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Gesammelte chronologische Zeitmarken

Diese gesammelten (Presse-) Informationen stammen zum Teil aus den "Runfunktechnischen Mitteilungen" und anderen Fachzeitschriften. Wir haben dies erst mal aufgenommen, um ein Abbild der Entwicklungen zu skizzieren. Presseinfos wurden schon immer "lanciert. Die müssen also nicht wahr sein !! Sollte die eine oder andere Information zu korrigieren sein, bitten wir um Ihre Mithilfe.

1957-1 Augenblicklicher Entwicklungsstand bei Farbfernseh- empfängern mit Apple Tube.)

Bloomsburgh, R. A., Boothroyd, W. P., F e d d e , G. A., und Moore, R. C: Current Status of Apple Receiver Circuits and Compenents. (Augenblicklicher Entwicklungsstand bei Farbfernsehempfängern mit Apple Tube.)
Proc. Inst. Rad. Engrs. 44 (1956) S. 1120 bis 1124.

Ein sehr aussichtsreiches Prinzip einer Farbfernsehröhre ist erst kürzlich angegeben worden. Die Röhre wird als Apple tube bezeichnet. Bei ihr sind die einzelnen Primäphosphore streifenförmig über dem Leuchtschirm verteilt. Zwischen benachbarten Farbstreifen befinden sich nicht leuchtende Zwischenräume. Der Leuchtschirm ist wie üblich mit einer Aluminiumhaut bedampft und auf der dem einfallenden Elektronenstrahl zugewendeten Seite der Aluminiumhaut liegt ebenfalls streifenweise angeordnet ein dünner Überzug mit hoher Sekundäremission. Die Streifen haben größeren Abstand als die dahinter liegenden Farbstreifen, so daß auf eine Gruppe von drei Farbstreifen ein Sekundärstreifen entfällt. Durch zwei getrennte aber sehr eng benachbarte Strahlerzeugunssysteme laufen innerhalb der Röhre zwei getrennte Elektronenstrahlen. Der eine wird als Führungsstrahl bezeichnet und hat eine von den Helligkeitssignalen unabhängige Intensität, die mit einer Frequenz am Wehneltzylinder moduliert ist, die höher liegt als die höchste Bildfrequenz.

Vom Leuchtschirm rückwärts in den Röhrenkolben hinein fließt also ein Strom von Sekundärelektronen, der hochfrequent schwankt und im Rhythmus der zeilenmäßig abgetasteten Sekundäremissionsstreifen amplitudenmoduliert ist. Von diesem amplitudenmodulierten Hochfrequenzstrom werden nun Torimpulse abgeleitet, die die Verstärkungskanäle für rot, grün und blau rhythmisch öffnen. So wird der Schreibstrahl in seiner Intensität moduliert, so daß jeder Phosphorstreifen entsprechend dem Färb- und Helligkeitsgehalt des betreffenden Bildpunkts angeregt wird. Der Führungsstrahl muß in seiner Intensität wesentlich geringer bleiben, als der eigentliche zur Bilderzeugung dienende Schreibstrahl, damit die Resthelligkeit durch den Führungsstrahl klein bleibt gegenüber der vom Schreibstrahl erzeugten Helligkeit. Dadurch, daß nur der Führungsstrahl hochfrequent und der Schreibstrahl nur im videofrequenten Rhythmus schwankt, bleibt die intensitätsmäßig stärkere Sekundäremission vom Schreibstrahl ohne Wirkung auf den Führungsmechanismus.

1957-1 Flache Röhre für Farbfernsehzwecke

Fiat Tube für Colour TV. (Flache Röhre für Farbfernsehzwecke.)
Hier wird zum ersten Mal genaueres berichtet über die flache Kathodenstrahlröhre, die sich in der Entwicklung befin-det und völlig von der konventionellen mehr oder weniger konischen Form der Braunschen Röhre mit ihrem relativ lan-gen Schaft abweicht. Die neue Röhre hat die Form eines recht-eckigen Glasgefäßes von den ungefähren Abmessungen des Fernsehbildes  (Bilddiagonale  12  bzw.  21  Zoll).  Die  Dicke  des Glasgefäßes beträgt in beiden Fällen 3,5 bzw. 4,5 Zoll. Die Dicke der Glasplatten an der Vorder- und Rückseite hätte bei der üblichen Herstellung etwa 1 Zoll betragen müssen. Diese Schwierigkeit wurde durch eine vorgespannte Glasplatte ver-mieden, wodurch sich die zulässige Beanspruchung des Glases etwa verdrei- bzw. vervierfacht hat. Die elektronenoptische Ent-wicklung ist bisher in Versuchsgefäßen durchgeführt worden, die man an der laufenden Vakuumpumpe betrieb und zerlegen konnte. Die künftige Entwicklung soll vor allem zu abge-schmolzenen Gefäßen führen. Die Röhre ist mit drei Systemen für Farbfernsehzwecke ausgestattet. Hinter dem Leuchtschirm befindet sich eine Elektronenoptik, in der die drei Kathoden-strahlbündel zunächst senkrecht nach unten laufen. Sie wer-den elektrostatisch im Rhythmus der Zeilenfrequenz abgelenkt und durch eine elektrostatische Umkehr linse in Richtung auf den Leuchtschirm zu und dann nach oben gebogen. Sie laufen dann an einer Anordnung ausgespannter Drähte vorbei. Längs dieser Drähte läuft eine rasterfrequente Spannungswelle, so daß der nun nach oben gerichtete dreifache Kathodenstrahl an einer Stelle gegen ein Bremsfeld läuft, welches die drei Elementar-strahlbündel um annähernd 90° gegen den Leuchtschirm knickt. Sie laufen dann ^egen eine Blendenmaske, mit der die drei Strahlen ähnlich wie bei der RCA-Röhre auf die drei Farben verteilt werden. Der wesentliche Unterschied gegenüber dem Ausblendverfahren der RCA-Röhre besteht darin, daß die Blendenmaske vom Leuchtschirm nur einen Abstand von 0,025 Zoll hat gegenüber etwa 0,5 Zoll bei der RCA-Röhre. Dadurch entfallen wesentliche Schwierigkeiten des Registers, die bei der RCA-Röhre auftreten. Auch die Herstellung des Dreifarben-Leuchtschirms soll wesentlich einfacher sein als im Falle der RCA-Röhre. So z. B. läßt man die drei Phosphore einfach durch das Blendengitter hindurch sich in freier Luft unter verschie-denen Neigungswinkeln auf dem Schirmträger absetzen. Die Röhre wird im Imperial College in Kensington unter der Lei-tung von Denis Gabor mit Unterstützung der National Research Development Corporation durchgeführt.

1957-1 Fernsehaufzeichnung auf Film

Woods-Hill, W.:
Television Signal Recording. (Fernsehaufzeichnung auf Film.)
Wirel. Wld. 62 (1956) S. 127 bis 130.
Der Verfasser beschreibt eine neue Anordnung zur Re-gistrierung von Fernsehsendungen auf Film. Dabei soll auf einer Braunschen Röhre eine einzelne Zeile geschrieben werden, wobei eine zusätzliche Ablenkung senkrecht zur Zeilenrichtung mit 15 MHz erfolgt. Diese 15 MHz-Schwingung wird mit der Bildmodulation in ihrer Amplitude moduliert, so daß eine Zackenschrift über einer linearen Zeitächse entsteht. Der Film läuft kontinuierlich, so daß untereinander die einzelnen Zacken-schriftspuren, die einer Zeile entsprechen registriert werden. Diese Anordnung vermeidet also die Komplikationen, die bei der üblichen vollständigen Aufzeichnung eines Zwischenzeilen-bildes üblicherweise vorhanden sind. Auch der Verzicht, der im Halbbildverfahren liegt, wird hier vermieden. Schwierig ist bei so einer Anordnung der nicht korrekte Bildstand. Er ist beson-ders kritisch, weil es auf eine gute Konstanz des Films relativ zur registrierten Zeile ankommt. Es wird also ein viel genaue-rer Bildstand verlangt, als sonst üblich. Die Genauigkeits-erhöhung ergibt sich aus der Höhe eines Filmbildes im Ver-gleich zur Höhe einer Zackenschriftzeile. Diese Schwierigkeiten werden dadurch überbrückt, daß in die Austastlücke für die Bildzeile hinein ein Schwingungsimpuls eingefügt wird. Dadurch entsteht am Anfang jeder Zeile ein kurzer Zug von Schwingun-gen, deren Frequenz gleich 1 MHz gewählt wurde. Liegt nun die Abtastblende der wiedergebenden Photozelle zu hoch, so entsteht ein zusätzlicher Gleichstrom, weil die Photozelle das Gleichlicht oberhalb des Schwingungszuges mitregistriert. Liegt das Abtastloch relativ zum Film zu niedrig, so gerät der Blendenspalt in den geschwärzten Bereich unterhalb der 1 MHz-Schwingungen. Bei einem festgelegten Mittelwert der Blenden-lage regelt ein Servomechanismus die Filmlage ein, so daß man die Lage der Zackenschrift relativ zur Blendenöffnung festhält.

1957 - Tubeless colour television? (Farbfernsehen ohne Röhre?)

Tubeless colour television? (Farbfernsehen ohne Röhre?)
Wirel. Wld. 63 (1957) S. 2 bis 3.

Wenn man die Entwicklung des Fernsehens und auch des Farbfernsehens abschätzt und über die Apple Tube hinaus einschließlich der Möglichkeiten einer flachen Röhre nach Gabor die künftigen Aussichten abzuschätzen versucht, so erscheint es nicht unberechtigt, als äußerste Möglichkeit im Farbfernsehen ein Gerät ins Auge zu fassen, bei dem statt einer Kathodenstrahlröhre einige Effekte aus der Physik der festen Körper, die jetzt in greifbare Nähe gerückt zu sein scheinen, benutzt werden. Das Verfahren der Lichterzeugung mit Phosphoren durch direkt angewendete Spannungen an Stelle von Korpuskularstrahlen wird im Augenblick sehr intensiv untersucht. Zwar stehen dabei zunächst Verwendungen in der Lichttechnik und als Bildverstärker im Vordergrunde.

Aber ohne Zweifel muß und kann man fernsehtechnische Anwendungen nebenbei im Auge behalten. Man hat gefunden, daß das Licht, welches von so einem Phosphor ausgeht, nicht nur zu Intensitätsänderungen, sondern auch zu Farbänderungen führen kann, wenn man die Wechselstromanregung zur Lichtemission bei verschiedenen Fre-quenzen durchführt. Hier bietet sich evtl. die Möglichkeit zu einer Farbsteuerung. Allerdings ist zu sagen, daß ein Farbumschlag sich im Augenblick nur zwischen grün und blau erreichen läßt. Eine wahrscheinliche Lösung des Problems könnte darin liegen, daß man einen Mosaikschirm aus Phosphoren verschiedener elektrolumineszierender Sustanzen aufbaut. Bei den verschiedenen Anordnungen mit elektrolumineszierenden Substanzen ist die Herstellung eines guten spektralreinen Rot am schwierigsten. Die niedrige Lichtausbeute und die langsame Abklingzeit der benutzten Phosphore erschwert die Aufgabe weiterhin, wenngleich der Nutzeffekt im Laufe der Entwicklung sicher steigen wird.

1957-4 Colour television on tape (Farbfernsehen mit Magnetspur.)

L a m o n t H. R. L.: Colour television on tape (Farbfernsehen mit Magnetspur.)
Wirel. Wld. 63 (1957) S. 183 bis 187.
Die Arbeit beschreibt ein Aufzeichnungsverfahren, bei dem sieben Spuren benutzt werden. Drei Spuren werden für rot, grün und blau, eine für die Mixed Highs benutzt, eine Spur dient für die Synchronisierzeichen und zwei Spuren für die Tonaufzeichnung.

Die mechanischen Ab­messungen betragen: 1/2 Zoll für das gesamte Band, 0,060 Zoll für die drei Farbaufzeichnungen und die Mixed Highs, 0,030 Zoll für die beiden Tonspuren. Die Spurbreite für die Synchronisierzeichen scheint ebenso wie bei den Videospuren 0,060 Zoll zu betragen. Die nor­male Bandgeschwindigkeit bei Tonaufzeichnungen be­trägt 8 Zoll pro Sek. (für 16 kHz).

Das würde bei Video­aufzeichnungen bis 3 MHz Grenzfrequenz 133 Fuß pro Sek. ausmachen, und diese unter primitiven Voraussetzungen errechnete Bandgeschwindigkeit ist durch Spezialköpfe auf 20 Fuß pro Sek. reduziert worden. Die Arbeit beschreibt besonders die Schwierigkeiten, die man bei der erforderlichen Konstanz der Bandgeschwindigkeit zu überwinden hatte. Es werden Servomechanismen für die Aufzeichnungs- und Wiedergabevorrichtungen beschrieben. Im besonderen wird eine Wirbelstrombremse für die Wiedergabeeinrichtung beschrieben, die von einem Phasengleichrichter gesteuert wird und die Band­geschwindigkeit regelt. Auch auf der Aufzeichnungsseite wird eine solche Nachregelung über einen Phasengleichrichter und eine Wirbelstrombremse beschrieben. Außer­dem werden bewegliche Köpfe erwähnt, deren Nullage wiederum über einen Phasengleichrichter gesteuert ist. Die Anordnung dieser Servomechanismen wird genauer beschrieben. Der mechanische Zug des laufenden Bandes wird optisch gesteuert über eine Wirbelstrombremse oder eine Wirbelstromkupplung.

1957-4 aus England: Colour TV in the doldrums (Depression im Farbfernsehen).

N. N.: Colour TV in the doldrums (Depression im Farbfernsehen). Wirel. Wld. 63 (1957) S. 205.

Der Verfasser des hier genannten Aufsatzes sagt vor allem, daß das bisherige amerikanische Farbfernsehen ein Versager gewesen sei und daß das Farbfernsehen in Amerika im Augenblick eine tiefe Depression durchmache. Die Gründe dafür scheinen vor allem wirtschaft­licher Natur zu sein, weil der Preisunterschied zwischen einem Farbfernsehempfänger und einem Schwarz-Weiß-Empfänger zu groß sei. Die technischen Gründe für die Depression im Farbfernsehen lägen vor allem in der ge­ringen technischen Qualität der Bilder, die man nach dem NTSC-Verfahren besonders in den Randzonen der Sendebereiche erhalten habe. Es wird drüben zum Teil be­zweifelt, ob es richtig war, die Kompatibilität zur Haupt­forderung im Farbfernsehen zu machen.

Die Hoffnung, daß Bildschreibröhren mit nur einem Strahlerzeugungs­system zu einer wesentlichen Verbilligung der Geräte führen würden, scheint sich nicht zu erfüllen. Die gesamte Farbfernsehentwicklung wäre wahrscheinlich günstiger gelaufen, wenn man mehr Zeit und mehr Freiheit für
unabhängige getrennte Entwicklungslinien gelassen hätte. Aber die übereilte Entscheidung, das Farbfernsehen unbeachtet der entstehenden Kosten in den USA einzufüh­ren, habe die Startbedingungen der jungen Technik wesentlich verschlechtert. Der Verfasser hält es für illu­sorisch, daß man in absehbarer Zeit in Groß-Britannien Farbfernsehen einführen könne, und man solle zunächst das Farbfernsehen als reine Laboratoriums-Angelegen­heit betreiben.

1958-4 Kulissen im Farbfernsehen (frühe Blue-Box)

Eine jüngere Entwicklung auf dem Farbfernsehgebiet, die für Rundfunkanstalten und Sendegesellschaften von Interesse ist, ist in diesem Monat von der National Association of Broadcasters auf ihrer Tagung in Los Angeles zur Diskussion gestellt worden. Die Apparatur, die als "Chroma Key" bezeichnet wird, nimmt zwei Bilder mit zwei getrennten Fernsehkameras gleichzeitig auf und kombiniert sie in einem gemeinsamen Bild. Mit diesem Verfahren erscheinen die Schauspieler, die auf einer völlig leeren Bühne spielen, dennoch im Bild so, als ob sie vor einer Kulisse stünden, welche von Farbphotos, Filmstreifen oder Miniaturbühnen stammen. Die Anordnung kostet etwa $750,—.

Die Fachleute der RCA sagen, daß im Augenblick keine direkten Pläne für den Vertrieb des Gerätes bestehen, aber sie meinen, daß solche Pläne in absehbarer Zukunft herauskommen, wenn die Konstruktion und die Fabrikation ebenso wie auch die Anwendungsmöglichkeiten klar zu übersehen sind. Die erste Kamera nimmt die Schauspieler vor einem homogen gefärbten Hintergrund auf. Die zweite nimmt die Kulisse auf. Beide Kameraausgänge werden so kombiniert, daß das Bild des Schauspielers elektronisch in die Bildszene eingebaut wird. Dieser Effekt wird dadurch erreicht, daß der homogen gefärbte Hintergrund der Live-Bühne die Kulissenkamera einschaltet. Wenn der Abtaststrahl der Live-Kamera den Schauspieler überstreicht, ist die Kulissenkamera mit ihrem zugehörigen Verstärker automatisch ausgeschaltet.

Die Schauspieler dürfen keine Kostüme mit der Hintergrundfarbe tragen, weil die Kulissenkamera sich bildmäßig einschaltet, wenn diese kritische Farbe im Kostüm des Schauspielers abgetastet wird. Ein Schauspieler mit einer blauen Krawatte vor einem blauen Hintergrund zum Beispiel wird so erscheinen, als wenn in seinem Körper ein Loch von der Form der Krawatte vorhanden wäre, durch welches hindurch man die Kulisse sehen kann. Die Anordnung wurde zunächst bei Farbsendungen in Hollywood im letzten Herbst gebraucht. Augenblicklich erproben Studios in Chikago und New York diese Apparatur. Man braucht auch beim Empfang dieser Sendungen keinen Farbempfänger. Man kann sie ebenso gut auf Schwarz-Weiß-Geräten empfangen, so daß die Kompatibilität erhalten bleibt.

(Das Problem der Trickkulisse krankt im Schwarz-Weiß-Fernsehen an der Tatsache, daß der Hintergrund der Live-Bühne für die elektronische Umschaltung auf die Kulissen-Kamera entweder extrem hell oder extrem dunkel ausgeleuchtet werden muß, während man beim Chroma Key die elektronische Umschaltung erreicht, in dem man einen Farbton für den Hintergrund der Live-Bühne ausspart, der, wie oben gesagt, in den Kostümen nicht vorkommen darf. Man verschiebt also das Problem der elektronischen Umschaltung von der extremalen Ausleuchtung auf die Auswahl eines speziellen Tönungswertes, was für die Übertragung auf das Schwarz-Weiß-Studio keine Analogie findet.)

1958-4 Die Aufzeichnung von Farbfernsehsendungen auf Magnetband

Die RCA hat am 21. Oktober 1957 ein neues Aufzeich­nungsverfahren für Farbfernsehsendungen auf Magnetband vorgeführt. Das Verfahren gebraucht ebenso wie die Ampex-Apparatur ein Band von 5 cm (2 Zoll) Breite, welches mit einer Geschwindigkeit von 38 cm/s läuft. Zwischen der RCA und Ampex besteht ein Abkommen über den Patentaustausch bei Magnetaufzeichnungen. Nun kündigt Ampex einen "Farbadoptor" an, der in Verbindung mit der Schwarz-Weiß-Aufzeichnung nach Ampex benutzt wird. Er soll ebenso wie die Aufzeichnungsmaschine der RCA gegen Ende 1958 kommerziell hergestellt werden. Es wird gesagt, daß die Qualität der wiedergegebenen Bilder wesentlich besser sei, als wenn man Farbsendungen auf photographischem Film aufzeichnet. Ein ernsthafter Fehler, der auch beim Schwarz-Weiß-Aufzeichnungssystem nach Ampex vorkommt, besteht aus dem sogenannten drop-outs, d. h. aus weißen Flecken oder weißen Linien, die auf Fehler im Magnetband selbst zurückzuführen sind. Die Herstellungsnormen der Maschinen von RCA und Ampex sind die gleichen, so daß man das gleiche Magnetband auf beiden Apparaturen benutzen kann. Das bedeutet aber nicht, daß es möglich sei, eine Aufzeichnung auf der einen Apparatur zu machen und sie auf der anderen wiederzugeben. Beim augenblicklichen Stande der Technik ist es notwendig, Aufzeichnung und Wiedergabe auf dem gleichen Apparatetyp vorzunehmen. Der Preis des RCA-Gerätes ist noch nicht bekannt. Die Schwarz-Weiß-Apparatur der Firma Ampex kostet 45 000 $.

1958-4 Augblicklicher Stand der magnetischen Aufzeichnung von Fernsehbildern

Die Fernsehbildaufzeichnung auf Magnetband nach dem Ampex-Verfahren ist für Zwecke des Fernsehrundfunks seit dem Herbst 1956 benutzt worden. In der vorliegenden Arbeit werden die augenblicklichen Erfahrungen der CBS beschrieben, und es wird eine typische Studioapparatur für die Magnetaufzeichnung angeführt. Zusätzlich werden Photos typischer Bildfehler gezeigt, die durch ungenaue Justierung des magnetischen Aufzeichnungs-und Abtastmechanismus entstehen. In Photomikrogrammen, die ein direktes Bild der fernsehmäßig modulierten magnetischen Bandspuren zeigen, werden Beispiele magnetischer Oberflächenfehler wiedergegeben, welche zu Ausfällen des Bildsignals führen können. Die Wirtschaftlichkeit der Bandaufzeichnung wird gestreift, und es werden einige konstruktive Verbesserungen beschrieben, die man seit der ersten Inbetriebnahme der Ampex-Apparatur vorgenommen hat. Die Arbeit beschränkt sich also völlig auf das Ampex-Verfahren.

Unter den gezeigten Bildfehlern wird vor allem die zonenweise streifige Aufhellung im Bild gezeigt, die dann entsteht, wenn ein Aufzeichnungskopf oder der dazugehörige Verstärker fehlerhaft sind, wenn die Umschaltung der vier rotierenden Köpfe ungenau arbeitet oder wenn der Auflagedruck zwischen Kopf und Band ungenügend ist. Auch wenn der Wiedergabekopf und der Aufnahmekopf differieren, entstehen ähnliche Fehler. Schließlich führen Fehler in den magnetischen Eigenschaften der Bandoberfläche zu streifigen weißen Flecken im Bild. Man erwartet, daß die Verwendung des Ampex-Verfahrens im Studio außerordentlichen Umfang annehmen wird, so daß die Benutzung der magnetischen Aufzeichnung im Fernsehen noch stärkere Folgen haben wird als im Hörrundfunk. Die Aufzeichnungs-Apparatur der CBS ist im Studio seit 1956 in täglicher Benutzung. Der Verfasser meint sehr optimistisch, daß die Bildqualität im allgemeinen so gut sei, daß selbst erfahrene Beobachter den Unterschied zwischen einem Live-Programm und einem vom magnetischen Band gesendeten Programm kaum erkennen könnten.

1959-1 Landefehler und Gleichmäßigkeit des Signals beim Vidikon).

Die Gleichförmigkeit des Nutzsignals beim Vidikon wird vor allem durch die Landefehler des abtastenden Strahls gestört. Sie ergeben sich, wenn man die Röhre mit normalen Ablenk- und Fokussiersystemen betreibt, und führen zu einer annähernd kreissymmetrischen Abschattierung des Nutzsignals. Die Fehler durch den Landeeffekt beeinflussen die effektiv angewandte Spannung auf der photoleitenden Schicht. Sie hängt also vom Ablenkwinkel ab. Es wird ein Vergleich der Kennwerte für den Signalausgang bei verschiedenen Vidikontypen angestellt und er wird in Beziehung gesetzt zu den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten, unter denen jede Röhre ihre beste Verwendung findet.

Der Landeeffekt ist eine Funktion der Strahllänge und des Ablenkwinkels. Die Empfindlichkeitsabhängigkeit von der Spannung an der Signalelektrode bei großen und kleinen Lichtpegeln wird dann behandelt. Der Bildfehler durch den Landeeffekt wird so dargestellt, daß die Spannung an der Signalelektrode als Abszisse aufgetragen wird, und das Verhältnis zwischen Bildsignal in zentralen Bildbereichen zum Signal am Rande als Ordinate. Bei den üblichen Spannungen an der Signalelektrode zwischen 40 und 60V liegt dies Verhältnis zwischen 1,2 und 1,13. Bei niedrigen Beleuchtungsstärken steigt die Ungleichförmigkeit über den Bildbereich auf die Werte 1,25 bzw. 1,16. Der Dunkelstrom hängt von der Schichtdicke ab und die Kurven für den Dunkelstrom in Abhängigkeit von der Signalspannung werden einfach parallel nach rechts verschoben, wenn man die Schichtdicke vergrößert. Lichtoptische Bilder von Vidikon- und anderen Halbleiterschichten zeigen, daß man durch geeignete Führung des Aufdampfsprozesses zu völlig gleichmäßiger Schichtdicke kommt, wobei eine Bedampfung aus einem seitlichen Ansatz als ungünstig bezeichnet wird. Eine passende Schichtdickenverteilung über der Signalelektrode ist aber geeignet, die Winkelabhängigkeit des Landefehlers zu kompensieren. Zum Schluß wird eine Schaltung angegeben, mit der man den Landefehler ausgleichen kann.

Dazu wird eine homogene Schichtdicke bei großem Dunkelstrom benutzt. Es wird der Strahlstrom über die Schicht hinweg moduliert, um den Landeeffekt auszugleichen. Es ist eine Kathodenmodulation benutzt worden, um die Ungleichförmigkeit der photoleitenden Schicht auszugleichen und zu besserer Gleichförmigkeit zu kommen. Dennoch lag hier eine grundlegende Begrenzung des Verfahrens vor, besonders bei Farbaufnahmekameras, wo es auf gutes Register ankommt. In diesem Falle brauchten alle drei Vidikons drei getrennte Korrektionsspannungen, um die Schichtdicken der drei photoleitenden Schichten auszugleichen, und dabei wiederum ergibt sich ein Registerfehler in den Bildecken. Es ist auch möglich, daß die Korrekturspannung, die man für gleichmäßige Ausgangsspannung braucht, solche Polarität hat, daß sie die Schärfe in den Bildecken eher verschlechtert als verbessert.

1959-2 Aufzeichnungsgeräte für stereophonische Aufnahmen

Oakes F., Charlesworth
Obwohl die Prinzipien einer stereophonischen Schallwiedergabe über zwei Kanäle schon seit längerer Zeit bekannt sind, so sind doch brauchbare Aufzeichnungsverfahren für Schallplatten erst in letzter Zeit bekannt. Bei Bandaufzeichnung ist die Lösung relativ einfach. Auf Schallplatten sind die Dinge komplizierter, weil beide Kanäle in derselben Rille aufgezeichnet werden sollen. Man könnte eine Querschneid-Einrichtung verwenden, so daß sich eine Rille konstanter Tiefe und Breite ergibt, wenn man von Einflüssen zweiter Ordnung absieht. Um dann die Informationen beider Kanäle in einer einzigen Rille zu speichern, braucht man einen zweiten Freiheitsgrad, indem man etwa einen Kanal quer schneidet und den anderen nach der Tiefe. Seinerzeit ist man von dieser Hochtiefschrift abgegangen, weil sie zu starkes Rauschen hatte.

Heute ist ein solches Verfahren eher diskutierbar, dennoch ist auch heute noch das Störgeräusch bei einer senkrechten Schrift wesentlich größer als bei Querschrift. Deshalb werden beide Informationen unter 45° geneigt gegenüber der Plattennormalen geschrieben, wobei die eine Information nach links, die andere nach rechts geneigt eingraviert wird. Wenn man nur eine Information über einen Kanal empfängt, so ergibt sich eine Rillengrube, die einseitig ebenes Profil hat und bei der nur die andere tiefenmoduliert ist. Wenn beide Kanäle moduliert sind, so ergibt sich die eine Bewegungskomponente der abtastenden Nadel, die also wiederum unter 45° gegenüber der Senkrechten abgenommen wird, als Modulation des einen Kanals, die um 90° versetzte Bewegungskomponente, die also gegenüber der Plattennormalen um 45° nach der anderen Seite geneigt ist, die Modulation des zweiten Kanals. Es werden mehrere Abtastdosen beschrieben, bei denen zwei verschiedene Seignetteplatten die beiden Komponenten aufnehmen. Nichtharmonische Störungen entstehen dadurch, daß die Nadelbewegung nicht linear ist, sondern auf einem Kreisbogen erfolgt, was aber bei hinreichend kleiner Stiftamplitude vernachlässigbar bleibt.

1959-3 Television zoom lenses - über die Gummilinsen für Fernsehzwecke

Cook G. H.: Television zoom lenses (Gummilinsen für Fernsehzwecke)
Die Vorteile, die man bei Außenübertragungen im Rundfunk durch die Verwendung von Kameralinsen mit variabler Brennweite erhält, sind bekannt. Wenn ähnliche Vorteile unter den verschiedenen Arbeitsbedingungen im Studio oder beim Industriefernsehen erreicht werden sollen, so braucht man neue Linsentypen mit größeren Extremwerten der optischen Daten. Die Lösung dieses neuen optischen Problems führt zu einer erweiterten Verwendungsmöglichkeit von Gummilinsen.

In der Arbeit werden verschiedene Linsensysteme mit variabler Brennweite behandelt, beginnend mit einem System aus drei Linsen, von denen die vordere und die hintere Sammellinsen sind, während dazwischen eine bikonkave Linse bewegt wird. Wenn man diese zerstreuende Linse extrem weit auf die Vorderlinse zuschiebt, so hat die Brennweite ihr Minimum, sie erreicht ihr Maximum, wenn man die Zerstreuungslinse extrem in Richtung auf die Hinterlinse verschiebt. Dabei ist allerdings noch vorgesehen, daß die Vorderlinse ebenfalls, wenn auch kleinere Verschiebungen durchmacht. Dieses System variabler Brennweite aus drei Linsen ist also so gebaut, daß zwei der Linsen unabhängige Bewegungen ausführen. Ein anderes System variabler Brennweite besteht aus drei Sammellinsen, Vorder-, Mittel- und Hinterlinse. Zwischen Vorder- und Mittellinse einerseits und Mittel- und Hinterlinse andererseits werden zwei Zerstreuungslinsen bewegt und zwar simultan so, daß die minimale Brennweite eintritt, wenn die eine Zerstreuungslinse an der Vorderlinse liegt und die andere an der Mittellinse, wenn also beide möglichst weit von der Bildebene weg verschoben sind.

Die maximale Brennweite tritt ein, wenn beide Zerstreuungslinsen möglichst weit zur Bildebene hingeschoben werden, die vordere Zerstreungslinse also nahe an der Mittellinse und die hintere Zerstreuungslinse möglichst nahe an der Hinterlinse liegt. Es sind dann auch noch weitere Gummilinsen bekannt, bei denen die Abweichung von der linearen Bewegung exakt auf die Hälfte der effektiven Bewegung des anderen Systems gebracht wird. Schließlich gibt es optische Konstruktionen eines Studioobjektives veränderlicher Brennweite, welche besonders für Vidikon-Anwendungen geeignet sind. Die maximale relative Öffnung von 1/1,8 im gesamten Bereich variabler Brennweite führt zu einer Brennweitenvariation von 2,25 bis 8 cm. Abschließend werden Vidikonkameras und Kameras mit Image-Orthikon für Studiozwecke gezeigt, welche die neuen Gummilinsen verwenden.

1959-3 Das Fernsehaufzeichnungsgerät für 16mm der Firma Marconi mit Schnellschaltwerk

Pemberton M. E.: The Marconi 16mm last pulldown television recorder (Das Fernsehaufzeichnungsgerät für 16mm der Firma Marconi mit Schnellschaltwerk).

Es wird ein Fernseh-Filmaufzeichnungsgerät beschrieben, welches eine neue Kamera mit Schnellschaltwerk benutzt. Die Schnellschaltung ist völlig in einem Ölbad enthalten und wurde so konstruiert, daß sie rasch von der Kamera entfernt werden kann. Das Schnellschaltwerk, mit dem man zum Schluß den erwünschten Erfolg hatte, basierte auf einer Idee von Kingston. Bei dieser Lösung wird die Schnellschaltung durch einen Dreistufen-Beschleuniger erreicht. Das Gerät ist in Deutschland, Australien, der Tschechoslowakei und in England in Benutzung. Die Betriebssicherheit ist mehrfach erprobt, es besteht kein Zweifel, daß die Beschleuniger innerhalb ihrer Betriebsgrenzen arbeiten und daß sogar noch eine geringere Schaltzeit möglich sein würde.

Ob das in der Praxis überhaupt lohnend wäre, erscheint sehr zweifelhaft, weil mit der augenblicklichen Schaltzeit der Informationsverlust sowohl bei 425zeiligen als auch bei 625zeiligen Bildern vernachlässigt werden kann. Die Schaltzeit der Kamera beträgt normalerweise 1,9 ms und die Blende vergrößert die effektive Schaltzeit auf etwa 2 ms. Die Abklingzeit des in der Braunschen Röhre verwendeten Phosphors trägt etwas dazu bei, den Informationsverlust wieder teilweise zurückzugewinnen. Die Schaltzeit wird mit 2 ms oder weniger angegeben. Der Bildstand ist schwierig zu messen, aber es wird geschätzt, daß er von der Größenordnung 1:600 ist. Die besten Ergebnisse sind mit einem Film von 12/10 bis 15/10 DIN erreicht worden, der feines Korn hat und blauempfindlich ist. Das Positivverfahren hat den Vorteil gegenüber der Neuabtastung eines Negatives, daß irgendwelche Verunreinigungen auf dem Film im endgültigen Bild schwarz erscheinen.

1959-3 Die Bandaufzeichnungseinrichtungen der CBS in New York

B e n s o n K. B., F i s h P. E.: CBS New York Video tape facilities (Die Bandaufzeichnungseinrichtungen der CBS in New York).

Im Frühling 1958 begann das Streckennetz der CBS mit einem Verteilersystem für magnetische Bandaufzeichnungen aus einer neuen Verteiler-Zentrale im großen Endverteilergebäude in New York City. Während der vorhandenen gleitenden Tageslichtperiode versorgten diese Einrichtungen 98 Sendestationen des CBS-Verteiler-systems, zusammen mit der Versorgung aus der schon vorhandenen Einrichtung. In Hollywood wurden über 50% der Hörer, welche durch das Verteilernetz erreicht wurden, über Bandsendung versorgt. Das investierte Kapital beträgt mehr als 1 Million Dollar, die Anlage in New York ist die größte für Bandsendungen in der Welt.

Die  Arbeit  beschreibt  die Hintergründe,  welche den Bedarf nach dieser Einrichtung verursachten und die technischen und betriebsmäßigen Einzelheiten. Es wird zunächst die geschichtliche Entwicklung, dann die Geräte-und schließlich die Gebäudeanforderung umrissen. Dann folgt eine Beschreibung der Klimaanlage und des Grund-risses für das „Magnetbandstudio". Dann wird die Konstruktion des Video- und Tonsystems beschrieben. Die Schaltereinrichtungen für Aufzeichnungen von playback, die zentrale Schaltstelle und der Studioaufbau sowie die Konstruktion einer einzelnen Bandaufzeichnungseinheit wird beschrieben.

Eine neue Fernsehsendeeinrichtung, einerlei ob es sich um eine Endkontrolle, ein Studio oder einen Aufzeichnungsraum handelt, muß so konstruiert werden, daß es auch künftige Erweiterungsmöglichkeiten zuläßt. Da der volle Betrieb im April d. J. einsetzen mußte, so hat die magnetische Bandaufzeichnung der CBS in New York ihre ernsteste Prüfung überdauert. Die 14 Bandaufzeichnungsgeräte sind im Durchschnitt während 460 Betriebsstunden pro Woche eingeschaltet gewesen. Das ergibt für jedes einzelne Gerät pro Tag 5 Stunden. Der Programmdienst von insgesamt 50 Stunden während jeder Woche ist nach dem östlichen und zentral gelegenen jeweils mit zwei Standardzeiten versehenen Netzwerk verteilt worden und zwar auf insgesamt 98 Sender, mit denen 37% der USA-Bevölkerung erreicht wurde. Zusätzlich zur verzögerten Abstrahlung bestanden 20 Programmstunden jeder Woche aus vollständigen Programmen, Diapositiv Übertragungen und Reklamesendungen. Die Zuverlässigkeit des Betriebes in dieser Periode der Spitzenbelastung läßt erkennen, daß die Bandapparaturen der CBS ihre Zuverlässigkeitsprobe mit großem Erfolg überdauert haben.

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