Das erste Juni Film-Magazin im Jahr 1941
Der Wind hat sich gedreht. Das "Kriegsglück" der deutschen Wehrmacht ist in weite Ferne gerückt.
Und was vom Propagandaministerium als Kulturfilm deklariert wird (wurde), ist in Wahrheit ein Propaganda-Film, der so nach und nach in die berüchtigten Durchhaltefilme umschlägt.
In fast allen Publikationen wird immer häufiger die Winterhilfswerk- Werbung, es ist eine regelrechte Aufforderung zum Spenden, abgedruckt. Denn in Russland ist es richtig kalt. Bei -40 Grad hält ein normaler Wehrmachts- Wintermantel diese Kälte nicht mehr ab, zumal sich die Soldaten in den Gräben fast nicht bewegen konnten. Die russischen Scharfschützen lagen Tag und Nacht auf der Lauer.
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Ganz besonders auffällg für den Mangel an allem sind die neuen Doppelausgaben, also hier Heft 23/24 und nur noch jede zweite Woche. So viele Neuigkeiten beim Film gab es auch nicht mehr - oder sie durften nicht mehr publiziert werden.
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Was wird wo gedreht ? (Dez. 1941 - Heft 23/24)
Aus deutschen Produktionsstätten und Außenaufnahmen
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- Anmerkung : Eine Rubrik der Selbstbeweihräucherung - wen von den Lesern des Magazins hatten diese ganzen mehr oder weniger undurchsichtigen Details mit den aufgeführten Namen wirklich interessiert ?
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Babelsberg Ufastadt
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- „Der Strom" Terra (Herst.-Gr. E. G. Techow). Spielltg. Günther Rittau. Darst. Lotte Koch, Friedrich Kayßler, E. W. Borchert, Hans Söhnker, Paul Henckels, Charlott Daudert, Malte Jaeger, Clemens Hasse, Erich Dunskus, Franz Weber, Just Scheu, Walter Bechmann, Ludwig Linkmann, Heddo Schulenburg. Buch Eberhard Keindorff, Johanna Sibelius. Kamera Richard Angst. Musik Franz Grothe. Bau Arthur Günther, Willi Eplinius. Ton K. E. Kroschke. Aufn.-Ltg. Willi Herrmann-Balz, Willy Melas.
- „Tanz mit dem Kaiser" Ufa (Herst.-Gr. Max Pfeiffer). Spielltg. Georg Jacoby. Darst. Marika Rökk, Maria Eis, Wolf Albach-Retty, Axel von Ambesser, Lucie Englisch, Hilde von Stolz, Herta Mayen, Hans Leibelt, Rudolf Carl, Jockei Stahl, Franz Zimmermann, Emil Heß. Buch Geza von Cziffra, Friedrich Schreyvogl. Kamera Reimar Kuntze. Musik Franz Grothe. Bau Erich Kettelhut. Ton Walter Rühiand. Aufn.-Ltg. Viktor Eisenbach, Willi Rother. Anschließend Außenaufnahmen in Schloß Schönbrunn, Wien.
- „Was eine Frau im Frühling träumt" Terra (Herst.-Gr. Otto Lehmann). Spielltg. Arthur Maria Rabenalt. Darst. Willy Fritsch, Adelheid Seeck, Willi Roee, Paul Hoffmann, Ellen-Ruth Güttingen, Fritz Odemar, Jakob Tiedtke, Melitta Kiefer, Anja Elkoff, Gerhard Dammann, Käte Jöken-König, Erich Ponto, Gertrud Wolle, Thea Kämer, Erich Fiedler, Ewald Wenck, Paul Bildt, W. P. Krüger, Bruno Roth, Ingeborg von Kusserow, Oskar Sabo, Heinz Ohlsen. Buch Kurt Heuser. Kamera Willy Winterstein. Musik Walter Kollo. Musikalische Bearbeitung und Ltg. Alfred Strasser. Bau W. A. Herrmann, Heinrich Weidemann. Ton Gustav Bellers. Aufn.-Ltg. Herbert Sennewald, Max Paetz.
- „Tiefland" Riefenstahl-Film/Tobis. Spielltg. u. Drehbuch Leni Riefenstahl. Darst. Leni Riefenstahl, Franz Eichberger, Bernhard Minetti, Maria Kotenhöfer, Aribert Wäscher, Luis Rainer, Frida Richard. Prod.-Ltg. Max Hüske, Walter Traut. Kamera Albert Benitz. Musik Dr. Giuseppe Becce. Bau Erich Grave. Ton Hermann Storr. Aufn.-Ltg. Rudolf Fichtner, Willi Laschinsky, Hugo Lehner.
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Tempelhof
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- „Ehe man Ehemann wird" Astia-lTban-Pfeiffer-Deutschland-Ringf Um. Spielltg. Dr. Alwin Elling. Darst. Ewald Baiser, Hell Finkenzeller, Erich Fiedler, Maria Paudler, Lotte Rausch, Rudolf Carl, Viktor Janson. Buch Walde mar Frank n. Dr. Alwin Elling. Kamera G. L. Arco. Musik Will Meisel. Bau Heinrich Richter. Aufn.-Ltg. Willi Moree.
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Froelich-Studio
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- „Zwischen Himmel und Erde" Ufa (Herst»-Gr. Erich Holder). Spielltg. und Drehbuch Dr. Harald Braun.
- „6 Tage Heimaturlaub" Cine Allianas/Märkische- Panorama-Schneider- Süd-ost. Spielltg. Jürgen von Alten. Darst. Gustav Fröhlich, Maria Andergast, Käte Haack, Günther Lüders, Hilde Sessak, Lotte Werkmeister, Lotte Spira, Lotte Rausch, Dr. Wilhelm Althaus, Rudolf Schündler, Eva Tinschmann, Ewald Wenck, Hildegard Grethe. Weitere Besetzung wiederholt genannt. Prod.-Ltg. F. Pfitzner. Buch Walter Förster, Rudo Ritter. Kamera Otto Baecker. Musik Dr. Edmund Nick. Bau Robert Diedrich, Carl Böhm. Ton Eugen Hrich. Aufn.-Ltg. Karl Sander, Fritz Renner. Auch Gelände Babelsberg. Schlußaufnahmen.
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Johannisthal
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- „Krach im Vorderhaus" Tobis (Herst.-Gr. Robert Wuellner). Spielltg. Paul Heidemann. Darst. Ernst Waldow, Grethe Weiser, Mady Rahl, Rotraut Richter, Karl Heinz Schroth, Adolf Fischer, Lotte Werkmeister, Paul Wester-meier, Hans Stiebner, Kurt Seifert, Margarete Kupfer, Walter Lieck, Ellen Bang, Ewald Wenck, Wolfgang Kieling, Kurt Waitzmann, Manny Ziener, Gerhard Dammann, Leopold v. Ledebur, Werner Schott. Buch Curt W:*sse. Kamera Georg Krause. Musik Willi Kollo. Bau Willi Depenau, Kurt Dürnhöfer. Ton Adolf Jansen. Aufn.-Ltg. W. Zeiske. Karl Bock. Schlußaufnahmen.
- „Der Fall des Leutnants Rainer" Tobis (Herst.-Gr. Herbert Engelsing). Spielltg. Paul Verhoeven. Darst. Luise Ullrich, Paul Hubschmid, Karl Schön-böck, Sepp Rist, Elisabeth Markus, Heinz Salfner, Kurt Meisel, Maria Koppen-höfer, Norbert Rohringer, Viktor Gehring, Erich Musil, Erich Ponto, Oskar Dimroth, Bruno Hübner, Ekkehard Arendt, Carl Günther, Herbert Kiurina, Melanie Horeschowsky, Heinrich Troxbömker, Karl Hellmer, Luis Rainer, Ernst Sattler, Karl Etlinger, Gabriele Hoffmann, Hintz Fabricius. Buch Jakob Geis, Paul Verhoeven, Wilhelm Krng. Kamera F. A. Wagner. Musik Norbert Schultze. Bau Franz Bi, Botho Höfer. Ton Hans Rütten. Aufn.-Ltg. Veit Massary, Herbert Grünwald.
- „Meineidbauer" Euphono-Tobis. Spielltg. Leopold Hainisch. Darst. Eduard Köck, Otto Wilhelm Fischer, Herta Agostini, Hans Kratzer, Leopold Esterle, Anna Exl, Hse Exl, Ernst Auer, Mimi Auer-Gstöttner, Ludwig Auer, Anna Zötsch, Ferdinand Exl, Franz Ludwig, Ralph Bodenhuser, Leonhard Auer, Marta Salm, Clans Pohl, Julius Brandt, Horst Exl, Conrad Cappi, Heinz Karlen, Karl Körner, Walter Schramm, Franz Lichtenauer, Hans Waschatko, Peter Busse. Buch Jakob Geis nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Anzengruber. Kamera Georg Bruckbauer. Bau Hans Ledersteger, Ernst Richter. Ton Adolf Jansen. Aufn.-Ltg. Ernst Körner.
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Althoff-Atelier
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- „Heimaterde" Randolf-Adler- Mitteldeutsche-Kopp- Südost. Spielltg. Hans Deppe. Darst. Viktoria von Ballasko, Viktor Staal, Paul Dahlke, Theodor Loos, Käte Haack, Carl Kuhlmann, H. A. Schlettow.
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Wien-Rosenhügel
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- „Wir bitten zum Tanz" Wien-Film und Terra. Spielltg. Hubert Marischka. Darst. Hans Moser, Paul Hörbiger, Elfie Mayerhofer, Hans Holt. Theodor Danegger, Richard Eybner, Thea Weiß, Heli Servi, Auguste Pünkösdy. Paul Bürke, Georg Lorenz, Juliane Schäfer, Pepi Glockner, Gisela Wurm, Ferry Wondra. Prod.-Ltg. Heinrich Haas. Buch Fritz Koselka. Kamera Karl Kurzmayer. Musik Anton Profes. Bau Julius von Borsody, Carl Haacker. Ton Willy Radde. Aufn.-Ltg. Josef A. Vesely.
- „Jovan und Jovana" (vorl. Arbeitstitel) Wien-Film und Ufa (Herst.-Gr. Fritz Podehl). Spielltg. Geza von Bolvary. Darst. Heinrich George, Gisela Uhlen, Christian Kayßler, Werner Hinz, Will Quadflieg, Heinz Ohlsen, Josef Dahmen, Walter Werner, Franz Eschie. Buch Gerhard Menzel. Kamera Hans Sehneeberger. Musik Anton Profes. Bau Werner Schlichting, Kurt Herlth. Ton Bruno Suckau. Aufn.-Ltg. Rolf Eckbauer, J. W. Beyer.
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Außenaufnahmen
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- „Quax, der Bruchpilot" Heinz Rühmann-Prod. der Terra. Spielltg. Kurt Hoffmann. Darst. Heinz Rühmann, Karin Himboldt, Hilde Sessak, Elga Brink, Lothar Firmans, Harry Liedtke, Lutz Götz, Jose Held, Kunibert Gensiehen, Franz Zimmermann, Günter Markert, Manfred Heidmann, Georg Vogelsang, Beppo Brem, Irene Fischer, Leo Peukert, Hellmut Weiß, Willy Krause, Markus Staffner. Prod.-Ltg. Robert Leistenschneider. Buch R. A. Stemmle. Kamera Heinz von Jaworsky. Musik Werner Bochmann. Bau Otto Moldenhauer. Ton Alfons Couft. Aufn.-Ltg. Fritz Anton. Prien am Chiemsee.
- „Heimkehr" Wien-Film und Ufa. Herst.-Gr. Erich v. Neusser. Spielltg. Gustav Ucicky. Darst. Paula Wessely, Peter Petersen, Attila Hörbiger, Carl Raddatz, Ruth Heliberg, Bertha Drews, Elsa Wagner, Eduard Köek, Otto Wernicke, Franz Pfaudler. Gerhild Weber, Werner Fuetterer, Hermann Erhardt. Prod.-Ltg. Ernst Garden. Buch Gerhard Menzel. Kamera Günther Anders. Musik Willy Schmidt-Gentner. Bau Walther Röhrig. Ton Alfred Norkus. Aufn.-Ltg. Felix Föhn, Heinz Fiebig. Chorzelef Südost Preußen.
- „Anschlag auf Baku" Ufa (Herst.-Gr. Hans Weidemann). Spielltg. Fritz Kirchhoff. Darst. Willy Fritsch, Rene Deltgen, Lotte Koch. Weitere Besetzung wiederholt genannt. Rumänien.
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Barrandow-Atelier, Prag
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- „Kameraden" Bavaria. Spielltg. Hans Schweikart. Darst. Willy Birgel, Karin Hardt, Maria Nicklisoh, Martin ürtel, Rudolf Fernau, Otto Treßler, Rolf Weih, Carl Werv, Günther Hadank, Ernst Fritz Fürbringcr, Friedrich Dimer, Alexander Golling, Herbert Hübner, Paul Dahlke. Weitere Besetzung wiederholt genannt. Prod.-Ltg. Curt Prickler: Buch Petrr Francke, Emil Burri. Kamera Franz Koch. Musik Alois Melichar. Bau Ludwig Reiber, Rudolf Pfenninger. Ton Josef Zora. Aufn.-Ltg. Fritz Koch-Neusser, Alfred Tscheuschner, Anton Höhn.
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Host-Atelier, Prag
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- „Die Kellnerin Anna" Terra (Herst.-Gr. Viktor von Struve). Spielltg. Dr. Peter Paul Brauer. Darst. Franziska Kinz, Otto Wernicke, Hermann Brix, Theodor Danegger, Elfriede Datzig, Gustav Waldau, Paul Dahlke, Hans Olden, Winnie Markus, Fritzi Eckener, Walter Janssen, Martha Ziegler, Vera Com-plojer. Kamera Jan Roth. Musik Wolfgang Zeller. Bau Gustav Knauer, Arthur Schwarz. Ton Dr. Erich Leistner. Aufn.-Ltg. Gustav Wehrand. Alfons Powollik-Ronay.
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Cinecittä, Rom
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- „Alles für Gloria" Deka-Isar/Urban-Deutschland-Pfeiffer-Ringfilm.
- Spielltg. Carl Boese. Darst. Laura Solari, Johannes Riemann, Lizzi Waldmüller, Hans FideBser, Leo Slezak, Erika Helmke, Henry Lorenzen, Otto Eduard Hasse, Hermann Pfeiffer, Herbert Weißbach, Walter Ladengast, Ethel Reschke. Prod.-Ltg. Rüdiger Freiherr v. Hirschberg. Buch Georg Zoch. Kamera Eduard Hoesch. Musik Anton Profes. Bau Willy Schiller, A. Pinzauti. Aufn.-Ltg. Ernst Mattner.
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„Wunschkonzert in der Karpatennacht"
DAS FRONTKINO BEI UNSEREN SOLDATEN
P.K. - (P.K. steht für Propaganda Kompanie) In der Schreibstube einer Kompanie in den Karpaten. Schrill zerreißt die Glocke des Feldfernsprechers die mittägliche Stille. „Niemand zu Hause!" brummt Schütze Meier leicht verärgert, denn es ist ja jetzt eigentlich Mittagspause. Dann greift er zum Hörer, zückt einen Bleistift und schreibt.
Ein Fernspruch von der Division. Schon bei den ersten geschriebenen Worten hellt sich die Miene des Schützen Meier wesentlich auf. So etwas nimmt er immer gern auf, und sei es selbst in der Mittagspause.
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Eine Viertelstunde später betritt der Spieß die Schreibstube. „Was Neues?" - „Jawohl, Herr Hauptfeldwebel", meldet Meier, „Fernspruch von der Division. Die P.K. spielt morgen bei der Kompanie den Film "Wunschkonzert, Wochenschau und Kulturfilm!" Der Spieß besieht sich den Spruch, schüttelt bedenklich den Kopf, er hat sofort Sorgen. -
„Sagen Sie mal, Meier, haben wir eigentlich einen Raum, den wir dafür benutzen könnten?" Meier verneint. „Na, ein Haus bauen können wir ja nun nicht. Dann müssen wir eben einen Raum finden!" entscheidet der Spieß und macht sich gleich auf den Weg, um die Schule zu besichtigen. Die zwei Schulräume indessen sind viel zu klein, gerade groß genug, um den sechsten Teil der Kompanie zu fassen. Und sechsmal spielen? Das kann man ja nun beim besten Willen nicht verlangen. Noch will er es nicht wahrhaben, daß es keine Möglichkeit geben soll. In diesem über tausend Meter hohen Karpatendorf mit seinen vielen weißgekalkten Holzhäusern, klein und flach, ist es wirklich nicht einfach. Es gibt zwar einige Gasthäuser, aber keinen Saal, keinen größeren Raum, der sich für Stunden zum Kino umwandeln ließe.
Ein kleiner, grauer Lastkraftwagen
Vierundzwanzig Stunden später in der brennenden Mittagssonne der Berge. Langsam, aber sicher kriecht ein kleiner, grauer Lastkraftwagen der Wehrmacht die steilen, nicht
endenwollenden Serpentinen eines der vielen Höhenzüge hinauf, die sich zu allen Seiten aus wildromantischen Talkesseln und bewaldeten Höhen herausheben. Willi und Herbert, zwei gute Kameraden, sitzen im Wagen und haben ihre Sorgen, die in den letzten Tagen nie abnahmen.
Augenblickliche militärische Aufgabe: Filmvorführer bei der P.K. Sie sind auf ihrem ersten dieser Einsätze. Männer; die erst vor kurzem von der Feldtruppe zur P.K. kamen, die Polen und den Westen in vorderster Linie mitgemacht haben. Sie wissen es von sich selbst, welche Freude der Landser an allem hat, was ihn einmal vom Dienst loslöst. Und die Sorgen dieser beiden? Wenn sie nur schon wüßten, in welcher „Räumlichkeit" sie heute wieder ihr „Wunschkonzert" vom Stapel lassen sollen!
Eine Stunde später wissen sie es - besser gesagt, sie wissen es nicht. Der „Empfang" auf der Schreibstube enttäuscht sie wieder einmal leider nicht. Sie verstehen nämlich allmählich, sorgenvolle Mienen zu lesen, und wissen bei ihrer Meldung beim Hauptfeldwebel, daß es wiederum an einem Raum fehlt. „In jeder Beziehung trostlos. Kein Raum, kein Strom!" begrüßt er sie.
Gefreiter Willi, ein findiger Landserkopf, hat einen Gedanken. Selten schön ist der Tag heute, warum soll er sich schließlich nicht einmal an eine Vorführung im Freien heranwagen?
„Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus!" Und für das Dorf X. in den Karpaten war das, was sich in den nächsten Stunden hier abspielte - zwar nicht für die Soldaten -, so doch für die Dorfbewohner immerhin ein Ereignis.
Apparaturen werden aufgebaut, auf einem freien Platz thront stolz eine weiße Leinwand. Langsam, viel zu langsam, kommt die Dunkelheit heran. Fast scheint es, als ob sie gerade heute zum Trotz länger als sonst auf sich warten ließe. Soldaten, mit Zeltbahnen und Decken bewaffnet, bauen sich ihren unnumerierten Polsterplatz im Karpaten-Freilichtkino auf einer Wiese inmitten des Dorfes.
Nach und nach kommen die Dorfbewohner mit ihren unvermeidlichen Pelzkappen und bunten Lederwesten näher.
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Was geht eigentlich hier vor?
Von ferne brummt jetzt das Benzinaggregat, der treue Stromversorger, der hier wie in allen stromlosen Orten des Karpatenlandes unersetzliche Dienste leistet. Seine Lautstärke, mit der er von seiner Arbeit kündet, ist allerdings recht beträchtlich, und deshalb hat man ihn auch in wohlweisliche Entfernung gesetzt.
Grell hebt sich jetzt ein bewegtes Geschehen auf der Leinwand vom nachtschwarzen Himmel ab. Panzer, Stukas und Artillerie wechseln rasch im Bild, Kampfszenen vom letzten Kriegsschauplatz. Und das Krachen und Dröhnen in dem sonst so stillen Dorf lockt alle Bewohner an.
Es gibt wohl in keinem Haus einen Menschen, angefangen vom kleinsten sich bereits auf eigenen Füßen bewegenden Erdenbürger bis zum ältesten Greis, der nicht dabeigewesen wäre. Als schließlich das beschwingte „Wunschkonzert" abrollt, hat das Spiel sie alle in seinen Bann gezogen. Allmählich kommen sie näher und sind schließlich so nahe, daß sie hinter die Leinwand fassen können. Mit ihren Händen suchen sie die junge, hübsche Ilse Werner und den flotten FUegeroffizier Werner Raddatz zu greifen - ohne Erfolg!
Unsere Kameraden haben sich köstlich vergnügt in diesem luftigen Gartenkino - es waren einige frohe Stunden. Für die Dorfbewohner war es der erste Film. In der kleinen Bodega haben die deutschen Soldaten dann beim „tuika" manchem Dorfbewohner noch das kleine Rätsel gelöst.
Auch die Gefreiten Willi und Herbert waren zufrieden. Sie dürften die ersten P.K.-Männer gewesen sein, die in den Karpaten ein Kino im Freien eröffnet haben.
Kriegsberichter Hans E. Kahlert
Vom starken Frauenherzen
„Es ist keine leichte Aufgabe für die Damenwelt, die Nachmittage einigermaßen auszufüllen. So sind sie denn darauf verfallen, zwischen Anprobe und Teestube den Besuch eines Vortrages einzuschieben, der als Übergang ungemein wohltuend wirkt. Auf diese Weise verlebt man einen reizenden und völlig inhaltslosen Nachmittag, ohne jede persönliche Anstrengung, ohne eine Spur von innerem Leben.
Denn es ist der aufrichtige Wunsch unserer heutigen Damenwelt, auf jedes innere Leben zu verzichten und sich nur von Äußerlichkeiten treiben zu lassen, womöglich ohne die leiseste körperliche oder geistige Anstrengung."
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So sah ein namhafter französischer Schriftsteller vor genau dreißig Jahren, 1911, seine Zeitgenossinnen. Man hatte damals offensichtlich viel mehr Zeit und Geld als heute. Die Zeit verbrachte man damit, das Geld auszugeben, und das Geld war unentbehrlich, wenn man die Zeit standesgemäß totschlagen wollte.
Liest man einen Moderoman jener Tage - also ein Werk, das die allgemein geltenden Anschauungen genau widerspiegelt -, so wird man weitere erstaunliche Aufschlüsse über die epochemachenden Fragen erhalten, die damals die gesellschaftliche Diskussion bestimmten.
Ob Männer aus erotischen Gründen einen Schnurrbart tragen sollten, dürften oder müßten? Ob Frauen reizender würden, wenn sie sich mit einem Fischbeinpanzer umschnürten? Ob eine verheiratete Dame der sogenannten Gesellschaft ihren Liebhaber durch das Telefon zu einem Rendezvous einladen sollte, oder aber ob es stilvoller und weniger bedenklich wäre, wenn man ihm einen Brief mit dieser Nachricht zustellen ließe? Und wenn schon Brief: ob dann einen solchen, der mit sympathischer Tinte geschrieben sei oder besser einen, der sich einer verabredeten Geheimschrift bediene?
Auch wer nicht geneigt ist, sich bei jeder billigen Gelegenheit klüger zu fühlen als die Menschen, die vor ihm da waren, wird doch über den abgeschmackten Unsinn solcher Konventionen heftig den Kopf schütteln. Eine Gesellschaft, die ohne feste Ziele, nur dem augenblicklichen Lebensgenuß nachjagt, entartet eben rasch.
Mittlerweile hat das Schicksal die Menschheit, uns Deutsche voran, in eine harte Schule genommen.
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Alle Lebensformen sind verändert.
Das Verhältnis zwischen Mann und Frau sieht anders aus. Gewiß hat es auch früher überall tapfere, treue, still arbeitende Frauen gegeben. Aber von ihnen zu reden, war nicht interessant. Es ist gewiß bezeichnend, daß ein Kunstwerk wie „Mutterliebe" erst nach 1933 entstanden ist und seinen Welterfolg errang.
Was gute Frauen früher leisteten, davon sprach man wenig; es galt vielfach als selbstverständlich und erregte nicht das öffentliche Interesse. Die Frauenbewegung, die hier Wandel schaffen wollte, sah sich in immer neue Schwierigkeiten verstrickt, weckte hundert neue Probleme und öffnete neben neuen Wegen auch viele Irrwege.
Die Frauenbewegung hatte in der deutschen Romantik begonnen mit Forderungen, welche bezeichnenderweise die Männer an die Frauen stellten. Zuerst in Deutschland drängten die Frauen nach den gleichen geistigen Entwicklungsmöglichkeiten wie die Männer - der Ehrgeiz, für „schön, aber geistlos" zu gelten wie einst Madame Recamier, ist bei uns zu Lande wohl niemals sehr rege gewesen.
In den vielfältig durcheinanderstrudelnden Entwicklungslinien des 19. Jahrhunderts komplizierte sich alles. Die entscheidende Lockerung bringen wirtschaftliche Umschwünge. In den aufschießenden Großstädten schwinden die Möglichkeiten, berufslose Frauen wie einst in der Familie mit-zuernähren, rasch dahin. Zuerst ergreifen die Frauen aus den minderbemittelten Schichten die Gelegenheit, den Weg zum Aufstieg aus eigener Kraft zu beschreiten: Fabriken, Büros, Geschäftshäuser füllen sich mit wachsenden Heeren von Arbeiterinnen, weiblichen Angestellten, Sekretärinnen, Verkäuferinnen.
Die oberen Schichten rücken zögernd nach. Bis 1870 galten für ein Mädchen aus gutem Hause nur die Berufe der Lehrerin oder noch der Krankenschwester als möglich. Aber im zwanzigsten Jahrhundert sinken rasch die letzten Schranken dahin: fast alle Berufszweige, jedes Studium werden den Frauen zugänglich.
Und jetzt im Krieg ist sowieso alles anders

- Eine britische Agentin versucht vergeblich, Frau Sanna Kroger zu verleiten, ein wabr-heitswidriges Dokument zu unterschreiben. Die englische Erklärung spricht von „vorbildlicher Behandlung der Burenfrauen in den britischen Konzentrationslagern" (Lucie Höflich und Flockina v. Platen in dem Bim „Ohm Krüger")
Der Krieg mit seinem Menschenmangel brachte dann die Frau als Schaffnerin, als Briefträgerin - und diesmal ist die Umordnung verbunden mit einer tiefgreifenden Rückbesinnung auf das Sinnvolle, das Notwendige. Es handelt sich längst nicht mehr darum, ob die Frauen den Männern gleichberechtigt seien: vor allem haben sie gleiche Pflichten.
Diese Auffassung, daß Mann und Frau kameradschaftlich in einer Schicksalsgemeinschaft stehen, ist nur in einer Hochkultur möglich. Wir erinnern nur daran, daß bei allen Naturvölkern die Welt der Frau von der des Mannes streng getrennt ist.
Auch südliche Kulturvölker leben anders: Denken wir an die geringe Rolle, die die Frau bei den Moslims spielt, oder daran, daß strenge Sittengesetze die Inderin vom Leben der Männer fernhalten, daß der Chinese jede Frage nach seiner Frau noch als grobe Taktlosigkeit empfindet.
In Deutschland leben heute Mann und Frau im gemeinsamen Seelenraum, arbeiten gemeinsam, haben das gleiche Kampfziel, den gleichen Siegesglauben.
Anmerkung : Hier wird es ganz deutlich, wie geschickt man Seelenraum, Arbeit und auf einmal das Kampfziel und den Siegerglauben in einen Topf wirft.
Wohl in keiner Dichtung gibt es so viele „tüchtige" Frauen wie in der deutschen; man denke nur an viele Gestalten etwa Wilhelm Raabes. Und diese gemeinsame Lebensaufgabe von Mann und Frau spiegelt sich selbstverständlich auch im deutschen Film. Greifen wir nur aus der letzten Zeit einige Beispiele heraus.
Ein paar Beispiele : „Heimkehr"
In „Heimkehr" sehen wir Paula Wessely, die Lehrerin einer Volksdeutschen Siedlung im fernen Wolhynien, mit gläubigem Vertrauen als den guten Geist der Gemeinschaft wirken, erleben wir, wie sie aus bitterster eigener Seelenqual das Vertrauen in den Sieg des Rechts zurückgewinnt und die von vielen Gefahren umdrohten Gefangenen durch Zuspruch und Beispiel aufrichtet. „Mein Leben für Irland" zeigt eine Frau, von Anna Dammann gespielt, als aktive Kämpferin im Freiheitskampf ihres unterdrückten Volkes, zeigt ihre duldende Seelenstärke, ihren sieghaften Opfermut.
„Wetterleuchten um Barbara"
In „Wetterleuchten um Barbara" ist Sybille Schmitz die Aufgabe zugewachsen, Seite an Seite im politischen Kampf der Männer zu stehen, die Verfolgten zu bergen, Verwundete zu pflegen, eigener Gefahr nicht achtend das Schicksal ihres Mannes zu teilen und niemals den Glauben an die Gerechtigkeit der Sache zu verlieren, deren Kämpfer er ist. Denn was wäre das für ein Kampf, wenn die Frauen in Schwäche oder Selbstsucht den Männern mit unzeitgemäßen Klagen, Beschwerden, Quangeleien in den Rücken fielen. Selbst in der kleinen Rolle der Frau Sanna im Ohm-Krüger-Film finden sich diese Grundelemente besten Frauentums, das den Helden in seinem schweren Kampfe durch zuversichtliches Vertrauen stärkt.
„Du und ich"
Greifen wir etwas weiter zurück: In „Du und ich" sahen wir Brigitte Horney als Frau eines armen Strumpfwirkers, die mitarbeitend und ehrgeizig ihren Mann weiter und höher hinauf treibt und doch des Aufstiegs nicht recht froh wird, die aus der schließlich zu einem mächtigen Industriewerk aufgewachsenen Fabrik flieht und doch wieder zurückkehrt, weil sie erkennt, daß eine Aufgabe größer sein kann als die eigene Freiheit.
So sehen wir, wie unser deutscher Film Antworten geben kann auf Fragen, die jeden im innersten Wesenskern berühren - Antworten, die Sinn haben für die Lebensordnung eines kämpfenden Deutschlands.
Dr. Günther Sawatzki
„Alles für GLORIA"
SONDERBERICHT DER FILMWELT
Ein deutscher Film entsteht in der römischen Filmstadt Cinecittä
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Wenn zwei sich streiten ....
..... freut sich der Dritte. Dieses harte Wort, das die unter dem Namen Schadenfreude bekannte menschliche Schwäche verurteilt, wurde dieser Tage bei einem Zwischenfall in der Nähe Roms in neuartiger Weise dokumentiert. Zwei stritten, und der Dritte, der in diesem Fall aus einer Anzahl ehrenwerter Personen deutscher und italienischer Nationalität bestand, freute sich so übermächtig und laut, daß der Krach der beiden Streitenden zweimal wiederholt werden mußte.
Es wurde also geradezu eine Tragödie mit Zugaben. Und das kam so: Der Aufnahmeleiter der „Gloria"-Schallplatten-Werke A.G. wurde von seiner temperamentvollen jungen Frau, die als Sekretärin der Firma tätig ist, aus Motiven, über die der feinfühlige Beobachter schweigt, zur Rede gestellt, mit Vorwürfen überhäuft und schließlich mit Stimmaufwand und reichem Wortschatz der wildesten Untaten und Verworfenheiten bezichtigt.
Als musikalischem Menschen blieb ihm nichts anderes übrig als Flucht vor dem Lärm, Flucht vor dem Krach, Flucht ins Reich der Harmonien und Klänge. Den furchtbaren Anschuldigungen und Drohungen seiner Frau begegnete er mit Improvisationen auf dem Konzertflügel der Firma „Gloria".
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Sein Spiel paßte sich rhythmisch dem Wortschwall der erbosten besseren Hälfte an, und plötzlich entwickelte sich aus der auf die Augen- und Ohrenzeugen unerhört komisch wirkenden Streiterei zwischen Frau und Flügel - ein Schlager.
Wo bleibt aber nun die Schadenfreude? Nun, natürlich hinter den Kulissen. Niemand wird sie später übel vermerken. Die Streitenden waren nämlich Erika Helmke und Henry Lorenzen, Ort der Handlung waren die Ateliers von Cinecitta bei Rom, die Schadenfrohen aber waren die Beleuchter und Atelierarbeiter, die sich bei der Aufnahme dieser Szene, von der sie als Italiener übrigens kein Wort verstanden, über die Komik Henry Lorenzens vor Lachen schüttelten. Dadurch wurde die Szene zweimal „verpatzt" und mußte wiederholt werden.
Mit Lorenzen und seiner Partnerin sind übrigens noch zehn andere Darsteller und fast zwanzig Leute vom Stab der Deka-Isarfilm, darunter die Maskenbildner, Garderobiers, Schnitt- und Tonmeister usw. nach Rom gereist, um hier den deutsch italienischen Gemeinschaftsfilm „Alles für Gloria" zu drehen, in dem Laura Solari, seit 1938 eine der namhaftesten Filmdarstellerinnen der jungen italienischen Generation, die Hauptrolle spielen wird.
Laura Solari, die auf der deutsch-italienischen Filmschau 1940 in Venedig in „Don Pasquale" Erfolg hatte, folgte später einer Einladung der Reichsfiimkammer nach Berlin, wobei sie an Probeaufnahmen unter Veit Harlans Regie teilnahm.
Laura Solari
Gloria" ist der erste deutsche Film, in dem sie auftritt. Die eigentliche künstlerische Erwartung, die sich von vornherein an diesen Film knüpft, heißt also für den deutschen Filmfreund Laura Solari. Sie geht hier den Weg einer echten und natürlichen jungen Frau, die über den Dingen des Herzens schließlich sogar das Wohl der von ihr geleiteten großen Firma vergißt.
Ihr Partner in den bunten und gefahrvollen Erlebnissen dieses Lustspielfiims ist der Produktionsleiter der Firma, Johannes Riemann. Neben Leo Slezak, der als Onkel der Direktorin und als Kammersänger die Traditionen der Kunst würdig, wenn auch etwas schmaler an Gestalt als früher vertritt, wirken Lizzi Waldmüller und Hans Fidesser als getarntes Künstlerpaar aus dem Süden sowie O. E. Hasse, Hermann Pfeiffer, Herbert Weißbach, Walter Ladengast, Bert Maris und Harald Föhr-Waldeck mit.
Die Regie liegt in Carl Boeses Händen. Herstellungsleiter ist R. Freiherr von Hirschberg. Das Buch schrieb Georg Zoch, die Musik Anton Profes, die Schlagertexte Hans Fritz Beckmann. An der Kamera wirkt Eduard Hoesch, Aufnahmeleiter ist Ernst Mattner.
In der Cinecittä stehen nun alle von dem Architekten Willy Schiller in Zusammenarbeit mit seinem italienischen Kollegen A. Pinzauti entworfenen Bauten beisammen: drei Aufnahmeräume der Schallplattenfabrik, der Raum des Tonmeisters mit Originalapparatur, die Büros der Direktion und des Sekretariats, Hotelhallen von Capri und Neapel, ein Hotelmusiksalon, ein Wohnzimmer in einer deutschen Villa - alles unter einem Dach.
Es war nicht leicht, die Ausstattung für diesen Film, der zum Teil in Deutschland spielt, in Rom „aus dem Boden zu stampfen". Cinecittä verfügt zwar über ein ausgezeichnetes Magazin von Möbeln für historische Filme, aber Möbel, wie sie in einer modernen deutschen Firma Verwendung finden, waren nicht vorhanden. Binnen zwölf Tagen haben Schiller und Pinzauti mit vierzig italienischen Arbeitern alles fertiggestellt. Sonstige Requisiten (deutsche Schreibtischgarnituren, Telephone usw.) wurden aus der Heimat in Kisten mitgebracht.
So wurde auch rein technisch eine bemerkenswerte Arbeit geleistet, bei der deutsche und italienische Kräfte wetteiferten. Der deutsch-italienische Gemeinschaftsfilm der Deka-Isar verspricht „suggestiv" zu werden, wie es die Italiener nennen, d. h. er hat Aussicht, die Zuschauer und Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Mit welchen technischen und natürlichen Reizen dies geschehen wird, bleibt selbstverständlich bis auf weiteres Geschäftsgeheimnis der „Gloria".
W. Pabst
Drehbuch und Dichtung
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- Anmerkung : Hier sollten Sie besonderen Wert auf die Ausschmückung von glorifizierten Eigenschaften mit Hilfe der deutschen Sprache achten. Viele so ganz nebenbei eingeflochtenen historischen Feststellungen sind einfach nur falsch oder haben genau im Gegenteil stattgefunden. Ob Rolf Lauckner sich solch eine Laudatio selbst geschrieben hätte, ist nicht belegt. Er war mit Sicherheit ein strammer Nationalsozialist von Göbbels Gnaden.
- Nach dem Autor dieses Artikels Dr. Hermann Wanderscheck recherchierenwir noch.
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Gespräch mit dem Filmautor Rolf Lauckner

- Rolf Laudtners größte filmdichterische Leistung war sein Drehbuch zu dem „Bismarck"-Film. Hier erstand geschichtsgetreu und in dramatisier Konzentration ein Abbild der Lebensarbeit des eisernen Kanzlers: Die Gründung des Deutschen Reiches (Paul Hartmann in der Titelrolle und Günther Hadank als Moitke)
Zu den ernsthaftesten Vorkämpfern für die Mitarbeit des Dichters im Film zählt Rolf Lauckner. Neben Felix Lützkendorf, Gerhard Menzel und Paul Joseph Cremers steht heute Rolf Lauckner, der Dichter erregender historischer Dramen, in vorderster Front der dichterischen Drehbuchautoren.
Das Filmschauspiel kann und muß zum Kunstwerk erhoben werden. Dazu gehört als wesentliche Voraussetzung die Einheitlichkeit der Schöpfung.
Lauckner hat stets für die höchst verantwortliche künstlerische Position des Autors im Film gekämpft. Vom Dichter und Drehbuchautor geht die Substanz aus, die Idee und die mögliche dichterische Vertiefung. Die Aufgabe der Regisseure und Kameraführer ist es, die schöpferischen Vorstellungen des Autors zur größtmöglichen Wirkung zu bringen. Im Gepräch mit dem Dichter, der in einem stillen Haus im Berliner Grunewald schafft, erhellt, daß es das Prinzip der Schöpfung eines Kunstwerkes ist, von einem geistigen Zentrum aus gestaltet zu werden.
Dieses geistige Zentrum ist und bleibt der Autor, der Dichter.
Rolf Lauckner ist zur Zeit der einzige Autor, der seine Drehbücher in Buchform veröffentlicht hat. Im F. Bruckmann-Verlag in München sind in fast bibliophiler Ausstattung, mit zahlreichen Wiedergaben originaler Zeichnungen, Radierungen und Kopien historischer Bilder und Portraits, mehrere Filmbücher gedruckt worden, darunter „Bismarck", „Eine kleine Nachtmusik", und Drehbücher, deren Verfilmung vielleicht später erfolgen wird.
Diese gedruckten Drehbücher sind eine gute Rechtfertigung für den dichterischen Willen des Autors. Kein Zweifel: auch ein Drehbuch kann in allen seinen Teilen ein Kunstwerk sein und über den Kreis der Filmschaffendea hinaus eine künstlerische Wirkung auf die Leser ausüben.
Lauckner meint: Viele unserer Regisseure sind produktive Künstler, viele haben den Wunsch, eng mit dem Dichter zusammenzuarbeiten, manchen gelingt die Verständigung mit dem Dichter über alle optischen Erlebnisbereicherungen. Der Regisseur wird immer zeigen wollen, wie großartig er den Apparat, die technischen Mittel beherrscht. Die Gefahr, daß eine Dichtung oft durch die Technik zur Reportage wird, liegt auf der Hand. Hier bedarf es immer wieder der engsten Zusammenarbeit zwischen Dichter und Regisseur, um die künstlerische Einheit im Sinne des Schöpfers, eben des Autors, zu gewährleisten.
Und noch ein weiteres, nicht minder wichtiges Bekenntnis legt Dr. Rolf Lauckner ab:
Der Film braucht wie das erregende, echte Drama Konflikte! Da die Kunst (also auch die Filmkunst) als sinnbildliche Lebensgestaltung die Aufgabe hat, die Beziehungen der Menschen untereinander aufzuzeigen und darzustellen, ist klar, daß sie sich mit Konflikten und nicht mit Problemen zu beschäftigen hat. Bühne und Film leben gleichermaßen von der Gestaltung der menschlichen Konflikte.
Ein Dichter, der wie Rolf Lauckner so tief im Historischen wurzelt (ohne dabei die lebendigste Verbundenheit mit der Gegenwart einzubüßen), nimmt seine Stoffe für den Film nicht aus dem Bereich der Illusion oder der zu nichts verpflichtenden Phantasie. Immer sind es historische Gestalten, die Lauckner im Drama und im Film behandelt hat.
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Für den Idealismus einer nationalen Idee eintreten
Gestalten, die für den Idealismus einer nationalen Idee eingetreten sind oder für einen schöpferischen Idealismus der Kunst gekämpft haben. Lauckners großer Erfolg vor Jahren war der Film „Der alte und der junge König44. Hans Steinhoff inszenierte ihn. Schon in diesem Drehbuch dokumentierte sich der Wille des Dichters: menschliche Konflikte im Bereich der Historie anzusiedeln, aus ihnen die Spannkraft der Handlung und des Dialogs zu schöpfen und auf jede reportagehafte Gestaltung zu verzichten.
Beispiele
Der Film „Eine kleine Nachtmusik" beschwor die Anmut und Grazie des österreichischen Rokoko und wurde von Mörikes Novelle „Mozart auf der Reise nach Prag" angeregt. Lauckner hat eine dramatisch packende Lebensepisode des jungen Mozart mit feinfühlender Hand für den Film gestaltet.
Der Film „Bismarck" bewies den dramatischen Blick auf das Filmische in der Ballung der historischen Gegebenheiten. Ein so kongenialer Regisseur wie Wolfgang Liebeneiner verstand die dichterischen Absichten des Autors. Lauckner hat das historische Kräftespiel meisterhaft ausbalanciert und die Spannung trotz der zahlreichen Episoden konsequent durchgeführt.
Lauckner sucht zwischen den großen historischen Stoffen die schöpferischen Atempausen in „Expeditionen" zur menschlichen Komödie, zum menschlichen Lustspiel aus dem Leben des Alltags.
So erschienen vor Jahren die Filme „Liebelei und Liebe" (mit Paul Hörbiger) und „Krach um Künnemann", die seinen Ausflug in die heitere, unbeschwerte, dabei menschlich besinnliche Welt des Lebens in unserer Zeit bewiesen.
Sein erstes Drama im Deutschen Theater in Berlin
Die schöpferische Fruchtbarkeit des Dichters Lauckner ist außergewöhnlich zu nennen. Neben der Filmarbeit sind es die Probleme des Dramas, die ihn von Jugend an beschäftigt haben. 1919 wurde Lauckner - er war 32 Jahre alt - mit dem Drama „Der Sturz des Apostels Paulus" im Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt.
Im gleichen Jahr spielte das Lessing-Theater das Drama „Christa, die Tante" und die Volksbühne das Schauspiel „Predigt in Litauen". Zwei Jahre später kam in Leipzig das Drama „Wahnschaffe" heraus. 1923 wurde mit großem Erfolg „Die Reise gegen Gott" in Karlsruhe aufgeführt.
Von seinen letzten historischen Dramen ist vor allem sein „Bernhard von Weimar" zu nennen, ein Schauspiel aus dem Dreißigjährigen Krieg. Herzog Bernhard erscheint als Verfechter des deutschen Reichsgedankens. Sein historisches Drama vom Untergang eines Volkes „Der letzte Preuße" kam 1938 in Stuttgart zur Uraufführung. Es behandelt das Schicksal jener heidnischen Preußen, die um 1270 gegen die Ritter des Deutschen Ordens kämpfend unterlagen.
Zwei Komödien schrieb Lauckner in den letzten Jahren: „Der Hakim weiß es" (von vielen deutschen Bühnen übernommen) und „Wanderscheidt sucht eine Frau". Daneben hat Lauckner zu Opern von Recznizek und Eduard Künneke die Texte geschrieben, den zweiten Teil von Goethes Faust neu bearbeitet, Kalidasas „Sakuntala", Grabbes „Herzog Theodor von Gothland'* und Shakespeares „Timon von Athen" neu gestaltet.
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Die Perspektive auf die sittliche Grundeinstellung ......
Die Perspektive auf die sittliche Grundeinstellung ist es auch hier, die den Dichter zu diesen vielseitigen und erfolgreichen Arbeiten hingezogen hat.
Heute ist es vor allem der Film, den Rolf Lauckner von Stoff zu Stoff mehr erobert. Der Film in seiner höheren Ebene ist es, für den er sich einsetzt. Der Film, der menschlich wahr und im Konflikt überzeugend ist. Die Technik soll dem Dichter nichts von seiner Substanz nehmen und seine Menschen und Gestalten nicht verändern.
Immer ist es der Dichter, der die Menschen erobert - mit den Menschen, die er gestaltet. Rolf Lauckner wird seine ganze Kraft einsetzen, um dieses Ideal ZU erreichen.
Dr. Hermann Wanderscheck
Weltmacht Petroleum (Ein Artiekl vom Sommer 1941)
- Anmerkung : Hitlers größtes Problem war die Versorgung der Armeen mit Treibstoff für die spritfressenden Panzer und sonstigen Fahrzeuge und die Luftwaffe des 3. Reiches. Deutschland hatte damals wie heute keine eigenen Ölquellen. Die nächsten erreichbaren Öl-Quellen waren in Rumänien und dann wieder ganz hinten im russischen Baku - weit hinter Stalingrad. Und das sollte ihm bzw. der Wehrmacht im Frühjahr 1943 das Genick brechen.
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Zu einem neuen "Kulturfilm" der Ufa
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- Anmerkung : Ob man diesen Film im Juni 1941 noch als Kulturfilm oder bereits als Propagandafilm bezeichnen sollte, wäre nach dem Zeigen vor einem Fachpublikum zu entscheiden. Im Jahr 1941 war das aus unserer Sicht eher ein Propagandafilm um den Einmarsch der Wehrmacht im Juni 1941 in Russland (Unternehmen Barbarossa) zu belegen.
Kein Rohstoff, den die Erde dem Menschen bietet, nicht einmal die Kohle, hat einen solch revolutionierenden Einfluß auf die Gestaltung der neuen Zeit, auf ihre Wirtschaft und ihre Politik ausgeübt wie das Erdöl.
Meteorgleich stieg das „flüssige Gold" zu einer Weltmacht auf; es ist nicht zuviel gesagt, wenn man behauptet, daß es das Schicksal ganzer Länder und Völker in der Folgezeit bestimmte.
Mit der 1857 erfundenen Petroleumlampe fing es an. Der große deutsche Chemiker Liebig entwarf im Jahre 1860 eine Veredelungsfabrik.
In Baku und in den östlichen Vereinigten Staaten von Nordamerika bohrte man schon nach dem begehrten öl, das in wenigen Jahren an allen Börsen der Welt hoffähig wurde.
Um die Jahrhundertwende stellten Nordamerika und Baku fast die gesamte Weltförderung an Erdöl mit je neun Millionen Tonnen Steinöl, aus denen acht Millionen Tonnen Leuchtöl hergestellt wurden.
Wieder war es die deutsche Chemie, die die „lästige" Beigabe der Leuchtölherstellung, das Benzin, als wichtigen Nutzstoff entdeckte.
Für diesen Teil der „Abfallstoffe", die 50-70% des Rohöls betrugen, schuf erst die Erfindung des Verbrennungs- und Explosionsmotors volle Verwendung, ja, gerade diese Abfallstoffe, wie Schweröle, Benzin und Schmieröle, waren später plötzlich die begehrtesten Bestandteile.
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Das Erdöl - wichtig für die Weltwirtschaft (bereits 1941)
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- Anmerkung : Und gleich wieder ein Seitenhieb auf den Vertrag von Versailles :
Wie wichtig das Erdöl für die Weltwirtschaft war und wie sehr Engländer und Franzosen 1914 darauf bedacht waren, ihre Interessen im „Erdölgeschäft" durch die Lüge von einem gerechten Krieg gegen Deutschland zu maskieren, erhellen die Aussprüche von Marschall Foch und Lord Curzon.
Foch erklärte: „Jeder Tropfen Öl ist so viel wert wie ein Tropfen Menschenblut!" während Lord Curzon gestand: „Wir schwammen auf einer Ölwoge zum Siege!"
Inzwischen ist der Bedarf an Erdöl ins Ungeheure gestiegen. Die flüssigen Kraftstoffe beherrschen unser Jahrhundert. Erdöl ist kein Privatwirtschaftsproblem mehr, es ist eine Weltfrage geworden.
In allen Weltteilen ist das begehrte Öl zu finden, auch in Europa gibt es beachtliche Vorkommen. So stellt Rumänien bereits im Jahre 1926 2,1% der Weltförderung. Die Felder wurden vornehmlich durch deutsche Arbeit erschlossen.
Erdöl findet sich besonders in jungen Gebirgsvorländern: Es handelt sich dabei um flüssige Kohlenwasserstoffe, Reste von Lebewesen, die in schlecht durchlüfteten Meeresräumen verfault sind. Chemische Umbildungen erzeugen aus diesen Leichnamen im Laufe der geologischen Perioden flüssiges Öl.
In porösem Gestein sammelt es sich an und wird durch eigenen Druck als graue oder braune Flüssigkeit herausgepreßt. Aus festem Gestein, z. B. Ölschiefer, muß es mit überhitztem Dampf herausgetrieben werden. Gasabsonderungen schaffen gewaltige Ölspringbrunnen, deren Vorkommen jedoch zeitbegrenzt sind.
In tieferen Lagen muß das Erdöl durch Bohrungen aufgeschlossen werden. Die moderne Technik hat Gewinnungsmethoden geschaffen, die eine Ausbeute der Vorkommen beträchtlich steigerten. Ein rotierender Bohrer ersetzt heute das frühere Stampfen. Bis zu 2.000 Meter Tiefe dringt der Bohrer vor, bis er - wenn es eine glückliche Bohrung war - auf das Öl stößt.
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Die Verarbeitung
Bis zu den Raffinerien läuft das gewonnene Öl in langen Leitungen über Berg und Tal. In riesigen Tanks wird es gelagert, geläutert, destilliert, wird bei 400 Grad zu Öldampf erhitzt, wird in den sogenannten Fraktionierturm geführt und kann nun in verschiedene Sorten eingeteilt werden.
Eine besondere Würdigung der Erdölvorkommen in Rumänien, die zum großen Teil deutscher Arbeit ihre Erschließung verdanken, erstattet ein Ufa-Kulturfilm „Petroleum", der uns in die Wirtschaftspraxis eines Erdölvorkommens führt.
Gerade in unseren Tagen (wir schreiben immer noch 1941), im Hinblick auf das Wirtschaftsabkommen mit Rumänien, gewinnt dieser Film an Bedeutung. Rumänien als Ausfuhrland von Erdöl nimmt in der Reihe der erdölgewinnenden Länder eine besondere Stelle ein, schon weil es durch seine günstige Verkehrslage für die Versorgung Mitteleuropas eine große Rolle spielt.
Seine Erdölquellen befinden sich am Süd- und Südostabhang der Karpaten in einer Länge von etwa vierhundert Kilometer. Erst auf einem geringen Teil dieser Fläche ist die Ausbeute in Angriff genommen. Deutsche Technik wird auch hier im Rahmen des freundschaftlichen Vertrages vom März 1939 der Bergung des Öls der Erde ihre Kräfte leihen.



























