Sie sind hier : Startseite →  Film-Historie 3→  Film-Magazine (1933-45)→  Filmwelt-Magazin-1941-Nr-16

Das zweite April Heft aus dem Jahr 1941

So langsam scheint der Redaktion oder dem alleinigen Redakteur (es waren ja alles ganz kleine Verlage) der Stoff (bzw. die "Storys") auszugehen.

Die Artikel "Verräter in Englands Sold" und weiter "Königin der Waffen" sind dermaßen "weit hergeholt" und voller Lügen, die aber damals niemand anzweifeln durfte - schon gar nicht laut beim Zuschaun im Kino oder im Hausflur oder in der Straßenbahn. Das wäre sehr gefährlich geworden - mit einem Freifahrtschein in ein KZ oder zumindest in ein GESTAPO Gefängnis.
.
In einem Text lesen wir :
"Als die Polen sich wider jede Vernunft in den Kampf mit Deutschland stürzten, der sie fast augenblicklich zu Boden schmetterte, haben wir uns kopfschüttelnd gesagt, das sei ein einzigartiger Fall unbegreiflich törichter Wirklichkeitsferne."

Hier wird suggestiv ausgesagt, die Polen hätten den Krieg angefangen. Richtig ist, daß die Polen versucht hatten, sich mit Händen und Füßen zu wehren, aber mit ihrer Reiter-Kavallerie gegen die deutschen Panzer keine Chance hatten und daß sie das nicht oder viel zu spät verstanden hatten.
.

Was wird wo gedreht ? (April 1941 - Heft 16)

Aus deutschen Produktionsstätten und Außenaufnahmen

.

  • Anmerkung : Eine Rubrik der Selbstbeweihräucherung - wen von den Lesern des Magazins hatten diese ganzen mehr oder weniger undurchsichtigen Details mit den aufgeführten Namen wirklich interessiert ?

.

Babelsberg Ufastadt

.

  • „Anschlag auf Baku" Ufa (Herst.-Gr. Hans Weidemann). Spielltg. Frits Kirchhoff. Darst. Willy Fritsch, Rene Deltgen, Lotte Koch, Frits Kampers, Aribert Wäscher, Hans Zesch- Bailot, Paul Bildt, Erich Ponto, Walter Janssen, Alexander Engel, Joachim Brennecke, Helmut Helsig, Heinrich Marlow, Herbert Gernot, Wilhelm König, Josef Kamper, Walter Holetzko, Reginald Pasch, Fred Goebel, Kurt liier, Peter Elsholu, Jur Arten. Buch Hans Weidemann, Hans Wolfgang Hillers. Kamera Robert Baberske, AuOenaufn. Herbert Körner, H. 0. Schulze, Klaus v. Bautenfeld. Musik Alois Melichar. Bau Otto Hunte, Karl Vollbrecht. Ton Alfred Zunft. Aufn.-Ltg. Heins Karchow. Anschließend Außenaufnahmen in Italien.
  • „Die Geschichte eines Lebens" Ufa (Herst.-Gr. Eberhard Schmidt). Spielltg. Josef v. Baky. Darst. Luise Ullrich, Karl Ludwig Diehl, Werner Krauß, Kfite Haack, Albert Hehn, Axel v. Ambesser, John Pauls-Harding, Johannes Schütz, Ilse Fürstenberg. Eduard v. Winterstein, Josefine Dora, Hansi Arn-staedt. Buch Thea von Harbou nach dem Bühnenstück „Annelie" von Walter Lieck. Kamera Werner Krien. Musik Georg Haentzschel. Bau Emil Hasler. Ton Erich Schmidt, Aufn.-Ltg. Herbert Junghanns. Schlußaufnahmen.
  • „Tanz mit dem Kaiser" Ufa. Bauten.

.

Froelich-Studio

.

  • „Tanz mit dem Kaiser" Ufa (Herst.-Gr. Max Pfeiffer). Spielltg. Georg J acoby. Darst. Marika Kokk, Maria Eis, Wolf Albach-Betty, Axel von Ambesser, Lucie Englisch, Rudolf Carl, Hans Leibelt, Hilde von Stolz» Franz Zimmermann, Hertha Mayen, Jockei Stahl, Emil Heß, Barbara von Annenkoff, Herbert Weißbach, Fritz Eckert, Paul Walther, Julius Brandt, Klaus Pohl. Kamera Reimar Kuntze. Musik Franz Grothe, Bau Erich Kettelhut. Ton Walter Rühland. Aufn.-Ltg. Viktor Eisenbach.

.

Johannisthal

.

  • „Ich klage an" Tobis (Herst.-Gr. Dr. Jonen). Spielltg. Wolfgang Liebeneiner. Darst. Heidemarie Hatheyer, Paul Hartmann, Mathias Wieraan, Harald Paulsen, Charlotte Thiele, Hans Nielsen, Albert Florath, Margarete Haagen, Christian Kayßler, Franz Schafheitlin, Werner Pledath, Hansi Arnstaedt, Karin Evans, Just Scheu, Leopold v. Ledebur, Otto Graf, Hans Leibelt, Franz Weber, Hellmuth Bergmann, Bernhard Goetzke, Karl Haubenrelßer, Wilhelm P. Krüger, Harry Hardt, Hintz Fabricius, Willi Rose, Karl Dannemann, Ilse Fürstenberg, Ernst Legal, Ernst Sattler, Erich Ziegel. Buch Eberhard Frowein. Kamera Friedel Behn-Grund. Bau Fritz Maurischat, Fritz Lück. Ton Hermann Storr. Prod.-Ass. u. Aufn.-Ltg. Cay Dietrich Voß.

.

Efa-Atelier

.

  • „Frau Luna" Majestic/Tobis. Spielltg. Theo Lingen. Darst. Lizzi Waldmüller, Fita Benkhoff, Irene v. Meyendorff, Else Elster, Karl Schönböck, Georg Alexander, Theo Lingen, Paul Kemp, Paul Henckels, Hubert von Meyerinck, Will Dohm, Günther Lüders, Oskar Sabo, Bruno Fritz, Kurt Seifert, Paul Westermeier, Ewald Wenck, Heinz Geißler-Koch. Prod.-Ltg. Conrad Flocker. Buch Theo Lingen und Ernst Marischka. Kamera Ekkehard Kyrath. Musik Paul Lincke. Musikal. Bearbeitung Paul Huhn. Bau Alfred Bütow, Heinrich Beisenherz. Ton Oskar Haarbrandt. Aufn.-Ltg. Kurt Heinz, Paul Goergens. Choreographie Fritz Böttger.

.

Althoff-Atelier

.

  • „Sechs Tage Heimaturlaub" Cine Allianz/Märkische-Panorama-Schneider-Südost. Spielltg. Jürgen von Alten. Von Darst. bisher genannt Gustav Fröhlich, Maria Andergast, Günther Lüders, Dr. Wilhelm Althaus. Prod.-Ltg. F. Pfitzner. Buch Walter Forster, Rudo Ritter. Kamera Otto Baecker. Musik Edmund Nick. Bau Robert Dietrich, Carl Böhm. Aufn.-Ltg. Karl Zander, Fritz Renner.

.

Wien-Rosenhügel

.

  • „Drei blaue Augen" (vorl. Arbeitstitel) FDF-Herzog-Rheinische-Süddeutsche Commerz-Germania. Spielltg. Hubert Marischka. Darst. Johannes Riemann, Paul Hörbiger, Grethe Weiser, Jane Tilden, Susi Nicoletti, Georg Alexander, Rudolf Carl, Viktor Janson. Prod.-Ltg. Hans v. Wolzogen. Buch Geza v. Cziffra, Erich Ebermeyer. Kamera Eduard Hösch. Musik Friedrich Schröder. Bau Hans Ledersteger, Heinrich Richter. Aufn.-Ltg. Karl Gillmore. Schlußaufnahmen.

.

Wien-Sievering u. Wien-Schönbrunn

.

  • „Heimkehr" Wien-Film und Ufa. Herst.-Gr. Erich v. Neusser. Spielltg. Gustav Ucicky. Darst. Paula Wessely, Peter Petersen, Attila Hörbiger, Carl Raddatz, Ruth Hellberg, Elsa Wagner, Eduard Köck, Otto Wernicke, Franz Pfaudler, Gerhild Weber, Werner Fuetterer, Bertha Drews, Hermann Erhardt. Prod.-Ltg. Ernst Garden. Buch Gerhard Menzel. Kamera Günther Anders. Musik Willy Schmidt-Gentner. Bau Walther Röhrig. Ton Alfred Norkus. Aufn.-Ltg. Felix Föhn, Heinz Fiebig.

.

Barrandow-Atelier, Prag

.

  • „Kameraden" Bavaria. Spielltg. Hans Schweikart. Darst. Willv Birgel, P. M. ürtel, Karin Hardt, Maria Nicklisch, Rudolf Fernau, Otto Treßler, Rolf Weih, Carl Wery, Günther Hadank, Paul Wagner, Friedrich Ulmer, Charles-Willy Kayser, Alexander Ponto, Hans Paetsch, E. F. Fürbringer, Oskar Sima, Fritz Kösling, Erhard Siedet, Paul Dahlke, Ilse Fürstenberg, Fritz Hoopts, Hedwig Wangel, Albert Venohr, Karl Heinz Peters. Adolf Fischer. Prod.-Ltg. Curt Prickler. Buch Peter Francke, Emil Burri. Musik Alois Melichar. Kamera Franz Koch. Ton Josef Zora. Bau Ludwig Reiber, Rudolf Pfenninger. Aufn.-Ltg. Fritz Koch-Neusser, Alfred Tscheuschner, Anton Höhn.

.

Hier beginnen die heroisch martialischen Kriegsgeschichten

Außer daß hier die Wahrheit einfach mal rumgedreht wird, es sind die typischen Sprüche der reichsdeutschen Texter unter der Fuchtel von Göbbels und den Vordenkern der Reichsfilmkammer, der alle igendwie an einem Kinofilm beteiligten Menchen angehören mußten.

.

Verräter in Englands Sold

Deutsche Truppen kämpfen zur Stunde in Serbien und Griechenland. Eine verblendete und bestochene Clique von Politikern in Belgrad und Athen hat gerade in dem Augenblick, da der Kriegsfunke auf dem Balkan ausgetreten werden sollte, noch schnell das von angelsächsischen Demokratien gelieterte Öl ins Feuer gegossen.

Völker, die wir nicht hassen, verbluten zur Stunde abermals für Englands Interessen; unsere Wehrmacht schlägt zu, und wenn es auch in Notwehr geschieht, sind diese Schläge von vernichtender Kraft.

Der Kampf auf dem Balkan wird schwer sein, denn das gebirgig zerklüftete Gelände begünstigt den, der in vorbereiteten Stellungen den Gegner erwarten kann, und wir sind weit davon entfernt, die neuen Gegner unserer tapferen Wehrmacht zu unterschätzen - aber ein einziger Blick auf die Karte zeigt uns, daß Jugoslawien und Griechenland mit tödlicher Gewißheit verloren sind.

Wir wissen freilich, daß auch diesmal wieder unseren Soldaten das schwerste abverlangt wird - wissen aber zugleich: Nur verbrecherischer Leichtsinn kann Völker in solch einen Krieg hineinhetzen, der strategisch aussichtslos ist, weil eine überlegene kriegserprobte Wehrmacht das Kampfgebiet von drei Seiten umklammert hält.

Wieder einmal werden, nur um die angelsächsich-jüdische Weltallianz noch ein paar Augenblicke länger zu stützen, Völker in ein Massaker hineingehetzt. Wir haben uns niemals darüber einer Täuschung hingegeben, daß die schlichten Bauern, Fischer und Hirten in Serbien und Griechenland und erst recht in Bosnien, Kroatien und Slowenien nicht den leisesten Schimmer einer Ahnung davon haben, warum sie jetzt ihre Haut zu Markte tragen sollen.
.

Wessen Krieg ist es ?

Dieser Krieg, in dem sie geopfert werden - ist es ihr Krieg? Es ist der Krieg einer kleinen Clique von größenwahnsinnig gewordenen Phantasten und teuer bestochenen Verrätern. Es ist Englands Krieg.

Als die Polen sich wider jede Vernunft in den Kampf mit Deutschland stürzten, der sie fast augenblicklich zu Boden schmetterte, haben wir uns kopfschüttelnd gesagt, das sei ein einzigartiger Fall unbegreiflich törichter Wirklichkeitsferne.

Nach den fürchterlichen Niederlagen, die inzwischen die deutsche Wehrmacht jedem, der gegen sie aufgestanden ist, bereitet hat, wäre anzunehmen gewesen, daß auch jene Verschwörerzirkel und Plutokraten-Cliquen in Belgrad und Athen, die unsere Erfolge ungern erlebten, sich zu der vernünftigen Einsicht bequemen würden, daß ihnen nur der Weg zu friedlicher Ordnung und gesunder Zusammenarbeit offen stünde.

Wir haben gewiß die Bosheit unserer Gegner nicht unterschätzt - wohl aber haben wir uns über ihre grenzenlose Dummheit getäuscht. Südslawien, ein Zwangsstaat über auseinanderstrebenden Völkerstämmen, hat in dem Augenblick, da er sich abermals mit den Methoden der „Schwarzen Hand" auf Verschwörerstücke einließ, praktisch genommen, Selbstmord begangen. In Griechenland liegt der Fall nur wenig anders.

Die Serben zu bestrafen, ist notwendig geworden, obwohl wir mit großzügiger Nachsicht das Register ihrer großen und kleinen Sünden schon einmal beiseite gelegt hatten.

Wir waren bereit, alles zu vergessen, was diese Nation uns seit Sarajevo 1914 angetan hatte; wir hatten längst darauf verzichtet, Genugtuung für die dauernde Drangsalierung der Dreiviertelmillion Volksdeutscher zu verlangen, die Jugoslawien in Versailles überantwortet worden war; wir legten schweigend die dokumentarischen Beweise serbischen und griechischen Ränkespiels beiseite, die uns bei der Niederwerfung Frankreichs in die Hände gefallen waren.
.

Haßdemonstrationen gegen deutsche Philharmoniker ???

Wir schwiegen auch zu Belgrader Haßdemonstrationen bei den deutschen Siegen, zu der verrückten Hetze gegen deutsche Philharmoniker. Wir boten Frieden, Sicherheit, mehr als genügenden Lebensraum, großzügiges Vertrauen - ja, wir haben in unserer Politik sogar viele unserer berechtigten Eigenansprüche zum Opfer gebracht, um den Chauyinistendünkel der Serben nicht zu reizen. Das alles war vergebens. Niedriger Verrat antwortete uns auf unsere von wahrhafter Hochherzigkeit getragene Friedenspolitik.

Niemand in Deutschland, niemand in den übrigen kulturtragenden Ländern Europas wird auch nur für einen Augenblick daran zweifeln, wo diesmal die Schuld der Kriegsausweitung zu suchen ist. Im Falle Norwegens, Hollands und Belgiens haben die Briten ihre Brandstifterrolle noch abzustreiten versucht; diesmal gestehen sie sie mit zynischer Offenheit.

Das weitere Leugnen hätte ja auch keinen realen Zweck mehr. In dem rettungslos verlorenen Kriege, den Lords und Israeliten gegen uns weiterführen, sollen solche Verzweiflungsangriffe aus dem Hinterhalt noch einmal über die wirkliche. Lage hinwegtäuschen.

Jugoslawien und Griechenland sind gerade gut genug, um für einen britischen Bluff hochzugehen. Blut und Tränen, Schmerz und Grauen fremder, unwissender Völker für diesen britischen Bluff, für diese letzten Hochstapeleien einer bankrotten Verbrecherbande!

Die Rechnung an Albion, die wir im Namen Europas zu präsentieren haben, wird nur länger. Selbst in der tiefsten Hölle wird sich nicht genug Plutokratengold finden lassen, um solche Blutschuld auszulöschen.

KÖNIGIN DER WAFFEN

Ein Film von der Infanterie - Aus dem Kulturfilm „Unsere Infanterie"

  • Anmerkung : Mit einem Kulturfilm hat dieser Film nur wenig zu tun, es sei denn, es ist eine "Kriegskultur" gemeint.

.

Die Infanterie ist der Backzahn der Armee

„Die Infanterie ist der Backzahn der Armee, der jeden Gegner zu zermalmen weiß." Dies Wort Friedrichs des Großen steht heute noch in voller Kraft der Gültigkeit. Die Erfahrungen des technischen Krieges haben daran nichts ändern können.

Als im September 1939 die deutschen Armeen gegen Polen losbrachen, heftete sich die Aufmerksamkeit freilich zunächst auf die vorwärtsrasende Schnelligkeit des motorisierten Ansturms, auf die zerschmetternde Wucht des Panzereinsatzes und des Angriffs aus der Luft. Doch bald wurde deutlich, daß allein dit Infanterie auf die Dauer das Errungene festhalten und in zäher Abwehr feindliche Gegenangriffe zum Erliegen bringen kann.

Und als dann der Krieg in Nord- und Westeuropa mit dem gewaltigen deutschen Ansprung in eine neue Phase trat und die langgesammelten Kräfte mit Blitzesschnelle zur Entladung drängten, da zeigte es sich rasch, daß zwar die Kriegserfahrungen von gestern selten dem Morgen dienen können, daß aber die Infanterie nach wie vor im wuchtigen Angriffsstoß wie in zäher Verteidigung ihren alten Ruf erneuern konnte.

„Die Infanterie", so heißt es in dem alten preußischen Exerzierreglement, „trägt die Hauptlast des Kampfes und bringt die größten Opfer, dafür winkt ihr aber auch der höchste Ruhm."

Nun ist freilich nur der Geist, der die Infanterie beseelt und der ihre eigentliche Stoßkraft ausmacht, derselbe geblieben; die Formen des Einsatzes dagegen haben sich gewandelt. Die Ausrüstung der Infanterie mit allen nur irgend rasch beweglich zu machenden Maschinenwaffen, mit leichten und schweren MGs, mit Granatwerfern, Haubitzen, Pak und Flammenwerfern bedingen ein kompliziertes Zusammenspiel von Feuer und Bewegung.

Höchste Führerkunst

Alle diese Waffen im Zusammenwirken zu vollem Einsatz zu bringen, ist höchste Führerkunst. Wie bei einer Schachpartie Zug um Zug in einer genau bestimmten logischen Folge geschehen muß, wenn der Angriff durchdringen und dem Gegner jede Parade entwunden werden soll, so muß der moderne Infanterieführer die verwickelte Skala des Zusammenwirkens all seiner neuzeitlichen Waffen beherrschen und ihren Einsatz aufeinander abstimmen können.

Wie solch ein moderner Infanterieangriff vorwärts-„rollt", das ist zwar oft geschildert worden, und einzelne Phasen hat man sich auch in Wochenschaubildern verdeutlichen können, aber erst ein umfassender Film kann das uhrwerkhaft präzise Ineinandergreifen aller Einzelwaffen und damit das große Ganze eines modernen Sturmangriffs anschaulich machen.

Unter der Regie von Georg Muschner ist ein Kulturfilm „Unsere Infanterie" (Lex-Produktion der Ufa) entstanden, der diese Lücke füllt. Ein Kulturfilm, der eine Gefechtsübung in einer logisch verknüpften Reihe von packenden Einzelbildern Entwickelt - beginnend bei dem Augenblick der Rast im Graben unter Chausseebäumen, wo der ausbildende Feldwebel, den schon das EK ziert, seinen Soldaten eine „prima Kriegslage" verspricht, die sich der Alte ausgeknobelt habe -, und endend mit dem Einbruch der Einzelstürmer in die durch schweres Feuer zermürbte feindliche Dorfstellung.

Was der Zuschauer sieht

Der Zuschauer wechselt dabei fortwährend seinen Beobachtungsposten; er kann das sich entwickelnde Gefecht bald von der Warte der Führung aus sehen, bald liegt er aber auch neben einem Schützen im feindlichen Abwehrfeuer. Es hat also „mehr vom Kampf" als der einzelne Mann hinter seiner Waffe: ihm entgeht nichts Wichtiges von dem dramatischen Ablauf der Geschehnisse.

Der Zuschauer ist schon dabei, wenn die erste Gruppe bei Beginn der Übung am Ufer eines Flusses entlangmarschiert, während gleichzeitig schon die Spähtrupps weit vorn die Fühlung mit dem Feinde suchen, der eine durch drei Dörfer markierte, durch Bunker befestigte Stellung hält.

Er sieht Reiter über eine von lichtem Gebüsch bewachsene Waldschneise traben, hört plötzlich MG-Feuer, das ihnen gilt und sieht sie von den Gäulen springen und in einer Mulde Deckung und Sichtmöglichkeit finden. Auf dem Bauch liegend schreibt einer die Meldung, zwischen den Stämmen prescht der Melder davon.

Beim Stabe ist gerade Divisionsbefehl eingetroffen: Man hört, daß um 10.12 Uhr die Stukas auf die Bunkerstellungen niedersausen sollen, daß von 10 bis 10.15 Uhr zusammengefaßtes Feuer der Artillerie den Feind erschüttern werde und daß um 10.15 Uhr der Infanterieeinbruch zu erfolgen hat.

Der Stab behält während jeder einzelnen Kampfphase das Vorgehen der Truppe in der Hand; immer wieder wird Stellungswechsel befohlen, der die unmittelbare Beobachtung des Vorgehens und, sollte einmal irgendwo eine Stockung eintreten, sofortiges Eingreifen ermöglicht.

Es war allles nur eine Übung - doch jetzt an die Front

Aber der Angriff läuft wie am Schnürchen: Die Infanterie entfaltet sich, mitten aus dem Marsch heraus geht es seitwärts über flachwellige Felder gegen den dunklen Waldhorizont, in dem wohl schon der Feind steckt. Staubwolken steigen auf und hüllen die vorwärtshastenden Infanteristen ein, wie Schatten schweben die Gestalten im weißen Dunst, diese da drücken ihre Räder, jene schleppen schwer an den MGs.

Panzerjäger sind schon in toller Fahrt über Dünen vorausgeprescht, um zu verhindern, daß feindliche Panzer vernichtend in die entfaltete Infanterie einbrechen. Spähtrupps haben inzwischen, bis die Truppe heran ist, die Feindstellungen erkannt, die jetzt unverzüglich unter zusammengefaßtes Feuer der schweren MGs genommen werden.

Kampfbild um Kampfbild: Was die flach schießenden MGs nicht packen, holen die jetzt in Stellung gehenden Granatwerfer und schweren Infanteriehaubitzen heraus. Der Gefechtslärm schwillt zum Schlachtgetöse an; die Stukas sausen herab, während schon die Stoßtrupps sich vorarbeiten und in schnell aufgeworfenen Deckungen den Augenblick zum letzten Einsätz abwarten.

Der Feind schießt Sperrfeuer, aber man hat es schon unterlaufen, Stellungswechsel nach vorn bringt die Schützen immer näher bis auf Sturmentfernung heran. Da liegen sie jetzt, atemlos auf der Lauer, die Handgranaten griffbereit vor sich. Und in dem auf die feindliche Bunkerstellung vorschießenden Feuerstrahl und der schwarzen Qualmwolke des Flammenwerfers vollendet sich das Drama.

Panzerwagen und Pioniere haben Gassen in die Drahthindernisse gebrochen, und durch die Breschen vorwärts springen die Schützen zum Häuserkampf an das Dorf heran, das noch immer unter schwerem Feuer liegt. Da tönt das Signal: die Übung ist beendet. Aus den Ackerfurchen, Wiesenmulden, Gräben, Gebüschen tauchen die Stürmer auf, nehmen den Helm vom Kopfe und wischen sich den Schweiß ab. „Gut so!" sagt der Feldwebel zufrieden, „von mir aus könnt ihr jetzt an die Front!"

Diese packenden Kampfbilder von Ausbildung und Einsatz der „Königin der Waffen", der Infanterie, zeigt der Ufa-Kulturfilm. Wer ihn sieht, begreift das Geheimnis der Unwiderstehlichkeit der deutschen Sturmangriffe - dieser aufs neue in hartem Einsatz bewährten Unwiderstehlichkeit, die der Führer in seinem großen Bericht über die Operationen im Westen am 19. Juli 1940 mit den Worten krönte: „Das deutsche Fußvolk hat sich wieder als das erwiesen, was es immer war: als die beste Infanterie der Welt."

Das Heldenlied vom Alkazar

Augusto Geninas geniales, auf der Deutsch-Italienischen Filmwoche in Venedig preisgekröntes Meisterwerk „Die Befreiung des Alkazar", jene filmisch gestaltete heroische Ballade aus dem spanischen Freiheitskampf, jenes dramatisch aufrüttelnde und menschlich tiefbewegende Heldenlied wird bald in den deutschen Filmtheatern seine wuchtige, aufpeitschende und ergreifende Melodie ertönen lassen.

Gerade die deutschen Filmbesucher begrüßen diese Filmschöpfung, die zu den Spitzenfilmen der Filmproduktion überhaupt mitzuzählen ist, als einen starken Ausdruck der kämpferischen Ideale, die die jungen aufwärts strebenden Völker Europas im gemeinsamen Waffengang um Recht und Freiheit zusammengeführt hat.

Die Filmwelt hatte seinerzeit, nach den Tagen von Venedig, in einem ausführlichen Bildbericht Geninas Werk als die beste Schöpfung des italienischen Films gebührend behandelt. Gewaltig war der Aufwand, groß und trefflich charakterisierend die Auswahl der Darsteller.

Alles war gleichermaßen höchsten Lobes würdig: Fotografie, Bauten, Darstellung! Von den Hauptdarstellern seien auch in dieser Vorschau wiederum erwähnt: Rafael Calvo als Oberst Moscardo, der Kommandant des Alkazar, Fosco Giachetti als Kapitän Vela, Mireille Balin, Maria Denis, Andrea Checchi, Aldo Floreili, Silvio Bagolini und Carlo Tamberlani.

Die Geschichte vom Kampf und Sieg der Helden des Alkazar

Wie eine Sage aus alter Zeit klingt die Geschichte vom Kampf und Sieg der Helden des Alkazar. Siebzig Tage lang haben sie, belagert von einem an Zahl bei weitem überlegenen Gegner, mehr erduldet, als Menschen gewöhnlich erdulden können.

Offiziere, Kadetten, Polizisten, Greise, Frauen und Kinder. Sie alle sahen aus wie lebende Leichname, als für sie die Stunde der Befreiung schlug. Die Gesichter bleich und hohlwangig. Die Uniformen zerfetzt. Halb wahnsinnig waren sie von dem ewig surrenden Ton des Sprengbohrers asturischer Bergarbeiter, der sie bis in den Schlaf verfolgte.

Sie lernten den Tod verachten, weil sie ihm täglich ins Auge sahen, weil er zu ihnen kam wie der Hunger und der Durst.

Jeder einzelne war ein Held. Der Kadett, der schlecht ernährt Tag und Nacht am Maschinengewehr hockte. Der Oberst Moscardo, der die Herzen immer wieder hochriß, der jede feindliche Forderung nach Übergabe im Namen aller feierlich verweigerte, der den Sohn verlor und dem die letzten Worte seines tapferen Kindes am Telefon „Kämpft weiter, Vatert Arriba Espana!" wie ein heiliges Vermächtnis an alle erschienen.

Zu siegen oder zu sterben! Jeder von ihnen war ein Held, ja, so war es. Die Frau, die in dem Toben der Schlacht ein Kind gebar. Das Kind, dessen Vater bei einem Ausfall aus der Festung nicht mehr zurückkehrte. Der Verwundete, der ohne einen Schmerzenslaut unter dem Fauchen der Granaten und unter dem Krachen berstender Mauern mit einem verklärten Lächeln um den Mund den letzten Atemzug tat.
.

Ihr seid alle Helden

Bescheiden und glücklich war jeder namenlose Held, als die nationalen Sturmtruppen den Feind hinweggefegt und den Eingang zur Burg erzwungen hatten. So bescheiden wie Oberst Moscardo, der, beherrscht zwar, aber doch ergriffen von der Größe dieses Augenblicks, dem General Franco meldete: „Nichts Neues im Alkazar, Herr General!"

Soldaten, Frauen und Kinder warfen sich den Befreiern in die Arme. Alle Leiden und Entbehrungen waren vergessen, und ein einziger Jubelschrei stieg in den Himmel und vermählte sich mit den Kampfrufen der den weichenden Feind verfolgenden Truppen: „Arriba Espana".

Das war es, das sie alles ertragen ließ. Die Liebe zum Vaterland. Der Glaube an den Sieg ihrer Sache. Und wo einer fiel, da stand ein anderer. Denn jedem Kämpfer gab ein Gott den Kameraden bei...

„Ihr seid alle Helden, und eure Namen sind schon in die Geschichte Spaniens eingegangen!" So sprach General Franco zu ihnen. Die kleine tapfere Schar von Toledo hat mit ihrem Mut, ihrer Ausdauer und ihrem unbeugsamen Willen der Weltgeschichte eines ihrer erhebendsten Kapitel hinzugefügt. -
.

Die Wirklichkeit, die wahren Episoden stillen Heldentums ???.

Augusto Geninas Film hält sich streng an diese Wirklichkeit, an die wahren Episoden stillen Heldentums. Denn Geninas ständiger Berater war Colonel Jose Carvajal, der Adjutant des Obersten Moscardo. So ist dieser Film gestaltete Geschichte, beseelt von den Menschen, die im Alkazar nach des Lebens ewig gleichgestellter Uhr kämpften, darbten und siegten!

Der Geist des Alkazar aber ist unsterblich. Es ist derselbe Geist, der unsere Flieger und U-Boot-Fahrer immer neue Heldentaten vollbringen läßt, der unsere Armeen im Sturmschritt durch Frankreich führte. Es ist der Geist, der den Willen beflügelt und die Kraft vermehrt. Der Glaube an den Sieg!
Hans Wegner

- Werbung Dezent -
Zur Startseite - © 2006 / 2026 - Deutsches Fernsehmuseum Filzbaden - Copyright by Dipl.-Ing. Gert Redlich - DSGVO - Privatsphäre - Redaktions-Telefon - zum Flohmarkt
Bitte einfach nur lächeln: Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - Tag und Nacht, und kostenlos natürlich.