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Das kleine Kino in Weilmünster wurde seit 1990 von Monika Buchholz alleine geführt und am Leben erhalten. So kommt auch der Zusatz "90 Jahre Kino" in Familienhand zustande.

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Ein ganz besonderes Kino

Der „Saalbau Lichtspiele" in Weilmünster befindet sich in Familienhand. Knallrote Polstersessel mit ausreichend Beinfreiheit und eine eigene Cocktailbar mitten im Vorführraum: Das Kino „Saalbau Lichtspiele" in Weilmünster ist ein besonderes Filmtheater. Seit mehr als 90 Jahren befindet sich das Kino in Familienhand: Monika Buchholz führt das Filmtheater bereits in dritter Generation.

Weilmünster 2011

Monika Buchholz steht vorne an der Bildwand, an der links in der Ecke die uralte Ernemann 9 Kino- maschine von 1954 als Relikt einer alten Zeit oder auch als Exponat zur Schau steht.

Sie ist stolz auf ihr Geschäft: „Es ist ja nicht irgendein Kino. Die Ausstrahlung macht es zu etwas ganz Besonderem", sagt Monika Buchholz.

Seit dem Tod des Schwiegervaters vor 16 Jahren ist sie allein für die Filmvorführungen verantwortlich, aber sie liebt ihre Arbeit und die besonderen Erlebnisse mit den Zuschauern.

  • Zum Bild rechts : Monika Buchholz fuhrt ihr kleines Kino in Weilmünster bereits in dritter Generation. Foto: Uriel


„Im Dezember 2001 lief in unserem Kino der Film ,Herr der Ringe' zum Bundesstart. An diesem Abend war es draußen bitterkalt, und dann ging die Heizung kaputt.

Ich wollte die Gäste nach Hause schicken, aber die Mehrheit hat beschlossen, sich den Film trotz der Kälte anzusehen. Gäste, die in der Nähe gewohnt haben, sind sogar nach Hause gefahren und haben Decken geholt. Das war ein unvergesslicher Abend", erzählt die Kinobetreiberin.
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Rückblick auf die letzten 35 Jahre

Vor 35 Jahren wurde der Kinosaal ein letztes Mal umgebaut, seitdem hat sich nichts verändert. Dass der nostalgische Charme jedoch nicht ausreicht, um dauerhaft erfolgreich zu sein, weiß die gebürtige Limburgerin.

„Unser Problem ist die Ortsgröße: Der Filmverleih vergibt seine Filme nach Einwohnerzahlen. Wir als kleines Kino müssen da lange warten, bevor wir die Filme vorführen können. Viele Leute, vor allem die Jugendlichen, fahren dann lieber in die Stadt."

Diese Zeitverzögerung kostet sie nicht nur viele potenzielle Zuschauer, sondern auch eine Menge Geld. Finanzielle Engpässe führten letztlich dazu, dass die Kinobetreiberin das Gebäude im Oktober dieses Jahres an die Firma Schäfer aus Weilmünster verkauft hat, sie selbst ist jetzt nur noch Mieterin.

99 Zuschauer finden Platz

„Eigentlich möchte ich alle Leute ansprechen, jung und alt", sagt Monika Buchholz. Ihr Zielpublikum beschränkt sich bisher aber größtenteils auf Frauen.

Damit in Zukunft aber noch mehr Leute den Weg in ihren Kinosaal finden, in dem 99 Personen Platz haben, möchte sie das Programm der durchschnittlich fünf Vorführungen in der Woche um den Sonntagmittag erweitern. „Um auch etwas Ältere als Zuschauer zu gewinnen", sagt sie.

Doch nicht nur das Programm soll ihren Kunden in guter Erinnerung bleiben, vor allem der persönliche Service liegt Monika Buchholz besonders am Herzen:

„Ich glaube, die Leute schätzen, dass hier immer ein Ansprechpartner da ist, der Auskunft über alles geben kann", sagt sie.

„Ich habe zwar einen festen Zuschauerstamm, aber manchmal kommen auch Leute von weiter weg, aus Bad Homburg zum Beispiel. Die kommen dann oft zu mir und sagen, alles hier müsse unbedingt so bleiben, wie es ist."

Genau das wünscht sich die Betreiberin auch. Damit das Kino weiterhin bestehen bleiben kann, ist eine schnellere Belieferung mit Filmen über kurz oder lang aber unabdingbar. Ohne faire Wettbewerbschancen geht es eben nicht - auch nicht mit langgestreckten Beinen und Cocktails in der Hand.

"lu" irgendwann in 2011


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