Zum Auffrischen und Erinnern . . . .
. . . sind diese Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit dem Fernsehen, den Kameras, den Videorecordern, den Tonband- und den Magnetband- geräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern.
Die Technik der Linsen, eigentlich der Objektive.
Die ersten Objektive in der Foto- und Projektionstechnik waren ganz einfache Linsen, von denen mehrere einfach hintereinander montiert waren. Man berechnete mit dem Rechenschieber, wenn überhaupt, die Krümmungen und die Wege der Lichtstrahlen und war schon begeistert, wenn die Abbildung des Originales einigermaßen randscharf bis in die Ecken des abzubildenden Formates gelungen war.
Es war damals mühsam mit den Linsen im Vergleich zu heute. Als dann die Filmleute (zusammen mit den Physikern) vor langer Zeit über eine variable Brennweite nachdachten, wurde ein Zoom Objektiv konstruiert. Man bewegte eine Linse zwischen den beiden äußeren Linsen hin und her. Dann wollte man die Schärfe (den Abstand) auch noch einstellen und mußte die große äußere Linse noch dazu bewegen.
Die mit dem Bleistift errechneten Linsen und Objektive kamen recht schnell an die Genzen des Machbaren. Erst mit dem ersten Computer gelang es wirklich, ganze Objektive nahezu perfekt in der Theorie vorab zu berechnen.
Auch das war nur ein Teil der Entwicklung, denn dann mußten diese Konstruktionen ja noch gefertigt werden. Das fing bei den einzelnen Linsen an und hörte bei den hochpräzisen mechanischen Schlitten auf, die diese Linsen bewegen müssen.
Dabei waren wir noch gar nicht bei dem Glas angelangt, aus dem die Linsen "gemacht" werden. Es gibt ja einen Grund, warum es weltweit nicht mal eine Hand voll Glasschmelzen gibt, die Gläser dieser Güte herstellen können. Eine dieser Firmen ist Schott in Mainz.
Bei der Entwicklung der HDTV Linsen kam so nach und nach raus, daß nach Kundenvorgaben ganz speziell geschmolzenes Calzium Chlorid Glas für die Fuji Linsen etwa 9 Monate lang (elektronisch überwacht) abgekühlt werden mußte, ein paar Grad jeden Tag von 1200 runter auf 22, bis man wußte, ob es die hohen Anforderungen erfüllen würde. Dann erst konnte man an das Schleifen der Linsen gehen.
Ein Objektiv ist "zu Fuß" nicht mehr machbar.
Als der Computer endlich die physikalischen Brechungen des Lichtes im Glas nicht nur im Querschnitt einer Linse, sondern für die ganze nutzbare Fläche dreidimensional berechnen konnte, mußte man auch noch hunderte von Glassorten einprogrammieren und dazu auch noch die vielfältigen Beschichtungen / Vergütungen der einzelnen Linsen.
Dazu kam, daß der Computer "sprach", (also ganz klar bestätigte), mit nur einer bewegten Linse oder sogar einem ganzen bewegten "Linsenpaket" auf einem Schlitten ist diese oder jene Forderung einfach nicht zu machen. Man brauchte also Software- Programme, die innerhalb solch eines Zoomobjektives mehrere Linsenpakte und deseen Bewegungen auf mehreren Schlitten unterschiedlich schnell, aber synchron zueinander, berechnen konnten.
Und das alles natürlich dreidimensional, denn diese Objektive sollten ja mal gebaut werden. Vermutlich waren die Entwickler genauso gefordert wie später die Mechaniker, die das alles bauen sollten.
Und so kam es, daß zum Beispiel für das große Taylor Hobson Varotal III (Bild weiter oben) das Glas bei Schott in Mainz geschmolzen wurde, die Linsen bei Schneider in Bad Kreuznach geschliffen wurden und zusammengebaut und getestet wurde es dann beim Hersteller in England, der es ja auch konstruiert hatte.
Und dann kamen diese Objektive vorne auf (oder vor) die Studio-Kameras in aller Welt, vornehmlich auf die deutschen Fese Kameras, die waren zu der Zeit fast Weltmarktführer.
Die Entwicklung ging dann rasant voran und die Qualitäten wurden exorbitant gesteigert, angetrieben von den findigen und pfiffigen Japanern mit deren völlig anderem Qualitätsdenken und deren Forderungen nach Miniaturisierung und problemloser Fertigung von großen Stückzahlen.
Auf den Bildern hier sehen Sie eine der kleineren Zoom Optiken (solo ohne Kamerakopf) von Schneider Kreuznach, darunter einen ganz modernen Sony Camcorder (Bauhjahr 2006) mit 12 fach Zoom und darunter einen Größenvergleich der beiden Technologien (der Camcorder liegt oben auf der Optik drauf).










