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Das zweite April Heft aus dem Jahr 1941

Titelfoto von "Carl Peters"

So langsam scheint der Redaktion oder dem alleinigen Redakteur (es waren ja alles ganz kleine Verlage) der Stoff (bzw. die "Storys") auszugehen.

Die hier nachfolgenden Artikel "Verräter in Englands Sold" und weiter unten "Königin der Waffen" sind sowohl thematisch als auch vom Wahrheitsgehalt dermaßen "weit hergeholt" und voller Lügen, die aber damals 1941 niemand anzweifeln durfte - schon gar nicht laut beim Zuschaun im Kino oder im Hausflur oder in der Straßenbahn. Das wäre sehr gefährlich "belohnt" worden - mit einem Freifahrtschein in ein KZ oder zumindest in ein GESTAPO Gefängnis.
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In dem Text lesen wir solche "Wahrheiten" :

  • "Als die Polen sich wider jede Vernunft in den Kampf mit Deutschland stürzten, der sie fast augenblicklich zu Boden schmetterte, haben wir uns kopfschüttelnd gesagt, das sei ein einzigartiger Fall unbegreiflich törichter Wirklichkeitsferne."


Hier wird suggestiv ausgesagt, die Polen hätten den Krieg angefangen. Richtig ist, daß die Polen versucht hatten, sich mit Händen und Füßen gegen die angreifende deutsche Wehrmacht zu wehren, aber mit ihrer Reiter-Kavallerie gegen die deutschen Panzer keine Chance hatten und daß sie das nicht oder viel zu spät verstanden hatten.
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Was wird wo gedreht ? (April 1941 - Heft 16)

Aus deutschen Produktionsstätten und Außenaufnahmen

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  • Anmerkung : Eine Rubrik der Selbstbeweihräucherung - wen von den Lesern des Magazins hatten diese ganzen mehr oder weniger undurchsichtigen Details mit den aufgeführten Namen wirklich interessiert ?

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Babelsberg Ufastadt

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  • „Anschlag auf Baku" Ufa (Herst.-Gr. Hans Weidemann). Spielltg. Frits Kirchhoff. Darst. Willy Fritsch, Rene Deltgen, Lotte Koch, Frits Kampers, Aribert Wäscher, Hans Zesch- Bailot, Paul Bildt, Erich Ponto, Walter Janssen, Alexander Engel, Joachim Brennecke, Helmut Helsig, Heinrich Marlow, Herbert Gernot, Wilhelm König, Josef Kamper, Walter Holetzko, Reginald Pasch, Fred Goebel, Kurt liier, Peter Elsholu, Jur Arten. Buch Hans Weidemann, Hans Wolfgang Hillers. Kamera Robert Baberske, AuOenaufn. Herbert Körner, H. 0. Schulze, Klaus v. Bautenfeld. Musik Alois Melichar. Bau Otto Hunte, Karl Vollbrecht. Ton Alfred Zunft. Aufn.-Ltg. Heins Karchow. Anschließend Außenaufnahmen in Italien.
  • „Die Geschichte eines Lebens" Ufa (Herst.-Gr. Eberhard Schmidt). Spielltg. Josef v. Baky. Darst. Luise Ullrich, Karl Ludwig Diehl, Werner Krauß, Kfite Haack, Albert Hehn, Axel v. Ambesser, John Pauls-Harding, Johannes Schütz, Ilse Fürstenberg. Eduard v. Winterstein, Josefine Dora, Hansi Arn-staedt. Buch Thea von Harbou nach dem Bühnenstück „Annelie" von Walter Lieck. Kamera Werner Krien. Musik Georg Haentzschel. Bau Emil Hasler. Ton Erich Schmidt, Aufn.-Ltg. Herbert Junghanns. Schlußaufnahmen.
  • „Tanz mit dem Kaiser" Ufa. Bauten.

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Froelich-Studio

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  • „Tanz mit dem Kaiser" Ufa (Herst.-Gr. Max Pfeiffer). Spielltg. Georg J acoby. Darst. Marika Kokk, Maria Eis, Wolf Albach-Betty, Axel von Ambesser, Lucie Englisch, Rudolf Carl, Hans Leibelt, Hilde von Stolz» Franz Zimmermann, Hertha Mayen, Jockei Stahl, Emil Heß, Barbara von Annenkoff, Herbert Weißbach, Fritz Eckert, Paul Walther, Julius Brandt, Klaus Pohl. Kamera Reimar Kuntze. Musik Franz Grothe, Bau Erich Kettelhut. Ton Walter Rühland. Aufn.-Ltg. Viktor Eisenbach.

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Johannisthal

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  • „Ich klage an" Tobis (Herst.-Gr. Dr. Jonen). Spielltg. Wolfgang Liebeneiner. Darst. Heidemarie Hatheyer, Paul Hartmann, Mathias Wieraan, Harald Paulsen, Charlotte Thiele, Hans Nielsen, Albert Florath, Margarete Haagen, Christian Kayßler, Franz Schafheitlin, Werner Pledath, Hansi Arnstaedt, Karin Evans, Just Scheu, Leopold v. Ledebur, Otto Graf, Hans Leibelt, Franz Weber, Hellmuth Bergmann, Bernhard Goetzke, Karl Haubenrelßer, Wilhelm P. Krüger, Harry Hardt, Hintz Fabricius, Willi Rose, Karl Dannemann, Ilse Fürstenberg, Ernst Legal, Ernst Sattler, Erich Ziegel. Buch Eberhard Frowein. Kamera Friedel Behn-Grund. Bau Fritz Maurischat, Fritz Lück. Ton Hermann Storr. Prod.-Ass. u. Aufn.-Ltg. Cay Dietrich Voß.

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Efa-Atelier

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  • „Frau Luna" Majestic/Tobis. Spielltg. Theo Lingen. Darst. Lizzi Waldmüller, Fita Benkhoff, Irene v. Meyendorff, Else Elster, Karl Schönböck, Georg Alexander, Theo Lingen, Paul Kemp, Paul Henckels, Hubert von Meyerinck, Will Dohm, Günther Lüders, Oskar Sabo, Bruno Fritz, Kurt Seifert, Paul Westermeier, Ewald Wenck, Heinz Geißler-Koch. Prod.-Ltg. Conrad Flocker. Buch Theo Lingen und Ernst Marischka. Kamera Ekkehard Kyrath. Musik Paul Lincke. Musikal. Bearbeitung Paul Huhn. Bau Alfred Bütow, Heinrich Beisenherz. Ton Oskar Haarbrandt. Aufn.-Ltg. Kurt Heinz, Paul Goergens. Choreographie Fritz Böttger.

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Althoff-Atelier

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  • „Sechs Tage Heimaturlaub" Cine Allianz/Märkische-Panorama-Schneider-Südost. Spielltg. Jürgen von Alten. Von Darst. bisher genannt Gustav Fröhlich, Maria Andergast, Günther Lüders, Dr. Wilhelm Althaus. Prod.-Ltg. F. Pfitzner. Buch Walter Forster, Rudo Ritter. Kamera Otto Baecker. Musik Edmund Nick. Bau Robert Dietrich, Carl Böhm. Aufn.-Ltg. Karl Zander, Fritz Renner.

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Wien-Rosenhügel

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  • „Drei blaue Augen" (vorl. Arbeitstitel) FDF-Herzog-Rheinische-Süddeutsche Commerz-Germania. Spielltg. Hubert Marischka. Darst. Johannes Riemann, Paul Hörbiger, Grethe Weiser, Jane Tilden, Susi Nicoletti, Georg Alexander, Rudolf Carl, Viktor Janson. Prod.-Ltg. Hans v. Wolzogen. Buch Geza v. Cziffra, Erich Ebermeyer. Kamera Eduard Hösch. Musik Friedrich Schröder. Bau Hans Ledersteger, Heinrich Richter. Aufn.-Ltg. Karl Gillmore. Schlußaufnahmen.

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Wien-Sievering u. Wien-Schönbrunn

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  • „Heimkehr" Wien-Film und Ufa. Herst.-Gr. Erich v. Neusser. Spielltg. Gustav Ucicky. Darst. Paula Wessely, Peter Petersen, Attila Hörbiger, Carl Raddatz, Ruth Hellberg, Elsa Wagner, Eduard Köck, Otto Wernicke, Franz Pfaudler, Gerhild Weber, Werner Fuetterer, Bertha Drews, Hermann Erhardt. Prod.-Ltg. Ernst Garden. Buch Gerhard Menzel. Kamera Günther Anders. Musik Willy Schmidt-Gentner. Bau Walther Röhrig. Ton Alfred Norkus. Aufn.-Ltg. Felix Föhn, Heinz Fiebig.

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Barrandow-Atelier, Prag

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  • „Kameraden" Bavaria. Spielltg. Hans Schweikart. Darst. Willv Birgel, P. M. ürtel, Karin Hardt, Maria Nicklisch, Rudolf Fernau, Otto Treßler, Rolf Weih, Carl Wery, Günther Hadank, Paul Wagner, Friedrich Ulmer, Charles-Willy Kayser, Alexander Ponto, Hans Paetsch, E. F. Fürbringer, Oskar Sima, Fritz Kösling, Erhard Siedet, Paul Dahlke, Ilse Fürstenberg, Fritz Hoopts, Hedwig Wangel, Albert Venohr, Karl Heinz Peters. Adolf Fischer. Prod.-Ltg. Curt Prickler. Buch Peter Francke, Emil Burri. Musik Alois Melichar. Kamera Franz Koch. Ton Josef Zora. Bau Ludwig Reiber, Rudolf Pfenninger. Aufn.-Ltg. Fritz Koch-Neusser, Alfred Tscheuschner, Anton Höhn.

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Hier beginnen die heroisch martialischen Kriegsgeschichten

Außer daß hier die Wahrheit einfach mal rumgedreht wird, es sind die typischen Sprüche der reichsdeutschen Texter unter der Fuchtel von Göbbels und den Vordenkern der Reichsfilmkammer, der alle igendwie an einem Kinofilm beteiligten Menchen angehören mußten.

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Verräter in Englands Sold

Deutsche Truppen kämpfen zur Stunde in Serbien und Griechenland. Eine verblendete und bestochene Clique von Politikern in Belgrad und Athen hat gerade in dem Augenblick, da der Kriegsfunke auf dem Balkan ausgetreten werden sollte, noch schnell das von angelsächsischen Demokratien gelieterte Öl ins Feuer gegossen.

Völker, die wir nicht hassen, verbluten zur Stunde abermals für Englands Interessen; unsere Wehrmacht schlägt zu, und wenn es auch in Notwehr geschieht, sind diese Schläge von vernichtender Kraft.

Der Kampf auf dem Balkan wird schwer sein, denn das gebirgig zerklüftete Gelände begünstigt den, der in vorbereiteten Stellungen den Gegner erwarten kann, und wir sind weit davon entfernt, die neuen Gegner unserer tapferen Wehrmacht zu unterschätzen - aber ein einziger Blick auf die Karte zeigt uns, daß Jugoslawien und Griechenland mit tödlicher Gewißheit verloren sind.

Wir wissen freilich, daß auch diesmal wieder unseren Soldaten das schwerste abverlangt wird - wissen aber zugleich: Nur verbrecherischer Leichtsinn kann Völker in solch einen Krieg hineinhetzen, der strategisch aussichtslos ist, weil eine überlegene kriegserprobte Wehrmacht das Kampfgebiet von drei Seiten umklammert hält.

Wieder einmal werden, nur um die angelsächsich-jüdische Weltallianz noch ein paar Augenblicke länger zu stützen, Völker in ein Massaker hineingehetzt. Wir haben uns niemals darüber einer Täuschung hingegeben, daß die schlichten Bauern, Fischer und Hirten in Serbien und Griechenland und erst recht in Bosnien, Kroatien und Slowenien nicht den leisesten Schimmer einer Ahnung davon haben, warum sie jetzt ihre Haut zu Markte tragen sollen.
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Wessen Krieg ist es ?

Dieser Krieg, in dem sie geopfert werden - ist es ihr Krieg? Es ist der Krieg einer kleinen Clique von größenwahnsinnig gewordenen Phantasten und teuer bestochenen Verrätern. Es ist Englands Krieg.

Als die Polen sich wider jede Vernunft in den Kampf mit Deutschland stürzten, der sie fast augenblicklich zu Boden schmetterte, haben wir uns kopfschüttelnd gesagt, das sei ein einzigartiger Fall unbegreiflich törichter Wirklichkeitsferne.

Nach den fürchterlichen Niederlagen, die inzwischen die deutsche Wehrmacht jedem, der gegen sie aufgestanden ist, bereitet hat, wäre anzunehmen gewesen, daß auch jene Verschwörerzirkel und Plutokraten-Cliquen in Belgrad und Athen, die unsere Erfolge ungern erlebten, sich zu der vernünftigen Einsicht bequemen würden, daß ihnen nur der Weg zu friedlicher Ordnung und gesunder Zusammenarbeit offen stünde.

Wir haben gewiß die Bosheit unserer Gegner nicht unterschätzt - wohl aber haben wir uns über ihre grenzenlose Dummheit getäuscht. Südslawien, ein Zwangsstaat über auseinanderstrebenden Völkerstämmen, hat in dem Augenblick, da er sich abermals mit den Methoden der „Schwarzen Hand" auf Verschwörerstücke einließ, praktisch genommen, Selbstmord begangen. In Griechenland liegt der Fall nur wenig anders.

Die Serben zu bestrafen, ist notwendig geworden, obwohl wir mit großzügiger Nachsicht das Register ihrer großen und kleinen Sünden schon einmal beiseite gelegt hatten.

Wir waren bereit, alles zu vergessen, was diese Nation uns seit Sarajevo 1914 angetan hatte; wir hatten längst darauf verzichtet, Genugtuung für die dauernde Drangsalierung der Dreiviertelmillion Volksdeutscher zu verlangen, die Jugoslawien in Versailles überantwortet worden war; wir legten schweigend die dokumentarischen Beweise serbischen und griechischen Ränkespiels beiseite, die uns bei der Niederwerfung Frankreichs in die Hände gefallen waren.
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Haßdemonstrationen gegen deutsche Philharmoniker ???

Wir schwiegen auch zu Belgrader Haßdemonstrationen bei den deutschen Siegen, zu der verrückten Hetze gegen deutsche Philharmoniker. Wir boten Frieden, Sicherheit, mehr als genügenden Lebensraum, großzügiges Vertrauen - ja, wir haben in unserer Politik sogar viele unserer berechtigten Eigenansprüche zum Opfer gebracht, um den Chauyinistendünkel der Serben nicht zu reizen. Das alles war vergebens. Niedriger Verrat antwortete uns auf unsere von wahrhafter Hochherzigkeit getragene Friedenspolitik.

Niemand in Deutschland, niemand in den übrigen kulturtragenden Ländern Europas wird auch nur für einen Augenblick daran zweifeln, wo diesmal die Schuld der Kriegsausweitung zu suchen ist. Im Falle Norwegens, Hollands und Belgiens haben die Briten ihre Brandstifterrolle noch abzustreiten versucht; diesmal gestehen sie sie mit zynischer Offenheit.

Das weitere Leugnen hätte ja auch keinen realen Zweck mehr. In dem rettungslos verlorenen Kriege, den Lords und Israeliten gegen uns weiterführen, sollen solche Verzweiflungsangriffe aus dem Hinterhalt noch einmal über die wirkliche. Lage hinwegtäuschen.

Jugoslawien und Griechenland sind gerade gut genug, um für einen britischen Bluff hochzugehen. Blut und Tränen, Schmerz und Grauen fremder, unwissender Völker für diesen britischen Bluff, für diese letzten Hochstapeleien einer bankrotten Verbrecherbande!

Die Rechnung an Albion, die wir im Namen Europas zu präsentieren haben, wird nur länger. Selbst in der tiefsten Hölle wird sich nicht genug Plutokratengold finden lassen, um solche Blutschuld auszulöschen.

KÖNIGIN DER WAFFEN

Ein Film von der Infanterie - Aus dem Kulturfilm „Unsere Infanterie"

  • Anmerkung : Mit einem "Kulturfilm" hat dieser Film nur wenig zu tun, es sei denn, es ist die reichsdeutsche "Kriegskultur" ala Göbbels gemeint.

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Die Infanterie ist der Backzahn der Armee

Sturmtrupp im Nahkampf gegen eine Bunkerstellung
Sturmtrupp mit Flammenwerfer im Angriff auf eine Bunkerstellung
Batterie in Feuerstellung

„Die Infanterie ist der Backzahn der Armee, der jeden Gegner zu zermalmen weiß." Dies Wort Friedrichs des Großen steht heute noch in voller Kraft der Gültigkeit. Die Erfahrungen des technischen Krieges haben daran nichts ändern können.

Als im September 1939 die deutschen Armeen gegen Polen losbrachen, heftete sich die Aufmerksamkeit freilich zunächst auf die vorwärtsrasende Schnelligkeit des motorisierten Ansturms, auf die zerschmetternde Wucht des Panzereinsatzes und des Angriffs aus der Luft. Doch bald wurde deutlich, daß allein dit Infanterie auf die Dauer das Errungene festhalten und in zäher Abwehr feindliche Gegenangriffe zum Erliegen bringen kann.

Und als dann der Krieg in Nord- und Westeuropa mit dem gewaltigen deutschen Ansprung in eine neue Phase trat und die langgesammelten Kräfte mit Blitzesschnelle zur Entladung drängten, da zeigte es sich rasch, daß zwar die Kriegserfahrungen von gestern selten dem Morgen dienen können, daß aber die Infanterie nach wie vor im wuchtigen Angriffsstoß wie in zäher Verteidigung ihren alten Ruf erneuern konnte.

„Die Infanterie", so heißt es in dem alten preußischen Exerzierreglement, „trägt die Hauptlast des Kampfes und bringt die größten Opfer, dafür winkt ihr aber auch der höchste Ruhm."

Nun ist freilich nur der Geist, der die Infanterie beseelt und der ihre eigentliche Stoßkraft ausmacht, derselbe geblieben; die Formen des Einsatzes dagegen haben sich gewandelt. Die Ausrüstung der Infanterie mit allen nur irgend rasch beweglich zu machenden Maschinenwaffen, mit leichten und schweren MGs, mit Granatwerfern, Haubitzen, Pak und Flammenwerfern bedingen ein kompliziertes Zusammenspiel von Feuer und Bewegung.

Höchste Führerkunst

Alle diese Waffen im Zusammenwirken zu vollem Einsatz zu bringen, ist höchste Führerkunst. Wie bei einer Schachpartie Zug um Zug in einer genau bestimmten logischen Folge geschehen muß, wenn der Angriff durchdringen und dem Gegner jede Parade entwunden werden soll, so muß der moderne Infanterieführer die verwickelte Skala des Zusammenwirkens all seiner neuzeitlichen Waffen beherrschen und ihren Einsatz aufeinander abstimmen können.

Wie solch ein moderner Infanterieangriff vorwärts-„rollt", das ist zwar oft geschildert worden, und einzelne Phasen hat man sich auch in Wochenschaubildern verdeutlichen können, aber erst ein umfassender Film kann das uhrwerkhaft präzise Ineinandergreifen aller Einzelwaffen und damit das große Ganze eines modernen Sturmangriffs anschaulich machen.

Unter der Regie von Georg Muschner ist ein Kulturfilm „Unsere Infanterie" (Lex-Produktion der Ufa) entstanden, der diese Lücke füllt. Ein Kulturfilm, der eine Gefechtsübung in einer logisch verknüpften Reihe von packenden Einzelbildern Entwickelt - beginnend bei dem Augenblick der Rast im Graben unter Chausseebäumen, wo der ausbildende Feldwebel, den schon das EK ziert, seinen Soldaten eine „prima Kriegslage" verspricht, die sich der Alte ausgeknobelt habe -, und endend mit dem Einbruch der Einzelstürmer in die durch schweres Feuer zermürbte feindliche Dorfstellung.

Was der Zuschauer sieht

Der Zuschauer wechselt dabei fortwährend seinen Beobachtungsposten; er kann das sich entwickelnde Gefecht bald von der Warte der Führung aus sehen, bald liegt er aber auch neben einem Schützen im feindlichen Abwehrfeuer. Es hat also „mehr vom Kampf" als der einzelne Mann hinter seiner Waffe: ihm entgeht nichts Wichtiges von dem dramatischen Ablauf der Geschehnisse.

Der Zuschauer ist schon dabei, wenn die erste Gruppe bei Beginn der Übung am Ufer eines Flusses entlangmarschiert, während gleichzeitig schon die Spähtrupps weit vorn die Fühlung mit dem Feinde suchen, der eine durch drei Dörfer markierte, durch Bunker befestigte Stellung hält.

Er sieht Reiter über eine von lichtem Gebüsch bewachsene Waldschneise traben, hört plötzlich MG-Feuer, das ihnen gilt und sieht sie von den Gäulen springen und in einer Mulde Deckung und Sichtmöglichkeit finden. Auf dem Bauch liegend schreibt einer die Meldung, zwischen den Stämmen prescht der Melder davon.

Beim Stabe ist gerade Divisionsbefehl eingetroffen: Man hört, daß um 10.12 Uhr die Stukas auf die Bunkerstellungen niedersausen sollen, daß von 10 bis 10.15 Uhr zusammengefaßtes Feuer der Artillerie den Feind erschüttern werde und daß um 10.15 Uhr der Infanterieeinbruch zu erfolgen hat.

Der Stab behält während jeder einzelnen Kampfphase das Vorgehen der Truppe in der Hand; immer wieder wird Stellungswechsel befohlen, der die unmittelbare Beobachtung des Vorgehens und, sollte einmal irgendwo eine Stockung eintreten, sofortiges Eingreifen ermöglicht.

Es war allles nur eine Übung - doch jetzt geht's an die Front

Leichtes Infanteriegeschütz in Feuerstellung
Infanterie bei der Rast
Der Regimentskommandeur gibt den Angriffsbefehl

Aber der Angriff läuft wie am Schnürchen: Die Infanterie entfaltet sich, mitten aus dem Marsch heraus geht es seitwärts über flachwellige Felder gegen den dunklen Waldhorizont, in dem wohl schon der Feind steckt. Staubwolken steigen auf und hüllen die vorwärtshastenden Infanteristen ein, wie Schatten schweben die Gestalten im weißen Dunst, diese da drücken ihre Räder, jene schleppen schwer an den MGs.

Panzerjäger sind schon in toller Fahrt über Dünen vorausgeprescht, um zu verhindern, daß feindliche Panzer vernichtend in die entfaltete Infanterie einbrechen. Spähtrupps haben inzwischen, bis die Truppe heran ist, die Feindstellungen erkannt, die jetzt unverzüglich unter zusammengefaßtes Feuer der schweren MGs genommen werden.

Kampfbild um Kampfbild: Was die flach schießenden MGs nicht packen, holen die jetzt in Stellung gehenden Granatwerfer und schweren Infanteriehaubitzen heraus. Der Gefechtslärm schwillt zum Schlachtgetöse an; die Stukas sausen herab, während schon die Stoßtrupps sich vorarbeiten und in schnell aufgeworfenen Deckungen den Augenblick zum letzten Einsätz abwarten.

Der Feind schießt Sperrfeuer, aber man hat es schon unterlaufen, Stellungswechsel nach vorn bringt die Schützen immer näher bis auf Sturmentfernung heran. Da liegen sie jetzt, atemlos auf der Lauer, die Handgranaten griffbereit vor sich. Und in dem auf die feindliche Bunkerstellung vorschießenden Feuerstrahl und der schwarzen Qualmwolke des Flammenwerfers vollendet sich das Drama.

Panzerwagen und Pioniere haben Gassen in die Drahthindernisse gebrochen, und durch die Breschen vorwärts springen die Schützen zum Häuserkampf an das Dorf heran, das noch immer unter schwerem Feuer liegt. Da tönt das Signal: die Übung ist beendet. Aus den Ackerfurchen, Wiesenmulden, Gräben, Gebüschen tauchen die Stürmer auf, nehmen den Helm vom Kopfe und wischen sich den Schweiß ab. „Gut so!" sagt der Feldwebel zufrieden, „von mir aus könnt ihr jetzt an die Front!"

Diese packenden Kampfbilder von Ausbildung und Einsatz der „Königin der Waffen", der Infanterie, zeigt der Ufa-Kulturfilm. Wer ihn sieht, begreift das Geheimnis der Unwiderstehlichkeit der deutschen Sturmangriffe - dieser aufs neue in hartem Einsatz bewährten Unwiderstehlichkeit, die der Führer in seinem großen Bericht über die Operationen im Westen am 19. Juli 1940 mit den Worten krönte: „Das deutsche Fußvolk hat sich wieder als das erwiesen, was es immer war: als die beste Infanterie der Welt."

Das Heldenlied vom Alkazar

Der Film Augusto Geninas kommt nach Deutschland
Augusto Geninas geniales, auf der Deutsch-Italienischen Filmwoche in Venedig preisgekröntes Meisterwerk „Die Befreiung des Alkazar", jene filmisch gestaltete heroische Ballade aus dem spanischen Freiheitskampf, jenes dramatisch aufrüttelnde und menschlich tiefbewegende Heldenlied wird bald in den deutschen Filmtheatern seine wuchtige, aufpeitschende und ergreifende Melodie ertönen lassen.

Gerade die deutschen Filmbesucher begrüßen diese Filmschöpfung, die zu den Spitzenfilmen der Filmproduktion überhaupt mitzuzählen ist, als einen starken Ausdruck der kämpferischen Ideale, die die jungen aufwärts strebenden Völker Europas im gemeinsamen Waffengang um Recht und Freiheit zusammengeführt hat.

Die Filmwelt hatte seinerzeit, nach den Tagen von Venedig, in einem ausführlichen Bildbericht Geninas Werk als die beste Schöpfung des italienischen Films gebührend behandelt. Gewaltig war der Aufwand, groß und trefflich charakterisierend die Auswahl der Darsteller.
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Mutig harren in den Kellergewölben des Alkazar auch die Frauen des Tages der Befreiung (Mireille Balin und rechts Maria Denis)
Im Hof des Alkazar. Eben hat ein Flugzeug des Generals Franco den Belagerten Munition abgeworfen
In den Tiefen des Alkazar vergehen Stunden, Tage und Wochen im nächtlichen Dunkel, das nur spärlich von Kerzen aus Maulesel-Talg erhellt wird. Aber niemand verzagt, trotz der Gewalt des mit aller Macht gegen die Burg ansturmenden Feindes

Alles war gleichermaßen höchsten Lobes würdig: Fotografie, Bauten, Darstellung! Von den Hauptdarstellern seien auch in dieser Vorschau wiederum erwähnt: Rafael Calvo als Oberst Moscardo, der Kommandant des Alkazar, Fosco Giachetti als Kapitän Vela, Mireille Balin, Maria Denis, Andrea Checchi, Aldo Floreili, Silvio Bagolini und Carlo Tamberlani.

Die Geschichte vom Kampf und Sieg der Helden des Alkazar

Wie eine Sage aus alter Zeit klingt die Geschichte vom Kampf und Sieg der Helden des Alkazar. Siebzig Tage lang haben sie, belagert von einem an Zahl bei weitem überlegenen Gegner, mehr erduldet, als Menschen gewöhnlich erdulden können.

Offiziere, Kadetten, Polizisten, Greise, Frauen und Kinder. Sie alle sahen aus wie lebende Leichname, als für sie die Stunde der Befreiung schlug. Die Gesichter bleich und hohlwangig. Die Uniformen zerfetzt. Halb wahnsinnig waren sie von dem ewig surrenden Ton des Sprengbohrers asturischer Bergarbeiter, der sie bis in den Schlaf verfolgte.

Sie lernten den Tod verachten, weil sie ihm täglich ins Auge sahen, weil er zu ihnen kam wie der Hunger und der Durst.

Jeder einzelne war ein Held. Der Kadett, der schlecht ernährt Tag und Nacht am Maschinengewehr hockte. Der Oberst Moscardo, der die Herzen immer wieder hochriß, der jede feindliche Forderung nach Übergabe im Namen aller feierlich verweigerte, der den Sohn verlor und dem die letzten Worte seines tapferen Kindes am Telefon „Kämpft weiter, Vatert Arriba Espana!" wie ein heiliges Vermächtnis an alle erschienen.

Zu siegen oder zu sterben! Jeder von ihnen war ein Held, ja, so war es. Die Frau, die in dem Toben der Schlacht ein Kind gebar. Das Kind, dessen Vater bei einem Ausfall aus der Festung nicht mehr zurückkehrte. Der Verwundete, der ohne einen Schmerzenslaut unter dem Fauchen der Granaten und unter dem Krachen berstender Mauern mit einem verklärten Lächeln um den Mund den letzten Atemzug tat.
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Bild 4
Bild 5
Bild 6

Ihr seid alle Helden

Bescheiden und glücklich war jeder namenlose Held, als die nationalen Sturmtruppen den Feind hinweggefegt und den Eingang zur Burg erzwungen hatten.

So bescheiden wie Oberst Moscardo, der, beherrscht zwar, aber doch ergriffen von der Größe dieses Augenblicks, dem General Franco meldete: „Nichts Neues im Alkazar, Herr General!"

Soldaten, Frauen und Kinder warfen sich den Befreiern in die Arme. Alle Leiden und Entbehrungen waren vergessen, und ein einziger Jubelschrei stieg in den Himmel und vermählte sich mit den Kampfrufen der den weichenden Feind verfolgenden Truppen: „Arriba Espana".
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  • Bild 4 : Der Sohn des heldenmutigen Alkazar-Verteidigers General Moscardo ist in die Hände der Gegner gefallen. In einem historisch gewordenen Telefongespräch lehnt Moscardo die Übergabe der Festung ab und sein Sohn (Carlo Munoz} muß sterben.
  • Bild 5 : General Moscardo (Rafael Calvo) inspiziert das fast leere Vorratsdepot. Irgendetwas muß geschehen .......
  • Bild 6 : ... und so macht sich nachts ein Trupp unter Führung des Kapitäns Vela (Fosco Giachetti} auf, der denn auch tatsächlich ein gegnerisches Lebensmittelmaqazin sicherstellt
  • Aus dem Fi|m „Die Belagerung des Alkazar"

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Das war es, das sie alles ertragen ließ. Die Liebe zum Vaterland. Der Glaube an den Sieg ihrer Sache. Und wo einer fiel, da stand ein anderer. Denn jedem Kämpfer gab ein Gott den Kameraden bei...

„Ihr seid alle Helden, und eure Namen sind schon in die Geschichte Spaniens eingegangen!" So sprach General Franco zu ihnen.

Die kleine tapfere Schar von Toledo hat mit ihrem Mut, ihrer Ausdauer und ihrem unbeugsamen Willen der Weltgeschichte eines ihrer erhebendsten Kapitel hinzugefügt.
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Die Wirklichkeit, die wahren Episoden stillen Heldentums ???.

Augusto Geninas Film hält sich streng an diese Wirklichkeit, an die wahren Episoden stillen Heldentums. Denn Geninas ständiger Berater war Colonel Jose Carvajal, der Adjutant des Obersten Moscardo. So ist dieser Film gestaltete Geschichte, beseelt von den Menschen, die im Alkazar nach des Lebens ewig gleichgestellter Uhr kämpften, darbten und siegten!

Der Geist des Alkazar aber ist unsterblich. Es ist derselbe Geist, der unsere Flieger und U-Boot-Fahrer immer neue Heldentaten vollbringen läßt, der unsere Armeen im Sturmschritt durch Frankreich führte. Es ist der Geist, der den Willen beflügelt und die Kraft vermehrt. Der Glaube an den Sieg!
Hans Wegner

Herr Katasteramtsrat Dörensen und Frau Gemahlin (Werner Krauss und Kate Haack)
Ein kleines Mädchen spielt die Annelie in ihren ersten Lebensjahren. Hier wird sie von dem Regisseur Josef v. Baky (rechts) und dem Kameramann Werner Krien (links) für die Aufnahme vorbereitet
Gesangsunterricht einer Mädchenklasse
Die Mutter ist für den Jüngsten oft der beste Spielkamerad, mit dem man herrlich herumtollan kanr (Luise Ullrich). Aus dem Film „Die Geschichte eines Lebens
Mit einem väterlich-ermahnenden „Halt mir die Ohren steif!" verabschiedet sich Dr.Laborius von Rudi, seinem jüngsten Sohn, bevor er 1914 ins Feld rückt (Karl Ludwig Diehl und Johannes Schütz)
Aus der jungen Annelie von einst ist nun eine liebe, gütige Großmutter geworden (Luise Ullrich)

Um eine Viertelstunde

Ein Film erzählt „Die Geschichte eines Lebens". (Eine echte Klamotte)

Einer einzigen Viertelstunde kann im Ablauf eines menschlichen Lebens entscheidende Bedeutung zukommen. Ja, bereits ein Bruchteil von ihr vermag mit guten oder schlechten Auswirkungen und Folgen in ein Lebensschicksal zutiefst verändern und umformend einzugreifen. Solch eine Viertelstunde regierte auch im Leben Annelies.

Die letzten mitternächtlichen Glockenschläge mochten gerade verhallt sein, als sie auf der Schwelle zweier Jahre, von 1870 auf 1871, zur Welt kam. Eigentlich war sie von ihrem Vater voller Ungeduld noch im alten Jahr erwartet worden. Jedoch - Annelie erschien unpünktlich und bereitete damit ihrem Vater Kummer und Aufregung, bis sie endlich genau mit einer Viertelstunde Verspätung erst im neuen Jahr ihr Erdendasein begann.

Verhehlen wir es nicht, daß der gute Vater darüber ein wenig enttäuscht war, jedoch der Freude über das Erscheinen des Töchterchens konnte diese unpünktliche Verspätung letztlich keinerlei Abbruch tun. Und am nächsten Tage erfuhren es Verwandte, Freunde und Bekannte: dem Katasteramtsrat Dörensen und seiner Frau war in der Neujahrsnacht eine Tochter geboren worden.

Doch ein rätselvolles Schicksal hatte die kleine Annelie nicht umsonst eine Viertelstunde zu spät auf die Welt geschickt. In ihrem ganzen jungen Leben war Annelie überall und jederzeit von der Unpünktlichkeit verfolgt - in der Schule wie im Elternhaus. Bei der Schneiderin, in der Klavierstunde, in der Tanzschule mußte man auf sie warten und immer aufs neue hieß es:

Annelie Dörensen kommt wieder einmal zu spät!

Selbst bei ihrem ersten Stelldichein wurde sie von Georg, der ihr mit der ganzen Liebe seiner jungen Jahre zugetan war, vergebens erwartet. Wäre Annelie damals ein wenig pünktlicher gewesen, wer weiß, ob ihr dann das Schicksal nicht eines Tages Georg zum Mann gegeben hätte.

Doch nicht nur bei diesem Stelldichein verspätete sich Annelie - sogar auch bei ihrem ersten festlichen TanzstundenbaU. Aber nicht lange konnte Georg darüber böse sein, denn kaum hatte das Fest begonnen, da mußten die Eltern Annelie plötzlich ins Krankenhaus bringen.

„Blinddarm mit Durchbruchsgefahr" stellte Dr. Laborius hier fest und mit einem Blick auf seine Uhr: „Eine Viertelstunde zu spät sind Sie gekommen, hoffentlich können wir ihr noch helfen." Da hatte sie erneut eingegriffen - die Viertelstunde, die Annelies Leben bisher so häufig schon beeinflußt und verändert hatte.

Doch gleich darauf zeigte sich die Viertelstunde einmal von ihrer guten Seite, denn Annelie langte auch vor der himmlischen Wachtstube zu spät an. Vor einer Viertelstunde war der Himmel geschlossen worden und so mußte, nein so durfte sie wieder hinunter auf die Erde, um dort gleichsam ein neues, pünktlicheres Leben zu beginnen.

So voller Dank dafür, daß er sie von der Himmelsleiter wieder heruntergeholt hatte, und so voller Vertrauen blickte Annelie seitdem zu Dr. Laborius auf, daß sie nicht mehr ohne ihn leben wollte. Und wenige Monate später wußte es die ganze Stadt: Annelie Dörensen und Dr. Laborius werden ein Paar.

Drei Jungens wurden ihnen in ihrer Ehe geschenkt. Mit ihren Eltern zusammen und mit Vater Dörensen, der nach dem frühen Tod seiner Frau zu ihnen gezogen war, bildeten sie eine große, engverbundene Familie. Als dann eines Tages das harte Völkerringen des (ersten) Weltkriegs begann, waren sie alle bis auf Rudi, den jüngsten, hinausgezogen an die Front: ihr Mann, Reinhold und Gerhard. Das Haus aber wußte Annelie vom Vater behütet, wenn sie Tag und Nacht ihrem Dienst im Roten Kreuz nachging.
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Und von der Story her - ein typischer Durchhalte-Film

Und dann kam plötzlich - 1917 stand auf dem Kalender - die Nachricht, daß ihr Mann schwerverwundet in einem Lazarett lag. Nicht um eine Minute versäumte Annelie diesmal die Zeit, ab sie zu ihm eilte, um ihn noch einmal zu sehen und zu sprechen, bevor er für immer die Augen schloß. Als sein Vermächtnis blieben Annelie aber ihre Jungen. - Alle drei standen sie erneut draußen an der Front zum Schutz der Heimat, als Annelie am Mittag ihres 70. Geburtstags - es war 1940 - nun endgültig die Himmelsleiter emporkletterte, an deren oberster Sprosse sich ihr eine Hand hilfreich entgegenstreckte - die Hand ihres geliebten Mannes.

So verlief Annelies Schicksal, wie es der neue Ufa-Film „Die Geschichte eines Lebens" aufzeichnet. Ein ganzes Menschenleben soll hier einmal erfaßt werden, das kein großes tragisches oder konfliktreiches Geschehen kannte. Ein Leben zieht vielmehr vorüber, daß es wert war, gelebt zu werden, reich an Geben und Empfangen, reich an schönen und traurigen Stunden und Erlebnissen, wie sie im Ablauf der kommenden und gehenden Jahre einem jeden von uns beschert werden.

Nach dem Bühnenstück „Annelie" von Walter Lieck schrieb Thea v. Harbou das lebendige Atmosphäre atmende Drehbuch dieses Films, dessen Hauptrolle Luise Ullrich spielt. Eine schöne und verpflichtende Aufgabe ist ihr damit gestellt: ein Leben in all seinen Stationen, in Freude und Leid aufzuzeigen von der Jugend bis ins beschauliche Alter, „von der Wiege bis zur Bahre". Neben ihr sehen wir Werner Krauss und Käte Haack als Annelies Eltern, Karl Ludwig Diehl als ihren Mann, des weiteren Axel v. Ambesser, Albert Hehn, Eduard v. Winterstein, Josefine Dora, Ilse Fürstenberg, John Paui-Harding und Johannes Schütz unter der Spielleitung von Josef V. Baky. Hans Ottmar Fiedler.

Benjamin Hecht macht in „Kunst"

Herr Benjamin Hecht (Siegfried Breuer) wurde „Kunst-Händler", um aus sinnlosen und widerwärtigen Schmierereien Geld zu machen. Billiger konnte er nicht zu seinem Vermögen kommen.
„Das Erlebnis" hieß dieses Prunkstuck aus Benjamin Hechts „Kunstsalon". Heute klingt es wie ein unheimliches Märchen, daß Machwerke jüdischer Zersetzung wie dieses dank einer gerissen eingefädelten Propaganda Käufer fanden
Der Film „Venus vor Gericht" zeigt, wie ein junger, ernsthaft strebender Bildhauer (Hannes Stelzer) im Deutschland einer vergangenen Epoche gegen die Kunst-Auswüchse seiner Zeit kämpft
Die Empfangsdame des Salons Benjamin Hecht fuhrt im Film „Kunstwerke" vor, die wir heute als entartet ausgemerzt haben (Eva Tinschmann)
Der Herr Sachverständige (Hubert v. Meyerindc) äußert sich über die in einem Acker gefundene Venusstatue, um die ein großer Kunst-Skandal entbrannt ist (Vorn links Justus Paris, rechts Hansi Knoteck)

Anmerkung : Ein ausgesprochen judenfeindlicher NAZI-Propagandafilm.

Jede Zeit hat die Kunstform, die zu ihr paßt und die sie sich selbst verdient. - Denn Stil und Richtung einer Kunst, besonders der darstellenden, mag es sich dabei um Architektur, Plastiken oder Bildwerke handeln, ergeben sich aus der Zeit und ihren Anschauungen selbst.

Dit Kunstwerke charakterisieren ihre Zeit in ihrer Weltanschauung, ihrer geistigen 'ind sittlichen Haltung, ihrer Lebens- und Strebensart. Sie sind Sinnbild des Ideals, das eine Epoche auserwählte und anstrebte.
Man hat das Wesen der Kunst einmal dahingehend formuliert, daß sie „die Darstellung des Schönen und Ausdruck des Erhabenen" sei. Dieses Schönheitsideal haben dit einzelnen Epochen immer wieder neu geformt, denn man kann Schönheit in der Zartheit oder in der Kraft, in der Ruhe oder in der Bewegung, in klarer Einfachheit oder in majestätischer Würde sehen - je nachdem von welchem Blickpunkt aus man wertet.

Immer jedoch hat man das klassische, große und nachstrebenswerte Vorbild in der Kunst der Antike gefunden, die sich dem Gesetz einer klaren, makellosen und erhabenen Schönheit so sehr unterwarf, daß uns die Betrachtung ihrer Bildwerke heute noch beinah .andächtig zu stimmen vermag. Hier erreicht der künstlerische Ausdruck einen Gipfelpunkt der Vollendung. - Immer haben dU Künstler aus diesen Schöpfungen gelernt und Anregungen empfangen.

Und es erscheint uns heute nahezu unfaßbar, daß es überhaupt möglich war, daß gewisse Schichten einer Zeit den Sinn ihrer „Kunst" genau in das krasseste Gegenteil verbiegen und vergewaltigen konnten: sie zur Verkörperung des Abstoßend-Häßlichen, Grauenvollen zu machen.

Menschen mit grasgrünen Gesichtern, zinnoberroten Augenhöhlen, dunkelblauem Mund und violetten Haaren, zu entstellender Formlosigkeit verurteilt - Frauenfiguren aus unförmigen Klumpen gemacht, menschenunwürdig gedrungen oder statt der Verkürzung wie ein Totenskelett mager und überdehnt. Als Gegensatz zu Schönheit und Sinn eine ins Maßlose gesteigerte Häßlichkeit und eine an Ausgeburten des Wahnsinns grenzende Sinnlosigkeit.

Das heißt: auch in dieser scheinbaren Sinnlosigkeit der „entarteten Kunst" war messerscharf ein Sinn und ein Zweck eingefangen: die Aufgabe der Zersetzung, der Zerstörung jedes ethischen Willens, der Vernichtung. In dieser Auflösung suchte der jüdisch-liberalistische Zeitgeist seinen Vorteil und seine Stärkung, er benutzte sie als eine Waffe, und der Kampf gegen den Künstler eines gesunden und idealen Empfindens war zugleich ein politischer Kampf.
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Teile und Dialoge aus dem Film

Der neue Hans H. Zerlett-Film der Bavaria zeigt das Ringen eines ehrlich und anständig gesinnten jungen Bildhauers gegen diesen „Zeitgeist", wie er sich in der Handlung des Buches am schärfsten in dem jüdischen Kunsthändler Benjamin Hecht (Siegfried Breuer) verkörpert und in dem Kreis der Personen, der sich um ihn gruppiert.

Benjamin Hecht unterhält eine „Permanente Ausstellung moderner Kunst", zeitgemäße Werke von Malerei und Plastik, in der man - wie der junge Bildhauer in spöttischer Erbitterung sagt - statt der Maler selbst nur ihre Bilder aufgehangen hat.

  • Anmerkung : Ein fast schon bösartiger zumindest widerwärtiger Vergleich selbst zur damaligen Zeit, als man jeden Widerständler im KZ oder in den Gestapo Gefängnissen aufgehängt hatte.


In diesem „Salon" spielt sich eine kleine, aber sehr bezeichnende Szene ab: zwei Besucher, ein Herr und eine Dame, sind dabei, eine Mappe mit großen Blättern zu betrachten, die Fräulein Rita, eine (altgewordene) Person mit Monokel und Herrenschnitt, die einer dieser Zeichnungen entsprungen zu sein scheint, und die Sekretärin und Vertraute des Chefs ist (Eva Tinschmann), ihnen vorlegte.

„Er" hebt prüfend eines der Blätter hoch.
Fräulein Rita unterbricht: „Pardon, mein Herr, das Bild gehört s o herum .. ." (stellt es auf den Kopf).
„Sie" voller Ver- und Bewunderung: „Woher die das nur weiß?"
„Er", ein angekränkelter Kunstsnob: „Man muß wohl besonders geschulte Augen haben, um diese moderne Kunst zu verstehen .. ."
„Sie": „Ach, weißt du, verstehen wäre ja noch nicht so wichtig. Aber ich möchte doch wenigstens erkennen, was auf einem Bilde ist.. ."

Konnte, fragen wir uns heute (im Jahr 1941) voller Entsetzen, konnte sich ein Mensch - außerhalb der Irrenhäuser - überhaupt Mühe geben, diese Machwerke „verstehen" zu wollen? - Wir schütteln heute nur die Köpfe.

Dieser spukhafte Irrsinn scheint uns nur in einem einzigen Punkt in etwa begreiflich: als notwendiges Symptom einer in allen ihren Grundfesten erschütterten Zeit.

So zeigt der Film den Weg auf, den wir einmal vor vielen Jahren gegangen sind. Er tut es, um uns zugleich nochmals und in gegenständlicher Form die Gefahr vor Augen zu führen, der wir entronnen. Denn er war nur ein Mosaikstein aus einem wohldurchdachten Bau eines verheerenden Ganzen: der Jude Benjamin Hecht mit seiner „Permanenten Ausstellung" zeitgenössischer Kunst ...

  • Anmerkung : Hier wurden in 1941 gleich zwei bei den Nazis absolut brutal bekämpfte Richtungen (Ziele) in die Story eingebaut, die sogenannte entartete Kunst und natürlich der Jude an sich.


Ellie Tschauner

Streiflichter über einen neuen Film

Szenen aus der Tonfilmoperette „Immer nur - Du!'

Sie sind mit sich höchst zufrieden, die Herren Zeisig und Hollers, weil Will Hollers Name auf dem Plakat für die neue Operette „Immer nur — Du" sehr viel größer erscheint als der Name der Partnerin Loni Carell (Paul Kemp und Johannes  Heesters)

Ein strahlendes Pärchen in einer verwüsteten Wohnung. Das Kunstler-Ehepaar Hollers Carell hat in einem Temperamentsausbruch orkanhafter Stärke, wie er nur in Lustspielen vorkommt, die eigene Wohnung demoliert. Hier sitzen nun Herr Zeisig und Frau Brummel auf den Trümmern und geben soeben durch das Telefon die Erklärung dafür, daß dies alles nicht nötig war (Paul Kemp und Fita Benkhoff)

Der Herr Wachtmeister ist unerbittlich. Loni Carell nützt weder Bitten noch Flehen; Herr Hollers bleibt wegen bewußter Irreführung von Amtspersonen verhaftet. Auch Frau Brummeis flinkes Mundwerk kann hier nicht helfen (Fita Benkhoff, Dora Komar, Fritz Kampers)

Die Tänzerin Rosi in der Garderobe des Herrn Hollers - was hat das zu bedeuten? (Im Vertrauen gesagt: gar nichts.) Aber da Herrn Hollers junge Frau Loni die beiden in dieser etwas verfänglichen Situation überrascht, und weil es in einer lustigen Filmoperette verzwickte Situationen geben muß, erhält der Faden der Handlung in dieser Garderobe einen recht verwickelten Knoten. - Ruth Buchardt und Johannes Heesters

Loni Carell ist es nach einer feucht-fröhlichen Nacht, die sie eigentlich nur verbrachte, um ihren jungen Ehemann eifersuchtig zu machen, gar nicht wohl. Besorgt reicht ihr Frau Brummet ein Glas Wasser mit der obligaten Frage, ob ihre Freundin etwa einen sauren Hering wünsche ...

... da klingelt plötzlich das Telephon. Überflüssig zu sagen, daß „Er" anruft ! Trotz Eisbeutel und eben noch so jammervoller Miene ist der Katzenjammer wie ein Spuk verflogen (Dora Komar und Fifa Benkhoff)

Musik und Tanz im Fernsehspiel

In nie erlahmender Anstrengung aller Kräfte schmiedet die schaffende Heimat unseren Kämpfern an der Front die Waffen. Doch in ebenso unablässigem Bemühen sucht sie ihnen in Einsatzpausen, an Ruhetagen und in dienstfreien Stunden Entspannung und Erholung zu bereiten.
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Präzision und Exaktheit in jeder einzelnen Tanzfigur sind auch vor der Fernsehkamera für die Scala-Girls oberstes Gebot
Ein Liebespaar aus der guten alten Zeit des Biedermeier: Marina Ried und Werner Siegert
Marina Ried probt, ehe die Fernseh- kamera diese ausgezeichnete Tanzakrobatik einfängt
Kurz vor dem Auftritt: Friedl Haerlin studiert ihren Part für eine Episode des Fernsehspiels ..Das Lied der liebe"

Der begeisterte Beifall in den Frontkinos und der Jubel, wenn Filmlieblinge in Gastspielen bei den Truppen auftreten, der herzliche Applaus in den Aufführungen der Frontbühnen sowie die freudige Erwartung und die strahlenden Gesichter vor und während der Wehrmacht- Wunschkonzerte des Rundfunks sind das beste Echo und zugleich der schönste Dank der Soldaten.

Diese Fürsorge, die aus dem Appell des Oberkommandos der Wehrmacht an alle berufenen Stellen in der Heimat (insbesondere an das KdF-Verbindungsamt Wehrmacht) ihre stets neuen Impulse erhält, findet in der ungemein befruchtenden Wechselwirkung von Film und Bühne mit dem Rundfunk ihre wesentlichste Bereicherung. Mit größter Berechtigung gilt hier wieder einmal das Wort von der Abwechslung, die erfreut.

Doch auch den Soldaten in der Heimat selbst, vor allem den Verwundeten, kommen diese mit lobenswertem Eifer durchgeführten Bestrebungen zugute, die unter dem Namen „Truppenbetreuung" zu dem großen Inbegriff einer Brücke der Gedanken und der Herzen zwischen den dankbaren Millionen daheim und der sie mit starkem Arm schirmenden Wehrmacht geworden sind.

Der deutsche Fernsehsender (1941).

Eine besondere Aufgabe in dieser hohen Mission, die in ihrer Weise ihren nicht unwesentlichen Beitrag zur Kampfkraft der Truppe und deren ständiger Einsatzfreudigkeit und -bereitschaft leistet, erfüllt dabei auch der deutsche Fernsehsender.

Denn er hat nicht nur seinen Betrieb während des Krieges aufrechterhalten - in England wurden ebenso wie bei dem bezwungenen westlichen Nachbarn bereits im August 1939 die Fernsehsendungen eingestellt -, sondern auch seine Programme beträchtlich erweitert. -

Unter dem Leitwort „Dies und das - und eine kleine Melodie" begann der Berliner Fernsehsender vor einiger Zeit eine Veranstaltungsreihe, die jetzt mit einem „besinnlichen Fernsehspiel" von Oskar Felix, „Das Lied der Liebe", ihre Fortsetzung finden wird.

Auch hier werden wieder die freundnachbarlichen Beziehungen zwischen Film und Rundfunk sowie mit der Bühne zur Geltung kommen. Anderthalb Jahrhunderte umspannt die Szenenfolge, in der der Autor, rahmenartig als Erzählung mit einer Unterhaltung von jung und alt in der Jetztzeit beginnend, das Rad der Zeit zurückdreht.

Im Hoffen und Lieben, in der Freude an Tanz und Musik läßt er Höhepunkte der Lebensfreude aus mehreren Generationen anklingen und an dieser Rückschau entzündet sich die Schöpferkraft der Heutigen zu neuem Wirken im Dienst der heiteren Muse.

Der Komponist Boris Grams, der bereits in der Operette „Tatjana" mit Oskar Felix erfolgreich zusammenarbeitete, umgab diese besinnlich-heitere „Chronik", von einem Grundmotiv ausgehend, in vielfältigen Abwandlungen (denen in den einzelnen Zeitbildern auch die stets wechselnden Kostüme entsprechen) mit einem Kranz verträumter, anmutiger und heiterer Melodien, gemessen-gravitätischer, sprühender und bis zu erregendem Wirbel sich steigernder Rhythmen.

Marina Ried wird tanzend in zwei Zeitaltern auftreten und besonders in der Moderne durch ihre große Tanzakrobatik erfreuen, und zwar an der Spitze entzückend-exakt „exerzierender" Scala-Girls.

  • Anmerkung : Hier kommt das Wort "girls" überraschenderweise vor, obwohl Göbbels die Benutzung englischer Begriffe strikt untersagt hatte. Wie das damals 1941 durch die Zensur durchgekommen war, ist ein Rätsel.


Und all die Soldaten, die - besonders in den Lazaretten - nun vor den Fernsehempfangsgeräten diese bunte, melodiendurchtränkte Schau sehen und hören werden, erleben einen vielseitigen Reigen aller Temperamente; mit Künstlern von Film und Bühne, unter ihnen Friedel Haerlin und Elisabeth Schwarzkopf sowie unter Mitwirkung des Kinderballetts Mary Zimmermann sowie des Orchesters des Deutschen Opernhauses.

Ein Programm, das Stunden schönster Abwechslung verspricht, die zum Quell echter Lebensfreude werden.

FILM DER NATION „OHM KRÜGER" (1941)

Mit dem Emil-Jannings-Film „0hm Krüger", der durch den neugeschaffenen Ehrentitel „Film der Nation" ausgezeichnet worden ist, tritt das deutsche Filmschaffen endgültig in eine neue Phase ein, die sich schon in anderen Werken der letzten Zeit mit Entschiedenheit angekündigt hatte. Es ist die Phase dei Monumentalität.

Der Stoff, den der Burenkrieg bietet, ist hart und schwer wie ein Granitblock, dem nur Hammer und Meißel eine künstlerische Form abringen können. Wer ihn gestalten will, muß die Kraft zur Monumentalität aufbringen. Was damals im afrikanischen Busch geschah, ist ein erstes erschütterndes Beispiel jenes naturgewaltig aufbrechenden Widerstands, den ein Volk, das sich von seinem inneren und äußeren Wege nicht abbringen lassen will, seinen Drängern entgegensetzen kann.

Die Buren, fest um einen zur Führung berufenen Großen geschart, verteidigten eigenen, schwer erkämpften Boden mit über jedes Lob erhabener Zähigkeit; da ihre Streitmacht im Felde nicht zu Boden gezwungen werden konnte, sah England sich genötigt, den Kampf entweder verloren zu geben oder aber ihn in einen heimtückischen Ausrottungskrieg gegen Frauen und Kinder umzuwandeln.

Großbritannien, der Frömmigkeit heuchelnde Staat der Plutokraten, entschied sich für das letztere. Dies in der stillschweigenden Hoffnung, daß Europa niemals erfahren werde, was dort tief im innersten Afrika mit einem Volke europäischer Herkunft geschah. Aber die Rechnung war falsch: Großbritannien gewann zwar den Krieg, verlor aber ein für allemal seine Ehre.

„Ohm Krüger" ein Monumentalwerk

Reichsminister Dr. Goebbels während der Uraufführung des „Ohm Krüger"-Films mit Emil Jannings und dem Spielleiter Hans Steinhoff

Der deutsche „Ohm Krüger" ist als Monumentalwerk geglückt, weil die Größe der gestaltenden Gesinnung der Größe des historischen Vorwurfs gewachsen war. Aus der Nacht der Vergessenheit taucht die Tragödie eines ganzen Volkes herauf. Was geschieht, erscheint freilich thematisch zentriert um das Heldenleben des einen führenden Mannes, Ohm Krügers; aber in seiner Seele widerhallen ja Siegesruf und Verzweiflungsschrei seines ganzen Volkes, so wie ein Echo sich vielstimmig gesteigert in einer Bergschlucht fängt.

Die Filmhandlung ist gleichsam in einen schwarzen Rahmen gefaßt. Sie beginnt und endet mit Szenen vom einsamen Sterben Krügers in einem Schweizer Hotel. Die Neugier der Welt wirft letzte grelle Schlaglichter auf dies in der Nacht der Blindheit erlöschende Dasein.

Ein zudringlicher Reporter bahnt sich den Weg in das Zimmer, in dem der Sterbende, schon dem Irdischen entrückt, sein Ende erwartet. Die Nachricht vom Friedensschluß, die ihm die junge Schwester vorliest, erregt ihn nicht mehr; alles, was geschah, war unabwendbares Verhängnis - das glaubt er mit der Seelenkraft germanischer Vorzeithelden.

Alles ist klar, nichts hat anders sein können. Und wie aus der Tiefe des Grabes herauf hebt noch einmal die sterbende Stimme an, beschwört mit einfachen Worten die Bilder der Vergangenheit vor dem jungen zuhörenden Menschen, der nach dem Warum fragt.

Hier kommen die heroisch populistischen NS-Vokabeln und Sprüche zu den Film-Details

Ein düsteres Portal, durch das wir den Zugang ins Land der Vergangenheit gewinnen. Stimme und allmählich erblindender Blick von Jannings offenbaren erschütternde Menschlichkeit. Man ist in jedem Augenblick im Bann dieser mächtigen schauspielerischen Persönlichkeit.

Auf immer neue Weise gestaltet Jannings die einzigartige Mischung von Patriarchenwürde, Kampfesmut, unbeugsamem Trotz, Bauernschläue, mißtrauischer Vorsicht, strenger Einfalt und erhabener Frömmigkeit. Die Gestalt Ohm Krügers bleibt selbstverständlich die Mitte des Films; von seinen Szenen aus verteilen sich Licht und Schatten. Zumal wir die Britenwelt niemals anders sehen als mit seinen Augen.

Dadurch gewinnt das hinter dieser ragenden Führergestalt gescharte Burenvolk eine Geschlossenheit von gewaltiger filmischer Durchschlagskraft, während die britische Welt ganz entsprechend mehr zerfasert und zersplittert. Die großartige Darstellung der Queen Victoria durch Hedwig Wangel - namentlich in der Gewissensqual der Sterbeszene schauerlich ergreifend - macht das nur um so fühlbarer.

Es ist Ohm Krügers Verhängnis, daß ihm ein Gegenspieler gleichen Formats fehlt; er schlägt sich nicht mit „Persönlichkeiten" gleichen Ranges herum, sondern kämpft gegen lauter Funktionäre eines ungreifbaren Höllengeistes - gegen den Lügengeist goldsüchtiger Herrschgier, der in vielen Spielarten hier und da die Gegenfiguren durchdringt: den in blasphemischer Herzenskälte erstarrten Chamberlain (Gustaf Gründgens), den schlangenklugen Cecil Rhodes (Ferdinand Marian), den viehisch brutalen Kommandanten des Konzentrationslagers (Otto Wernicke), den starr glotzend gierenden Sergeanten (Walter Süßenguth), den in Ausschweifungen ergrauten Prince of Wales (Alfred Bernau), den tückischen Dr. Jameson (Karl Haubenreißer), den höhnischen Kitchener (Franz Schafheitlin), den winselnden Militärarzt (Hans Herrmann-Schaufuß).

Auf burischer Seite steht dagegen eine Reihe prächtiger Charaktere auf: Lucie Höflich als Ohm Krügers Frau Sanna: still, schlicht und stark; Werner Hinz als doktrinär verbildeter, durch Briteneinfluß dem Vater entfremdeter Sohn Jan, in dem dann - eine überzeugende schauspielerische Leistung - das Burenblut wieder durchbricht; Gisela Uhlen erschütternd im anklagenden Jammer tragisch aufbegehrender Verzweiflung, Ernst Schröder ausgezeichnet als jüngerer Krügersohn.

Und dann die prächtig-malerische Galerie der berühmten burischen Kommandanten, dargestellt von Friedrich Ulmer, Eduard v. Winterstein, H. A. von Schlettow und dem prächtigen Fritz Hoopts. Daneben steht noch manche feine Einzelleistung, wie der gehemmte Staatssekretär Reitz Max Güistorffs, das verräterische Ehepaar Kock (Elisabeth Flickenschiidt und Walter Werner), die anklagende Burenfrau Hilde Körbers - um nur noch einige zu nennen.

Über diesem bewundernswerten "Leistungsgesamt" soll nun aber auch der Name des Mannes glänzen, der in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit Jannings die Fülle seiner regielichen Begabung und Erfahrung dem Werke dienstbar machte: Hans Steinhoff.

Viele Bilder von ergreifender Großartigkeit oder wilder Phantastik wie die Szene, (wo) in der Krüger vollends erblindet, oder jene, wie Britenmissionare, Choräle singend, Gewehre an Schwarze verteilen, oder wie zum Schluß der kahle Galgenberg zum Leichenhügel wächst, scheinen dem Zuschauer diese furchtbare Steigerung in gemeinsamem Wirken zu bezeugen.

Fritz Arno Wagner und seine Mitarbeiter schufen an der Kamera wunderbare Bilder von leuchtender Tiefenschärfe und malerischer Ausdrucksgewalt. In der großen Reihe der führend und helfend Mitarbeitenden seien nur noch genannt: die beiden hervorragenden Drehbuchautoren Kurt Heuser und Harald Bratt, denen großzügig klarer Aufbau und rhythmisch sicherer Dialog zu danken sind, Franz Schroedter, der die Gesamtausstattung betreute, und Theo Mackeben, dessen Musik mit der Burenhymne, die in prächtig zündenden Marschvariationen immer wieder das Kampfgeschehen untermalt, unzweifelhaft zu den bestgelungenen Schöpfungen neuer Filmmusik gehört.
Dr. Günther Sawatzki

FILME, DIE WIR SAHEN

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„Hauptsache - glücklich!"

Heinz-Rühmann-Produktion der Bavaria. Drehbuch Jochen Huth und Rudo Ritter nach einer Idee von Walter Forster. Spielleitung Theo Lingen. Darsteller: Heinz Rühmann, Hertha Feiler, Ida Wüst, Hans Leibelt, Annemarie Holtz, Jane Tilden, Fritz Odemar, Max Gülstorff, Hilde Wagener, Arthur Schröder, Karl Etlinger, Hans Paetsch, E. G. Schiffner. Musik Werner Boch-mann. Kamera Oskar Schnirch. Ausstattung Ludwig Reiber, Rudolf Pfenninger, Walter Schlick. Ton Josef Zora. Volkstümlich wertvoll. Jugend verbot.

Die Bavaria überraschte uns mit einem ganz reizenden Film, einem Lustspiel, dem der Spielleiter Theo Lingen taktvoll und stilsicher die geschlossene Form zu geben wußte und das man wegen seiner Hauptdarsteller Hertha Feiler und Heinz Rühmann lange nicht vergessen wird.

Das Drehbuch von Jochen Huth und Rudo Ritter erzählt (nach einer Idee Walter Forsters) die durchaus simple Geschichte eines kleinen Angestellten namens Roth, der das Glück hat, eine bezaubernde und tüchtige Frau zu bekommen. Wie so viele Frauen, versucht sie vorsichtig und ohne es ihn merken zu lassen, „etwas aus ihm zu machen".

Der kleine Angestellte aber stellt sich harthörig, ist zu bequem, oder sagen wir ruhig, faul, sitzt seine Bürozeit ab und tut keinen Strich mehr als nötig. Da versucht es die junge Frau mit einem freundlichen Schwindel: sie schreibt an sich und ihren Mann eine Einladung zur Gesellschaft beim Generaldirektor Arndt, dem obersten Vorgesetzten ihres Mannes. Der kleine Angestellte merkt nichts, glänzt auf der Gesellschaft im Licht seiner Beschränktheit, blamiert sich und die hübsche Gattin gründlich.

Erst ein unvorhergesehenes Mißgeschick wird zum Anlaß einer grundlegenden Wandlung, die Heinz Rühmann in der Rolle des Herrn Roth in seiner gleichbleibend komisch-trockenen Art durchaus glaubhaft zu zeigen weiß. - Hertha Feiler ist die liebevolle kleine Frau: ihr Aussehen und Spiel läßt die Herzen aller - mindestens aller unverheirateten - Männer höher schlagen. Ida Wüst ist diesmal eine Schwiegermutter von liebenswürdiger Boshaftigkeit, Hans Leibelt ein jovialer Generaldirektor (wie man ihn in Wirklichkeit allerdings kaum antreffen dürfte, aber die Autoren wollten es so), Jane Tilden ein mundflinkes Mädchen aus der Bar. - Bei der Uraufführung gab es großen Beifall für alle Beteiligten, ganz besonders aber für Hertha Feiler und Heinz Rühmann. Harn Bulcke
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„Alarm"

Gustav-Althoff-Film im Verleih Adler-Mitteldeutsche-Kopp-Südost. Buch Kurt E. Walter nach Motiven eines Romans von C. V. Rock. Spielleitung Herbert B. Fredersdorf. Darsteller: Karl Martell, Maria v. Tasnady, Hilde Sessak, Paul Klinger, Rolf Weih, Hilde Hildebrand, Theodor Loos, Fritz Rasp, Alexander Engel, Gerhard Bienert, Albert Venohr, Rudolf Platte, Lotte Rausch. Musik H. Milde-Meißner. Kamera Eduard Hoesch. Bauten Bruno Lutz und Karl Getschmann. Ton Ferdinand Haubmann. Feiertagsfrei. Jugendverbot.

In eifrigem Rätselraten zerbricht sich auch hier das Publikum den Kopf über die Kardinalfrage jedes Kriminalfilms: „Wer ist der Täter?" Und da man mit ihrer Beantwortung den kommenden Besuchern die Spannung, die dieser Film in reichem Maße aufweist, nehmen würde, sei nur so viel verraten: Es dreht sich um die Aufklärung eines Mordes, der an einer hübschen jungen Kino-Platzanweiserin (Hilde Sessak) begangen wurde.

Der Kreis der verdächtigen und verdächtigten Personen ist dabei von dem Drehbuchautor Kurt E. Walter (nach Motiven eines Romans von C. V. Rock) weit gespannt worden. Er beginnt bei den zwei jungenhaft-tüchtigen Werkpiloten Paul Klingers und Rolf Weihs (sehen aber Werkpiloten, wenn sie von einem anstrengenden und langen Flug zurückkehren, wirklich immer so geschniegelt und gebügelt aus?).

Dieser Kreis umfaßt weiter die Mieter einer Pension: Maria v. Tasnady, Theodor Loos - ausgezeichnet! -, Fritz Rasp und Alexander Engel, die alle von Hilde Hildebrand als Pensionsinhaberin betreut werden, und erstreckt sich schließlich bis in die Unterwelt - ihr treffsicherer und humorvoller Vertreter „Schielauge" ist Rudolf Platte. (Aber muß man einen körperlichen Fehler, unter dem viele Menschen leiden, so stark herausstellen?)

Die interessante und überraschende Aufklärung des Falles bringt Karl Martell als Kriminalkommissar in einer sehr guten Charakterstudie, wobei sich jedoch bei den Verhören einige Längen ergeben. Seine Assistenten dabei sind Gerhard Bienert und Albert Venohr. Für die spannungsreiche und mit sicherem Blick für die Wirkung kriminalistischer Effekte arbeitende Spielleitung zeichnete Herbert B. Fredersdorf.

Freundlicher Beifall dankte für einen Film, der in anschaulicher Weise die stets höchsten Einsatz erfordernde und minutiöse Arbeit der Kriminalpolizei aufzeigt.
Hans Ottmar Fiedler

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