Zum Auffrischen und Erinnern . . . .
. . . sind diese Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit dem Fernsehen, den Kameras, den Videorecordern, den Tonband- und den Magnetband- geräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern.
Am 1.7.1986 wurde aus der "Fese" die "BTS" (Broadcast Television Systems GmbH)
Im "System" hatte es geknirscht und Bosch hat dann kurzen Prozess gemacht. Der "Laden" wurde abgestoßen. Doch im großen und ganzen hatte sich nichts Grundlegendes geändert. Auch bei Philips fehlten die echten Visionäre wie ein Steve Jobs oder vielleicht "ein kleiner Japaner" wie bei Sony oder die Jungs von Grass Valley.
Jetzt war also die FESE als BTS bei Philips mit im Boot.
Über diesen "Einstieg" waren die alten Fese Leute gar nicht glücklich, war es doch mehr oder weniger zwangsweise so gekommen. Nachdem die FESE die Kamera-Produktion aufgegeben hatte (die KCM 125 war die letzte in der deutschen Produktion) bzw. aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben mußte, war es vermeintlich nur logisch, sich mit dem größeren Partner, von dem man ja (jetzt) auch die Kameras vertrieb, zusammen zu tun.
Irgendwo stand dann auch, daß Philips Eindhoven die Bosch Anteile alle übernommen hatte, erst teilweise, dann mehr und immer mehr und dann vollständig.
Nachtrag des Autors:
1996 - von nun an Philips BTS Systems Division
Im April 1996 wird aus BTS Broadcast Television Systems die "neue" Philips Broadcast Television Systems und Darmstadt Griesheim nennt sich von nun an Philips BTS Systems Division.
BTS - ein Neuanfang ?
Optisch brilliante Produkte bereits seit 1988 im analogen HDTV- Bereich wurden entwickelt und angeboten. Im Labor wurde von der Philips BTS auch ein digitales HDTV MAZ System entwickelt und ausführlich dokumentiert. Doch gebaut wurde es aus mannigfaltigen Gründen nicht mehr. Es war bereits zu spät.
Denn die digitale Revolution kam lautlos und völlig unaufhaltsam aus Fernost. Selbst die Amerikaner hatten dem nichts entgegen zu setzen, Ampex kooperierte mit Sony.
Für die ehemalige Fese bzw. Philips BTS waren es einfach nur noch der Standortvorteil Deutschland, die deutsche Sprache und die konservativen Entscheidungsträger in den staatlichen europäischen Sendern, die diese Entwicklung lange Jahre verschleierten. Die privaten Sender waren da wesentlich progressiver und vor allem sehr kreativ und wählerisch, wenn es bei gleicher Qualität nur noch um die Preise ging.
Aufhalten konnte BTS samt Philips Broadcast diese Entwicklung nicht mehr, sie mußten mitmachen, vor allem als großer leistungsfähiger Systemanbieter mit verblassendem Image. Und die Mitarbeiter waren das Herumgeschiebe in den Konzernen leid. In Gesprächen (in 2007/2008) mit inzwischen pernsionierten Kollegen kam eine deprimierende Situation der Hilflosigkeit zum Ausdruck, die die Kreativität und Produktivität nicht gerade beflügelte.
Nochmal verkauft . . . nach Frankreich
Dann wurde der gesamte Philips Broadcast Bereich und damit auch die deutsche Systems Division in Weiterstadt an Thomson nach Frankreich verkauft oder "abgegeben". Es war im Prinzip das Eingeständnis auch von der großen Firma Philips, im Broadcastbereich gegen die Japaner bzw. die gesamte Fernost Industrie verloren zu haben. Doch wer war Thomson ? In den USA war Thomson nur als der gestrige "SECAM Laden" bekannt. Und jetzt heißen Sie weltweit sogar "Grass Valley".
Das wiederum ging in Europa nicht lange gut, das französische Ego war damit angeknackst. Wie kann man in Frankreich die englische Sprache fast "verbieten" (die Deutsche natürlich auch) und sich dann unter einem amerikanischen Namen präsentieren, und sei er international noch so werbewirksam.
Also heißt das Unternehmen jetzt wieder Thomson Grass Valley. Verstehen muß man das nicht, schon gar nicht die immensen Ausgaben für Marketing und Werbung, die jetzt alle wieder dahin sind. Aber die Amerikaner haben das ja mit Compaq und DEC (oder Tandem) und später mit HP und Compaq und jetzt mit Lucent und Alcatel vorgemacht (wie man Milliarden Invenstitionen in Namen und Logos verbrennt).
da kommt noch viel . . . . . .
Juni 2008 - und wieder Recht gehabt.
Hatte ich vor zwei Jahren darüber geunkt, daß es für die Franzosen untragbar (war und) ist, sich einen amerikanischen oder gar deutschen Namen zu geben, selbst nur als Anhängsel oder Kürzel zum eigenen Namen, dann hatte ich recht. Seit Mai 2008 heißt Grass Valley Germany nach Thomson Grass Valley wieder Thomson Systems. Nichts ist mehr von den renomierten Namen wie Bosch Fernseh oder Grass Valley übrig geblieben. Und Bosch Fernseh hatte weltweit einen hervorragenden Ruf wie später auch Grass Valley.
Da waren die Sony Marketing Leute besser dran, a "Sony is a Sony is a Sony". So etwas prägt sich über Jahre ein und dieses gesparte Geld kann man dann in innovative und bessere Produkte stecken.
Doch Thomson ist ein Staatsbetrieb und in Frankreich gehen Staatsbetriebe einfach nicht pleite. Aber man macht da eine Division schnell mal zu, wenn die Laune danach ist, jedenfalls ausserhalb Frankreichs. Die französisch deutschen Chemiefirmen lassen grüßen.







