Sie sind hier : Startseite →  über diese Seiten→  12 Grundregeln der Rhetorik

Diese "Weisheit" ist uralt, von 1978
"12 Grundregeln der Rhetorik"

Auch Sie haben sprachliche Angewohnheiten, die Sie unbedingt auf ein Minimum reduzieren sollten. Noch besser: Versuchen Sie, diese abzustellen. Sie werden feststellen, mit ein wenig Übung geht dies ohne weiteres.

Nachfolgend eine Checkliste von 12 möglichen Fehlern, die sich in jeder Rede, aber auch im Gespräch einschleichen. Prüfen Sie selbst, ob sie alles bisher beachtet haben.

1. Formulieren Sie zu lange Sätze?

Nicht umsonst heißt es: Nebensätze bleiben Nebensätze. Sie sind tatsächlich oft Nebelsätze. Bilden Sie lieber kurze Hauptsätze. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, nicht außer Atem am Ende des Satzes anzukommen.

2. Benutzen Sie zu lange Wörter?

Prüfen Sie einmal Ihren Wortschatz. Für viele Wörter gibt es kürzere Begriffe mit genau der gleichen Bedeutung:

Beispiele:

  • unter Zuhilfenahme von .......... ! - besser: mit
  • unter Ausnutzung der............ .! - besser: durch
  • mit Ausnahme von.............. ! - besser: außer
  • Rückäußerung................. . ! - besser: Antwort
  • Fragestellung.................... ! - besser: Frage


Achten Sie jedoch darauf, daß Sie nicht zu einseitig werden und nur noch den Kurzbegriff verwenden. Die Sprache lebt. Dies sollten Sie Ihre Zuhörer fühlen lassen.

3. Sind Sie zu unpersönlich?

Beziehen Sie grundsätzlich die Zuhörer in Ihren Vortrag ein. Ersetzen Sie das unpersönliche Wort „man" möglichst oft durch das persönliche „Sie".

Beispiele:


  • Man kann daraus lernen ... besser: Sie lernen hieraus !
  • Auch wenn man noch nichts gehört hat........... ... !
    besser: Auch wenn Sie noch nichts..................!

.

4. Sind Sie zu unentschlossen?

Wie viele Konjunktive verwenden Sie in Ihrer Rede? Besonders bekannt sind die Formulierungen

Vergessen Sie diesen Vorspann ganz. Nur in Verkaufsgesprächen ist es besser zu sagen: Ich würde sagen, daß Ihnen der Hut sehr gut steht, gnädige Frau! Gefällt er nicht, so haben Sie sich noch nicht endgültig festgelegt.

5. Kommen Sie ohne übertriebene Höflichkeitsfloskeln aus?

In einem persönlichen Gespräch ist das „dürfen" eine Form der Höflichkeit („Darf ich Sie zum Essen bitten?'). Es wirkt jedoch in einem Vortrag dominierend und belehrend („Darf ich Sie um Ihre Aufmerksamkeit bitten?'). Außerdem verlängert dies - unnötig - Ihre Ausführungen.

6. Arbeiten Sie mit Modewörtern?

Überprüfen Sie, ob Sie bestimmte Begriffe nicht zu häufig anwenden. Selbst in einer kurzen Stellenanzeige tauchte gleich zweimal das Wort „echt" auf. Ist das nicht „echt gut"? - Anmerkung : Nein, heute ist das "cool" oder "voll krass".

7. Sprechen Sie sehr oft in der Passiv-Form?

„Es wird gebeten, die Plätze einzunehmen." Viel schneller wird es gehen mit dem Satz: „Ich bitte Sie, die Plätze einzunehmen" Statt „Es wird den Teilnehmern Dank gesagt", besser: „Wir danken den Teilnehmern."

8. Behaupten Sie zu viel?

Wenn Sie behaupten - oder gar belehren -, bieten Sie zu viele Angriffsflächen. Versuchen Sie einmal mehr, Ihre Äußerungen in Frageform zu kleiden. Sie nehmen gleichzeitig die Spitze aus Ihren Äußerungen, wenn Sie das schlichte Wörtchen „auch" einbauen.

9. Stellen Sie nur geschlossene Fragen?

Wenn ich meinen Gesprächspartner aktivieren will, so stelle ich keine Frage, die er nur mit einem Wort (ja, nein, vielleicht) beantworten kann.

  • „Haben Sie heute Zeit?'    Antwort: „Ja"
  • Besser: „Was machen Sie heute nachmittag?"
    Antwort: „Ich habe noch einige Aufträge zu bearbeiten."


Handelt es sich also um einen höflichen Menschen (und davon gehen wir immer aus!), so wird er immer mit einem vollständigen Satz antworten. Es ist die offene Frageform, die immer mit einem Fragewort (wann, wie, wo, welche etc.) beginnt.
.

10. Verkaufen Sie sich schlecht?

Jeder Mensch glaubt, daß er der Mittelpunkt der Welt ist. Leider gibt es zwischenzeitlich über 4 Milliarden Mittelpunkte! Nicht was ich kann, auch nicht, was wir leisten, sondern nur, was Sie (die anderen) erhalten, interessiert.
Also: Den anderen mehr in den Vordergrund schieben.

11. Sprechen Sie zu schnell und ohne Pausen?

Überprüfen Sie einmal Ihren Bekanntenkreis. Wer zu schnell spricht, strebt besonders nach Anerkennung (Ausnahme: angeborene Eigenschaft). Sie können kaum zu langsam, aber fast immer zu schnell sprechen. In Zukunft: Je mehr Zuhörer, um so langsamer Ihre Sprechweise. Arbeiten Sie mit Pausen, und überfordern Sie nicht Ihre Zuhörer. Wichtig ist, daß Sie die Pausen natürlich an die richtige Stelle setzen.

  • Wie heißt es doch bei Schillers Teil:
    „Der brave Mensch denkt an sich selbst zuletzt."
  • Heute klingt es meist so:
    „Der brave Mensch denkt an sich... (Pause)... selbst zuletzt"

.

12. Halten Sie Blickkontakt?

Sie werden etwas gefragt, und schon weichen Sie mit Ihrem Blick aus, um sich besser konzentrieren zu können. Falsch! Schauen Sie Ihrem Gesprächspartner unbedingt weiter ins Gesicht. Nur so strahlen Sie Sicherheit und Überzeugungskraft aus.

Fazit (aus dem Jahr 1978 - so alt ist das schon.)

Fangen Sie heute noch an: Achten Sie einen Tag einmal ausschließlich auf Ihren Satzbau. Den nächsten Tag korrigieren Sie nur zu lange „Wortschöpfungen". Sie werden feststellen, daß Sie nach kurzer Zeit Ihre rhetorischen Fähigkeiten entschieden verbessert haben. Viel Spaß dabei! (Prof. Dr. H. R.)

- Werbung Dezent -
Zur Startseite - © 2007 / 2017 - Deutsches Fernsehmuseum Wiesbaden - Copyright by Dipl. Ing. Gert Redlich - Privatsphäre - Redaktions-Telefon - zum Flohmarkt
Bitte einfach nur lächeln: Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - kostenlos natürlich.