegelnde Karusselle, die Werkeln (in Norddeutschland Leierkästen genannt) künden den zauberischen Rhythmus des soeben aufgekommenen Wiener Walzers, und in allen Buden ist Hochbetrieb.
„Besuchen Sie Schreyers Affentheater" künden vielversprechende Plakate an, „heute bringt die vier-füßige Künstlergesellschaft den Wienern ihre einmaligen Produktionen dar!"
Natürlich sind auch die starken Männer da, die sich durch Degenschlucken oder Feuerfressen ernähren, und die Dame, die aus dem Kaffeesatz baldige Heirat und reichen Kindersegen prophezeit.
- Anmerkung : Hier wurde indirekt das propagierte ursprüngliche und eigentliche Lebensziel der deutschen (arischen) Frau angesprochen, nämlich viele Kinder zu bekommen. Das wurde nach den ersten Kriegsjahren, als die Frauen im Reich in der Industrie für die vielen Soldaten im Feld einspringen mußten, ganz sachte und propagandistisch geschickt geändert. Auf einmal war die Frau notgedrungen doch (etwas) mehr Wert als nur als Gebärkuh herhalten zu müssen.
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Der Blick in diese Traumwelt
In einem Pavillon wird eifrig getanzt. Wir sehen genauer hin: Das ist doch der Moser? Richtig, er schiebt seine kleine Schöne im Galopp über die Fläche, eins, zwei, - eins, zwei, und kommt dabei gänzlich aus der Fahrtrichtung. „Au, mein Kreuz!'* klingt sein Wehruf auf, als der unvermeidliche Zusammenstoß mit einem anderen Paar erfolgt. Entrüstet sieht sich Moser um und blickt - Theo Lingen ins Gesicht.
Der stemmt die Arme in die Hüften, zieht eine seiner berühmten, ironiegewürzten Mienen: „Ah, der Herr Knöpfel! Und noch dazu mit der Cilly?! Ja, was machen Sie denn hier im Prater?" Darauf Herr Knöpf el, ganz zugeknöpft: „Der hat mir grad noch gefehlt!" Und jetzt, weil in diesem Moment die Musik verstummt, steigen die Paare vom Pavillon hinunter in den Pratergarten.
Wie es im Filmstudio zugeht
Zwei Schritte weiter, und wir stehen neben Willy Forst, der zu Seiten der Kamera das Geschehen gliedert, steigert, dämpft oder ändert, der aus der Improvisation des Augenblicks heraus einen neuen Einfall sofort zur Tat werden läßt und, einem Maler vergleichbar, seinem fast fertigen Gemälde die letzten Tupfen aufsetzt, die erst dem Bild das wirkliche Leben geben.
Eisern wird gearbeitet: Die kleine Szene mit Moser und Lingen, mit den beiden hübschen Wiener Nachwuchsschauspielerinnen Vilma Tatzel und Klaramaria Skala wird wiederholt, noch einmal und noch einmal, immer wieder, stunden- und stundenlang.
Denn hier geht es nicht nur um das hübsche, lebensfrohe Bild, nicht allein um den logischen Aufbau einer kleinen Filmszene; bei Willy Forst geht es immer um den ganzen Film.
In Vergessenheit geraten sind die vielen Fragen um Kamera, Stoppuhr und Mikrophon: Forst erledigt das in restloser Beherrschung der Materie, der Frucht jahrelangen Mühens, wie aus dem Handgelenk. „Wiener Blut" soll ein Film werden, der einen eigenen, sich steigernden Rhythmus entwickelt, in dem sich die Dinge der Akustik und der Optik, Klang und Schwung, zu einer Einheit verschmelzen müssen.
Es wird gearbeitet, gearbeitet, gearbeitet
Eisern wird gearbeitet: Die Energie des Spielleiters spricht jeden an, die Kleindarsteller am Tisch in der Ecke sitzen nicht nur da, sondern spielen mit, sie scheinen nicht nur froh, weil die Szene es verlangt - sie sind es wirklich. Es wird geprobt und geprobt. Abends sind alle müde bis zum Umfallen.
„Wie, Herrn Mosers Stimme kommt zu leise? Noch einmal also. Die tanzenden Paare müssen sich bemühen, nicht zu laut aufzutreten, sonst kann man Moser nicht hören. Also, Herr Moser, Sie nehmen ihre Cilly recht fest in den Arm, und dann tanzen Sie in dieser Richtung los wie ein Berserker. So. Und nun Ruhe, bitte ! Musik !"
Kleine Szene aus einer großen Filmarbeit, die uns Lachen und Lebensfreude verspricht - „Wiener Blut". Johann Strauß' berühmte Operette war der Urstoff, aus dem Willy Forst und Ernst Manschka das Drehbuch formten: die liebenswürdige Geschichte einer Begegnung der preußischen Gradheit mit dem Scharm der Donaustadt zur Zeit des Wiener, des tanzenden Kongresses. Maria Holst und Willy Fritsch spielen die Hauptrollen, Hedwig Bleibtreu, Dorit Kreysler, Paul Henckels und viele andere sind mit dabei in diesem Film vom singenden, klingenden Wien.
Hans Balcke
Ein Windstoß (eine dieser Klamotten)
Herr Rigattieri erregt öffentliches Ärgernis
Der kleinste Schneeball kann zur Lawine wachsen und ein Windstoß die Ankündigung eines Sturmes sein. Wenn der bekannte italienische Dramatiker Giovacchino Forzano, der vor allem durch seine Zusammenarbeit mit dem Duce an den Dramen „Hundert Tage" und „Cavour" bekannt wurde, jetzt eine Komödie schrieb und sie „Ein Windstoß" betitelte, so will er damit gewiß nicht nur die tragikomische Ausgangssituation seines Werkes kennzeichnen, sondern läßt darüber hinaus den Windstoß zu einem Sinnbild dessen werden, wie im Verlauf der Ereignisse die völlige Umkehr in der Seele eines Menschen herbeigeführt, wird. -
Der Florentiner Bürger Rigattieri lebt abgesondert von aller Welt. Er pflegt keinen Umgang mit den Nachbarn und gerät schließlich in den Ruf, ein ausgesprochenes Ekel zu sein. Aber der Abgrund, den er selbst zwischen sich und der Umwelt aufgerissen hat und über den keine Brücke mehr zu führen scheint, ist so tief, daß er schließlich in eine unerträgliche Selbstgerechtigkeit verfällt.
Keiner hat Gelegenheit zu beobachten, wie liebevoll das vermeintliche Ekel seinen gelben Kanarienvogel betreut und wie seine Seele an den tausend Altertümern, mit denen er handelt, hängt. Solcher Regungen ist nur ein gutes Herz fähig, aber wer soll dieses Herz sehen, wenn es immer hinter einer mehr als rauhen Schale verborgen bleibt?
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Da kommt der Windstoß.
Er erhascht den Sonderling gerade in dem Augenblick, als er für den Bruchteil einer Minute im - Hemd auf der Treppe steht, um irgendeiner häuslichen Verrichtung nachzugehen.
Anmerkung : Auch in Florenz lagen die Toiletten pro Etage im Treppenhaus.
Der Windstoß wirft die Wohnungstür des Rigattieri zu, und nun steht der selbstgerechte Mann, der immer soviel an den anderen auszusetzen hatte, leicht bekleidet vor den Hausbewohnern, die schnell herbeigeeilt sind.
Nein, Mitleid kann ein Mann, der sich immer außer der Reihe stellt, nicht erwarten! Wer anderen mit Mißtrauen entgegentritt, darf in solch peinlicher Situation nur auf schärfste Kritik rechnen. Rigattieri sollte es sogar noch schlimmer gehen: Man zeigte ihn wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses an. -
Mit diesem Prozeß, in den der Florentiner ohne jede wirkliche Schuld verstrickt wird, beginnt seine Bekehrung von einem hoffnungslosen Einzelgänger zu einem brauchbaren Mitglied der menschlichen Gesellschaft. Einen wesentlichen Anteil an der Erziehung hat allerdings auch das Mädchen Angelina, das Rigattieri vor dem Selbstmord bewahrt, als es sich aus Liebeskummer das Leben nehmen will.
Angelina und die Ereignisse im Gefolge jenes indiskreten Windstoßes lassen den Antiquitätenhändler aus Florenz, der sich vermessen hatte, ohne die Menschen leben zu wollen, aus einem verstockten und bärbeißigen Junggesellen zu einem Mann werden, der seine Mitmenschen trotz ihrer kleinen und großen Fehler liebt und so für die Zukunft den Anspruch erheben darf, selbst geliebt zu werden - trotz seiner mancherlei Merkwürdigkeiten.
Eine wirkliche Komödie
Giovacchino Forzano hat diesen Stoff zu einer wirklichen Komödie zu formen gewußt, in der - wie bei jedem wahren Kunstwerk - das Tragische und das Komische nahe beieinander wohnen. Auf sehr vielen deutschen Bühnen hat Rigattieris Geschichte Lachen - und Nachdenklichkeit hervorgerufen, vor allem auch im Schiller-Theater der Reichshauptstadt, in welchem Paul Kemp unter Walter Felsensteins Regie diese dankbare Rolle spielte. -
Nun werden wir die Bekehrung des Griesgrams auch auf der Leinwand erleben. Die Tobis hat aber nicht nur den Hauptdarsteller dieser erfolgreichen Komödie, sondern auch ihren Regisseur, Walter Felsenstein, für den Film verpflichtet, der denselben Titel führen wird wie das Bühnenstück : Ein Windstoß.
Walter Felsenstein hat bereits in einem Studiofilm seine Film-Spielleiterfähigkeiten vielversprechend unter Beweis gestellt. Das Mädchen Angelina spielt Margrit Debar, eine junge Nachwuchsschauspielerin.
Die Außenaufnahmen des Films sind in den vergangenen Wochen am Ort der Handlung in Florenz gemacht worden, wo die engen Gassen, die Märkte und der Ponte Vecchio den schönsten Rahmen für das heiter-ernste Spiel abgeben.
Günther Dietrich
Der deutsche Farbfilm kommt !
Der deutsche Film steht an einer Wende, die kaum weniger bedeutsam ist als seinerzeit der Übergang vom Stumm- zum Tonfilm.
Wissenschaftler und Künstler haben in jahrelanger intensiver Gemeinschaftsarbeit den deutschen Farbfilm zu einer technischen Vollkommenheit entwickelt, die für die Zukunft großartige Leistungen erwarten läßt. Als erste Frucht dieser Bemühungen empfängt die Öffentlichkeit jetzt den Ufa-Farbfilm „Frauen sind doch bessere Diplomaten".
Anläßlich einer Sondervorführung dieses Films, zu der die Presseabteilung der Reichsregierung einlud, sprachen, von Ministerialrat Wilfried Bade einleitend begrüßt, der Leiter der Filmtechnischen Zentrale, Dr. Richard Schmidt, über den „Stand des deutschen Farbfilms" und der Spielleiter des obengenannten Films, Georg Jacoby, über die praktischen Erfahrungen bei der Dreharbeit.
Das Prinzip des Verfahrens des deutschen Farbfilms
Aus der Fülle des Interessanten greifen wir nur einiges heraus. Der deutsche Farbfilm baut sich heute auf dem Agfa-Color-Verfahren auf, das im Gegensatz zu anderen Systemen relativ geringfügige Änderungen des Produktions- und Wiedergabeapparats verlangt.
Das Prinzip des Verfahrens ist in Kürze dieses: Auf den Rohfilmstreifen werden nacheinander drei verschiedene Farbemulsionen in hauchdünnen Schichten aufgegossen, von denen jede bei der Belichtung auf einen anderen Farbwert - Rot, Grün oder Blau - reagiert.
So erhält man ein Negativ mit den Komplementärfarben: der blaue Himmel erscheint also darauf zunächst gelb. Kopiert man dies Negativ nun wieder auf einen unbelichteten Farbfilm, so kehren sich die Farben um und geben die natürlichen Werte wieder.
Der große Vorteil dieses photochemischen Verfahrens besteht darin, daß man von einem Negativ beliebig viele Farbkopien herstellen kann - was übrigens auch erst nach Überwindung großer Schwierigkeiten gelang.
Zum Test - ein Großfilm muß her
Als die Agfa nun im Sommer 1939 an die Ufa mit dem Vorschlag zu praktischer Erprobung des Verfahrens herantrat, erkannte Dr. h. c. Klitzsch, der Betriebsführer der Ufa (Anmerkung : Er war der Direktor der UFA !!), daß nur die Arbeit an einem Großfilm genügend vielseitige Erfahrungen bieten könnte.
So wurde denn „Frauen sind doch bessere Diplomaten" mit Marika Rökk und Willy Fritsch in den Hauptrollen dafür bestimmt. Die Arbeit begann unter denkwürdig schwierigen Umständen, wie sie sich niemals wiederholen können.
Die ersten Farbfilme brauchen immens viel Licht
Am hinderlichsten war zunächst, daß damals die Farbfilme noch eine gewaltige Lichtmenge gebrauchten. Bis zu 30.000 Lux waren erforderlich, 120 Scheinwerfer tauchten die Szene in blendende Helligkeit, zeitweise wurde der ganze verfügbare Strom der Ufa gebraucht.
Die Schauspieler bewegten sich in dieser furchtbaren Helligkeit zunächst wie Schlafwandelnde; sie konnten die Augen kaum öffnen. Doch gelang es den beiden Kameramännern, Konstantin Irmen-Tschet und Alexander v. Lagorio, verhältnismäßig rasch, durch eine geeignete Verteilung der Lichtquellen wenigstens erträgliche Verhältnisse zu scharfen.
Dennoch konnte ein weißes Tischtuch Höllenqualen verursachen, weil es unvorstellbar reflektierte. Es stellte sich heraus, daß man besondere Meßinstrumente entwickeln mußte, weil das menschliche Auge nicht imstande war, unter diesen von seiner natürlichen Umwelt so weit abweichenden Gegebenheiten die Verteilung von Licht und „Schatten" und die Wertigkeit der Farbtöne zu unterscheiden.
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Ds Maß der Dinge waren die Farben auf der Leinwand
Kostümbildner und Architekten sahen sich vor die schwierige Aufgabe gestellt, ihre Farben nicht mehr nach der natürlichen, sondern nach der Wirkung auf die Kamera abzustimmen - alles Dinge, die heute überwunden sind, weil es inzwischen gelungen ist, Farbenemulsionen filmisch verwertbar zu machen, die um das Fünffache lichtempfindlicher sind als die im Anfang verwendeten, so daß wir also heute mit einem Fünftel der 1939 benötigten Lichtmenge auskommen.
Auch sonst gab es eine Menge von überraschenden Entdeckungen, die nicht immer angenehm waren. Es zeigte sich, daß eine grüne Wiese, morgens fotografiert, blau erscheinen konnte, wenn starker Tau gefallen war; denn die vielen Tautropfen reflektierten den blauen Himmel!
Einstellungen, die man morgens aufgenommen hatte, paßten nicht mit den wenige Stunden später aufgenommenen anschließenden Einstellungen zusammen, weil das Mittagslicht wesentlich andere Farben enthält als das Morgenlicht und infolgedessen alle Farbwerte verändert erschienen.
Und all diese Arbeiten im Kriege ........
Nimmt man hinzu, daß all diese Arbeiten im Kriege geleistet werden mußten und daß nur die intensive Zusammenarbeit und der dauernde Austausch von Anregungen zwischen Wissenschaftlern und Künstlern schließlich die Schwierigkeiten besiegten, so darf man mit Freude und Stolz auf das Ergebnis blicken.
Schon dieser erste Farbgroßfilm ist eine hochwertige Leistung, die überall ahnen läßt, welche schlechterdings ungeheuren Entwicklungsmöglichkeiten der deutsche Farbfilm jetzt in unablässiger Weiterarbeit verwirklichen wird.
Ein Film um den Fußball
Die hunderttausend Zuschauer, die am 22. Juni 1941 auf dem Reichssportfeld voll Begeisterung dem großen Fußballkampf Schalke gegen Rapid beiwohnten, hatten keine Ahnung, daß sie gleichzeitig - Filmschauspieler waren! Sie wirkten, ohne es zu wissen, in dem Bavaria-Film „Das große Spiel" mit, den R, A. Stemmle inszeniert.
Während bei den Hunderttausenden die Frage, wer in diesem Endspiel siegen würde, im Mittelpunkt des Geschehens stand, ging es bei den Filmieuten um die Frage des „Sein oder Nichtsein" ihres Films.
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Kein Filmregisseur könnte es sich nämlich leisten, hunderttausend Zuschauer als Komparsen zu verpflichten; kein Spielleiter würde es wohl auch fertig bringen, eine solche Menge zu einer so lebhaften Anteilnahme zu bewegen, wie sie ein Fußballspiel in Wirklichkeit auslost.
Daher kam man auf den Gedanken, das Spiel vom 22. Juni mit elf Kameras einzufangen, und die Aufnahmen dann im Film zu verwerten. Wiederholt werden konnten die Aufnahmen natürlich nicht; daher hing alles davon ab, ob der Wettergott an diesem Tage gute Laune haben würde. Die Filmleute zitterten. Der Wettergott aber - hatte gute Laune, die Sonne strahlte auf das Riesenfeld, die Aufnahmen gelangen und der Film konnte in Angriff genommen werden!
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Soviel vom Inhalt des Films:
Der Fußballverein „Wupperbrück" steht in den entscheidenden Kämpfen um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Da verliert der Verein, gerade zur unrechten Zeit, seinen tüchtigen langjährigen Mittelstürmer durch eine Verletzung. Zum Glück meldet sich der aus Gleiwitz nach Wupperbrück gekommene Obersteiger und Sturmführer Werner Fehling an.
Sein Eintritt in die Mannschaft bringt zugleich Verwirrung in ihre Reihen: er verliebt sich in Grete Gabler, die als heimliche Braut des Torwarts Jupp Jäger gilt. Ganz Wupperbrück wird von dem Klatsch um die drei jungen Menschen erfaßt. Die Kameradschaft droht einen Riß zu bekommen. Das Endspiel in Berlin steht bevor. Wird der gemeinsame Gedanke an den Sieg stärker sein als persönliche Gegensätze?
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Und schon wieder eine Klamotte ....
Das ist der Kern, um den sich der Film dreht, und damit ist auch zugleich seine Welt umrissen. Es ist die Welt des Fußballs, die große, die Massen leidenschaftlich bewegende Welt.
Wenn Stemmle sie echt auf die Leinwand bringen wollte, mußte er sie gründlich studieren. Und das tat er. Selbstverständlich wurde er selbst zum „Fußballer", als er seit Mai dieses Jahres keinen Vorentscheidungskampf um die Deutsche Fußballmeisterschaft versäumte und bei den Festen der Vereine die Aktiven so richtig auch von der menschlichen Seite her kennenlernte.
Der Spielleiter war nun also mit dem Milieu vertraut. (Sein Produktionschef war es übrigens auch; denn Helmut Schreiber ist nicht nur aktiver Fußballspieler, sondern war als solcher sogar Mitglied der Nationalmannschaft!)
Nun mußten aber auch seine Darsteller mit einem Fußball umzugehen wissen. Darum hieß es, fußballernde Schauspieler und schauspielernde Fußballer zu finden.
Dies war gar nicht so schwer: Rene Deltgen, der den Werner Fehling spielt, brauchte das Spiel gar nicht erst zu lernen, ebensowenig Heinz Engelmann, der Darsteller seines Rivalen, und Gustav Knuth, der einen Trainer spielt.
Josef Sieber, der in dem Film einen älteren Bergmann darstellt, spielt heute noch Fußball in dem bekannten Schauspielerverein „Oase".
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Fußballer sind eifrige, willige und brauchbare Schauspieler
Reichssportführer von Tschammer und Osten hat die Nationalspieler Jahn, Miller, Hoffmann, Kupfer, Gellesch, Tibulkski, Goede, Lehner, Eppenhoff, Walter, Appel, Nickel, Graf, Balogh und Bauernfeind dem Film zur Verfügung gestellt.
Außerdem hat der Trainer Josef Herberger die Schauspieler fünf Wochen lang trainiert. Andererseits erwiesen sich die Fußballer als eifrige, willige und brauchbare Schauspieler. Somit sind diesmal alle Voraussetzungen erfüllt, um einen wirklichkeitsgetreuen Spielfilm aus der Welt des Sports zu schaffen.
Von den Aufnahmen weiß Stemmle noch eine nette Geschichte zu erzählen: In Dresden fand ein Vorrundenspiel um den Tschammerpokal zwischen dem Dresdner SC und Admira-Wien statt. Wie üblich gab es ein Vorspiel, und dieses Vorspiel ließ Stemmle für den Film spielen, das heißt, es fand statt zwischen den im Film verpflichteten Darstellern und Fußballern und wurde gleichzeitig gedreht.
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Das Filmschauspiel vor richtigen Zuschauern
Stemmle hatte aber wohlweislich seinen Darstellern nicht vorher gesagt, daß das Spiel vor richtigen Zuschauern stattfinden werde.
Stemmle unterhält sich also mit seinen Film-Fußballern, alle sind seelenruhig, jeder weiß, was er drehbuchgemäß nachher auf dem Spielfeld zu tun hat. Es kann losgehen.
Ein Pfiff ertönt. Die Mannschaften begeben sich auf das Spielfeld. Aber, o Schreck: Dort sitzen - 40 000 Zuschauer, vierzigtausend! 1!
Die Wirkung war verblüffend. Der Gedanke, vor diesen Fachleuten spielen zu müssen, lähmte die sonst so unerschrockenen Darsteller vollständig. Sie benahmen sich, daß das Publikum vor Vergnügen kreischte. Deltgen zum Beispiel hob, als der Ball heranrollte, das Bein, statt gegen den Ball zu treten.
Was war das Lampenfieber im Theater gegen dies beklemmende Gefühl, vor einer solchen Masse zu spielen?!
Doch die Verwirrung dauerte nur wenige Minuten; dann hatten die außer Fassung gebrachten Schauspieler sich „gefangen", und nun zeigten sie, was sie konnten. Deltgen schoß gleich zwei Tore - und der Jubel der Zuschauer war doppelt groß!
Geno Ohlischlaeger
Licht und Schatten
Rernbrandts bewegtes Schicksal im Film
Eines der bedeutendsten Filmvorhaben der neuen deutschen Produktion ist der Hans-Steinhoff-Film der Terra „Rembrandt", Ewald Baiser wird den genialen Maler inmitten dieses großen Zeitgemäldes darstellen.
Finanzielles Elend und erbitterter Daseinskampf haben zu allen Zeiten unter dem Dach der Künstler gewohnt. Wir wissen nur zu wenig von ihrem Leben, wir haben uns immer viel mehr mit ihrer Kunst als mit ihrem Schicksal beschäftigt. Wer weiß zum Beispiel, daß einer der größten Meister der Malerei, Rembrandt, am Ende seiner Tage - Modell stehen mußte, um nicht zu verhungern?
Rembrandt Harmenszoon van Rijn, am 15. Juli 1606 in der alten holländischen Universitätsstadt Leyden einem braven Mühlenbesitzer von seiner biederen Ehefrau als fünftes Kind geschenkt, hatte das Glück, daß seine Eltern ihm gestatteten, den früh entdeckten künstlerischen Neigungen zu leben.
Der Vater ließ ihn, in dem richtigen Instinkt, daß in dem Jungen etwas Besonderes stecke, die Universität besuchen, und als ihm das trockene Studium nicht behagte, bei dem Maler Isaac Swanenburch und später gar bei dem Amsterdamer Meister Pieter Lastmann arbeiten und lernen.
Rembrandt war "eigen"
Aber schon der junge Rembrandt zeigte, daß er ein Eigener sei; er wollte bei keinem anderen in die Lehre gehen, er kehrte in seine Mühle zurück und malte, was ihn selbst interessierte: das Spiel der Lichter in den geheimnisvollen Kammern der Mühle, sich selbst, wie er sich im Spiegel sah, natürlich oder mit verzerrtem Ausdruck - immer wieder hat er bis kurz vor seinem Tode sich selbst gemalt - die Landsknechte und Vagabunden der Heerstraße, die Bettler und Krüppel der Leydenschen Gassen, den Vater und die Mutter und die Geschwister.
Bald stellte er sie in all ihrer natürlichen Dürftigkeit und Häßlichkeit dar, bald verwandelte er sie durch ein paar Kostümstücke und Trödlergerät in ehrwürdige biblische Personen. Weil schon der Knabe das Leben in seiner ungeschminkten Wahrheit malte, fand seine Kunst viele Liebhaber und bald kamen selbst aus Amsterdam die Händler, um seine Bilder und Blätter zu erstehen.
Mit sechsundzwanzig Jahren wurde ihm die Heimat zu eng, er übersiedelte nach Amsterdam und nahm bei dem Kunsthändler Uhlenburgh Wohnung. Amsterdam war damals eine reiche, aufblühende Stadt; ihr Hafen war der größte Umschlagplatz der Weltschiffahrt, ihre Börse das Herz des Welthandels, ihre Bürger konnten es sich also Wohlsein lassen, und da nimmt es niemand wunder, daß Rembrandt bald kaum Zeit fand, die zahlreichen Porträtaufträge für einzelne Bürger und Vereine und Gilden zu bewältigen.
Seine Bilder wurden hohe Mode, sie waren lebenswahr gemalt und hatten doch etwas Ursprüngliches; selbst wenn er sie nur wegen der Bestellungen ohne innere Anteilnahme malte, wurden es eben echte „Rernbrandts".
Von den Bildern dieser Zeit erregte die „Anatomie", die ihm der Professor Tulp in Auftrag gegeben hatte, wegen der starken Einheitlichkeit der Komposition und der überraschenden Lichtwirkung das größte Aufsehen.
Die Nichte Saskia, ein friesisches Patrizierkind
Eines Tages führte ihm sein Mietsherr seine Nichte Saskia, ein friesisches Patrizierkind, eine zarte, zierliche Mädchenknospe, zu. Diese hatte sich freilich unter dem berühmten Maler nicht solch einen knorrigen, äußerlich wenig ansprechenden Burschen vorgestellt. Aber während sie ihm zu einem recht offiziell gemalten Bildnis saß, gewann der Mensch Rembrandt doch den Menschen Saskia, und nach anfänglichem schroffen „Nein" der namensstolzen Eltern führte 1634 der Sohn des Volkes das reiche adlige Fräulein heim.
Saskia wurde seines Lebens Inhalt und er ihre Erfüllung. In der Entwicklung ihrer Bilder von der züchtigen „Braut" bis zur glühend sinnlichen „Danae" enthüllt sich die Geschichte ihrer leidenschaftlichen Liebe.
Für Saskia erstrebte Rembrandt nunmehr das große Leben, für Saskia erwarb er ein eigenes Haus und lud es mit tausend kostbaren, aber auch vielen nur durch seine Sammelwut im Preis getriebenen Schätzen aus aller Herren Länder an, für Saskia kaufte er Perlen und Edelsteine und Teppiche und Kunstwerke und alle Herrlichkeiten, die Frauen lieben.
Der erste Schatten fiel auf sein Glück, als nacheinander die drei Kinder, die sie ihm gebar, starben; erst ein viertes, ein Knabe Titus, blieb am Leben und wurde Stolz und Freude der Eltern. Doch die zarte Mutter selbst hatte ihre Kraft erschöpft; sie erlag, kaum dreißigjährig.
Rernbrandts zweite große Liebe
Rernbrandts wuchtiger, den ganzen Menschen fordernder Persönlichkeit und den Anstrengungen der häufigen Mutterschaft. Die Amme seines Sohnes Titus nahm nun fünf Jahre lang den Platz der Frau bei ihm ein, wohl weniger in seinem Herzen als in seinen Sinnen, die nie allein sein konnten.
Aber sie mußte, nach einem häßlichen Prozeß um ihre vermeintlichen Gattinnenrechte, einem dreiundzwanzigjährigen Bauernmädel weichen, einer Waise von der deutschen Grenze, die nicht lesen und nicht schreiben konnte und nur von ihrer Hände Arbeit gelebt hatte, die ihn aber mit allen Reizen einer unverbrauchten gesunden Jugend fesselte.
Und Hendrikje Stoffels wurde Rernbrandts zweite große Liebe. Er behängte sie mit Saskias Schmuck, er malte sie, wie einst Saskia, als „Susanna", sogar im gleichen Motiv.
Was Saskia vorausgeahnt hatte, was Rembrandt sich selbst nicht mehr verheimlichen konnte, trat bald ein: wirtschaftliche Schwierigkeiten schwerster Natur machten ihm von nun an das Leben schwer.
Seine Beliebtheit war erheblich gesunken, seit er auf der „Nachtwache" die Schützen, obwohl sie dafür jeder eine größere Summe bezahlt hatten, nicht „ähnlich" gemacht hatte. Seine Einnahmen hatten sich infolgedessen stark verringert, und da er nie hatte rechnen können, kam es schließlich zur schlimmsten Katastrophe: der Besitzer des Hauses drängte nach vierzehn Jahren endlich auf die Bezahlung der Restschuld und ließ ihn, da Rembrandt nicht zahlen konnte, kurzerhand bankerott erklären; sein Haus und seine Sammlungen kamen unter den Hammer, der Ertrag deckte seine Schulden nicht, Rembrandt mußte - Hendrikje und Titus wurden bei Verwandten untergebracht - ein ärmliches Dachzimmer beziehen, und auf jedes neue Bild legten die Gläubiger Beschlag.
Rembrandts Ende
Schließlich kamen Hendrikje und Titus auf eine gute Idee: sie gründeten eine Kunsthandels-Gesellschaft, verpflichteten Rembrandt gegen freie Kost und Wohnung zur Mitarbeit und ließen sich im voraus wegen angeblicher Forderungen gegen ihn seine zukünftigen Bilder verpfänden.
Doch das Glück war Rembrandt nicht mehr hold: nachdem Hendrikje ihm eine Tochter Cornelia geschenkt hatte, starb auch sie mit dreißig Jahren. Rembrandt mußte Saskias Grab verkaufen, um Hendrikje beerdigen zu können. Und einige Zeit später verlor er auch seinen Sohn Titus.
Trotz dieser schweren Schicksalsschläge war seine Arbeitskraft nicht gebrochen, ja, die Bilder, die er jetzt malte, gehören zu seinen besten, wenn man sie auch schließlich verhöhnte, weil die Farben so dick aufgetragen waren, „daß man sie an der Nase aufheben konnte".
Rembrandt aber mußte seinen Unterhalt verdienen, indem er einem seiner Schüler Modell stand oder für einen Gulden den Zeugen vor Gericht machte! Als er am 8. Oktober 1669 starb, hinterließ er seinen Gläubigern „seine Kleider, acht Taschentücher, zehn Mützen, eine Bibel und das Malgerät."
Uns aber hinterließ er sechshundert Bilder und an tausend Zeichnungen und Radierungen, einen Besitz, der ihn nach heutiger Bewertung zu einem der reichsten Männer nicht nur Hollands, sondern überhaupt der Welt machen würde.
geschieben 1941 von O. (wer war das ??)
Das Leben im Zirkuszelt
Aus der Zauberwelt der Sarrasani • Von Jupp Mliller-Marein
Als der Zirkus Sarrasani im Sommer 1941 in Berlin gastierte, mischte sich die schwarze Farbe der Trauer in die bunte Flitterpracht. Auf dem Sportgelände nahe am Richard-Wagner-Platz war die Zeltstadt lustig aufgebaut. Die Wohnwagen bildeten ihre heitere Parade, die Fassade des großen Eingangstors zur Arena lockte mit gewohnter Märchenhaftigkeit - aber der Herr und Meister dieser Zauberwelt hatte sein Reich verlassen.
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Ein Zirkusdirektor kann nicht wie andere Menschen sein.
Ein paar Tage zuvor hatte der Zufall noch die Freundlichkeit besessen, uns in einer Berliner Hotelhalle zusammenzuführen. Hans Stosch-Sarrasani war froh und geladen von Unternehmungslust. Er war nicht wie andere Menschen. Natürlich nicht.
Ein Zirkusdirektor kann nicht wie andere Menschen sein. Er war ein Romantiker. Bei ihm war zweimal zwei nicht vier. Bei ihm war das Leben keine einfache Rechnung mit fest umrissenen Zahlen. Es war kompliziert, und die Rechnung wäre manches Mal nicht aufgegangen, wenn diesem Direktor der Zauberwelt nicht unsichtbare Zauberwesen zur Seite gestanden hätten, die schwierige Fälle auf simple, nämlich wunderbare Weise lösten.
Was blieb dem Zirkusdirektor, dem Manne, der ausgezogen war, real denkenden Menschen allabendlich Wunder und Wunderlichkeiten vorzuführen, anders übrig, als selber an das Wunder zu glauben?
Bei ihm war ein Tisch kein einfaches Möbel, sondern ein vierbeiniges Holzwesen, das um die ganze Welt mitreisen mußte, damit der Besitzer die Beine darunterstrecken und Heimatgefühle empfinden konnte.
Ihm war ein Füllfederhalter kein simples Büroinstrument, sondern ein Zauberstab in der Westentasche, von dessen Laune es abhing, gute oder böse Verträge abzuschließen.
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Ihm war eine Hotelhalle auch nicht einfach eine Hotelhalle.
„Dieser Raum", sagte Hans Stosch-Sarrasani und deutete mit der Geste einer dankbaren Reverenz auf die Versammlung der Tische, Polstersessel und fremden Gäste, „spielt in meinem Leben eine große Rolle. Einmal fuhr ich Wochen hindurch vergeblich hinter einem Entfesselungskünstler her, der sich ins Privatleben zurückgezogen hatte und spurlos verschwunden war. Ich brauchte ihn dringend, den Mann. Aber die Agenten suchten ihn umsonst. Ich selbst glaubte, ihm auf den Fersen zu sein, doch wohin ich auch reiste, immer hieß es: ,Bedaure! Abgereist!'
Endlich gab ich es auf, ging in diese Hotelhalle, um meinen Ärger mit einem scharfen Genever hinunterzuspülen, und wer saß am Nachbartisch? Der Entfesselungskünstler, der sein Lebtag noch nie in dieser Halle gewesen war. Ein anderes Mai saß ich hier, in der gleichen Ecke am Kamin, und hatte den Kopf voller Sorgen. Es war eine schlechte Zeit.
Die Wirtschaftskrisen, von denen die ganze Welt heimgesucht war, hatten auch mich und meinen Zirkus nicht verschont. Ich grübelte, zerbrach mir den Kopf, wie ich meine Tiere füttern könnte und woher ich, ohne zu stehlen, das viele Geld nehmen sollte, das notwendig ist, eine solche Zeltstadt mit Tieren, Menschen, Wagen, Material von einem Ort zum anderen zu befördern.
Da stand ein fremder Mann vor mir, fragte, ob ich der Zirkusdirektor Sarrasani sei, und stellte sich als einer der einflußreichsten westdeutschen Industriekapitäne vor. Zehn Minuten später war mein Zirkus wieder flott. Ach, ich könnte Ihnen wohl ein Dutzend Geschichten vor dieser Halle erzählen.
Immer, wenn ich hier bin, weiß ich, daß etwas Bedeutendes für mich geschieht. Doch was könnte mir diesmal passieren? Es geht mir gut. Ich habe keine Sorgen als jene, die alle Deutschen in dieser Kriegszeit haben. Ich weiß, daß heute manches schwer ist und daß wir einem desto größeren Aufstieg entgegensehen."
Er zückte seinen Federhalter und schrieb mir in ein Buch, das von seiner Zirkuswelt erzählte, den Wahlspruch der Sarrasanis: „Willenskraft Wege schafft!" Und wie er so schrieb und plauderte und mir mit dem Lächeln des Weltmannes sein Buch zum Geschenk überreichte, sah er gar nicht wie ein Herr über Elefanten, Tiger, Löwen, Entfesselungskünstler und Luftakrobaten aus, sondern wie ein moderner Unternehmer und Betriebsführer.
Er plauderte schnell und mit sachlicher Betonung, entwickelte Pläne, erzählte von seinem Leben und dem seines Vaters. Seine Sekretäre und Mitarbeiter kamen und gingen, brachten Zirkusnachrichten, Akten, Abrechnungen, Vertragsvorschläge und Extrakte von Telephonaten. Und die Hotelhalle war gar nicht geheimnisvoll.
Drei Tage später, gerade als das Berliner Gastspiel beginnen sollte, war Hans Stosch-Sarrasani seinem Vater gefolgt. Sein Tod kam plötzlich. Doch genau wie sein Vater, der, bevor er sich in Sao Paulo zur Ruhe legte, befohlen hatte: „Der Zirkus soll spielen!" genau so befahl es der Sohn. „Der Zirkus soll spielen!"
Die Clowns tummelten sich in der Arena mit breiten roten Lippen und geschminkten Gesichtern. Der Entfesselungskünstler, in Ketten und Handschellen eingeschlossen, hing an den Füßen hoch in der Zirkuskuppel. Die junge Herrin der Zauberwelt, Trude Stosch-Sarrasani, führte blaß und im schwarzen Gewand den Reigen der Pferde vor.
„Oedipus", das einzig dressierte Nilpferd der Welt, sperrte sein riesiges Maul auf und zeigte, wie es es gelernt, seine Zähne. Zwei Musikkapellen schmetterten um die Wette. Wie immer packten die Sensation, das Staunen, der Humor, die Buntheit der exotischen Zirkuswelt die dichtgedrängten Gäste im weiten Zeit. Der Zirkus Sarrasani gab einen Gala-Abend wie immer.
Der Zirkus spielte.
Aber in den Ställen schaukelten die Elefanten unruhig hin und her. Sie hoben die Rüssel und trompeteten. Sie blinzelten mit kleinen, klugen Augen nach dem Eingang. Sie warteten, daß die Zeltbahn sich wie allabendlich heben sollte und daß ihr Herr käme, ihnen gute Nacht zu sagen. Die Pferde standen unruhig in ihrer langen Reihe. Sie hoben die Köpfe, spitzten die Ohren, lauschten nach dem Schritt ihres Meisters.
Der Zirkus spielte.
Er spielte mit dem gleichen Erfolg, den er überall in der Welt zu finden gewöhnt war. Die Wunder der Zauberwelt hörten nicht auf zu blühen. Und das Publikum der Reichshauptstadt hörte nicht auf, den Zirkus zu bewundern, der als ein deutsches Unternehmen sich mit an die Spitze der großen Zirkusunternehmen der Welt hatte stellen können.
Mit gewohnter Sorgfalt und gewohntem Schwung entwickelte sich allabendlich das „Programm der zwanzig Weltsensationen". Mit gewohnter Sorgfalt und Geschwindigkeit verpackte am festgesetzten Tage der Zirkus seine Zelte, Tiere, Zauberdinge, um nach Budapest, dem nächsten Ziel der Reise, die nie aufhört, überzusiedeln.
Obwohl nun kein Sarrasani mehr an der Spitze des Unternehmens stand, hatte der Name Sarrasani nichts von seinem Leuchten verloren.
„Mein Vater", so hatte Hans Stosch-Sarrasani in jener Hotelhalle erzählt, „hat unseren Namen Sarrasani nicht erfunden, er hat ihn geträumt. Er hörte im Schlaf eine Stimme, eine geheimnisvolle, liebenswürdige, freundliche und auch ein bißchen schalkhafte Stimme. Und die Stimme rief ihn an; Sarrasani.. ."
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Ein Junge rennt in die Romantik
Das alte Märchen, das jeder Junge sich einmal ausdenkt, wenn er Krach zu Hause bekommen hat und sich unverstanden fühlt, ist der Anfang des Zirkus Sarrasani. Man hat also Krach zu Hause, man steht quer zur Welt. Daheim ist es langweilig, und das Leben draußen, von dem man keine Ahnung hat, ist interessant.
Wie wäre es, wenn man fortginge? Still und tapfer in die Nacht hinein ? Dann würde die Familie daheim endlich einsehen, daß man doch ein braver Junge war. Aber es wäre zu spät. Weinen, Klagen, Reue wären vergeblich. Aber nach Jahren käme man zurück. Und man wäre ein berühmter Mann geworden. Man käme als großer Feldherr mit Gefolge. Oder als großer Schauspieler mit dem ganzen Ensemble. Und leichthin würde man zu den Eltern sagen: „Ihr seid schuldig daran! Warum habt ihr mich damals die Anna nicht heiraten lassen!"
Der erste Sarrasani und Gründer eines der größten Zirkusunternehmens der Welt, hieß ursprünglich von Stosch und stammte aus einer Familie, die hohe Verwaltungsbeamte und Offiziere, sogar einen General, Admiral und Staatsminister hervorgebracht hatte. Zuletzt saßen die von Stosch als Glashüttenbesitzer in Lomnitz bei Bentschen. Sie waren angesehene Leute, die es nicht nötig hatten, sich um die Zukunft zu ängstigen. Die Glasfabrik ging gut.
Auch jener Hans von Stosch, der später den Namen Sarrasani träumte, war eigentlich bestimmt, ein Leben zu führen, das zwar voller Arbeit, aber ohne Sorgen sein sollte.
Der Junge war Lehrling in der väterlichen Fabrik, die er später hätte übernehmen sollen. Doch es kam anders. Es kam jener harmlose Krach. Es kam das Märchen von dem unverstandenen Jungen, der unbekannt und arm auszog, um als weltberühmter Mann heimzukehren.
Es war eine eiskalte Winternacht, in der er loszog. Er hatte fünfzig Pfennig in der Tasche. In seinem Herzen tobten Wut und wilde Unternehmungslust. Und da er ein Romantiker von reinstem Wasser war, hielt er bei einem kleinen, ärmlichen Wanderzirkus den er auf dem Wege traf, die Schritte an.
Er wurde Stalljunge, er pflegte einen Esel, ein halblahmes Pferd, zwei Braunbären. Er liebte die Tiere. Er fühlte sich wohl. Er erhielt keinen Lohn, nur freie Kost und Unterkunft. Er war ganz unten. Aber er wollte nach oben. Er war nicht nur Romantiker, sondern auch Realist. Als er es zum Range eines Stallmeisters und zu einer lächerlich geringen Gage gebracht hatte, war sein Bestreben darauf gerichtet, Ersparnisse zu machen.
Er trank nicht, bummelte nicht, gönnte sich keinerlei Vergnügungen, er sparte. Und dann kaufte er einen Affen, einen Hund und ein Schweinchen. Er nannte die Tiere seine Familie, schneiderte für sich und seine Familie Kostüme und wurde Clown. „Clown Sarrasani with his Funny Family".
Dieses Plakat, das sozusagen über die Keimzelle des Zirkus Sarrasani Bericht erstattet, hängt heute noch im Direktionswagen des Weltunternehmens. Es ist das Plakat, aus dem hervorgeht, daß der Clown Sarrasani sich selbständig gemacht und seine Familie, bestehend aus Affe, Hund und Schwein, zu selbständig handelnden Persönlichkeiten erzogen hatte.
Sie wurde rasch berühmt, diese Familie, denn Sarrasani hatte neben der Sparsamkeit und neben einer außerordentlich starken Portion Willenskraft zwei Begabungen in sich entdeckt, die ihn kometengleich am Firmament der Zirkuswelt erglänzen ließen.
Er besaß die Gabe des vollkommenen Tierpsychologen, und er besaß Witz. Sein Verständnis für Tierseelen und seine Kunst, Tiere zu lehren, zu erziehen, zu dressieren, grenzte ans Märchenhafte. Aber sein Witz war irdisch, gegenständlich. Und seine Kritik, die immer wach war, wo er mit seiner Tierfamilie auch gastierte, ließ ihn darüber nachdenken, was den damals bestehenden Zirkusunternehmen fehlte.
Und es fehlte ziemlich viel.
Die Tradition der Zirkuswelt war erstarrt. Nur die Pferdeliebhaber reizte es noch, in den Logen an der Arena zu sitzen. Es fehlten die Sensationen, es fehlte der Wagemut, um die Technik, die neuen Tricks der Artistik, in den Rahmen der Programme einzubeziehen. Es fehlte die Exotik.
Elefanten, Kamele, Löwen waren nur Schaustücke. Man wußte nichts mit ihnen anzufangen. Man müßte die exotischen Tiere in freier Bewegung zeigen, erkannte Sarrasani. Und sie müßten sich in der Arena mit der ganzen Grazie, der ganzen Eigenart bewegen, die ihnen in den Heimatländern und „von Hause aus" eigentümlich war.
In dieser Zeit des „Zirkus-Sterbens" sah Sarrasani ein, daß er einen neuen, eigenen Zirkus schaffen müßte. Er sparte. Er kaufte einen Ziegenbock, einen Esel, einen Bären. Er lehrte sie, sich dem witzigen Spiel der anderen kostümierten Familienangehörigen einzufügen. Er nahm eine Frau. Und nun sparten sie gemeinsam.
Sie zogen umher. Quer durch Deutschland, quer durch Rußland. Sie bekamen eine Tochter und einen Sohn, jenen Stosch-Sarrasani junior, der zu seinen Personalien immer gern angab, daß er in Sorau geboren, in Liegnitz getauft und in München konfirmiert wurde. In Meißen aber bekam die wandernde Familie ein eigenes Zirkuszelt.
Der Junge aus der Direktorsvilla bei der Glashütte in Lomnitz, der bei Nacht und Nebel davongelaufen war, um die Romantik zu suchen, war, nachdem er in kleinen Zirkusschmieren gelernt und als Artist und Clown selbständig die halbe Welt bereist hatte, nun doch Direktor und Besitzer eines eigenen Unternehmens geworden.
Allerdings, ein Wanderzirkus, der durch die kleinen Städte zieht, ist keine große Sache. Es kommt darauf an, was man daraus zu machen versteht. Sarrasani verstand sein Fach. Er verstand zu organisieren, er verstand, die Reklametrommel zu rühren. Er verstand es, zu sparen und das ersparte Geld immer wieder planmäßig für den Zirkus auszugeben.
Er vergrößerte den Tierpark ständig, er kaufte Pferde und tauschte Pferde ein, um immer edlere, klügere, rassigere Tiere zu bekommen. Bald war sein Marstall berühmt.
Fortsetzung folgt (??? wo ??)
Oskar Messter - 75 Jahre alt
Ein Leben für den Film
Am 21. November 1941 begeht Oskar Messter seinen 75. Geburtstag. Überragend vielfältig war sein Wirken auf filmtechnischem Gebiet; seine Erfindungen, seine Bedeutung für die Entwicklung eines selbständigen Filmschaffens, sein hervorragendes Talent, Schauspieler für den Film auszubilden, sein weit voreilender Gedanke, einer völlig neuen Kunst, Autoren zu gewinnen und sie auf das Drehbuch im heutigen Sinne hinzusteuern, vor allem aber auch seine Idee, den Film in den Dienst des aktuellen Zeitberichts, der Erziehung und der Werbung zu stellen, sind aus der Geschichte des Films nicht mehr wegzudenken.
Alles dies kennzeichnet einen Geist, der tatkräftig, unbeirrt und weitblickend dem lebenden Bild die Wege ebnete und der Welt eine neue Art künstlerischer oder chronistischer Mitteilung schenkte.
Vom Vater, einem der bekanntesten Berliner Optiker, hatte er die Neigung zum Basteln, den Drang des Schöpferischen geerbt. Der Sechsundzwanzigjährige, der die väterliche Firma selbständig übernahm, nachdem er als Achtzehnjähriger als Lehrling bei ihr eingetreten war, sollte der Erfinder des deutschen Films werden. Auf dem Gebiet der Projektion hatten die Deutschen O. Anschütz und die Gebrüder Skladanowsky bereits sensationellen Ruhm errungen, als es Messter gelang, auch für das Aufnahmeverfahren bahnbrechende Neuerungen zu erfinden und die Projektionsmöglichkeiten weiter zu verbessern.
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Am 3. April 1896
Am 3. April 1896 wurde zwischen Messter und einem Schausteller der Verkauf des ersten deutschen Kino-Projektors abgeschlossen. Es war ein ähnliches Gerät, mit dem er dann noch im Oktober des gleichen Jahres selbständig Filme aufnahm.
Von keiner fremden Seife, weder von französischer noch von englischer, war diese Apparatur irgendwie beeinflußt.
Aber Oskar Messter ruhte sich auf den Lorbeeren des Erfinders nicht aus. Als Techniker und als Wirtschaftler baute er klar und zielsicher auf dem Fundament seiner Erfindung weiter. Und er sah auch die künstlerischen Möglichkeiten. Er gründete das erste deutsche Filmunternehmen.
Mit einer wahrhaft erstaunlichen Schnelligkeit vollzog sich sein Schaffen an der Wiege des deutschen Films. Sein erster Kinokatalog von 1896/97 bot bereits 84 Filme aller Art neben den unterschiedlichsten Geräten und Zubehörapparaten an; schon Ende 1896 eröffnet er in der Friedrichstraße zu Berlin das erste Filmatelier mit Kunstlicht, 1897 erscheint seine optische Kopiermaschine, laufend verbessert er fast Jahr um Jahr seine Vorführgeräte.
Sogar für den Tonfilm wurde er auf die damals mögliche Art ein Vorkämpfer, indem er sich des Grammophons bediente. Durch den gekuppelten Lauf von Grammophon und Filmprojektor gelang ihm beispielsweise die filmische Wiedergabe eines Teiles der „Fledermaus".
Zu gleicher Zeit, noch vor der Jahrhundertwende, beschäftigte sich Messter ferner mit der Farbfilmentwicklung und mit dem Gedanken des Stereoskop-Films. Aber mehr noch: er konstruierte die Reihenbildkamera für Flugzeugaufklärung während des (ersten) Weltkriegs und schuf - bereits im Oktober 1914 - die erste Wochenschau.
Welche Fülle von Ideen, die heute fast noch "aktueller" sind als an ihrem ersten Tage!
1912/13 hatte der Jubilar die Messterfilm-G.m.b.H. ins Leben gerufen, die bald über eigene Theater und einen eigenen Verleih verfügte. Ihre Jahresproduktion erreichte Zahlen, die uns für damalige Verhältnisse geradezu überraschend anmuten müssen: Rund 45 Filme stellte die Gesellschaft vor dem (ersten) Weltkrieg jährlich her.
Diesen seinen Filmen gewann Messter Schauspieler, deren Namen später strahlenden Klang erhielten: so etwa Emil Jannings, Lil Dagover und Henny Porten; auch Adele Sandrock, Hans Junkermann, Harry Liedtke, Paul Otto und Harry Piel hat er zum Film gebracht. Carl Froelich, der heutige Präsident der Reichsfiimkammer und Meisterregisseur des deutschen Films, war
einst bei Messter Kameramann.
Aber das stolzeste Denkmal vielleicht, das Messter sich in gewissem Sinne selbst gesetzt hat, ist die Wochenschau, die sich aus den Anfängen seiner einstigen Zeitberichte zur heutigen „Deutschen Wochenschau" von dokumentarischer Wucht
und Größe entwickelt und erhoben hat.
FILME, DIE WIR SAHEN
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„Freuen sind doch bessere Diplomaten"
Ufa-Film (Farbfilm). Spielleitung: Georg Jacoby. Darsteller: Marika Rökk, Willy Fritsch, Georg Alexander, Ursula Herking, Rudolf Carl, Carl Kühl-mann, Aribert Wäscher, Hans Leibelt, Leo Peukert, Erika v. Thellmann, Herbert Hübner, Brich Fiedler, Carl Günther, Edith Oß. Idee und Drehbuch: K. G. Küib, Gustav Kampendonk. Kamera: Konstantin Irmen-Tschet, Alexander v. Lagono. Musik: Franz Grothe. Bau: Brich Kettelhut. Tod: Dr. Erich Leistner, Georg Gutsohmidt. Jugendverbot.
Der erste deutsche Farbgroßfilm ist eine Pioniertat. So muß man ihn in erster Linie als kühnen Vorstoß in neues Land werten und sich weiter bewußt sein, daß die Technik unablässig fortschreitet und daß wir, auf den gewonnenen Erfahrungen fußend, heute schon bessere Farbfilme drehen können.
Dennoch war, was dieser Film bietet, für unvoreingenommene Zuschauer ein überwältigendes Erlebnis: manche Szenen schon von wunderbarer Farbsehönheit - namentlich die im Atelier hergestellten. Der Stoff bietet einen leichten Schwank aus Spätbiedermeiertagen: Ein Husarenoffizier - Willy Fritsch - lernt bei einer Bundesexekution gegen Bad Homburg eine bezaubernde Tänzerin - Marika Rökk - kennen, die im Interesse ihres Landgrafen ein wenig in diplomatischen Intrigen gastiert und den feschen Offizier dabei wacker an der Nase herumführt. Als er endlich sich zu Taten aufrafft, ist die Liebe schon groß und die Hochzeit in Reichweite.
Marika Rökk tanzt wieder mit wunderbarem Feuer in bezaubernden Kostümen, für die man Professor Ludwig Sievert danken muß; mit schelmischem Lächeln und süßem Sang bezaubert sie den pflichtgemäß widerstrebenden Offizier, den Willy Fritsch mit gefälliger Sicherheit spielt. Aribert Wäscher ist der schläfrige Landgraf, Carl Kuhlmann der eifervoll dahersegelnde Direktor der Spielbank, Georg Alexander ein Abenteurer, Rudolf Carl ein komischer Offlziersbursche, Ursula Herking die letzte seiner Liebschaften, Edith Oß ein munteres Zöfchen und Erich Fiedler ein wohlgesinnter Kamerad.
Es gab bei der Uraufführung im Capitol am Zoo gewaltigen, langanhaltenden Beifall - von allen Mitarbeitern an diesem Film, insbesondere auch dem erfahrenen Regisseur Georg Jacoby und den beiden Kameramännern, schwer genug verdient.
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- Anmerkung : Das war den vielen deutschen Frauen auch negativ aufgefallen, für die Filme - selbst noch in 1943 - wurden die tollsten Kleider angefertigt und die arbeitenden Frauen auf der Straße liefen in grauen Mänteln rum. Unser Opa in Berlin war Schneider und hatte große Probleme, überhaupt noch irgendwelchen Stoff zu bekommen, selbst mit Beziehungen nicht mehr, um ganz einfache Anzüge als Dienstkleidung für Büroangestellte zu schneidern.
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„6 Tage Heimaturlaub"
Cine-Allianz-Film / Märkisehe-Panorama-Schneider-Südost. Spielleitung: Jürgen v. Alten. Darsteller: Gustav Fröhlich, Maria Andergast, Hilde Sessak, Käte Haack, Wilhelm Althaus, Lotte Werkmeister, Günther Luders, Hildegard Grethe, Lotte Spira-Andresen. Erich Ziegel, Annemarie Schäfer, Walther Bech-mann, Oskar Ballhaus, Lutz Götz, Horst Birr, Werner Stock. Idee und Drehbuch: Walter Forster, Rudo Ritter. Musik: Edmund Nick. Kamera: O. Baeeker. Bau: Robert Dietrich, Carl Böhm. Ton: Eugen Hrich. Für Jugendliche über 14 Jahre.
Bin Spielfilm aus unseren Tagen (wir schreiben Ende 1941), der einen braven Soldaten und ein berufstätiges Mädchen mit Hilfe der Feldpost und gegen den Widerstand böser Zufälle zusammenführt. Man gönnt sich bereitwillig die Freude an dem frischen und klaren Spiel, die uns dieser Film reichlich bietet, nur konnte man sich zuweilen die Psychologie etwas ungezwungener und die Szenenfolge "logischer" wünschen.
Maria Andergast spielt mit einem Hauch unentschlossener Jugendschwermut ein sympathisches vereinsamtes Mädchen - man hätte gern anders von ihr Abschied genommen als im Krankenhause, wohin sie gelangt ist, weil das Drehbuch sie in ihrer Herzensnot vor ein Auto laufen ließ. Und so muß ihr Soldat, den uns Gustav Fröhlichs frisches, gerade in unbetonten Kleinigkeiten gefällig ausgefeiltes Spiel ans Herz wachsen ließ, ihr gar durch den Rundfunk eine Liebes-Fernerkläruug machen.
Unter Jürgen v. Altens Regie rollt das Spiel zügig ab, lobenswert ist namentlich die ungezwungene Natürlichkeit der Dialoge. Von Darstellern wollen wir hier die Soldatenmutter Hildegard Grethes herausstellen, weil es die erste auffallende Rolle einer Schauspielerin ist, die noch in allem Typischen persönlich wirkt. Hilde Sessak erfreute wieder durch ihren vitalen Frohsinn, obschon ihr Rollencharakter im Zwielicht blieb. Käte Haack erschien anziehend und voll verstehender Güte. Lotte Werkmeister hatte eine Portierfrau zu spielen, die hinter naiv erstaunter Unschuld ihre gutmütige Neugier verbarg.
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„Wir Zwei"
AB Terra-Film-Stockholm/Forum-Rheinische-Cürten-Südost. Spielleitung: S. Bauman. Darsteller: Signe Hasso, Sture Lager wall, Stig Järrel, Ilse-Nore Tromm, Gösta Cederlund, Carl Barcklind, Torsten Hillberg. Deutsche Sprecher: Oscar Schattiger, Anneliese Uhlig, Harry Giese, Hilde Seipp Walter Werner, Otto Henning. Drehbuch: R. Hylt<m-Cavaliius. Musik: Ahlin-Steue. Kamera: H. Ekdahl. Bau: Arthur Spjuth. Deutsehe Fassung: Atlas-Film. Deutsche Dialocregie: Bruno Hart wich. Deutscher Dialog: P. Mochmann B. Hartwich. Originaititel: „Vitva", Jugend verbot. In deutscher Sprache!
Milde Heiterkeit eines gemäßigten Seelenklimas durchsonnt dieses tvpische Schwedenlustspiel, das zwar nicht die beste Arbeit ist, die wir von dem Regisseur 8. Bauman kennen, aber uns doch mit mancher feinen Beobachtung und freilich auch mit mancher ein wenig verblüffenden Kindlichkeit stillvergnügt, und heiter stimmt. Zwei junge Ehepaare, kurzer Aulauf zu Seitensprüngen bei beiden Männern, primanerhafte Zerknirschung, die durch redliche Ermahnungen eines komischen alten Mathematiklehrers noch verstärkt werden, entschlossene Reue und eifriges Zurückstreben auf den Pfad der Tugend: - das ist dieses Films moralischer Inhalt. ANmerkung : eine Klamotte -
Die eigenartig einschmeichelnde Schönheit Signe Hassos gibt der Handlung Wärme und den manchmal recht konservativen Bildern Hjalmar Ekdahis Schmelz. Sture Lagerwall sieht sehr wechselvoll aus: glaubwürdig wirken seine Begabung, seine Leidenschaft, seine Zerknirschung. Ilse-Nore Tromm, im Typ etwa unserer Dorothea Wieck verwandt - spielt eine durch ausgeglichene Ruhe lockende junge Frau, Gösta Cederlund einen bärbeißig groben Alten. Das Ganze ist saubere Arbeit mit gesundem, wenn auch nicht eben tief herausgeschürftem Gehalt. Die Synchronisation ist ausgezeichnet - auch in den Liedern. Güntker Sawatzti
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„Die Kellnerin Anna"
Terra Film. Spie!leitung: Dr.Peter Paul Brauer. Darsteller: Franziska Klnz, Otto Wernicke, Hermann Brix, Elfriede Datzig, Winnie Markus, Hans Olden' Gustav Waidau, Theodor Danegger, Paul Dahlke, Fritzi Eckener, Walter Janssen, Martha Ziegler, Vera Complojer. Carl Günther, Eduard Bornträger Elsa Wagner, Wilma Tatzel, Maria Seidler, Maria Loja, Bruno Hübner Drehbuch; Friedrich Forster, Peter Paul Brauer nach einer Idee von Ursula Blov und Wolf Neumeister. Musik: Wolfgang Zeller, Kamera: Jan Roth, Bau Gustav Knauer, Arthur Schwarz. Ton: W. Rambousek, G. Gutschmidt Jugendverbot, feiertagsfrei.
Bühne und Film brachten uns in diesen Wochen das gleiche Thema: Eine Mutter ist gezwungen, ihr Kind in fremde Hände zu legen und den Adoptiveltern das Ehrenwort der Verschwiegenheit zu leisten. Mit glücklicher Hand schöpfte der Autor des Wiener Burgtheaters „Madame Kegels Geheimnis" aus dem Brunnen der Historie und formte mutig und geschickt ein Spiel von besinnlicher Heiterkeit, dessen Hauptrolle keine glücklichere Besetzung finden konnte als Käthe Dorsch.
Realistischer stellt der Film „Die Kellnerin Anna" in den Rahmen unserer Zeit und zeichnet in dramatischen Zügen den Seelenkonflikt einer Mutter, die den vor Jahrzehnten fortgegebenen Sohn wiedererkennt, dem Ahnungslosen in der Bedrängnis hilft, von ihm beleidigt und schnöde im Stich gelassen wird.
Fast noch mehr als das Bühnenstück zieht der Film die stärksten Wirkungen aus der schauspielerischen Leistung seiner Titeldarstellerin: Franziska Kinz weiß als Kellnerin Anna nicht nur Stärke und Opfermut eines echten Mutterherzens fühlbar werden zu lassen, sondern auch den gefährlichen Kuppen der Sentimentalität auszuweichen; ihr starkes Spiel überzeugt auch dann, wenn die stellungslos gewordene Kellnerin sich in eine - vielleicht etwas zu elegante - Dame verwandelt. Um Franziska Kinz ein Kreis vorzüglicher anderer Schauspieler: Wernicke, hart wie Granit, ein Steinbruchsbesitzer, Brix, in netter Zurückhaltung sein Adoptivsohn, Waldau, Danegger, Olden, jeder auf seine Art ein humorig-abgeklärter Diener der Kunst. Elfriede Datzig war das liebe, seelenvolle und Winnie Markus recht überzeugend das verführerische Mädchen. Die Berliner Erstaufführung des Films löste großen Beifall aus.
Hans Bulcke
Der Film dem Volke
Reichsminister Dr. Goebbels hat angeordnet, daß in Zukunft Filmpremieren vor Soldaten und Rüstungsarbeitern stattfinden sollen. Ferner werden wertvolle Filme künftig in Berlin nicht nur in einem der westlichen Uraufführungstheater, sondern jeweils auch in einem großen Theater einer anderen Gegend herauskommen, in der überwiegend schaffende Volksgenossen aus der Arbeiterschaft wohnen, so daß die Ur- und Erstaufführungen bedeutender Filme nicht lediglich ein „gesellschaftliches Ereignis", sondern vielmehr eine Angelegenheit des ganzen Volkes sind.
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„Heimkehr" - Film der Nation
Der von Gustav Ucicky inszenierte Wien-Film im Ufaleih „Heimkehr", der bereits das Prädikat „staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll" erhalten hatte und auf der Internationalen Filmkunstschau in Venedig mit dem Preis des Ministeriums für Volkskultur bedacht worden war, hat jetzt als „ Fi1m der Nation" die höchste Auszeichnung erhalten, die in Deutschland an Werke der Filmkunst vergeben wird. Reichsminister Dr. Goebbels empfing Filmregisseur Gustav Ucicky und überreichte ihm als zweitem deutschen Filmschaffenden (nach Emil Jannings) den mit der Erteilung dieses Prädikats zur Verleihung kommenden Filmring.
Ernennungen im Reichspropagandaministerium
Der stellvertretende Leiter der Abteilung Film im Reichspropagandaministerium, Oberregierungsrat Wolfgang Fischer, wurde zum Ministerialrat und der Leiter der Filmprüfstelle, Regierungsrat Dr. Arnold Bacmeister, zum Oberregierungsrat ernannt.
Notizen
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Paul Lincke 75 Jahre.
Der Meister der Berliner Operette, Paul Lincke, konnte am 7. November 1941 seinen 75. Geburtstag feiern. Zu Ehren des Komponisten brachten Bühnen in Berlin und im Reich seine erfolgreichsten Operetten in festlichem Rahmen erneut zur Aufführung. (Anläßlich der Verfilmung von „Frau Luna" erschien in „Filmwelt" Nr. 18 vom 2. Mai 1941 eine Würdigung der künstlerischen Persönlichkeit von Paul Lincke.)
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Lustspielhaus der Preußischen Staatstheater.
In der ehemaligen Komischen Oper in Berlin eröffnen die Staatlichen Schauspiele am 17. November ihr drittes Theater, und zwar als Lustspielhaus. Als Eröffnungsvorstellung geht Shaws „Pygmalion" in Szene. Den Higgins spielt Heinz Rühmann, die Eliza Lola Muthei. Regie führt Wolfgang Liebeneiner.
Geburtstagstafel
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- 1. Dezember Aribert Wäscher, Berlin-Wilmerdorf, Sächsische Str. 65
- 2. Dezember Sybille Schmitz, Berlin-Grunewald, Seebergsteig 6
- 5. Dezember Dorit Kreysler, Berlin W 15, Kurfürstendamm 205, Pension Fischer
- 6. Dezember Lina Carstens, Berlin-Dahlem, Bitterstraße 8-12
- 7. Dezember Albert Florath, Berlin W 30, Rosenheimer Straße 24
- 8. Dezember Ursula Orabley, Berlin-Charlottenburg 2, Bismarckstraße 108
- 8. Dezember Christi Mardayn, Wien IX, Tendiergasse 15
- 8. Dezember Anton Pointner, Berlin-Haiensee, Kurfürstendamm 155
- 11. Dezember Maria Koppenhöfer, Berlin-Wilmersdorf, Badensche Straße 39
- 11. Dezember Paul Wegener, Berlin-Wilmersdorf, Binger Straße 63a
- 12. Dezember Ilse Fürstenberg, Berlin NW 87, Klopstockstraße 51
- 13. Dezember Elisabeth Markus, Wien VII, Stiftgasse 15-17
- 13. Dezember Curd Jürgens, Wien I, Hochhaus, Herrengasse 6
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